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ARBEITSRECHT AKTUELL // 21/012

Teil­ha­be von Men­schen mit Be­hin­de­run­gen

Das Teil­ha­be­stär­kungs­ge­setz soll ei­ne ver­stärk­te Teil­nah­me von Men­schen mit Be­hin­de­run­gen am all­täg­li­chen Le­ben för­dern: Ge­set­zes­ent­wurf des Bun­des­re­gie­rung des Teil­ha­be­stär­kungs­ge­set­zes
Integration von Menschen mit Behinderung auf dem Arbeitsmarkt, Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM)

12.02.2021. Am 03.02.2021 hat das Bun­des­ka­bi­nett das Teil­ha­be­stär­kungs­ge­setz be­schlos­sen. Ziel des Ge­set­zes ist es, Men­schen mit Be­hin­de­run­gen im All­tag mehr Chan­cen und ei­ne ver­stärk­te ge­sell­schaft­li­che Teil­ha­be zu er­mög­li­chen.

In­halt­lich sieht der Ge­setz­ent­wurf un­ter an­de­rem vor, dass As­sis­tenz­hun­de zu­künf­tig zu ty­pi­scher­wei­se der All­ge­mein­heit zu­gäng­li­chen An­la­gen und Ein­rich­tun­gen Zu­tritt er­hal­ten sol­len, selbst wenn Hun­de an­sons­ten ver­bo­ten sind. Da­durch soll die Ak­zep­tanz für As­sis­tenz­hun­de ge­stärkt wer­den und Men­schen mit Be­hin­de­run­gen mehr Teil­nah­me zu er­mög­li­chen. Die­se Re­ge­lung gilt so­wohl für öf­fent­li­che als auch für pri­va­te Ein­rich­tun­gen.

Zu­dem ent­hält der Ge­set­zes­ent­wurf ei­ne neue Ge­walt­schutz­re­ge­lung, die Leis­tungs­er­brin­ger von Re­ha- und Teil­ha­be­leis­tun­gen ver­pflich­tet, ge­eig­ne­te Maß­nah­men zu tref­fen, um Schutz vor Ge­walt zu ge­währ­leis­ten.

Auch die Aus­bil­dung von Men­schen mit Be­hin­de­run­gen soll durch das neue Ge­setz ge­för­dert wer­den. Da­für wird das Bud­get für Aus­bil­dung er­wei­tert, so­dass auch Men­schen, die be­reits in ei­ner Werk­statt für be­hin­der­te Men­schen ar­bei­ten, ge­för­dert wer­den kön­nen.

Au­ßer­dem wird die Re­ge­lung zum leis­tungs­be­rech­tig­ten Per­so­nen­kreis in der Ein­glie­de­rungs­hil­fe des SGB IX in ei­ner mo­der­nen, dis­kri­mi­nie­rungs­frei­en Spra­che vor­ge­nom­men.

Schließ­lich sieht der Ge­set­zes­ent­wurf auch ei­ne Ver­ein­fa­chung und Be­schleu­ni­gung des An­trags­ver­fah­rens für Kurz­ar­beit vor. Da­mit re­agiert die Bun­des­re­gie­rung auf den star­ken An­stieg der An­trä­ge auf­grund der Co­ro­na-Pan­de­mie. Künf­tig kön­nen An­trä­ge auch elek­tro­nisch über die be­ste­hen­den Mel­de­ver­fah­ren er­fol­gen.

Zu­dem re­agiert die Bun­des­re­gie­rung mit dem Ent­wurf auf ei­nen Be­schluss des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts (BVerfG) letz­ten Jah­res (Be­schluss vom 7. Ju­li 2020, 2 BvR 696/12). In die­sem Be­schluss er­klär­te das BVerfG ei­nen Teil des kom­mu­na­len Bil­dungs­pa­kets im SGB XII für ver­fas­sungs­wid­rig, da er ei­ne un­zu­läs­si­ge Auf­ga­ben­über­tra­gung durch Bun­des­ge­setz auf Kom­mu­nen dar­stell­te und so­mit ge­gen das Durch­griffs­ver­bot des Art. 87 Abs. 1 S. 7 Grund­ge­setz ver­stieß.
Da­her sieht der Ent­wurf ei­ne lan­des­recht­li­che Be­stim­mung der Trä­ger von So­zi­al­hil­fen im SGB XII vor. So­mit sol­len künf­tig die Län­der be­stimm­ten, wer Trä­ger der So­zi­al­hil­fe ist.

Bun­des­mi­nis­ter Hu­ber­tus Heil er­klär­te zu dem Ge­set­zes­ent­wurf: „Wir wol­len die Teil­ha­be von Men­schen mit Be­hin­de­run­gen deut­lich wei­ter aus­bau­en. Ei­ne in­klu­si­ve Ge­sell­schaft – das ist das Ziel, auf das wir hin­ar­bei­ten.“

Wei­te­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 19. Februar 2021

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