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Arbeitsrecht aktuell: 11/218 Kunstwerk von Putzfrau zerstört: Installation Martin Kippenbergers kaputtgeputzt




„Wenn’s anfängt durch die Decke zu tropfen“ - ist das Kunst oder kann das weg?

07.11.2011. Eine Putzfrau hat am Donnerstag letzter Woche in Dortmund eine Installation des Berliner Künstlers Martin Kippenberger (1953 - 1997) durch übereifriges Putzen zerstört.

Bei der Installation mit dem Namen „Wenn’s anfängt durch die Decke zu tropfen“ handelt es sich um eine übermannshohe Konstruktion aus Holzlatten, die im Museum Ostwall im Dortmunder U aufgestellt ist und auf dem Boden steht. Im Inneren der Holzkonstruktion auf dem Boden steht ein metallener Auffangbehälter, der von Kippenberger mit einer Patina aus Kalk versehen worden war. Diese Beschichtung hatte die Reinigungskraft entfernt. Wie das Museum wissen ließ, ist das Kunstwerk damit unwiederbringlich zerstört.

von Rechtsanwalt Benjamin Biere, Fachanwalt für Arbeitsrecht, Köln

Hensche Rechtsanwälte, Kanzlei Köln

Trotz Beschädigung des Kunstwerks plant der Arbeitgeber keine rechtlichen Konsequenzen

Glaubt man den Redakteuren der WAZ, muss die Reinigungskraft keine arbeitsrechtlichen Konsequenzen seitens ihres Arbeitgebers, der Dortmunder Reinigungsfirma AWF, befürchten. Der Arbeitgeber nahm seine Mitarbeiterin vielmehr ausdrücklich in Schutz, wohl auch deshalb, weil sie sich für ihren Fehler entschuldigt hatte. Abwegig ist es allerdings keineswegs, über eine Kündigung oder eine Abmahnung nachzudenken, da die Reinigungskraft wie ihre Kollegen die Anweisung hatten, zu Kunstwerken einen Abstand von 20 Zentimetern zu halten. Gegen diese Sicherheitsregel hatte sie verstoßen.

Abmahnung und Kündigung wären unverhältnismäßig, Schadensersatz wäre nicht durchsetzbar

Mit diesem Verhalten liegt der Arbeitgeber letztlich richtig, da sich ein solcher Vorfall sicherlich nicht wiederholen wird, so dass eine Kündigung, aber wohl auch eine Abmahnung unverhältnismäßig wäre. Über Schadensersatzansprüche nachzudenken ist aus Arbeitgebersicht nicht lohnenswert, da keine Anhaltspunkte dafür gegeben sind, dass die Reinigungskraft die Installation vorsätzlich beschädigen oder zerstören wollte. Unter solchen Umständen ist eine Schadensersatzhaftung letztlich nicht durchsetzbar, ganz abgesehen auch davon, dass man mit dem Einkommen aus einer Reinigungstätigkeit einen Schaden von ungefähr 800.000 EUR kaum ausgleichen kann. Mit dieser Summe war das zerstörte Kunstwerk versichert.

Parallelen zu Kunstwerken von Joseph Beuys

Was letzte Woche in Dortmund geschah, erweckt Erinnerungen an ähnliche Vorfälle in der Vergangenheit. 1973 wurde eine Installation des Düsseldorfer Künstlers Joseph Beuys, eine mit Heftpflaster und Mullbinden versehene Badewanne, gereinigt und damit zerstört. Und 1996 erwischte es eine andere Beuys-Installation, eine sog. Fettecke. Auch sie wurde kurzerhand weggeputzt.

Nähere Informationen finden Sie hier:

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Letzte Überarbeitung: 7. Dezember 2011

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Berlin, 22.05.2012
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Arbeitszeitverringerung im Eilverfahren

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Berlin, 17.05.2012
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Tarifvertrag und Betriebsübergang

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Leistungsentgelt gemäß § 18 TVöD

Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 16.05.2012, 10 AZR 202/11

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Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 15.05.2012, 3 AZR 128/11

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Landesarbeitsgericht Düsseldorf, Urteil vom 23.02.2012, 5 Sa 1370/11

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Für Leiharbeitsfirmen werden die CGZP-Tarifverträge teuer

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Berlin, 12.05.2012
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Betriebsübergang bei Rettungszweckverband

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Köln, 09.05.2012
Whistleblowing:

Fristlose Kündigung wegen Strafanzeige

Landesarbeitsgericht Köln, Urteil vom 02.02.2012, 6 Sa 304/11

Köln, 08.05.2012
Lohnrückzahlung:

Gehaltsüberzahlung bei Überstundenvergütung

Landesarbeitsgericht Köln, Urteil vom 12.10.2011, 9 Sa 156/11

München, 07.05.2012
Kündigungsschutzklage:

LAG München zu Kündigungsschutzklage und Rücknahme der Kündigung

Landesarbeitsgericht München, Urteil vom 13.10.2011, 3 Sa 1187/10

Frankfurt, 04.05.2012
Urlaub und Krankheit:

Urlaubsabgeltung nach langer Krankheit auch für Beamte

Europäischer Gerichtshof, Urteil vom 03.05.2012, Rs. C-337/10 - Neidel

Köln, 03.05.2012
Korruption:

Kündigung - Schmiergeld als Kündigungsgrund

Landesarbeitsgericht Köln, Urteil vom 23.01.2012, 5 Sa 371/11

Köln, 02.05.2012
Kündigung und Krankheit:

Arbeitsgericht Trier: Kündigung nach Krankmeldung als Maßregelung

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Köln, 30.04.2012
Fristlose Kündigung:

Betriebsrat - Fristlose Kündigung und trotzdem im Amt?

Landesarbeitsgericht Köln, Beschluss vom 27.07.2011, 9 TaBVGa 2/11

Frankfurt, 25.04.2012
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Diskriminierungsschutz:

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Fristlose Kündigung:

Kündigung wegen Stalkings

Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 19.04.2012, 2 AZR 258/11

Hamburg, 20.04.2012
Lohnuntergrenzen:

Mindestlohn gemäß Arbeitnehmer-
Entsendegesetz (AEntG)

Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 18.04.2012, 4 AZR 139/10, Beschluss vom 18.04.2012, 4 AZR 168/10

Hamburg, 20.04.2012
Diskriminierung:

Auskunftsanspruch des abgelehnten Stellenbewerbers?

Europäischer Gerichtshof, Urteil vom 19.04.2012, C-415/10 (Meister)

Hannover, 18.04.2012
Gleichbehandlung:

Altersteilzeit und Betriebsrente

Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 17.04.2012, 3 AZR 280/10

Hamburg, 13.04.2012
Kündigungsschutzklage:

Anfechtung eines Vergleichs nur im Ausnahmefall

Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein, Urteil vom 27.09.2011, 1 Sa 538 e/10

Stuttgart, 12.04.2012
Änderungskündigung:

Abmahnung vor Änderungskündigung

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Entfernung einer Ermahnung aus der Personalakte

Arbeitsgericht Trier, Urteil vom 20.12.2011, 3 Ca 1013/11

Frankfurt, 26.03.2012
Mitarbeitergespräche:

Mitbestimmung des Betriebsrates bei Mitarbeiterjahresgesprächen

Hessisches Landesarbeitsgericht, Urteil vom 06.02.2012, 16 Sa 1134/11

Berlin, 22.03.2012
Massenentlassungsanzeige

Massenentlassung und Stellungnahme des Betriebsrats

Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 21.03.2012, 6 AZR 596/10

Berlin, 21.03.2012
Gleicher Urlaub:

Urlaub nach Alter ist eine Diskriminierung

Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 20.03.2012, 9 AZR 529/10

Berlin, 18.03.2012
Änderungskündigung:

Fallstricke bei betriebsbedingter Änderungskündigung wegen Betriebsschließung

Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg, Urteil vom 19.12.2011, 15 Sa 1264/11, 15 Sa 1461/11

Berlin, 16.03.2012
Bewerberdiskriminierung

Diskriminierung - Frist zur Forderung von Entschädigung rechtens

Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 15.03.2012, 8 AZR 160/11

Berlin, 15.03.2012
Urlaubsrecht:

Kein Urlaubsverfall bei günstigem Arbeitsvertrag

Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 18.10.2011, 9 AZR 303/10