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Arbeitsrecht aktuell: 11/226 Kündigung - LAG Berlin segnet betriebsbedingte Kündigung auch bei Einsatzmöglichkeit im Ausland ab
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Einsatzmöglichkeiten im Ausland schließen eine betriebsbedingte Kündigung nicht aus
Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg, Urteil vom 01.06.2011, 4 Sa 218/11
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16.11.2011. Wenn Arbeitnehmer Kündigungsschutz genießen, ist eine ordentliche bzw. fristgemäße Kündigung ohne sachlichen Grund nicht möglich. Ein solcher Sachgrund, der vor § 1 Kündigungsschutzgesetz (KSchG) Bestand hat, ist z.B. eine Umstrukturierung oder eine Betriebsstillegung. Ist deshalb die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses nicht möglich, ist der Arbeitgeber zur betriebsbedingten Kündigung berechtigt.
Allerdings muss der der Arbeitnehmer den (völligen) Wegfall von Einsatzmöglichkeiten vor Gericht belegen, wenn der Arbeitnehmer Kündigungsschutzklage erhebt. Wendet er z.B. vor Gericht ein, dass er in einem anderen Betrieb des Arbeitgebers weiterbeschäftigt werden könnte, muss der Arbeitgeber die Möglichkeit einer solchen Weiterbeschäftigung an einem anderen Ort entkräften.
Dies gilt aber nicht, wenn der Arbeitnehmer im Ausland weiter beschäftigt werden könnte. Denn zu einer Weiterbeschäftigung im Ausland ist der Arbeitgeber nicht verpflichtet, wenn er in Deutschland aus betriebsbedingten Gründen kündigt - so jedenfalls das Landesarbeitsgericht (LAG) Berlin-Brandenburg in einem aktuellen Urteil (LAG Berlin-Brandenburg, Urteil vom Urteil vom 01.06.2011, 4 Sa 218/11).
von Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche, Fachanwalt für Arbeitsrecht, Berlin
Hensche Rechtsanwälte, Kanzlei Berlin
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Das KSchG schreibt vor, dass eine betriebsbedingte Kündigung unwirksam ist, wenn der gekündigte Arbeitnehmer "an einem anderen Arbeitsplatz in demselben Betrieb oder in einem anderen Betrieb des Unternehmens weiterbeschäftigt werden kann" (§ 1 Abs.2 Satz 2 Nr.1 b) KSchG). Nach dem Wortlaut des Gesetzes könnte auch eine Beschäftigungsmöglichkeit im Ausland einer Kündigung entgegenstehen.
Das Bundesarbeitsgericht (BAG) ist allerdings der Meinung, dass es auf eine Beschäftsmöglichkeit in ausländischen Betrieben nicht ankommt. Denn deutsche Gerichte, so das Argument, können ausländischen Betrieben nicht das deutsche Arbeitsrecht aufzwingen (BAG, Urteil vom 26.03.2009, 2 AZR 883/07). Gegen das BAG spricht aber, dass mit dem KSchG gar keine Beschäftigung im Ausland erzwungen werden soll, sondern es nur um die Frage geht, ob eine in Deutschland ausgesprochene Kündigung rechtens ist. Außerdem muss der Arbeitnehmer seine Behauptung, er könne im Ausland weiter eingesetzt werden, erst einmal konkret belegen.
Das LAG Berlin-Brandenburg folgte dem BAG und wies die Klage eines Airlines-Angestellten ab (LAG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 01.06.2011, 4 Sa 218/11). Sein Arbeitgeber, eine ungarische Airlines, hatte allen in Deutschland eingesetzten Arbeitnehmern gekündigt. Künftig sollten die in Deutschland anfallenden Arbeiten von Budapest aus erledigt werden und/oder unter Einsatz von deutschen Fremdfirmen. Der gekündigte Arbeitnehmer meinte, die Airlines könnte ihn in Budapest weiter einsetzen. Diesem Argument folgte das LAG Berlin-Brandenburg nicht. Denn mit "Betrieb" meint das KSchG, so das LAG, nur in Deutschland gelegene Betriebe.
Damit hat das LAG Berlin-Brandenburg ebenso entschieden wie vor kurzem das LAG Hamburg in einem Parallelfall, der dieselbe ungarische Fluggesellschaft betraf (LAG Hamburg, Urteil vom 11.05.2011, 5 Sa 1/11 - wir berichteten in Arbeitsrecht aktuell: 11/186 LAG Hamburg - Kündigung bei Beschäftigungsmöglichkeit im Ausland). Anderer Meinung war allerdings vor einigen Monaten eine andere Kammer des LAG Hamburg, die einem Angestellten der ungarischen Airlines recht gab (LAG Hamburg, Urteil vom 22.03.2011, 1 Sa 2/11).
Fazit: Das hier besprochene Urteil des LAG Berlin-Brandenburg liegt derzeit beim BAG (AZ: 2 AZR 551/11). Ob das BAG seine bisherige Rechtsprechung ändern wird, ist offen. Immerhin hat das BAG vor kurzem geurteilt, dass eine Betriebsverlagerung ins Ausland ein Betriebsübergang im Sinne von § 613a Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) sein kann (BAG, Urteil vom 26.05.2011, 8 AZR 37/10). Wenn aber ausländischen Betriebserwerbern die Überleitung der deutschen Arbeitsverhältnisse infolge eines Betriebsübergangs zugemutet wird, wieso sollte dann das KSchG vor der Landesgrenze halt machen? Arbeitnehmer, die betriebsbedingt gekündigt werden, sollten bei Einsatzmöglichkeiten im Ausland eine Kündigungsschutzklage von einem Rechtsanwalt prüfen lassen.
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Letzte Überarbeitung: 12. Januar 2012
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Berlin, 22.05.2012 Konkurrentenklage:
Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg, Urteil vom 14.03.2012, 15 SaGa 2383/11
Berlin, 19.05.2012 Teilzeitanspruch:
Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg, Urteil vom 14.03.2012, 15 SaGa 2286/11
Berlin, 17.05.2012 Outsourcing:
Bundesarbeitsgericht, Urteile vom 16.05.2012, 4 AZR 320/10 und 321/10
Berlin, 17.05.2012 Öffentlicher Dienst:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 16.05.2012, 10 AZR 202/11
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Hannover, 15.05.2012 Urlaub und Krankheit:
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Berlin, 12.05.2012 Betriebsübergang:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 10.05.2012, 8 AZR 639/10
Köln, 09.05.2012 Whistleblowing:
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Landesarbeitsgericht Köln, Urteil vom 12.10.2011, 9 Sa 156/11
München, 07.05.2012 Kündigungsschutzklage:
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Frankfurt, 04.05.2012 Urlaub und Krankheit:
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Köln, 03.05.2012 Korruption:
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Köln, 30.04.2012 Fristlose Kündigung:
Landesarbeitsgericht Köln, Beschluss vom 27.07.2011, 9 TaBVGa 2/11
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Frankfurt, 23.04.2012 Fristlose Kündigung:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 19.04.2012, 2 AZR 258/11
Hamburg, 20.04.2012 Lohnuntergrenzen:
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Hamburg, 20.04.2012 Diskriminierung:
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Hannover, 18.04.2012 Gleichbehandlung:
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Frankfurt, 26.03.2012 Mitarbeitergespräche:
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Berlin, 22.03.2012 Massenentlassungsanzeige
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 21.03.2012, 6 AZR 596/10
Berlin, 21.03.2012 Gleicher Urlaub:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 20.03.2012, 9 AZR 529/10
Berlin, 18.03.2012 Änderungskündigung:
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Berlin, 16.03.2012 Bewerberdiskriminierung
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 15.03.2012, 8 AZR 160/11
Berlin, 15.03.2012 Urlaubsrecht:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 18.10.2011, 9 AZR 303/10
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