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Arbeitsrecht aktuell: 11/119 Urlaubsabgeltung in der Insolvenz nach langer Krankheit




Vor der Insolvenz entstandene Urlaubs- und Urlaubsabgeltungsansprüche sind Masseforderungen, auch wenn sie sich wegen langer Krankheit jahrelang angesammelt haben

Arbeitsgericht Ulm, Urteil vom 20.08.2010, 1 Ca 74/10

22.06.2011. Im Insolvenzverfahren gibt es zwei Gläubigergruppen. Die einen haben Forderungen aus der Zeit vor der Insolvenzeröffnung („Insolvenzforderungen“), die anderen Forderungen aus der Zeit danach („Masseforderungen“). Masseforderungen müssen vorab erfüllt werden und sind damit werthaltig, während Insolvenzforderungen erst nach dem Ende des Verfahrens beglichen werden müssen und deshalb mangels Insolvenzmasse meist wertlos sind.

Dem Bundesarbeitsgericht (BAG) zufolge sind Urlaubsansprüche aus der Zeit vor der Insolvenz (trotzdem) Masseforderungen, und das gilt bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses nach Insolvenzeröffnung auch für den Urlaubsabgeltungsanspruch gemäß (§ 7 Abs. 4 Bundesurlaubsgesetz - BUrlG). Ungeklärt ist, ob das auch für solche vorinsolvenzlichen Urlaubsansprüche gilt, die wegen langer Krankheit nicht zum Jahresende (vgl. § 7 Abs. 3 BUrlG) verfallen sind. Ein Fall des Arbeitsgerichts (ArbG) Ulm könnte die Frage klären (Urteil vom 20.08.2010, 1 Ca 74/10).

Einer Arbeitnehmerin, die seit Jahren durchgehend erkrankt war, wurde vom Insolvenzverwalter nach der Insolvenz ihres Arbeitgebers im Jahr 2010 gekündigt. Sie forderte Urlaubsabgeltung für 180 offene Urlaubstage der letzten sechs Jahre. Damit hatte sie vor dem ArbG Erfolg. Das Gericht meinte, dass auch bei langer Krankheit vorinsolvenzliche Urlaubsansprüche Masseforderungen sind, und nahm damit eine Besserstellung der Klägerin gegenüber anderen Gläubigern in Kauf.

Fazit: Es ist offen, ob diese Meinung in der nun anhängigen Berufung auch vom Landesarbeitsgericht Baden-Württemberg (6 Sa 109/10) und eventuell anschließend vom BAG geteilt wird. Formaljuristisch folgerichtig ist sie allemal. Arbeitnehmer sollten daher bei einer Kündigung durch den Insolvenzverwalter ihre Alt-Urlaubs(abgeltungs)ansprüche so schnell wie möglich einklagen, um der Gefahr zu entgehen, dass sie durch Ausschlussfristen vernichtet werden.

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Letzte Überarbeitung: 21. November 2011

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Arbeitsrecht aktuell:


Hamburg, 24.05.2012
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Berlin, 17.05.2012
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Berlin, 17.05.2012
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Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 16.05.2012, 10 AZR 202/11

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Frankfurt, 14.05.2012
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Für Leiharbeitsfirmen werden die CGZP-Tarifverträge teuer

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Köln, 08.05.2012
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Landesarbeitsgericht Köln, Urteil vom 12.10.2011, 9 Sa 156/11

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Frankfurt, 04.05.2012
Urlaub und Krankheit:

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Köln, 02.05.2012
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Köln, 30.04.2012
Fristlose Kündigung:

Betriebsrat - Fristlose Kündigung und trotzdem im Amt?

Landesarbeitsgericht Köln, Beschluss vom 27.07.2011, 9 TaBVGa 2/11

Frankfurt, 25.04.2012
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Diskriminierungsschutz:

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Bundesgerichtshof, Urteil vom 23.04.2012, II ZR 163/10

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Fristlose Kündigung:

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Hamburg, 20.04.2012
Lohnuntergrenzen:

Mindestlohn gemäß Arbeitnehmer-
Entsendegesetz (AEntG)

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Europäischer Gerichtshof, Urteil vom 19.04.2012, C-415/10 (Meister)

Hannover, 18.04.2012
Gleichbehandlung:

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Hamburg, 13.04.2012
Kündigungsschutzklage:

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Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein, Urteil vom 27.09.2011, 1 Sa 538 e/10

Stuttgart, 12.04.2012
Änderungskündigung:

Abmahnung vor Änderungskündigung

Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz, Urteil vom 10.11.2011, 10 Sa 329/11

Köln, 28.03.2012
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Entfernung einer Ermahnung aus der Personalakte

Arbeitsgericht Trier, Urteil vom 20.12.2011, 3 Ca 1013/11

Frankfurt, 26.03.2012
Mitarbeitergespräche:

Mitbestimmung des Betriebsrates bei Mitarbeiterjahresgesprächen

Hessisches Landesarbeitsgericht, Urteil vom 06.02.2012, 16 Sa 1134/11

Berlin, 22.03.2012
Massenentlassungsanzeige

Massenentlassung und Stellungnahme des Betriebsrats

Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 21.03.2012, 6 AZR 596/10

Berlin, 21.03.2012
Gleicher Urlaub:

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Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 20.03.2012, 9 AZR 529/10

Berlin, 18.03.2012
Änderungskündigung:

Fallstricke bei betriebsbedingter Änderungskündigung wegen Betriebsschließung

Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg, Urteil vom 19.12.2011, 15 Sa 1264/11, 15 Sa 1461/11