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ARBEITSRECHT AKTUELL

20/082a Un­zu­läs­si­ge Kün­di­gung auf­grund des Kin­der­wun­sches der Ar­beit­neh­me­rin

Ei­ne Kün­di­gung we­gen mög­li­cher künf­ti­ger Schwan­ger­schaf­ten stellt ei­ne Dis­kri­mi­nie­rung we­gen des Ge­schlechts dar: Lan­des­ar­beits­ge­richt Köln, Ur­teil vom 17.01.2020, 4 Sa 862/17
Mutterschutz während der Schwangerschaft, Beschäftigungsverbot

22.07.2020. Das All­ge­mei­ne Gleich­be­hand­lungs­ge­setz (AGG) ver­bie­tet die Schlech­ter­be­hand­lung von Per­so­nen auf­grund von un­ter an­de­rem dem Ge­schlecht. Dies gilt ge­mäß § 2 Abs.1 Nr.2 AGG auch für Ar­beit­ge­ber und um­fasst auch dis­kri­mi­nie­ren­de Kün­di­gun­gen.

Spricht der Ar­beit­ge­ber ei­ne Kün­di­gung aus und ver­stößt da­bei ge­gen das Dis­kri­mi­nie­rungs­ver­bot, ist die Kün­di­gung ge­mäß § 134 Bür­ger­li­ches Ge­setz­buch in Verb. mit §§ 1, 3, 7 AGG un­wirk­sam. Zu­dem hat die dis­kri­mi­nier­te Per­son nach § 15 Abs.2 AGG ei­nen An­spruch auf Gel­dent­schä­di­gung we­gen der Dis­kri­mi­nie­rung.

In der Pra­xis ist ein dis­kri­mi­nie­ren­des Mo­tiv je­doch oft schwer nach­weis­bar. Da­her lässt § 22 AGG In­di­zi­en ge­nü­gen, um ei­ne Dis­kri­mi­nie­rung zu ver­mu­ten. Dann muss der Ar­beit­ge­ber wi­der­le­gen, dass er aus dis­kri­mi­nie­ren­den Mo­ti­ven han­del­te.

Ei­ne SMS, die kurz nach der Kün­di­gung vom Ar­beit­ge­ber ver­sen­det wird und in der die­ser er­klärt, dass die Ar­beit­neh­me­rin, hät­te sie ih­ren Kin­der­wunsch im Ein­stel­lungs­ge­spräch er­klärt, gar nicht erst ein­ge­stellt wor­den wä­re, ist ein hin­rei­chen­des In­diz für ei­ne Dis­kri­mi­nie­rung auf­grund des Ge­schlechts: Lan­des­ar­beits­ge­richt Köln, Ur­teil vom 17.01.2020, 4 Sa 862/17.

Wei­te­re In­for­ma­tio­nen zu die­ser Ent­schei­dung fin­den Sie hier: Up­date Ar­beits­recht 15|2020 LAG Köln: Frau­en­dis­kri­mi­nie­ren­de Kün­di­gung kurz nach er­lit­te­ner Fehl­ge­burt.

Letzte Überarbeitung: 16. November 2021

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