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ARBEITSRECHT AKTUELL // 20/024

Hand­wer­ker for­dern Ab­bau von Bü­ro­kra­tie

Der Zen­tral­ver­band des Deut­schen Hand­werks legt 52 For­de­run­gen zum Bü­ro­kra­tie­ab­bau vor
Bauarbeiter, Maurer, Baustelle

18.09.2020. Der Zen­tral­ver­band des Deut­schen Hand­werks (ZDH) hab am 12.02.2020 ei­nen um­fang­rei­chen For­de­rungs­ka­ta­log an Staats­mi­nis­ter Dr. Hen­drik Hop­pen­stedt über­reicht. Ziel der For­de­run­gen ist es, Hand­werks­be­trie­be vor Über­re­gu­lie­rung und Bü­ro­kra­tie zu ent­las­ten. Als Grund­la­ge für die 52 ge­for­der­ten Maß­nah­men dient ei­ne Be­fra­gung von Hand­werks­be­trie­ben. Be­son­ders bei Do­ku­men­ta­ti­ons-, Über­prü­fungs- und Nach­weis­pflich­ten wün­schen sich die­se ei­ne Ent­las­tung.

Hans Pe­ter Woll­sei­fer, Prä­si­dent der ZDH er­klär­te, dass vie­le Hand­wer­ker wü­tend oder ver­zwei­felt mit dem Aus­maß der bü­ro­kra­ti­schen Vor­schrif­ten sei­en. Er warnt, dass vie­le des­halb über­leg­ten, ih­ren Be­trieb auf­zu­ge­ben. Auch po­ten­ti­el­ler Nach­wuchs wer­de durch die vie­len Re­gu­la­ri­en ab­ge­schreckt. Da­her sei es jetzt die Auf­ga­be der Po­li­tik, sich mit den For­de­run­gen der ZDH aus­ein­an­der­zu­set­zen.

Ei­ner der 52 Maß­nah­men be­trifft die "Bon­pflicht", al­so die ge­setz­li­che Pflicht zur Aus­hän­di­gung von Kas­sen­be­le­gen. Der ZDH spricht sich für ei­ne Aus­nah­me der Pflicht aus, wenn es um Wa­ren oder Dienst­leis­tun­gen im täg­li­chen Mas­sen­ge­schäft geht und der Rech­nungs­be­trag nicht mehr als zehn EUR be­trägt.

Ver­ein­facht wer­den soll­ten au­ßer­dem die Hin­weis­pflich­ten des Ar­beit­ge­bers auf den dro­hen­den Ur­laubs­ver­fall am Jah­res­en­de. Die­se Pflich­ten soll­ten Ar­beit­ge­ber durch ei­ne kur­ze E-Mail er­fül­len kön­nen, was nach den Vor­stel­lun­gen des ZDH ge­setz­lich klar­ge­stellt wer­den soll­te. Dar­über hin­aus wird vor­ge­schla­gen, die in § 17 Min­dest­l­ohn­ge­setz (Mi­LoG) fest­ge­leg­te Pflicht von Un­ter­neh­men, die täg­li­chen Ar­beits­zei­ten ih­rer Mi­ni­job­ber zu do­ku­men­tie­ren, er­satz­los zu strei­chen, wenn Ar­beits­zeit und St­un­den­lohn in ei­nem Ar­beits­ver­trag schrift­lich fest­ge­hal­ten sind.

Im Be­reich des So­zi­al­ab­ga­ben­rechts wird die seit 2006 gel­ten­de frü­he Fäl­lig­keit der So­zi­al­ver­si­che­rungs­bei­trä­ge kri­ti­siert. Auf­grund die­ser Fäl­lig­keits­re­ge­lung müs­sen Be­trie­be die Hö­he der So­zi­al­ver­si­che­rungs­bei­trä­ge be­reits wäh­rend des lau­fen­den Mo­nats er­mit­teln und den Kran­ken­kas­sen mel­den; fäl­lig wer­den die Bei­trä­ge dann spä­tes­tens am dritt­letz­ten Bank­ar­beits­tag des lau­fen­den Mo­nats. Da­mit wer­den So­zi­al­bei­trä­ge oft frü­her an die Kran­ke­n­as­sen über­wie­sen als die Löh­ne an die Ar­beit­neh­mer. Die­ser „vor­zei­ti­ge Li­qui­di­täts­ent­zug“ be­las­te Hand­werks­be­trie­be, die ih­rer­seits oft lan­ge auf die Be­zah­lung ih­rer ei­ge­nen Rech­nun­gen war­ten müss­ten.

Ei­ni­ge wei­te­re For­de­run­gen be­tref­fen die da­ten­schutz­recht­li­chen Pflich­ten nach der im Mai 2018 ein­ge­führ­ten Da­ten­schutz-Grund­ver­ord­nung (DS-GVO). Auch hier wer­den Aus­nah­me­re­ge­lun­gen zu­guns­ten von ge­werb­lich tä­ti­gen klei­ne­ren Be­trie­ben ge­for­dert, da von die­sen ty­pi­scher­wei­se kei­ne Ge­fähr­dung von per­so­nen­be­zo­ge­nen Da­ten aus­ge­he.

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Letzte Überarbeitung: 27. Oktober 2020

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