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Arbeitsrecht aktuell: 11/139 Erst Abmahnung, dann Kündigung?
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Abmahnung schließt spätere Kündigung wegen derselben Angelegenheit aus
Hessisches Landesarbeitsgericht, Urteil vom 15.02.2011, 13 Sa 1460/10
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von Rechtsanwalt Benjamin Biere, Fachanwalt für Arbeitsrecht, Frankfurt am Main
Hensche Rechtsanwälte, Büro Frankfurt
20.07.2011. Genießen Arbeitnehmer Kündigungsschutz nach dem Kündigungsschutzgesetz (KSchG), kann der Arbeitgeber ordentlich nur kündigen, wenn er einen guten Grund hat. Das kann z.B. ein erheblicher Pflichtverstoß sein - vorausgesetzt, es handelt sich um einen wiederholten Pflichtverstoß von der Art, wie er früher schon einmal abgemahnt wurde.
Bei Abmahnungen muss man aber aufpassen: Ist ein Pflichtverstoß einmal abgemahnt, kann er nicht mehr Grund für eine Kündigung sein, d.h. der Arbeitgeber kann erst im Wiederholungsfall kündigen. Denn mit einer Abmahnung zeigt er, dass er die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses als zumutbar ansieht, falls sich der Pflichtverstoß nicht wiederholt: Mit einer Abmahnung verzichtet er auf eine Kündigung wegen des abgemahnten Verhaltens. Das Hessische Landesarbeitsgericht (LAG) hatte zu entscheiden, ob das auch gilt, wenn der Arbeitgeber erst nach der Abmahnung das „wahre Ausmaß“ der Vertragsverletzung erfährt (Urteil vom 15.02.2011, 13 Sa 1460/10).
Bei dem Monteur eines Serviceunternehmens wurde mögliches Diebesgut, nämlich Verbrauchsmaterial eines Kunden, gefunden. Der Arbeitgeber erteilte daraufhin eine Abmahnung. Nachdem ihm ein vollständiger Bericht der Sicherheitsbeauftragten vorlag, sprach er eine verhaltensbedingte Kündigung wegen des abgemahnten Verhaltens aus. Arbeitsgericht Frankfurt (Urteil vom 16.08.2010, 19/5 Ca 8318/08) und LAG hielten die Kündigung für unwirksam - wegen des in der Abmahnung liegenden Kündigungsverzichts.
Fazit: Mit einer Abmahnung verzichten Arbeitgeber selbst dann auf eine verhaltensbedingte Kündigung wegen des abgemahnten Verhaltens, wenn sie den Sachverhalt vorher nicht völlig aufgeklärt haben. Das gilt nur dann nicht, wenn der Arbeitgeber deutlich macht, dass die Sache mit der Abmahnung nicht „erledigt“ sein soll. Arbeitgeber sollten sich daher mit einer Abmahnung Zeit lassen, da hier keine Fristen laufen. Ist eine Abmahnung aber einmal ausgesprochen, ist eine Kündigung kein Thema mehr.
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Letzte Überarbeitung: 9. Mai 2012
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Berlin, 22.05.2012 Konkurrentenklage:
Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg, Urteil vom 14.03.2012, 15 SaGa 2383/11
Berlin, 19.05.2012 Teilzeitanspruch:
Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg, Urteil vom 14.03.2012, 15 SaGa 2286/11
Berlin, 17.05.2012 Outsourcing:
Bundesarbeitsgericht, Urteile vom 16.05.2012, 4 AZR 320/10 und 321/10
Berlin, 17.05.2012 Öffentlicher Dienst:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 16.05.2012, 10 AZR 202/11
München, 16.05.2012 Altersversorgung:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 15.05.2012, 3 AZR 128/11
Hannover, 15.05.2012 Urlaub und Krankheit:
Landesarbeitsgericht Düsseldorf, Urteil vom 23.02.2012, 5 Sa 1370/11
Frankfurt, 14.05.2012 Leiharbeit:
Hessisches Landessozialgericht, Beschluss vom 23.04.2012, L 1 KR 95/12 B ER
Berlin, 12.05.2012 Betriebsübergang:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 10.05.2012, 8 AZR 639/10
Köln, 09.05.2012 Whistleblowing:
Landesarbeitsgericht Köln, Urteil vom 02.02.2012, 6 Sa 304/11
Köln, 08.05.2012 Lohnrückzahlung:
Landesarbeitsgericht Köln, Urteil vom 12.10.2011, 9 Sa 156/11
München, 07.05.2012 Kündigungsschutzklage:
Landesarbeitsgericht München, Urteil vom 13.10.2011, 3 Sa 1187/10
Frankfurt, 04.05.2012 Urlaub und Krankheit:
Europäischer Gerichtshof, Urteil vom 03.05.2012, Rs. C-337/10 - Neidel
Köln, 03.05.2012 Korruption:
Landesarbeitsgericht Köln, Urteil vom 23.01.2012, 5 Sa 371/11
Köln, 02.05.2012 Kündigung und Krankheit:
Arbeitsgericht Trier, Urteil vom 08.12.2011, 3 Ca 936/11
Köln, 30.04.2012 Fristlose Kündigung:
Landesarbeitsgericht Köln, Beschluss vom 27.07.2011, 9 TaBVGa 2/11
Frankfurt, 25.04.2012 Urlaubsabgeltung:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 13.12.2011, 9 AZR 399/10
Köln, 24.04.2012 Diskriminierungsschutz:
Bundesgerichtshof, Urteil vom 23.04.2012, II ZR 163/10
Frankfurt, 23.04.2012 Fristlose Kündigung:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 19.04.2012, 2 AZR 258/11
Hamburg, 20.04.2012 Lohnuntergrenzen:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 18.04.2012, 4 AZR 139/10, Beschluss vom 18.04.2012, 4 AZR 168/10
Hamburg, 20.04.2012 Diskriminierung:
Europäischer Gerichtshof, Urteil vom 19.04.2012, C-415/10 (Meister)
Hannover, 18.04.2012 Gleichbehandlung:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 17.04.2012, 3 AZR 280/10
Hamburg, 13.04.2012 Kündigungsschutzklage:
Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein, Urteil vom 27.09.2011, 1 Sa 538 e/10
Stuttgart, 12.04.2012 Änderungskündigung:
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Frankfurt, 26.03.2012 Mitarbeitergespräche:
Hessisches Landesarbeitsgericht, Urteil vom 06.02.2012, 16 Sa 1134/11
Berlin, 22.03.2012 Massenentlassungsanzeige
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 21.03.2012, 6 AZR 596/10
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Berlin, 18.03.2012 Änderungskündigung:
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Berlin, 16.03.2012 Bewerberdiskriminierung
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 15.03.2012, 8 AZR 160/11
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