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Arbeitsrecht aktuell: 11/196 Ausschlussklausel in AGB wirkt gegen Arbeitgeber, auch wenn die Frist zu kurz ist
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Arbeitgeber können sich nicht auf die Unwirksamkeit ihrer eigenen Ausschlussklauseln berufen
Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz, Urteil vom 22.07.2011, 6 Sa 487/10
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10.10.2011. Arbeitnehmer werden vor allzu einseitigen Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) geschützt. Überraschende Klauseln werden erst gar in den Arbeitsvertrag einbezogen, und auch unverständliche und/oder inhaltlich unangemessene Klauseln wirken nicht zulasten des Arbeitnehmers.
Das gilt auch für arbeitsvertragliche Ausschlussklauseln: Ist die in ihnen enthaltene Ausschlussfrist kürzer als drei Monate, gilt die gesamte Ausschlussklausel nicht. Trotzdem muss sich der Arbeitgeber als Klauselverwender an solche (unwirksamen) Ausschlussklausel halten, wie das Landesarbeitsgericht (LAG) Rheinland-Pfalz vor kurzem entschieden hat (Urteil vom 22.07.2011, 6 Sa 487/10).
von Rechtsanwalt Benjamin Biere, Fachanwalt für Arbeitsrecht, Frankfurt am Main
Hensche Rechtsanwälte, Kanzlei Frankfurt am Main
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Aufgrund von Ausschlussklauseln gehen Ansprüche unter, wenn sie nicht innerhalb einer bestimmten, meist sehr kurzen Frist "geltend gemacht" werden, d.h. schriftlich angemahnt und/oder eingeklagt werden. Sehen AGB aber Ausschlussfristen vor, die kürzer als drei Monate sind, sind diese gemäß § 307 Abs.1 Satz 1 BGB wegen "unangemessener Benachteiligung" des Arbeitnehmers unwirksam.
Aber kann sich auch der Arbeitgeber auf die Unwirksamkeit seiner eigenen Ausschlussklausel berufen? Das LAG Rheinland-Pfalz meint, nein (Urteil vom 22.07.2011, 6 Sa 487/10).
Ein Transportunternehmen beschäftigte einen Fahrer, dem die französische Polizei wegen Straßenverkehrsverstößen eine Geldbuße aufgebrummt hatte. Der Arbeitgeber zahlte die Geldbuße, um dem Arbeitnehmer die Weiterfahrt zu ermöglichen. Als das Arbeitsverhältnis zwei Monate später endete, klagte er auf Rückzahlung der Geldbuße, beachtete dabei aber die einmonatige Ausschlussfrist nicht, die in seinen AGB enthalten war.
Damit hatte er weder vor dem Arbeitsgericht Koblenz (Urteil vom 20.07.2010, 11 Ca 1869/09) noch vor dem LAG Erfolg. Denn der Arbeitgeber, so das LAG zurecht, kann sich nicht auf die Unwirksamkeit seiner eigenen Ausschlussfrist berufen.
Fazit: Die unangemessen kurze Ausschlussfrist von nur einem Monat wurde hier für den Arbeitgeber zum Boomerang. Arbeitgeber sollten bei der Ausgestaltung ihrer AGB nicht übertreiben. Eine arbeitsvertragliche Ausschlussfrist von drei Monaten ist "knackig" genug.
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Letzte Überarbeitung: 1. März 2012
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Berlin, 22.05.2012 Konkurrentenklage:
Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg, Urteil vom 14.03.2012, 15 SaGa 2383/11
Berlin, 19.05.2012 Teilzeitanspruch:
Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg, Urteil vom 14.03.2012, 15 SaGa 2286/11
Berlin, 17.05.2012 Outsourcing:
Bundesarbeitsgericht, Urteile vom 16.05.2012, 4 AZR 320/10 und 321/10
Berlin, 17.05.2012 Öffentlicher Dienst:
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München, 16.05.2012 Altersversorgung:
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Frankfurt, 14.05.2012 Leiharbeit:
Hessisches Landessozialgericht, Beschluss vom 23.04.2012, L 1 KR 95/12 B ER
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Frankfurt, 04.05.2012 Urlaub und Krankheit:
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Köln, 03.05.2012 Korruption:
Landesarbeitsgericht Köln, Urteil vom 23.01.2012, 5 Sa 371/11
Köln, 02.05.2012 Kündigung und Krankheit:
Arbeitsgericht Trier, Urteil vom 08.12.2011, 3 Ca 936/11
Köln, 30.04.2012 Fristlose Kündigung:
Landesarbeitsgericht Köln, Beschluss vom 27.07.2011, 9 TaBVGa 2/11
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Bundesgerichtshof, Urteil vom 23.04.2012, II ZR 163/10
Frankfurt, 23.04.2012 Fristlose Kündigung:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 19.04.2012, 2 AZR 258/11
Hamburg, 20.04.2012 Lohnuntergrenzen:
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Hamburg, 20.04.2012 Diskriminierung:
Europäischer Gerichtshof, Urteil vom 19.04.2012, C-415/10 (Meister)
Hannover, 18.04.2012 Gleichbehandlung:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 17.04.2012, 3 AZR 280/10
Hamburg, 13.04.2012 Kündigungsschutzklage:
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Köln, 28.03.2012 Ermahnung:
Arbeitsgericht Trier, Urteil vom 20.12.2011, 3 Ca 1013/11
Frankfurt, 26.03.2012 Mitarbeitergespräche:
Hessisches Landesarbeitsgericht, Urteil vom 06.02.2012, 16 Sa 1134/11
Berlin, 22.03.2012 Massenentlassungsanzeige
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 21.03.2012, 6 AZR 596/10
Berlin, 21.03.2012 Gleicher Urlaub:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 20.03.2012, 9 AZR 529/10
Berlin, 18.03.2012 Änderungskündigung:
Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg, Urteil vom 19.12.2011, 15 Sa 1264/11, 15 Sa 1461/11
Berlin, 16.03.2012 Bewerberdiskriminierung
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 15.03.2012, 8 AZR 160/11
Berlin, 15.03.2012 Urlaubsrecht:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 18.10.2011, 9 AZR 303/10
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