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Arbeitsrecht aktuell: 12/020 Weisungsrecht im gerichtlichen Eilverfahren




Mitarbeiter für "Haustechnik / Hauswirtschaft" können die Anweisung, Reinigungsarbeiten durchzuführen, nicht im Eilverfahren stoppen

Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein, Urteil vom 10.11.2011, 5 SaGa 12/11

16.01.2012. Arbeitnehmer müssen es sich gefallen lassen, dass ihr Arbeitgeber die Umstände der Arbeitsleistung einseitig festlegt, d.h. Inhalt und Ort der Arbeit vorgibt (§ 106 Gewerbeordnung - GewO). Wie jedes Recht hat auch dieses Weisungsrecht Grenzen. Sie liegen vor allem in der arbeitsvertraglichen Aufgabenbeschreibung und in § 106 Satz 1 GewO. Nach dieser Vorschrift müssen Weisungen "nach billigem Ermessen" getroffen werden, d.h. Rücksicht auf die Interessen des Arbeitnehmers nehmen.

Hält sich der Arbeitgeber nicht an diese Grenzen seines Weisungsrechts, ist seine Weisung unwirksam und muss nicht befolgt werden - theoretisch. Praktisch sitzt dem Arbeitnehmer dann die Angst vor einer Abmahnung und/oder verhaltensbedingten Kündigung im Nacken, denn der Arbeitgeber hält seine Weisungen natürlich für rechtens. Dann müssen die Arbeitsgerichte entscheiden, allerdings im Regelfall im sog. Hauptsachverfahren, das pro Instanz gut ein halbes Jahr dauern kann. Arbeitnehmer wollen aber, wenn sie schon vor Gericht ziehen, die streitige Weisung möglichst rasch beseitigt sehen, d.h. im gerichtlichen Eilverfahren. Das geht aber nur in seltenen Ausnahmefällen, wie vor kurzem das Landesarbeitsgericht (LAG) Schleswig-Holstein bestätigte (Urteil vom 10.11.2011, 5 SaGa 12/11).

Im Streitfall ging es darum, dass ein "Mitarbeiter der Haustechnik / Hauswirtschaft" von seinem Arbeitgeber, einer Altenpflegeeinrichtung, zu Reinigungsarbeiten herangezogen wurde. Diese Arbeitsaufgaben hielt er für unterwertig, d.h. nicht vom Arbeitsvertrag gedeckt, und zog daher vor Gericht mit dem Eilantrag, es der Pflegeeinrichtung untersagen zu lassen, ihn zu Reinigungsarbeiten heranzuziehen. Anders als das Arbeitsgericht Neumünster (Urteil vom 01.07.2011, 4 Ga 13 c/11) hielt LAG die Weisung nicht für offensichtlich rechtswidrig. Daher sei es dem Arbeitnehmer zuzumuten, abzuwarten, bis das Arbeitsgericht im Hauptsacheverfahren über seinen Antrag entscheiden würde.

Fazit: In aller Regel müssen Arbeitnehmer aber Weisungen auch dann - unter Vorbehalt - erfüllen, wenn sie davon überzeugt sind, dass der Arbeitgeber zu weit geht und Arbeiten verlangt, die nicht vom Weisungsrecht gedeckt sind. Dies müssen sie jedenfalls solange tun, bis das zuständige Arbeitsgericht im regelären Hauptsacheverfahren ein Urteil gefällt hat. Das dauert zwar meist ein halbes Jahr oder länger, doch hat der Arbeitnehmer von einem Eilverfahren nichts, wenn er es verliert.

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Letzte Überarbeitung: 13. Februar 2012

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Arbeitsrecht aktuell:


Hamburg, 24.05.2012
Fristlose Kündigung:

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Arbeitsgericht Bremen-Bremerhaven, Urteil vom 23.05.2012, 2 Ca 2565/11

Frankfurt, 23.05.2012
TVöD-Mehrurlaub:

Tarifvertraglicher Mehrurlaub und Krankheit

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Konkurrentenklage:

Mit Konkurrentenklage rechtswidrige Stellenbesetzung verhindert

Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg, Urteil vom 14.03.2012, 15 SaGa 2383/11

Berlin, 19.05.2012
Teilzeitanspruch:

Arbeitszeitverringerung im Eilverfahren

Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg, Urteil vom 14.03.2012, 15 SaGa 2286/11

Berlin, 17.05.2012
Outsourcing:

Tarifvertrag und Betriebsübergang

Bundesarbeitsgericht, Urteile vom 16.05.2012, 4 AZR 320/10 und 321/10

Berlin, 17.05.2012
Öffentlicher Dienst:

Leistungsentgelt gemäß § 18 TVöD

Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 16.05.2012, 10 AZR 202/11

München, 16.05.2012
Altersversorgung:

Betriebliche Übung und Betriebsrente

Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 15.05.2012, 3 AZR 128/11

Hannover, 15.05.2012
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Urlaubsabgeltung bei Krankheit

Landesarbeitsgericht Düsseldorf, Urteil vom 23.02.2012, 5 Sa 1370/11

Frankfurt, 14.05.2012
Leiharbeit:

Für Leiharbeitsfirmen werden die CGZP-Tarifverträge teuer

Hessisches Landessozialgericht, Beschluss vom 23.04.2012, L 1 KR 95/12 B ER

Berlin, 12.05.2012
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Betriebsübergang bei Rettungszweckverband

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Köln, 09.05.2012
Whistleblowing:

Fristlose Kündigung wegen Strafanzeige

Landesarbeitsgericht Köln, Urteil vom 02.02.2012, 6 Sa 304/11

Köln, 08.05.2012
Lohnrückzahlung:

Gehaltsüberzahlung bei Überstundenvergütung

Landesarbeitsgericht Köln, Urteil vom 12.10.2011, 9 Sa 156/11

München, 07.05.2012
Kündigungsschutzklage:

LAG München zu Kündigungsschutzklage und Rücknahme der Kündigung

Landesarbeitsgericht München, Urteil vom 13.10.2011, 3 Sa 1187/10

Frankfurt, 04.05.2012
Urlaub und Krankheit:

Urlaubsabgeltung nach langer Krankheit auch für Beamte

Europäischer Gerichtshof, Urteil vom 03.05.2012, Rs. C-337/10 - Neidel

Köln, 03.05.2012
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Köln, 02.05.2012
Kündigung und Krankheit:

Arbeitsgericht Trier: Kündigung nach Krankmeldung als Maßregelung

Arbeitsgericht Trier, Urteil vom 08.12.2011, 3 Ca 936/11

Köln, 30.04.2012
Fristlose Kündigung:

Betriebsrat - Fristlose Kündigung und trotzdem im Amt?

Landesarbeitsgericht Köln, Beschluss vom 27.07.2011, 9 TaBVGa 2/11

Frankfurt, 25.04.2012
Urlaubsabgeltung:

Urlaubsabgeltung nach Krankheit und Verfallfrist

Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 13.12.2011, 9 AZR 399/10

Köln, 24.04.2012
Diskriminierungsschutz:

Geschäftsführer und Altersdiskriminierung

Bundesgerichtshof, Urteil vom 23.04.2012, II ZR 163/10

Frankfurt, 23.04.2012
Fristlose Kündigung:

Kündigung wegen Stalkings

Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 19.04.2012, 2 AZR 258/11

Hamburg, 20.04.2012
Lohnuntergrenzen:

Mindestlohn gemäß Arbeitnehmer-
Entsendegesetz (AEntG)

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Hamburg, 20.04.2012
Diskriminierung:

Auskunftsanspruch des abgelehnten Stellenbewerbers?

Europäischer Gerichtshof, Urteil vom 19.04.2012, C-415/10 (Meister)

Hannover, 18.04.2012
Gleichbehandlung:

Altersteilzeit und Betriebsrente

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Hamburg, 13.04.2012
Kündigungsschutzklage:

Anfechtung eines Vergleichs nur im Ausnahmefall

Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein, Urteil vom 27.09.2011, 1 Sa 538 e/10

Stuttgart, 12.04.2012
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Abmahnung vor Änderungskündigung

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Köln, 28.03.2012
Ermahnung:

Entfernung einer Ermahnung aus der Personalakte

Arbeitsgericht Trier, Urteil vom 20.12.2011, 3 Ca 1013/11

Frankfurt, 26.03.2012
Mitarbeitergespräche:

Mitbestimmung des Betriebsrates bei Mitarbeiterjahresgesprächen

Hessisches Landesarbeitsgericht, Urteil vom 06.02.2012, 16 Sa 1134/11

Berlin, 22.03.2012
Massenentlassungsanzeige

Massenentlassung und Stellungnahme des Betriebsrats

Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 21.03.2012, 6 AZR 596/10

Berlin, 21.03.2012
Gleicher Urlaub:

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Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 20.03.2012, 9 AZR 529/10

Berlin, 18.03.2012
Änderungskündigung:

Fallstricke bei betriebsbedingter Änderungskündigung wegen Betriebsschließung

Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg, Urteil vom 19.12.2011, 15 Sa 1264/11, 15 Sa 1461/11