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LAG Schles­wig-Hol­stein, Be­schluss vom 30.09.2008, 2 TaBV 25/08

   
Schlagworte: Betriebsrat
   
Gericht: Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein
Aktenzeichen: 2 TaBV 25/08
Typ: Beschluss
Entscheidungsdatum: 30.09.2008
   
Leitsätze: Das Verbot parteipolitischer Betätigung im Betrieb erfasst nicht einen Aufruf gegen den Irak-Krieg. Dieser kann ggf. den Frieden des Betriebs beeinträchtigen. In einem Unternehmen mit amerikanischer Mutter, in dem Güter hergestellt werden, die in dem Krieg eingesetzt werden, kann ein Aufruf gegen den Irak-Krieg gerechtfertigt sein, wenn dabei die ethische Frage aufgeworfen wird, ob die Unterstützung des Krieges durch die eigene Arbeit hinzunehmen ist.
Vorinstanzen: Arbeitsgericht Lübeck
   

Lan­des­ar­beits­ge­richt Schles­wig-Hol­stein

Ak­ten­zei­chen: 2 TaBV 25/08
3 BV 165/07 ArbG Lübeck
(Bit­te bei al­len Schrei­ben an­ge­ben!)

Verkündet am 30.09.2008

gez. ...
als Ur­kunds­be­am­tin der Geschäfts­stel­le 

 

Be­schluss

Im Na­men des Vol­kes

 

Im Be­schluss­ver­fah­ren mit den Be­tei­lig­ten pp.

hat die 2. Kam­mer des Lan­des­ar­beits­ge­richts Schles­wig-Hol­stein auf die Anhörung der Be­tei­lig­ten am 30.09.2008 durch die Vi­ze­präsi­den­tin des Lan­des­ar­beits­ge­richts ... als Vor­sit­zen­de und den eh­ren­amt­li­chen Rich­ter ... als Bei­sit­zer und die eh­ren­amt­li­che Rich­te­rin ... als Bei­sit­ze­rin

b e s c h l o s s e n:

Auf die Be­schwer­de des An­trags­geg­ners wird der Be­schluss des Ar­beits­ge­richts Lübeck vom 15.04.2008 – 3 BV 165/07 – teil­wei­se ab­geändert und wie folgt neu ge­fasst:

Dem An­trags­geg­ner wird auf­ge­ge­ben, es künf­tig zu un­ter­las­sen, an die Mit­ar­bei­ter des Be­trie­bes ge­rich­te­te po­li­ti­sche Wahl­emp­feh­lun­gen ab­zu­ge­ben und

es zu un­ter­las­sen, In­for­ma­tio­nen, Äußerun­gen und Auf­ru­fe der ge­nann­ten In­hal­te und The­men über das In­tra­net der An­trag­stel­le­rin, über das be­trieb­li­che Mit­tei­lungs­brett des An­trags­geg­ners, per Rund­schrei­ben, e-mail, Flug­blatt oder in sons­ti­ger Form den

 

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Ar­beit­neh­mern im Be­trieb zur Verfügung zu stel­len oder sonst zur Kennt­nis zu brin­gen.

Im Übri­gen wird der An­trag zurück­ge­wie­sen.

Die wei­ter­ge­hen­de Be­schwer­de wird zurück­ge­wie­sen. Die Rechts­be­schwer­de wird zu­ge­las­sen.

Rechts­mit­tel­be­leh­rung

Ge­gen die­sen Be­schluss können die Be­tei­lig­ten durch Ein­rei­chen ei­ner Rechts­be­schwer­de­schrift bei dem

Bun­des­ar­beits­ge­richt in 99084 Er­furt, Hu­go-Preuß-Platz 1,

Te­le­fax: 0361 2636-2000,

Rechts­be­schwer­de ein­le­gen.

Die Rechts­be­schwer­de­schrift muss

bin­nen ei­ner Not­frist von ei­nem Mo­nat

beim Bun­des­ar­beits­ge­richt ein­ge­gan­gen sein.

Der Rechts­be­schwer­deführer muss die Rechts­be­schwer­de be­gründen. Die Rechts­be­schwer­de­be­gründung ist, so­fern sie nicht be­reits in der Rechts­be­schwer­de­schrift ent­hal­ten ist, in ei­nem Schrift­satz bei dem Bun­des­ar­beits­ge­richt ein­zu­rei­chen. Die Frist für die Rechts­be­schwer­de­be­gründung beträgt

zwei Mo­na­te.

Die Fris­ten für die Ein­le­gung und die Be­gründung der Rechts­be­schwer­de be­gin­nen mit der Zu­stel­lung des in vollständi­ger Form ab­ge­fass­ten Be­schlus­ses, spätes­tens aber mit Ab­lauf von fünf Mo­na­ten nach der Verkündung.

Die Rechts­be­schwer­de­schrift muss den Be­schluss be­zeich­nen, ge­gen den die Rechts­be­schwer­de ge­rich­tet wird, und die Erklärung ent­hal­ten, dass ge­gen die­sen Be­schluss Rechts­be­schwer­de ein­ge­legt wer­de.

 

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Die Rechts­be­schwer­de und ih­re Be­gründung müssen von ei­nem bei ei­nem deut­schen Ge­richt zu­ge­las­se­nen Rechts­an­walt un­ter­zeich­net sein.

An sei­ne Stel­le kann auch ein Ver­tre­ter ei­nes Ver­ban­des (Ge­werk­schaf­ten, Ar­beit­ge­ber­ver­ei­ni­gun­gen) oder ei­nes Spit­zen­ver­ban­des (Zu­sam­men­schlüsse sol­cher Verbände) tre­ten, so­fern er kraft Sat­zung oder Voll­macht zur Ver­tre­tung be­fugt und die Par­tei Mit­glied des Ver­ban­des oder Spit­zen­ver­ban­des ist. An die Stel­le der vor­ge­nann­ten Ver­tre­ter können auch An­ge­stell­te ei­ner ju­ris­ti­schen Per­son, de­ren An­tei­le sämt­lich im wirt­schaft­li­chen Ei­gen­tum ei­ner die­ser Or­ga­ni­sa­tio­nen ste­hen, tre­ten, so­fern die ju­ris­ti­sche Per­son aus­sch­ließlich die Rechts­be­ra­tung der Ver­bands­mit­glie­der ent­spre­chend de­ren Sat­zung durchführt und der Ver­band für die Tätig­keit der Be­vollmäch­tig­ten haf­tet. Ist die Par­tei Mit­glied ei­nes Ver­ban­des oder Spit­zen­ver­ban­des, kann sie sich auch durch ei­nen Ver­tre­ter ei­nes an­de­ren Ver­ban­des oder An­ge­stell­ten ei­ner der oben ge­nann­ten ju­ris­ti­schen Per­so­nen mit ver­gleich­ba­rer Aus­rich­tung ver­tre­ten las­sen. Die Per­so­nen, die für die­se Or­ga­ni­sa­tio­nen han­deln, müssen über die Befähi­gung zum Rich­ter­amt verfügen.

Der Rechts­be­schwer­de­schrift soll ei­ne Aus­fer­ti­gung oder be­glau­big­te Ab­schrift des an­ge­foch­te­nen Be­schlus­ses bei­gefügt wer­den.

Der Schrift­form wird auch durch Ein­rei­chen ei­nes elek­tro­ni­schen Do­ku­ments genügt, wenn es für die Be­ar­bei­tung durch das Ge­richt ge­eig­net ist. Schriftsätze können da­zu über ei­ne ge­si­cher­te Ver­bin­dung in den elek­tro­ni­schen Ge­richts­brief­kas­ten des Bun­des­ar­beits­ge­richts ein­ge­legt wer­den. Die er­for­der­li­che Zu­gangs- und Über­tra­gungs­soft­ware kann li­zenz­kos­ten­frei über die In­ter­net­sei­te des Bun­des­ar­beits­ge­richts (www.bun­des­ar­beits­ge­richt.de) her­un­ter ge­la­den wer­den. Das Do­ku­ment ist mit ei­ner qua­li­fi­zier­ten Si­gna­tur nach dem Si­gna­tur­ge­setz zu ver­se­hen. Nähe­re In­for­ma­tio­nen fin­den sich auf der In­ter­net­sei­te des Bun­des­ar­beits­ge­richts (s.o.) so­wie un­ter www.egvp.de.

(Rechts­mit­tel­schrif­ten, Rechts­mit­tel­be­gründungs­schrif­ten und wech­sel­sei­ti­ge Schriftsätze im Ver­fah­ren vor dem Bun­des­ar­beits­ge­richt sind in sie­ben­fa­cher - für je­den wei­te­ren Be­tei­lig­ten ei­ne wei­te­re - Aus­fer­ti­gung ein­zu­rei­chen).

 

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Gründe

I.

Der An­trags­geg­ner ist der im Be­trieb der An­trag­stel­le­rin ge­bil­de­te Be­triebs­rat. Die An­trag­stel­le­rin be­gehrt die Un­ter­las­sung po­li­ti­scher Äußerun­gen.

Der Be­triebs­rat veröffent­lich­te am 15.04.2003 fol­gen­den Auf­ruf (Bl. 20 d.A.):

Nein zum Krieg

Lie­be Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen,

seit 20. März führen die Re­gie­run­gen Eng­lands und der USA Krieg ge­gen den Irak.

Op­fer die­ses Krie­ges sind wie in al­len Krie­gen die ein­fa­chen Leu­te - Frau­en und Kin­der. Al­te und Jun­ge, Zi­vi­lis­ten und Sol­da­ten - sie wer­den ver­wun­det und / oder getötet.

Die Zi­vil­bevölke­rung lei­det nicht nur un­ter Bom­ben und Ra­ke­ten, son­dern auch durch den Zu­sam­men­bruch der In­fra­struk­tur, der Was­ser- und elek­tri­schen Ver­sor­gung. Hun­ger und Seu­chen wer­den wei­te­re To­des­op­fer for­dern.

Dies sind die Gründe, war­um schon vor Kriegs­be­ginn welt­weit Men­schen, ein­sch­ließlich der Ge­werk­schaf­ten, ge­gen die ame­ri­ka­ni­sche und bri­ti­sche Po­li­tik pro­tes­tier­ten. In ei­ni­gen Ländern wa­ren die­se Frie­dens­de­mons­tra­tio­nen die größten Kund­ge­bun­gen der Ge­schich­te. Ob­wohl dies nicht den Aus­bruch des Krie­ges ver­hin­dert hat, ist es doch noch im­mer nötig und sinn­voll, po­li­ti­schen Druck auf­zu­bau­en, um den Krieg so­fort zu be­en­den.

Als Mit­ar­bei­ter ei­ner ame­ri­ka­ni­schen Fir­ma, die Rüstungsgüter, die im ak­tu­el­len Krieg, im Irak zum Ein­satz kom­men, her­stellt, sie ver­kauft und da­mit Ge­win­ne er­zielt, emp­fin­den wir ei­ne be­son­de­re Art der Ver­ant­wor­tung.

Wir möch­ten die­se Bot­schaft bis an die US-Re­gie­rung her­an­tra­gen über die Ket­te des lo­ka­len, na­tio­na­len und eu­ropäischen Ma­nage­ments.

Die Mehr­heit der Mit­ar­bei­ter an den eu­ropäischen Stand­or­ten von H. wi­der­setzt sich dem Krieg ge­gen den Irak.

Mr. Bush - Raus aus dem IRAK!

Wir er­war­ten, dass die­se Bot­schaft an das obers­te Ma­nage­ment von H. wei­ter­ge­lei­tet wird und er­war­ten, dass das Ma­nage­ment die Bot­schaft sei­ner­seits an die US-Re­gie­rung wei­ter­lei­tet.

Die­ser An­trag wur­de von den Ar­beit­neh­mer­ver­tre­tern des Eu­ropäischen Be­triebs­ra­tes von H. anläss­lich der jähr­li­chen Sit­zung am 10. April 2003 in M. ver­ab­schie­det.

Wir ru­fen al­le Mit­ar­bei­ter an al­len eu­ropäischen Stand­or­ten auf, die­sen An­trag zu un­terstützen:
In­for­miert die Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen.

Un­terstützt den An­trag da­durch, dass die ört­li­chen Ar­beit­neh­mer­ver­tre­ter und Ge­werk­schaf­ten die­se Re­so­lu­ti­on dis­ku­tie­ren und ver­ab­schie­den.

 

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Lei­tet die­se Re­so­lu­ti­on an die ört­li­che Geschäftsführung wei­ter mit der Auf­for­de­rung sie an die nächst höher ge­le­ge­ne Stel­le wei­ter­zu­ge­ben.

Die Ar­beit­ge­be­rin for­der­te den Be­triebs­rat mit Schrei­ben vom 23.04.2003 auf, die­se Be­kannt­ma­chung von al­len In­for­ma­ti­ons­bret­tern im Be­trieb zu ent­fer­nen, weil es sich um ver­bo­te­ne par­tei­po­li­ti­sche Betäti­gung han­de­le. Der Be­triebs­rat wies mit Aus­hang vom 24.04.2003 (Bl. 19 d. A.) die Mit­ar­bei­ter er­neut auf den Auf­ruf hin. Die Ar­beit­ge­be­rin lei­te­te ent­ge­gen ih­rer Ankündi­gung da­mals kein ge­richt­li­ches Ver­fah­ren ein.

Am 10.10.2007 ver­sand­te der Be­triebs­rat über das In­tra­net der Ar­beit­ge­be­rin an al­le e-mail-Nut­zer in G. ei­ne Auf­for­de­rung, sich am Volks­ent­scheid in H. zu be­tei­li­gen. Bei­gefügt wa­ren ein Schrei­ben der H.er Ge­werk­schafts­vor­sit­zen­den im DGB an den Bürger­meis­ter B. (Bl. 14 d.A.) so­wie wei­te­re Un­ter­la­gen (Bl. 14-16 d. A.). Außer­dem häng­te er die­se Un­ter­la­gen am Schwar­zen Brett im Be­trieb aus. Die Schrei­ben ha¬ben fol­gen­den In­halt:

Mail vom 10.10.2007:

auf dem Lauf­werk "c. auf 'h.’ (M:) un­ter
"\\h.\c.\Be­triebs­rat\ln­for­ma­tio­nen\2007\2007 .. volks­ent­scheid.pdf“ und "\\h.\c.\Be­triebs­rat\ln­for­ma­tio­nen\2007\2007 .. pass­wort­wei­ter­ga­be.pdf“ fin­det Ihr / fin­den Sie zwei neue In­for­ma­tio­nen des Be­triebs­ra­tes.

Schrei­ben vom 09.10.2007 an den Bürger­meis­ter von H.:

Ihr Brief zum The­ma "Volks­ent­scheid"

Sehr ge­ehr­ter Herr B.,

nun ha­ben auch ei­ni­ge von uns Ihr Schrei­ben er­hal­ten, mit dem Sie die Ver­fas­sung vor dem Volk ret­ten wol­len. Über die de­mo­kra­ti­sche Fragwürdig­keit ei­nes Pri­vat­brie­fes vom Ers­ten Bürger­meis­ter und die Fi­nan­zie­rung wol­len wir nicht mit Ih­nen strei­ten. Al­ler­dings sug­ge­rie­ren Sie in Ih­rem Brief, dass in H. zukünf­tig" nicht „die Mehr­heit ent­schei­det', wenn der in­iti­ier­te Volks­ent­scheid be­schlos­sen wer­den würde. Die­se Be­haup­tung, vor­ge­tra­gen mit der bürger­meis­ter­li­chen Au­to­rität, hal­ten wir für schlicht un­red­lich.

War­um? Sie ver­schwei­gen, dass in H. längst ei­ne deut­li­che Min­der­heit über die Mehr­heit der Wahl­be­rech­ti­gen be­stimmt; denn in H. ver­tritt we­der die CDU die Mehr­heit der Bürger, noch muss das Par­la­ment die Mehr­heit der Bevölke­rung bei Ver­fas­sungsände­run­gen hin­ter sich wis­sen. Der Grund liegt in den sin­ken­den Wahl­be­tei­li­gun­gen. So sind 2004 mehr als 31 % der Wahl­be­rech­tig­ten gar nicht zur Wahl ge­gan­gen, wa­ren 1 % der Stim­men ungültig und 10 % der ab­ge­ge­be­nen Stim­men ent­fie­len auf klei­ne Par­tei­en, die we­gen der 5 % Hürde gar nicht im Rat­haus ver­tre­ten sind.

 

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Das be­deu­tet: Sie re­gie­ren mit der CDU mehr­heit­lich in der Bürger­schaft auf­grund von 389.170 Stim­men von 1,214935 Mio. wahl­be­rech­tig­ten BürgerIn­nen - - al­so mit ei­nem 32-Pro­zent-An­teil der mögli­chen Stim­men. Dem­ge­genüber hat­ten 588.952 al­ler Wahl­be­rech­tig­ten (48,5 %) ge­gen den Ver­kauf der L.- Kran­kenhäuser ge­stimmt, was Sie aber lei­der nicht kümmer­te. Schon längst re­gie­ren al­so in H. Min­der­hei­ten, wenn man die Nichtwähler in die Pro­zent­be­rech­nung ein­be­zieht.

Das Grund­ge­setz spricht aber auch nicht nur von "Wah­len", son­dern auch von "Ab­stim­mun­gen". Ein In­stru­ment, das von ei­ni­gen gewähl­ten Volks­ver­tre­tern nicht ger­ne ge­se­hen wird und das in H. ge­ra­de von Ih­rer Par­tei im Über­maß miss­ach­tet wur­de. So darf es nicht länger der Fall sein, dass Volks­ent­schei­de in un­de­mo­kra­ti­scher Wei­se ein­fach über­g­an­gen wer­den. Dann würde das Bemühen vie­ler Bürger nutz­los wer­den.

In­so­weit wun­dert es uns schon, dass Sie - der Sie ja auch als Bürger­meis­ter H.s un­ser al­ler Re­präsen­tant sind - mit fa­den­schei­ni­gen Ar­gu­men­ten und ir­reführen­der Wort­wahl die Pa­nik­ma­che der H.er CDU un­terstützen, an­statt das En­ga­ge­ment von H.er­in­nen und H.ern für ih­re Stadt zu be­grüßen und ih­ren Volks­in­itia­ti­ven re­spekt­voll ge­genüber zu tre­ten. Al­so: Stärken wir den Volks­ent­scheid! Die überwälti­gen­de Mehr­heit der H.er­in­nen und H.er und wir wer­den Ih­nen die „Spiel­re­gel" ins Stamm­buch schrei­ben, die Ih­nen of­fen­sicht­lich un­be­kannt ist: Re­spekt vor dem qua­li­fi­ziert ar­ti­ku­lier­ten Volks­wil­len.

In­for­ma­ti­on des Be­triebs­ra­tes Nr. 18/2007 (B. 13 d.A.):

Volks­ent­scheid

Lie­be Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen,

nach­fol­gend ge­ben wir Euch noch ein­mal In­for­ma­tio­nen un­se­rer Ge­werk­schaft zum The­ma "Volks­ent­scheid" be­kannt.

Wir bit­ten um Be­ach­tung der fol­gen­den drei Sei­ten.

Wir bit­ten vor al­lem in H. le­ben­de Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen, sich an der kom­men­den Ab­stim­mung spätes­tens am Sonn­tag zu be­tei­li­gen.

Das Ar­beits­ge­richt Lübeck (5 BV Ga 155/07) ver­pflich­te­te den Be­triebs­rat mit einst­wei­li­ger Verfügung vom 12.10.2007, es zu un­ter­las­sen, e-mails im In­tra­net zum The­ma Volks­ent­scheid in H. zu ver­sen­den so­wie Mit­tei­lun­gen da­zu im Be­trieb aus­zuhängen und die im In­tra­net ver­brei­te­ten und an den In­for­ma­ti­ons­bret­tern veröffent­lich­ten Mit­tei­lun­gen zu ent­fer­nen. Das Ver­fah­ren er­le­dig­te sich durch Zeit­ab­lauf.

Der Be­triebs­rat wei­ger­te sich, ei­ne ihm von der Ar­beit­ge­be­rin mit Schrei­ben vom 22.11.2007 über­mit­tel­te Un­ter­las­sungs­erklärung (B. 22, 22 d.A.) zu un­ter­zeich­nen. Mit dem am 06.12.2007 beim Ar­beits­ge­richt ein­ge­lei­te­ten Ver­fah­ren ver­folgt die Ar­beit­ge­be­rin ihr Ziel wei­ter.

 

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Die An­trag­stel­le­rin hat vor­ge­tra­gen, sie ha­be Grund zur Befürch­tung, dass der Be­triebs­rat auch in Zu­kunft ver­bo­te­ne par­tei­po­li­ti­sche Äußerun­gen im Be­trieb ver­brei­ten wer­de. So­wohl im Jahr 2003 als auch im Herbst 2007 ha­be der Be­triebs­rat ge­gen das Ver­bot par­tei­po­li­ti­scher Betäti­gung ver­s­toßen. Der Be­griff „Par­tei­po­li­tik“ sei weit aus­zu­le­gen. Das fol­ge aus Sinn und Zweck der ge­setz­li­chen Vor­schrift.
Der Be­triebs­rat ha­be die Ver­pflich­tung ge­habt, den Auf­ruf zum Irak-Krieg in ei­ge­ner Ver­ant­wor­tung zu prüfen.

Die An­trag­stel­le­rin hat be­an­tragt,

1.

a. dem An­trags­geg­ner auf­zu­ge­ben be­triebsöffent­lich Äußerun­gen all­ge­mein­po­li­ti­schen In­halts zu un­ter­las­sen, ins­be­son­de­re sol­che Äußerun­gen zu un­ter­las­sen, die Fra­gen des Irak-Kriegs oder sons­ti­ge krie­ge­ri­sche Aus­ein­an­der­set­zun­gen und Mi­litäreinsätze so­wie außen­po­li­ti­sche Vorgänge, Fra­gen der Auf- und Abrüstung, der Frie­dens­si­che­rung und –schaf­fung, der Kom­mu­nal- und Lan­des­po­li­tik so­wie der Bun­des­po­li­tik be­tref­fen,

b. es künf­tig zu un­ter­las­sen, an die Mit­ar­bei­ter des Be­trie­bes ge­rich­te­te po­li­ti­sche Wahl­emp­feh­lun­gen oder Auf­ru­fe zu po­li­ti­schen Wah­len oder Ab­stim­mun­gen ab­zu­ge­ben und

c. dem An­trags­geg­ner auf­zu­ge­ben, es zu un­ter­las­sen, In­for­ma­tio­nen, Äußerun­gen und Auf­ru­fe der u. a.) und b.) die­ses An­tra­ges ge­nann­ten In­hal­te und The­men über das In­tra­net der An­trag­stel­le­rin, das be­trieb­li­che Mit­tei­lungs­brett des An­trags­geg­ners, per Rund­schrei­ben, E-Mail, Flug­blatt oder in sons­ti­ger Form den Ar­beit­neh­mern im Be­trieb Verfügung zu stel­len oder sonst zur Kennt­nis zu brin­gen,

hilfs­wei­se,

2.

a. dem An­trags­geg­ner auf­zu­ge­ben, im Be­trieb der An­trag­stel­le­rin Äußerun­gen zum Irak-Krieg zu un­ter­las­sen und es außer­dem zu un­ter­las­sen, an die Mit­ar­bei­ter ge­rich­te­te po­li­ti­sche Wahl­emp­feh­lun­gen oder Auf­ru­fe zu po­li­ti­schen Wah­len oder Ab­stim­mun­gen ab­zu­ge­ben und
b. dem An­trags­geg­ner auf­zu­ge­ben, es zu un­ter­las­sen, In­for­ma­tio­nen, Äußerun­gen und Auf­ru­fe zu den un­ter a.) des Hilfs­an­tra­ges ge­nann­ten The­men über das In­tra­net der An­trag­stel­le­rin, über das be­trieb­li­che Mit­tei­lungs­brett des An­trags­geg­ners, per Rund­schrei­ben, E-Mail, Flug­blatt oder in sons­ti­ger Form den Ar­beit­neh­mern des Be­trie­bes Verfügung zu stel­len oder sonst zur Kennt­nis zu brin­gen,

höchst hilfs­wei­se,

 

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a. fest­zu­stel­len, dass der Be­triebs­rat nicht be­rech­tigt ist, im Be­trieb der An­trag­stel­le­rin Äußerun­gen zum Irak-Krieg aus­zuhängen oder sonst zu veröffent­li­chen und den Mit­ar­bei­tern zugäng­lich zu ma­chen und

b. fest­zu­stel­len, dass der An­trags­geg­ner nicht be­rech­tigt ist, Mit­ar­bei­ter der An­trag­stel­le­rin auf­zu­for­dern, an be­vor­ste­hen­den po­li­ti­schen Wah­len oder Ab­stim­mun­gen teil­zu­neh­men.

Der An­trags­geg­ner hat be­an­tragt,

die Anträge zurück­zu­wei­sen.

Er hat die Auf­fas­sung ver­tre­ten, er ha­be im April 2003 le­dig­lich den Auf­ruf des Eu­ropäischen Be­triebs­ra­tes in der Form der In­for­ma­ti­on des Kon­zern­be­triebs­ra­tes aus­gehängt. Da­zu sei er zu­min­dest be­rech­tigt ge­we­sen. Er sei nicht Zen­sor oder Auf­pas­ser über die Mit­tei­lun­gen des EBR oder des KBR. Berück­sich­tigt ha­be er da­bei, dass die An­trag­stel­le­rin mit Rüstungsgütern, die im Irak zum Ein­satz kämen, Ge­win­ne er­zie­le. Mit sei­ner Mit­tei­lung 18/2007 ha­be er le­dig­lich den Volks­ent­scheid be­kannt ge­macht und – als ein­zi­ge ei­ge­ne Äußerung – um Teil­nah­me an der Ab­stim­mung ge­be­ten. Im Übri­gen ha­be er le­dig­lich den Ab­druck ei­nes Brie­fes führen­der Ge­werk­schafts­vor­sit­zen­der an den H.er Bürger­meis­ter bei­gefügt.
Die wei­te Aus­le­gung des Be­grif­fes „Par­tei­po­li­tik“ des BAG ent­spre­che nicht mehr der herr­schen­den Mei­nung in Li­te­ra­tur und Recht­spre­chung. Das Ge­setz ver­bie­te le­dig­lich ei­ne par­tei­po­li­ti­sche Betäti­gung. Das sei die Tätig­keit für oder ge­gen ei­ne po­li­ti­sche Par­tei. Es ver­bie­te ge­ra­de nicht jeg­li­che po­li­ti­sche Betäti­gung. Dass der Ge­setz­ge­ber hier dif­fe­ren­zie­re, be­le­ge ein Blick in §§ 75 Abs. 1 und 118 Be­trVG, wo es von „po­li­ti­scher Betäti­gung“ und „po­li­ti­sche Be­stim­mun­gen“ spre­che. Auch sei § 74 Abs. 2 Satz 3 Be­trVG we­gen der vor­ge­nom­me­nen Ein­schränkung des Grund­rechts der frei­en Mei­nungsäußerung eng aus­zu­le­gen.
Sch­ließlich ha­be der Be­triebs­rat sich im Zu­sam­men­hang mit dem Volks­ent­scheid des­we­gen nicht par­tei­po­li­tisch im Sin­ne des § 74 Be­trVG betätigt, weil es sich um ei­ne Bürger­initia­ti­ve ge­han­delt ha­be, die vom Ver­bot des § 74 Abs. 2 Satz 3 Be­trVG nicht er­fasst sei. Die­se ha­be aus vie­len par­tei­po­li­tisch nicht zu­zu­ord­nen­den Grup­pie­run­gen be­stan­den. Al­le po­li­ti­schen Grup­pie­run­gen und Par­tei­en hätten zur Teil­nah­me an dem Volks­ent­scheid auf­ge­ru­fen, wenn­gleich auch mit un­ter­schied­li­cher Ziel­set­zung.

 

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Das Ar­beits­ge­richt hat mit Be­schluss vom 15.04.2008 dem Be­triebs­rat auf­ge­ge­ben, be­triebsöffent­li­che Äußerun­gen par­tei­po­li­ti­schen In­halts zu un­ter­las­sen; ins­be­son­de­re Äußerun­gen zu un­ter­las­sen, die Fra­gen des Irak­krie­ges oder sons­ti­ge krie­ge­ri­sche Aus­ein­an­der­set­zun­gen und Mi­litäreinsätze so­wie außen­po­li­ti­sche Vorgänge, Fra­gen der Auf- und Abrüstung, der Frie­dens­si­che­rung und -schaf­fung, der Kom­mu­nal- und Lan­des­po­li­tik so­wie der Bun­des­po­li­tik be­tref­fen; es zukünf­tig zu un­ter­las­sen, an die Mit­ar­bei­ter des Be­trie­bes ge­rich­te­te po­li­ti­sche Wahl­emp­feh­lun­gen oder Auf­ru­fe zu po­li­ti­schen Wah­len oder Ab­stim­mun­gen ab­zu­ge­ben und es zu un­ter­las­sen, In­for­ma­tio­nen, Äußerun­gen und Auf­ru­fe der un­ter ge­nann­ten In­hal­te und The­men über das In­tra­net der An­trag­stel­le­rin, das be­trieb­li­che Mit­tei­lungs­brett des An­trags­geg­ners, per Rund­schrei­ben, E-Mail, Flug­blatt oder in sons­ti­ger Form den Ar­beit­neh­mern im Be­trieb zur Verfügung zu stel­len oder sonst zur Kennt­nis zu brin­gen.

Ge­gen die­sen am 29.04.2008 zu­ge­stell­ten Be­schluss hat der Be­triebs­rat am 27.05.2008 Be­schwer­de ein­ge­legt und die­se am 27.06.2008 be­gründet.

Der An­trags­geg­ner wie­der­holt und ver­tieft sein erst­in­stanz­li­ches Vor­brin­gen. Wei­ter trägt er vor, Mei­nungs­frei­heit sei ein ho­hes Gut, dem im Zwei­fel Vor­rang ein­zuräum­en sei. Der An­trag der Ar­beit­ge­be­rin sei zu weit ge­fasst. Da­mit wer­de dem Be­triebs­rat ge­ne­rell ein „Maul­korb“ um­gehängt. Die Mei­nun­gen zum Irak-Krieg sei­en nicht par­tei­po­li­tisch ge­bun­den. Der Auf­ruf des eu­ropäischen Be­triebs­rats ha­be be­kannt ge­ge­ben wer­den müssen. Zu­min­dest ha­be ein ent­schuld­ba­rer Irr­tum vor­ge­le­gen. Ei­ne Wie­der­ho­lungs­ge­fahr be­ste­he nicht, da „Großer­eig­nis­se“ wie Irak-Krieg nicht zu er­war­ten sei­en. Der Auf­ruf zum Volks­ent­scheid sei nicht par­tei­po­li­ti­sche Ak­ti­vität. All­ge­mein­po­li­ti­sche Ak­ti­vitäten sei­en aber zulässig. Zu­dem sei der Be­triebs­frie­den nicht gestört wor­den.

Der An­trags­geg­ner be­an­tragt,

in Abände­rung des Be­schlus­ses des ArbG Lübeck vom 15.04.2008 im Ver­fah­ren 3 BV 165/07 die Anträge der Be­tei­lig­ten zu 1) zurück­zu­wei­sen.

Die An­trag­stel­le­rin be­an­tragt,

die Be­schwer­de zurück­zu­wei­sen.

 

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Sie ver­tei­digt die an­ge­foch­te­ne Ent­schei­dung un­ter Wie­der­ho­lung und Ver­tie­fung des erst­in­stanz­li­chen Vor­brin­gens. Wei­ter trägt sie vor, das Grund­recht der frei­en Mei­nungsäußerung fin­de sei­ne Schran­ke in § 74 Abs. 2 Be­trVG. Die­se Vor­schrift un­ter­sa­ge Be­triebs­rat und Ar­beit­ge­ber die po­li­ti­sche Betäti­gung im Be­trieb und die­ne dem Be­triebs­frie­den. Ausführun­gen zu po­li­ti­schen The­men könn­ten dann zulässig sein, wenn es sich um An­ge­le­gen­hei­ten so­zi­al­po­li­ti­scher Art han­de­le, die den Be­trieb und die Ar­beit­neh­mer un­mit­tel­bar beträfen. Es sei aber dar­auf zu ach­ten, dass das Ver­bot par­tei­po­li­ti­scher Betäti­gung nicht ver­letzt wer­de. Par­tei­po­li­ti­sche Betäti­gung sei schlecht­hin, d.h. schon bei abs­trak­ter Gefähr­dung, je­de an­de­re Betäti­gung hin­ge­gen nur dann, wenn der Be­triebs­frie­den kon­kret be­ein­träch­tigt wer­de. Zu fra­gen sei, ob dem Be­triebs­rat als Gre­mi­um über­haupt das Grund­recht auf Mei­nungsäußerung zu­ste­he. Das kom­me al­len­falls in Be­tracht, wenn der Be­triebs­rat als Sach­wal­ter der Be­leg­schaft han­de­le, was beim Auf­ruf zum Irak-Krieg nicht der Fall ge­we­sen sei. Dass der Auf­ruf vom eu­ropäischen Be­triebs­rat ver­fasst sei, ent­las­se den An­trags­geg­ner nicht aus der Ver­ant­wor­tung. Die Wie­der­ho­lung ähn­li­cher Er­eig­nis­se könne nicht als un­wahr­schein­lich hin­ge­stellt wer­den, wie u.a. die mo­men­ta­ne Ent­wick­lung in Ge­or­gi­en oder an­de­ren Kri­sen­her­den zei­ge. Auch die Veröffent­li­chung zum H.er Volks­ent­scheid ha­be die par­tei­po­li­ti­sche Neu­tra­lität ver­letzt.
So­weit der Be­triebs­rat rüge, die Anträge sei­en nicht hin­rei­chend be­stimmt, tref­fe dies nicht zu. Je­den­falls sei­en aber die Hilfs­anträge hin­rei­chend ge­nau.

Ergänzend wird auf den In­halt der Ak­ten, ins­be­son­de­re die wech­sel­sei­ti­gen Schriftsätze mit An­la­gen und Erklärun­gen zu Pro­to­koll, Be­zug ge­nom­men.

II.

Die Be­schwer­de des Be­triebs­rats hat nur teil­wei­se Er­folg.

1. Gem. § 74 Abs. 2 Be­trVG ha­ben Ar­beit­ge­ber und Be­triebs­rat Betäti­gun­gen zu un­ter­las­sen, durch die der Ar­beits­ab­lauf oder der Frie­den des Be­triebs be­ein­träch­tigt wer­den. Da­bei ha­ben sie, was ei­ne Kon­kre­ti­sie­rung die­ser Re­ge­lung dar­stellt, je­de par­tei­po­li­ti­sche Betäti­gung im Be­trieb zu un­ter­las­sen. Die Be­hand­lung von An­ge­le­gen­hei­ten ta­rif­po­li­ti­scher, so­zi­al­po­li­ti­scher, um­welt­po­li­ti­scher und wirt­schaft­li­cher Art,

 

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die den Be­trieb oder sei­ne Ar­beit­neh­mer un­mit­tel­bar be­tref­fen, wird hier­durch nicht berührt.

Das Ge­bot der Zurück­hal­tung im be­trieb­li­chen Kon­text ist im Licht des Rechts auf freie Mei­nungsäußerung, Art. 5 GG, zu se­hen, wo­nach je­der das Recht hat, sei­ne Mei­nung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu ver­brei­ten. Der Grund­rechts­schutz be­steht un­abhängig da­von, ob ei­ne Äußerung ra­tio­nal oder emo­tio­nal, be­gründet oder grund­los ist und ob sie von an­de­ren für nütz­lich oder schädlich, wert­voll oder wert­los ge­hal­ten wird. Er er­streckt sich nicht nur auf den In­halt, son­dern auch auf die Form ei­ner Äußerung. Ei­ne al­lein po­le­mi­sche oder ver­let­zen­de For­mu­lie­rung ent­zieht ei­ne Äußerung noch nicht dem Schutz der Mei­nungs­frei­heit (BVerfG Be­schluss vom 16.10.1998 - 1 BvR 1685/92 - EzA § 611 BGB Ab­mah­nung Nr. 40).

So­weit die Ar­beit­ge­be­rin zu be­den­ken gibt, dass dem Be­triebs­rat als Gre­mi­um das Grund­recht auf Mei­nungsäußerung nicht zu­ste­hen könn­te, kann dem nicht un­ein­ge­schränkt zu­ge­stimmt wer­den. Der Be­triebs­rat ist zwar als Gre­mi­um nicht grund­rechtsfähig. Al­ler­dings wird ihm, so­weit er ei­ge­ne Rech­te und Pflich­ten wahr­nimmt, ei­ne be­grenz­te Rechtsfähig­keit zu­ge­bil­ligt (GK Be­trVG Ein­lei­tung D VI). Bei der Her­aus­ga­be ei­nes In­for­ma­ti­ons­blat­tes kann der Be­triebs­rat sich auf Art. 5 Abs. 1 GG be­ru­fen (GK Be­trVG a.a.O.). Zu un­ter­schei­den ist aber aus­drück­lich zwi­schen der Mei­nungs­frei­heit des ein­zel­nen Ar­beit­neh­mers und der – ein­ge­schränk­ten – des Be­triebs­rats. Die von den Be­tei­lig­ten zi­tier­ten Ent­schei­dun­gen können da­her nur ein­ge­schränkt her­an­ge­zo­gen wer­den.

Das Recht auf freie Mei­nungsäußerung fin­det sei­ne Schran­ken in den Vor­schrif­ten der all­ge­mei­nen Ge­set­ze, den ge­setz­li­chen Be­stim­mun­gen zum Schutz der Ju­gend und in dem Recht der persönli­chen Eh­re, Art. 5 Abs. 2 GG. Un­ter dem Be­griff des "all­ge­mei­nen" Ge­set­zes sind al­le Ge­set­ze zu ver­ste­hen, die sich nicht ge­gen die Äußerung der Mei­nung als sol­che rich­ten, son­dern die dem Schutz ei­nes schlecht­hin, oh­ne Rück­sicht auf ei­ne be­stimm­te Mei­nung, zu schützen­den Rechts­gu­tes die­nen, dem Schut­ze ei­nes Ge­mein­schafts­werts, der ge­genüber der Betäti­gung der Mei­nungs­frei­heit den Vor­rang hat. Al­ler­dings müssen der­ar­ti­ge grund­rechts­be­schränken­de all­ge­mei­ne Ge­set­ze ih­rer­seits in der Er­kennt­nis der wert­set­zen­den Be­deu­tung des Grund­rechts der Mei­nungsäußerungs­frei­heit in der frei­heit­li­chen De­mo­kra­tie

 

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aus­ge­legt und so in ih­rer das Grund­recht be­gren­zen­den Wir­kung wie­der ein­ge­schränkt wer­den. Die Grund­recht­s­ein­schränkung muss im Hin­blick auf das zu schützen­de Rechts­gut ge­eig­net und er­for­der­lich sein und der an­ge­streb­te Er­folg muss in ei­nem an­ge­mes­se­nen Verhält­nis zu der Ein­buße ste­hen, die die Grund­rechts­be­schränkung für den Grund­recht­sträger be­deu­tet (BAG Ur­teil vom 21.10.1982 - 2 AZR 591/80 - EzA § 1 KSchG Ten­denz­be­trieb Nr. 12; Fit­ting, Rn. 38 zu § 74 Be­trVG).

Auch die Vor­schrift des § 74 Abs. 2 Be­trVG ist ei­ne das Grund­recht der frei­en Mei­nungsäußerung be­schränken­de all­ge­mei­ne Norm i. S. des Ar­ti­kel 5 Abs. 2 GG. Zweck der Re­ge­lung ist es, den in­ner­be­trieb­li­chen Frie­den zu wah­ren. Da­bei geht es nicht nur dar­um, ei­ne un­gestörte Pro­duk­ti­on oder ei­nen un­ge­hin­der­ten Be­triebs­ab­lauf zu ermögli­chen. Viel­mehr sol­len auch die ein­zel­nen in den Be­trieb ein­ge­bun­de­nen Per­so­nen vor un­gewünsch­ter Be­ein­flus­sung geschützt wer­den. Dem Grund­recht auf Mei­nungsäußerung steht das Recht ge­genüber, sich ei­ne an­de­re Mei­nung nicht anhören zu müssen. Im be­trieb­li­chen Um­feld ist es aber nicht im­mer möglich, sich Äußerun­gen An­de­rer zu ent­zie­hen. Auch sol­len die Ar­beit­neh­mer vor mögli­chen Aus­ein­an­der­set­zun­gen im Zu­sam­men­hang mit po­li­ti­schen Dis­kus­sio­nen geschützt wer­den. Die Ar­beit­neh­mer des Be­triebs können sich dem Kol­lek­tiv der Ar­beit­neh­mer­schaft nicht ent­zie­hen. Der Be­triebs­rat als Gre­mi­um ist Re­präsen­tant ei­ner Be­leg­schaft, de­ren po­li­ti­sche An­schau­un­gen sehr un­ter­schied­lich ge­prägt sein können. Äußert sich der Be­triebs­rat in ei­ner be­stimm­ten par­tei­po­li­ti­schen Rich­tung, kann sich das auf die Mei­nungs­frei­heit an­de­rer Mit­ar­bei­ter aus­wir­ken. Die Ar­beit­neh­mer des Be­triebs sol­len aber in ih­rer Mei­nungs- und Wahl­frei­heit als Staatsbürger nicht be­ein­flusst wer­den (BAG Be­schluss vom 12.06.1986 – 6 ABR 67/84 – EzA Be­trVG 1972 § 74 Nr. 7). Das ab­so­lu­te Ver­bot par­tei­po­li­ti­scher Betäti­gung im Be­trieb si­chert die par­tei­po­li­ti­sche Neu­tra­lität des Be­triebs­rats.

Un­ter den Be­griff „par­tei­po­li­tisch“ ist je­de Betäti­gung für oder ge­gen ei­ne po­li­ti­sche Par­tei i.S. von Art. 21 GG und § 2 Abs. 1 PartG zu ver­ste­hen. Ei­ne Par­tei ist da­mit ei­ne Ver­ei­ni­gung, die auf die po­li­ti­sche Wil­lens­bil­dung Ein­fluss neh­men und an der Ver­tre­tung des Vol­kes mit­wir­ken will (Kreutz/GK-Be­trVG, Rn. 108 zu § 74 Be­trVG). Ver­bo­ten ist auch das Ein­tre­ten für oder ge­gen ei­ne be­stimm­te po­li­ti­sche Rich­tung, auch wenn die­se nicht auf ei­ner be­stimm­ten po­li­ti­schen Par­tei-Or­ga­ni­sa­ti­on ba­siert (Kreutz, a.a.O., Rn. 110 m.w.N.; Fit­ting, a.a.O., Rn. 47). Par­tei­po­li­tisch ist ei­ne Betä-

 

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ti­gung, die aus­drück­lich oder in deut­lich er­kenn­ba­rer Wei­se auf ei­ne po­li­ti­sche Par­tei, Grup­pie­rung oder Be­we­gung Be­zug nimmt (Kreutz, a.a.O., Rn. 113 ). Das Ver­bot der par­tei­po­li­ti­schen Betäti­gung um­fasst je­doch nicht jeg­li­che all­ge­mei­ne po­li­ti­sche Betäti­gung (Fit­ting, a.a.O., Rn. 50). Die­se kann je­doch im Ein­zel­fall den Frie­den des Be­triebs be­ein­träch­ti­gen.

2.1 Der An­trag zu 1a ist nicht aus­rei­chend kon­kret ge­fasst und schon des­halb ab­zu­wei­sen.

Die auf­gezähl­ten Fälle, die die Ar­beit­ge­be­rin mit ih­rem An­trag ab­de­cken will, ge­hen weit über das er­for­der­li­che Maß hin­aus. Zur Dis­kus­si­on steht mit die­sem An­trag nicht nur die Fra­ge, ob der Auf­ruf des Be­triebs­rats zum Irak-Krieg un­zulässig war. Viel¬mehr er­fasst der An­trag sämt­li­che Äußerun­gen zu krie­ge­ri­schen Aus­ein­an­der­set­zun­gen, mi­litäri­schen Einsätzen und außen­po­li­ti­schen Vorgängen. Auch die Zulässig­keit der Mei­nungsäußerung zu Fra­gen der Auf- und Abrüstung, der Frie­dens­si­che­rung und -schaf­fung soll ge­prüft wer­den, oh­ne dass ein kon­kre­ter An­lass er­sicht­lich ist. Sch­ließlich wer­den Kom­mu­nal-, Lan­des- und Bun­des­po­li­tik ge­nannt. Nicht berück­sich­tigt wird, dass § 74 Abs. 2 S. 3, 2. HS Be­trVG Aus­nah­men von dem Ver­bot der par­tei­po­li­ti­schen Betäti­gung enthält, die mit die­sem An­trag eben­falls er­fasst würden.

Der An­trag zu 2a, der ers­te Hilfs­an­trag, ist hin­ge­gen aus­rei­chend be­stimmt. Er ist zwei­ge­teilt. Im ers­ten Teil wird ein Ver­bot an­ge­strebt, mit dem Be­triebs­rat un­ter­sagt wird, Äußerun­gen zum Irak-Krieg ab­zu­ge­ben. Im zwei­ten Teil wird der Haupt­an­trag zu 1b wie­der­ge­ge­ben, der zum Ziel hat, po­li­ti­sche Wahl­emp­feh­lun­gen oder Auf­ru­fe zu po­li­ti­schen Wah­len zu un­ter­sa­gen. Da im Rah­men der Erörte­run­gen zu den Anträgen in der Be­schwer­de­ver­hand­lung von der Ar­beit­ge­ber­sei­te aus­drück­lich auf die erst­in­stanz­lich for­mu­lier­ten Hilfs­anträge ver­wie­sen wor­den sind, sind die­se auch in die Be­schwer­de­prüfung ein­zu­be­zie­hen.

2.2 Der Auf­ruf des Be­triebs­rats zum Irak-Krieg kann ei­ne Un­ter­sa­gung nicht be­gründen.

Ent­ge­gen der Auf­fas­sung des Be­triebs­rats recht­fer­tigt nicht be­reits die Tat­sa­che, dass der Auf­ruf vom eu­ropäischen Be­triebs­rat ver­fasst wor­den ist, die Ver­brei­tung des Auf­rufs im Be­trieb. Es kann da­hin ge­stellt blei­ben, ob der eu­ropäische Be­triebs-

 

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rat in­so­weit im Rah­men sei­ner Zuständig­keit tätig ge­wor­den ist. Je­den­falls ist der ört­li­che Be­triebs­rat nicht le­dig­lich das „Sprach­rohr“ des eu­ropäischen Be­triebs­rats, son­dern hat sei­ne Ent­schei­dun­gen in ei­ge­ner Ver­ant­wor­tung zu tref­fen.

Ent­ge­gen der Auf­fas­sung der Ar­beit­ge­be­rin kann der Auf­ruf zum Irak-Krieg aber nicht als par­tei­po­li­ti­sche Betäti­gung be­wer­tet wer­den. Ein Be­zug zur deut­schen Po­li­tik fehlt. Die Mei­nun­gen zum Irak-Krieg wa­ren in Deutsch­land nicht par­tei­po­li­tisch ge­bun­den.

Dem Be­triebs­rat kann die Veröffent­li­chung des Auf­rufs auch nicht mit der Be­gründung un­ter­sagt wer­den, es sei da­durch der Ar­beits­ab­lauf oder der Be­triebs­frie­den be­ein­träch­tigt wor­den. Ob ei­ne abs­trak­te oder kon­kre­te Gefähr­dung des Be­triebs­frie­dens er­for­der­lich ist, kann hier da­hin­ge­stellt blei­ben. Denn vor­lie­gend war die Äußerung gem. § 74 Abs. 2 S. 3, 2. HS Be­trVG be­rech­tigt. Es han­del­te sich um ei­ne An­ge­le­gen­heit wirt­schaft­li­cher Art, die den Be­trieb oder sei­ne Ar­beit­neh­mer un­mit­tel­bar be­traf.

Die Ar­beit­ge­be­rin ist Teil ei­nes Kon­zerns mit ei­ner ame­ri­ka­ni­schen Mut­ter. In dem Auf­ruf wird deut­lich, dass der Be­triebs­rat des­halb ei­ne be­son­de­re Ver­ant­wor­tung der Ar­beit­neh­mer ge­se­hen hat, weil im Kon­zern Rüstungsgüter, die im Irak-Krieg zum Ein­satz ka­men, her­ge­stellt, ver­kauft und da­mit Ge­win­ne er­zielt wur­den. Er hat da­mit die ethi­sche Fra­ge auf­ge­wor­fen, ob es zulässig sein kann, durch die ei­ge­ne Ar­beit ei­nen Krieg zu un­terstützen. Die­se Fra­ge hat un­mit­tel­bar Aus­wir­kun­gen auf die Mit­ar­bei­ter des Be­triebs. Wird die Her­stel­lung von Gütern, die in ei­nem Krieg ein­ge­setzt wer­den, ein­ge­stellt, wirkt sich dies zwangsläufig auf den Um­satz des Un­ter­neh­mens und da­mit auf die Ar­beitsplätze aus. Dass die Mit­ar­bei­ter sich mit ih­rer Rol­le in die­sem Zu­sam­men­hang aus­ein­an­der­set­zen soll­ten, kann nicht be­an­stan­det wer­den. In die­sem Um­fang muss die Ar­beit­ge­be­rin es auch hin­neh­men, wenn es zu kon­tro­ver­sen Dis­kus­sio­nen im Be­trieb kommt.

2.3 Der Aus­hang vom 24.04.2003, mit dem der Be­triebs­rat darüber un­ter­rich­te­te, dass die Ar­beit­ge­be­rin den Auf­ruf zum Irak-Krieg be­an­stan­det hat, verstößt dem­ent­spre­chend eben­falls nicht ge­gen § 74 Abs. 2 Be­trVG. Er in­for­miert le­dig­lich über ei­ne Mei­nungs­ver­schie­den­heit zwi­schen Ar­beit­ge­be­rin und Be­triebs­rat und be­tont die recht­li­che Auf­fas­sung des Be­triebs­rats. Da­mit han­delt es sich nicht um par­tei­po­li-

 

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ti­sche Betäti­gung. Auch ist die­ser Aus­hang nicht ge­eig­net, den Ar­beits­ab­lauf oder den Be­triebs­frie­den zu be­ein­träch­ti­gen.

3.1 Ent­ge­gen der Auf­fas­sung des Be­triebs­rats han­del­te es sich je­doch bei dem Auf­ruf zum Volks­ent­scheid um par­tei­po­li­ti­sche Ak­ti­vitäten, de­ren Un­ter­las­sung die Ar­beit­ge­be­rin ver­lan­gen kann. Der Be­triebs­rat hat das Schrei­ben vom 09.10.2007 (Bl. 14 d.A.) veröffent­licht und sich hier­mit zu ei­gen ge­macht.

Auch wenn das Schrei­ben vom 09.10.2007 nicht von ei­ner be­stimm­ten po­li­ti­schen Par­tei stammt, han­delt es sich doch um Par­tei­po­li­tik. Das Schrei­ben ist in sei­nem Ge­samt­zu­sam­men­hang zu se­hen. Es rich­tet sich nicht an den Bürger­meis­ter der Frei­en und Han­se­stadt H. als Mitbürger, al­so an die Per­son, son­dern den In­ha­ber des Pos­tens. Auch greift das Schrei­ben die Po­li­tik der CDU auf und nimmt da­bei ge­gen die Po­li­tik der CDU in ei­nem be­stimm­ten Punkt Stel­lung.

Die Ver­fas­ser des Schrei­bens tre­ten für die Einführung der Volks­ab­stim­mung ein, was in H. par­tei­po­li­tisch um­strit­ten war. Dass meh­re­re Par­tei­en für die Einführung stimm­ten, ändert nichts an der Ein­ord­nung als „par­tei­po­li­tisch“. Denn das Ein­tre­ten für ei­ne be­stimm­te po­li­ti­sche Mei­nung be­deu­tet zu­gleich das Ab­leh­nen ei­ner an­ders ge­la­ger­ten Auf­fas­sung, so wie hier, der Mei­nung der CDU.

Wei­ter wird zu­min­dest ein po­li­ti­sches Vor­ha­ben auf­ge­grif­fen und be­an­stan­det, in­dem es dort u.a. heißt:

Das be­deu­tet: Sie re­gie­ren mit der CDU mehr­heit­lich in der Bürger­schaft auf­grund von 389.170 Stim­men von 1,214935 Mio. wahl­be­rech­tig­ten BürgerIn­nen - al­so mit ei­nem 32-Pro­zent-An­teil der mögli­chen Stim­men. Dem­ge­genüber hat­ten 588.952 al­ler Wahl­be­rech­tig­ten (48,5 %) ge­gen den Ver­kauf der L.-Kran­kenhäuser ge­stimmt, was Sie aber lei­der nicht kümmer­te. Schon längst re­gie­ren al­so in H. Min­der­hei­ten, wenn man die Nichtwähler in die Pro­zent­be­rech­nung ein­be­zieht.

Hier wird die po­li­ti­sche Hal­tung der CDU in H. zum Ver­kauf der Kran­kenhäuser the­ma­ti­siert, ob­wohl dies kei­ner­lei Be­zug zum Be­trieb hat.

Da­her hat der Be­triebs­rat durch die Veröffent­li­chung des Schrei­bens ge­gen die Ver­pflich­tung zur par­tei­po­li­ti­schen Neu­tra­lität ver­s­toßen.

Die Veröffent­li­chung des Schrei­bens vom 09.10.2007 mit den An­la­gen stellt in sei-

 

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Be­trie­bes dar, so dass dem Be­triebs­rat zu un­ter­sa­gen war, an die Mit­ar­bei­ter des Be­trie­bes ge­rich­te­te po­li­ti­sche Wahl­emp­feh­lun­gen ab­zu­ge­ben. Dass sich der Auf­ruf le­dig­lich an die in H. le­ben­den Mit­ar­bei­ter, d.h. die dort Wahl­be­rech­tig­ten, rich­te­te, ist in die­sem Zu­sam­men­hang oh­ne Be­deu­tung.

3.2 Nicht zu be­an­stan­den ist je­doch ei­ne all­ge­mei­ne Auf­for­de­rung des Be­triebs­rats, zur Wahl zu ge­hen. Da­mit wird nicht zu ei­nem be­stimm­ten Ab­stim­mungs­ver­hal­ten auf­ge­ru­fen. Es ist auch nicht er­sicht­lich, dass ei­ne sol­che Äußerung ge­eig­net wäre, den Frie­den des Be­triebs zu be­ein­träch­ti­gen.

4. Da der Be­triebs­rat durch die Veröffent­li­chung des Schrei­bens vom 09.10.2007 ge­gen sei­ne Ver­pflich­tung aus § 74 Abs. 2 Be­trVG ver­s­toßen und sich da­bei der ihm von der Ar­beit­ge­be­rin zur Verfügung ge­stell­ten Veröffent­li­chungs­me­di­en be­dient hat, ist es auch ge­recht­fer­tigt, dem Be­triebs­rat auf­zu­ge­ben, es zu un­ter­las­sen, In­for­ma­tio­nen, Äußerun­gen und Auf­ru­fe zu den ge­nann­ten The­men, d.h. po­li­ti­schen Wahl­emp­feh­lun­gen, über das In­tra­net der An­trag­stel­le­rin, über das be­trieb­li­che Mit­tei­lungs­brett des An­trags­geg­ners, per Rund­schrei­ben, E-Mail, Flug­blatt oder in sons­ti­ger Form den Ar­beit­neh­mern des Be­trie­bes zur Verfügung zu stel­len oder sonst zur Kennt­nis zu brin­gen.

An­ge­sichts der Trag­wei­te der Ent­schei­dung be­stand An­lass zur Zu­las­sung der Rechts­be­schwer­de gem. §§ 92, 72 ArbGG.

 

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