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Arbeitsrecht aktuell: 09/160 Fristlose Kündigung wegen Handyaufladens zurückgenommen
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Angeblicher Stromdiebstahl im Bagatellbereich rechtfertigt keine Kündigung
Arbeitsgericht Oberhausen, 4 Ca 1228/09
Fristlose Kündigung wegen Handyaufladens zurückgenommen: Arbeitsgericht Oberhausen, 4 Ca 1228/09
von Rechtsanwältin Nina Lüking, Hannover
04.09.2009. Wer das Vermögen seines Arbeitgebers widerrechtlich schädigt, also z.B. einen Diebstahl, eine Unterschlagung oder einen Betrug zulasten des Arbeitgebers verübt, riskiert nach der Rechtsprechung auch bei Bagatelldelikten eine fristlose Kündigung. Grundlage ist § 626 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB).
Obwohl diese Rechtsprechung an sich richtig ist, hat man manchmal den Eindruck, dass der eine oder andere Arbeitgeber sie missbraucht, um unliebsame Mitarbeiter zu kleinen Preisen loszuwerden. Denn ist erst einmal eine fristlose Kündigung ausgesprochen und Gegenstand einer Kündigungsschutzklage, ist ein gerichtlicher Vergleich mit dem Inhalt, dass die Vorwürfe zurückgenommen und die ordentliche Kündigungsfrist gewahrt wird, aus Arbeitnehmersicht oft schon ein „Erfolg“, so dass der Arbeitgeber durch den taktischen Einsatz der unverhältnismäßigen Sanktion „fristlose Kündigung“ um die Zahlung einer Abfindung herumkommt.
Vor diesem Hintergrund erklären sich arbeitsrechtliche Possenspiele wie das, mit dem sich vor einigen Wochen das Arbeitsgericht Oberhausen zu befassen hatte:
Hier hatte ein Arbeitnehmer, der dem Unternehmen seit 14 Jahren angehörte, sein Mobiltelefon im Betrieb des Arbeitgebers ohne dessen ausdrückliche Genehmigung aufgeladen und soll das Telefon angeblich zu diesem Zweck an einer verdeckten Stelle abgelegt haben. Außerdem soll er verbotenerweise mit dem Mobiltelefon ein Foto von seinem Arbeitsplatz und den dort befindlichen Maschinen gemacht hatte. Dazu gab der Arbeitnehmer an, er habe seinem Sohn seinen Arbeitsplatz zeigen wollen.
Der Arbeitgeber sah im Verhalten des Arbeitnehmers ein Vermögensdelikt zu seinen Lasten und kündigte das Arbeitsverhältnis fristlos. Nachdem der Arbeitnehmer hiergegen beim Arbeitsgericht Oberhausen Kündigungsschutzklage eingereicht hatte, regte das Gericht im Gütetermin folgenden Vergleich an: Der Arbeitgeber sollte den Arbeitnehmer weiter beschäftigen, d.h. seine Kündigung als hinfällig betrachten, und der Arbeitnehmer sollte sich im Gegenzug dazu verpflichten, künftig weder Fotos im Betrieb zu machen noch sein Handy auf Firmenkosten aufzuladen.
Diesem Vergleich wollte der Arbeitgeber zwar nicht zustimmen, nahm jedoch in der Folgezeit die Kündigung zurück. Der Arbeitnehmer erklärte daraufhin den Rechtsstreit für erledigt. Das Arbeitsgericht Oberhausen muss daher in der Sache nicht mehr entscheiden.
Anzumerken ist dazu aus anwaltlicher Sicht, dass der Arbeitgeber mit großer Wahrscheinlichkeit den Prozess verloren hätte, so dass die Rücknahme der Kündigung sinnvoll war. Im vorliegenden Fall dürfte der Kläger nämlich angesichts der gegen Null gehenden wirtschaftlichen „Schädigung“ des Arbeitgebers keinen Schädigungsvorsatz gehabt haben, so dass auf seiten des Arbeitgebers auch ein Vertrauensverlust eingetreten sein kann. Zumindest wäre ein solcher Vertrauensverlust, würde der Arbeitgeber ihn behaupten, aus objektiver Sicht bzw. für ein neutrales Gericht nicht nachvollziehbar. Daher gibt es hier keinen an sich für eine fristlose Kündigung ausreichenden Grund. Jedenfalls aber war die Kündigung völlig unverhältnismäßig, so dass sie auch aus diesem Grunde rechtswidrig und damit unwirksam war.
Nähere Informationen zu diesem Vorgang finden Sie hier:

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Berlin, 03.02.2012 Kündigungsschutz:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 07.07.2011, 2 AZR 12/10
München, 02.02.2012 Altersdiskriminierung:
Bundesverwaltungsgericht, Urteil vom 01.02.2012, 8 C 24.11
Berlin, 31.01.2012 Betriebsrat:
Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg, Urteil vom 04.11.2011, 13 Sa 1549/11
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Köln, 24.01.2012 Fristlose Kündigung:
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Berlin, 17.01.2012 Bewerberdiskriminierung
Schlussanträge des Generalanwalts Paolo Mengozzi vom 12.01.2012, Rs. C-415/10 - Meister
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Bundesarbeitsgericht, Beschluss vom 27.07.2011, 7 ABR 61/10
Berlin, 11.01.2012 BAT Altersstufen:
Bundesarbeitsgericht, Urteile vom 10.11.2011, 6 AZR 148/09 und 6 AZR 481/09
Berlin, 10.01.2012 CGZP-Tarifverträge:
Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 09.01.2012, 24 TaBV 1285/11
München, 05.01.2012 Aufhebungsvertrag:
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Landesarbeitsgericht Baden-Württemberg, Urteil vom 21.12.2011, 10 Sa 19/11
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Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 15.12.2011, 2 AZR 42/10
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Hessisches Landesarbeitsgericht, Urteil vom 25.07.2011, 17 Sa 1739/10
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Frankfurt, 13.09.2011 Altersgrenzen:
Europäischer Gerichtshof, Urteil vom 13.09.2011, C-447/09 (Prigge u.a.)
Berlin, 12.09.2011 Chefarzt:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 08.09.2011, 2 AZR 543/10
Hannover, 09.09.2011 Arbeitszeitbetrug:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 09.06.2011, 2 AZR 381/10
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Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte, Urteil vom 21.07.2011, 28274/08 (Heinisch)
Berlin, 06.09.2011 Bonus - Kündigung:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 12.04.2011, 1 AZR 412/09
Frankfurt, 05.09.2011 Betriebsübergang:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 18.08.2011, 8 AZR 230/10
Berlin, 02.09.2011 GlobeGround Berlin:
Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 25.08.2011, 25 TaBV 529/11
Frankfurt, 31.08.2011 Kündigung:
Hessisches Landesarbeitsgericht, Urteil vom 18.01.2011, 12 Sa 522/10
Hamburg, 25.08.2011 Probezeitkündigung:
Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein, Urteil vom 22.06.2011, 3 Sa 95/11
Frankfurt, 23.08.2011 Kündigung und Vollmacht:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 14.04.2011, 6 AZR 727/09
Berlin, 17.08.2011 Beleidigung
Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg, Urteil vom 06.05.2011, 6 Sa 2558/10
Köln, 29.07.2011 Kündigungsverzicht:
Landesarbeitsgericht Köln, Urteil vom 28.09.2010, 5 Sa 814/10
Frankfurt, 20.07.2011 Abmahnung:
Hessisches Landesarbeitsgericht, Urteil vom 15.02.2011, 13 Sa 1460/10
Hannover, 12.07.2011 Betriebsratsanhörung:
Landesarbeitsgericht Hamm, Urteil vom 05.08.2010, 15 Sa 302/10
Berlin, 01.07.2011 Fristlose Kündigung:
Sächsisches Landesarbeitsgericht, Urteil vom 21.01.2011, 3 Sa 181/10
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