|
|
 |
Arbeitsrecht aktuell: 10/163 Beschäftigungschancengesetz, Teil 2: Freiwillige Arbeitslosenversicherung
|
 |

|
Versicherungsmöglichkeit für Existenzgründer wird erweitert und verteuert
BT-DRS 17/1945 und BT-DRS 17/2454
23.08.2010. Je schwieriger die Zeiten, desto optimistischer die Gesetzesnamen.
Das Wachstumsbeschleunigungsgesetz und das Finanzmarktstabilisierungsgesetz bekommen bald Gesellschaft: Das Beschäftigungschancengesetz wurde kürzlich vom Bundestag verabschiedet und wird zum Jahreswechsel 2010/2011 in Kraft treten. Neben der Verlängerung der Sonderregelung zum Kurzarbeitergeld gibt es eine ganze Reihe wichtiger Neuerungen.
In unserer dreiteiligen Reihe zeigen wir, was sich ändern wird.
von Rechtsanwalt Sebastian W. Kreuziger, Berlin
|
Die in § 28a Sozialgesetzbuch Drittes Buch (SGB III) geregelte Möglichkeit, in der Arbeitslosenversicherung ein Versicherungspflichtverhältnis auf Antrag einzugehen (freiwillige Weiterversicherung), wurde mit den Arbeitsmarktreformen eingeführt und ist zur Zeit noch bis zum 31.12.2010 befristet.
Sie besteht für Auslandsbeschäftigte und arbeitslose Existenzgründer, wenn sie eine Tätigkeit im Umfang von mindestens 15 Stunden pro Woche ausüben und Pflegepersonen, die mindestens 14 Stunden pro Woche in die Pflege naher Angehöriger investieren.
Im Unterschied zum bisherigen Recht ist nun ausdrücklich vorgesehen, dass von diesen wöchentlichen Mindeststundenzahlen gelegentlich (nach unten) abgewichen werden kann, wenn diese von geringer Dauer sind. Die Gesetzeslage wird damit an die bisherige Verwaltungspraxis angepasst, die schwankende Beschäftigungszeiten bei selbständiger Beschäftigung berücksichtigt. Kombiniert wird dies mit einer Ruhensregelung, die eine zeitweilige „Auszeit“ von der freiwilligen Versicherung (beispielsweise für kurzzeitige Beschäftigungsverhältnisse) erlaubt.
Die freiwillige Weiterversicherung setzt eine gewisse Dauer vorheriger Versicherung in der Arbeitslosenversicherung voraus. Es wird nun auch möglich sein, diese Zeiten durch Zeiten der freiwilligen Weiterversicherung zu erfüllen. Diese Möglichkeit wird jedoch begrenzt, um Missbrauchs- und Mitnahmeeffekte zu vermeiden. Die freiwillige Weiterversicherung ist dementsprechend ausgeschlossen, wenn der Antragsteller bereits freiwillig als Selbständiger versichert war, seine (inhaltlich gleiche) Tätigkeit zweimal unterbrochen und in den Unterbrechungszeiten einen Anspruch auf Arbeitslosengeld geltend gemacht hat.
Bisher war es notwendig, den Antrag auf freiwillige Weiterversicherung innerhalb eines Monats nach Aufnahme der jeweiligen Beschäftigung zu stellen. Künftig wird dieser Zeitraum auf drei Monate ausgedehnt. Die Zahlungen erfolgen zudem schon (rückwirkend) ab dem Zeitpunkt, zu dem die nötigen Voraussetzungen vorliegen und nicht erst ab Antragstellung. Existenzgründern und häuslichen Pflegern haben damit in der sehr aufwandsintensiven Einarbeitungsphase deutlich mehr Zeit, um das Für und Wider der Versicherung abzuwägen. Die Überlegungsfrist ist schon allein deshalb von zunehmender Bedeutung, weil sich die Versicherungsbeiträge bei mehrjährig bestehender Selbstständigkeit im Jahr 2011 im Vergleich zu 2010 verdoppeln und im Jahr 2012 sogar vervierfachen. Auch wenn die dann fälligen rund 70 Euro monatlich auf den ersten Blick immer noch moderat wirken, ist zu bedenken, dass eine Jahresausgabe von über 800 Euro bei Kleinunternehmern durchaus ein tiefes Loch in die Taschen reißen kann. Hier stellt sich unwillkürlich die Frage, ob die Versicherungskosten nicht im Einzelfall dazu beitragen, dass die Versicherung benötigt wird …
Das Versicherungsverhältnis kann künftig durch Kündigung beendet werden, allerdings nur erstmals nach fünf Jahren mit einer Frist von drei Monaten zum Ende eines Kalendermonats. Damit soll laut Regierungsbegründung „dem Solidargedanken hinreichend Rechnung“ getragen werden. Da aber nach wie vor das Versicherungsverhältnis ebenfalls endet, wenn der Versicherte mit der Beitragszahlung länger als drei Monate in Verzug ist, liegt die Überlegung nahe, die Versicherung ganz unsolidarisch im Zweifel lieber auf diese Weise enden zu lassen. Wer zur Zeit schon freiwillig versichert ist, bleibt es automatisch auch weiterhin, hat jedoch bis 31.03.2011 ein zum 31.12.2010 zurückwirkendes Sonderkündigungsrecht.
Nähere Informationen finden Sie hier:
Sie möchten regelmäßig die neuesten Fachartikel unserer Kanzlei zum Arbeitsrecht,
Informationen zu Gesetzesänderungen und zu aktuellen Gerichtsurteilen erhalten?
Dann abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter Arbeitsrecht!

Unsere Büros können Sie von Montag bis Freitag, jeweils von 09:00 Uhr bis 20:00
Uhr, unter folgenden Anschriften in Berlin, Frankfurt am Main, Hamburg, Hannover, Köln, München, Nürnberg
und Stuttgart erreichen:
Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Berlin
Lützowstraße 32
10785 Berlin
Tel: 030 / 26 39 62 0
Fax: 030 / 26 39 62 499
Kontakt:
Rechtsanwalt im Büro Berlin
E-Mail: berlin@hensche.de
Anfahrt
|
|
Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Frankfurt
Gutleutstraße 169 - 171
60327 Frankfurt
Tel: 069 / 71 03 30 04
Fax: 069 / 71 03 30 05
Kontakt:
Rechtsanwalt im Büro Frankfurt
E-Mail: frankfurt@hensche.de
Anfahrt
|
|
Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Hamburg
Neuer Wall 80
20354 Hamburg
Tel: 040 / 69 20 68 04
Fax: 040 / 69 20 68 08
Kontakt:
Rechtsanwalt im Büro Hamburg
E-Mail: hamburg@hensche.de
Anfahrt
|
|
Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Hannover
Georgstraße 38
30159 Hannover
Tel: 0511 / 899 77 01
Fax: 0511 / 899 77 02
Kontakt:
Rechtsanwalt im Büro Hannover
E-Mail: hannover@hensche.de
Anfahrt
|
|
Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Köln
Hansaring 61
50670 Köln
Tel: 0221 / 709 07 18
Fax: 0221 / 709 07 31
Kontakt:
Rechtsanwalt im Büro Köln
E-Mail: koeln@hensche.de
Anfahrt
|
|
Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei München
Nymphenburger Straße 4
80335 München
Tel: 089 / 21 56 88 63
Fax: 089 / 21 56 88 67
Kontakt:
Rechtsanwalt im Büro München
E-Mail: muenchen@hensche.de
Anfahrt
|
|
Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Nürnberg
Zeltnerstraße 3
90443 Nürnberg
Tel: 0911 / 953 32 07
Fax: 0911 / 953 32 08
Kontakt:
Rechtsanwalt im Büro Nürnberg
E-Mail: nuernberg@hensche.de
Anfahrt
|
|
Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Stuttgart
Königstraße 26
70173 Stuttgart
Tel: 0711 / 470 97 10
Fax: 0711 / 470 97 96
Kontakt:
Rechtsanwalt im Büro Stuttgart
E-Mail: stuttgart@hensche.de
Anfahrt
|
|

HINWEIS: Sämtliche Texte dieser Internetpräsenz sind urheberrechtlich geschützt. Urheber im Sinne des Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG) ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Dr. Martin Hensche, Lützowstraße 32, 10785 Berlin.
Wörtliche oder sinngemäße Zitate sind nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Urhebers bzw. bei ausdrücklichem Hinweis auf die fremde Urheberschaft (Quellenangabe iSv. § 63 UrhG) rechtlich zulässig. Verstöße hiergegen werden gerichtlich verfolgt.
Letzte Überarbeitung: 23. September 2011
| © 1997 - 2012: |
| Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche, Berlin |
| Lützowstraße 32, 10785 Berlin |
| Telefon: |
030 - 26 39 62 0 |
| Telefax: |
030 - 26 39 62 499 |
| E-mail: |
hensche@hensche.de |
|
 |
|
 |
 |
Arbeitsrecht aktuell: |
 |
|
Hannover, 08.02.2012 Chefarzt
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 15.09.2011, 8 AZR 846/09
Frankfurt, 07.02.2012 Fristlose Kündigung
Hessisches Landesarbeitsgericht, Urteil vom 29.08.2011, 7 Sa 248/11
Berlin, 03.02.2012 Kündigungsschutz:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 07.07.2011, 2 AZR 12/10
München, 02.02.2012 Altersdiskriminierung:
Bundesverwaltungsgericht, Urteil vom 01.02.2012, 8 C 24.11
Berlin, 31.01.2012 Betriebsrat:
Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg, Urteil vom 04.11.2011, 13 Sa 1549/11
Berlin, 27.01.2012 Befristung:
Europäischer Gerichtshof, Urteil vom 26.01.2012, Rs. C-586/10 (Kücük)
Berlin, 25.01.2012 Europarecht:
Europäischer Gerichtshof, Urteil vom 24.01.2012, C-282/10 (Dominguez)
Frankfurt, 23.01.2012 Mobbingklage:
Landesarbeitsgericht Hamm, Urteil vom 19.01.2012, 11 Sa 722/10
Berlin, 20.01.2012 Geschäftsführer:
Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz, Beschluss vom 08.12.2011, 11 Ta 230/11
Hannover, 19.01.2012 Weihnachtsgeld
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 18.01.2012, 10 AZR 667/10
Berlin, 17.01.2012 Bewerberdiskriminierung
Schlussanträge des Generalanwalts Paolo Mengozzi vom 12.01.2012, Rs. C-415/10 - Meister
Berlin, 13.01.2012 Betriebsratswahl:
Bundesarbeitsgericht, Beschluss vom 27.07.2011, 7 ABR 61/10
Berlin, 11.01.2012 BAT Altersstufen:
Bundesarbeitsgericht, Urteile vom 10.11.2011, 6 AZR 148/09 und 6 AZR 481/09
Berlin, 10.01.2012 CGZP-Tarifverträge:
Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 09.01.2012, 24 TaBV 1285/11
München, 05.01.2012 Aufhebungsvertrag:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 21.06.2011, 9 AZR 203/10
Berlin, 03.01.2012 Urlaub und Krankheit:
Landesarbeitsgericht Baden-Württemberg, Urteil vom 21.12.2011, 10 Sa 19/11
Berlin, 20.12.2011 Sozialauswahl:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 15.12.2011, 2 AZR 42/10
Stuttgart, 05.12.2011 Kündigung:
Arbeitsgericht Stuttgart, Urteil vom 16.03.2011, 30 Ca 1772/10
Berlin, 23.11.2011 Urlaub und Krankheit:
Europäischer Gerichtshof, Urteil vom 22.11.2011, C-214/10 - KHS gg. Schulte
Berlin, 05.11.2011 Kündigungsschutzklage:
Arbeitsgericht Berlin, Urteil vom 12.08.2011, 28 Ca 9265/11
München, 02.11.2011 Fristlose Kündigung:
Landesarbeitsgericht München, Urteil vom 03.03.2011, 3 Sa 641/10
Frankfurt, 26.10.2011 Kündigung:
Hessisches Landesarbeitsgericht, Urteil vom 01.07.2011, 10 Sa 245/11
Frankfurt, 21.10.2011 Fristlose Kündigung:
Hessisches Landesarbeitsgericht, Urteil vom 25.07.2011, 17 Sa 1739/10
Hamburg, 23.09.2011 Kündigung:
Landesarbeitsgericht Hamburg, Urteil vom 11.05.2011, 5 Sa 1/11
Berlin, 14.09.2011 BAT-TVöD:
Europäischer Gerichtshof, Urteil vom 08.09.2011, C-297/10 und C-298/10 (Hennings und Mai)
Frankfurt, 13.09.2011 Altersgrenzen:
Europäischer Gerichtshof, Urteil vom 13.09.2011, C-447/09 (Prigge u.a.)
Berlin, 12.09.2011 Chefarzt:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 08.09.2011, 2 AZR 543/10
Hannover, 09.09.2011 Arbeitszeitbetrug:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 09.06.2011, 2 AZR 381/10
Berlin, 08.09.2011 Whistleblowing:
Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte, Urteil vom 21.07.2011, 28274/08 (Heinisch)
Berlin, 06.09.2011 Bonus - Kündigung:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 12.04.2011, 1 AZR 412/09
Frankfurt, 05.09.2011 Betriebsübergang:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 18.08.2011, 8 AZR 230/10
Berlin, 02.09.2011 GlobeGround Berlin:
Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 25.08.2011, 25 TaBV 529/11
Frankfurt, 31.08.2011 Kündigung:
Hessisches Landesarbeitsgericht, Urteil vom 18.01.2011, 12 Sa 522/10
Hamburg, 25.08.2011 Probezeitkündigung:
Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein, Urteil vom 22.06.2011, 3 Sa 95/11
Frankfurt, 23.08.2011 Kündigung und Vollmacht:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 14.04.2011, 6 AZR 727/09
|
|
 |
|