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Arbeitsrecht aktuell: 11/182 Mindestlohn für Leiharbeit - noch immer nicht umgesetzt
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Ein Mindestlohn für die Leiharbeitsbranche ist zwar gesetzlich vorgesehen (§ 3a Arbeitnehmerüberlassungsgesetz - AÜG), doch gibt es eine solche gesetzliche Lohnuntergrenze immer noch nicht
Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) prüft Vorschläge für Leiharbeitsmindestlohn
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19.09.2011. Arbeitnehmer, die sich auf Zeitarbeit (Arbeitnehmerüberlassung, Leiharbeit) einlassen, werden als Leiharbeiter von ihrem Arbeitgeber (der Zeitarbeitsfirma / dem Verleiher) an einen anderen Arbeitgeber (den Entleiher) zeitweise zur Arbeit im Entleiherbetrieb „ausgeliehen“. Damit das nicht ein allzu gutes Geschäft für die beteiligten Arbeitgeber wird, d.h. für Zeitarbeitsfirma und Entleiher, schreibt § 9 Nr.2 Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) zum Schutz der Leiharbeitnehmer vor, dass sie im Allgemeinen dieselbe Bezahlung inklusive aller anderen Vergünstigungen erhalten müssen wie vergleichbare Stammkräfte im Entleiherbetrieb.
Dieser Grundsatz des „equal pay“ bzw. „equal treatment“ gilt nach dem AÜG aber mit einer Ausnahme: Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände der Zeitarbeitsbranche (bzw. einzelne Zeitarbeitsfirmen) können per Tarifvertrag abweichende Regelungen vereinbaren, d.h. ein Leiharbeits-Tarifvertrag kann Löhne vorsehen, die niedriger sind als die Löhne, die die Stammarbeitnehmer im Entleiherbetrieb erhalten. Außerdem können Leiharbeitsfirmen die Anwendung solcher Leiharbeits-Tarifverträge durch eine Bezugnahmeklausel im Arbeitsvertrag vorsehen. Die Folge dieser Regelungen waren Billig-"Tarifverträge" für die Leiharbeitsbranche der Tarifgemeinschaft Christlicher Gewerkschaften für Zeitarbeit und PersonalService-Agenturen (CGZP).
Da die in der Leiharbeitsbranche gezahlten Löhne infolge der CGZP-Tarifverträge überall viel zu gering sind, gibt es seit Ende April 2011 die gesetzliche Möglichkeit, einen Mindestlohn für die Leiharbeit einzuführen (§3a AÜG). Obwohl inzwischen mehr als vier Monate vergangen sind, gibt es einen solchen Leiharbeits-Mindestlohn aber immer noch nicht.
von Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche, Fachanwalt für Arbeitsrecht, Berlin
Hensche Rechtsanwälte, Kanzlei Berlin
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Seit 2004 sieht das AÜG die Möglichkeit vor, durch Tarifverträge vom Prinzip des Equal Pay abzuweichen, und seitdem gibt es solche Tarifverträge auch. Speziell die CGZP war hier aktiv und hat viele Tarifverträge mit sehr niedrigen Löhnen abgeschlossen. Damit setzte sie den Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) unter Zugzwang, der seit 2004 ebenfalls Leiharbeits-Tarifverträge abschloss, allerdings mit deutlich besseren Inhalten. Die Löhne gemäß den Leiharbeits-Tarifverträgen des DGB wurden regelmäßig erhöht und liegen derzeit bei mindestens 7,79 EUR brutto pro Stunde (West) bzw. bei 6,89 EUR brutto pro Stunde (Ost). Die nächste Lohnsteigerung folgt im November 2011.
Nach einem Beschluss des Bundesarbeitsgerichtes (BAG) 14.12.2010 (1 ABR 19/10) steht fest, dass die CGZP keine Tarifverträge für die Zeitarbeit abschließen kann. Diese BAG-Entscheidung kann deren Einfluss der CGZP-„Tarifverträge“ auf das Lohnniveau in der Zeitarbeit aber nicht mehr rückgängig machen. Daher wurde mit § 3a AÜG eine Mindestlohnregelung für die Leiharbeit eingefügt, die Ende April 2011 in Kraft trat.
Anders als Ende April 2011 in den Medien behauptet (siehe etwa FAZ.NET, Die Welt Online und n-tv.de) hatte diese Gesetzesänderung aber nicht unmittelbar zur Folge, dass die Leiharbeitstarifverträge des DGB nunmehr deutschlandweit als Lohnuntergrenze für die gesamte Leiharbeitsbranche gelten. Vielmehr gibt die neue Regelung den Tarifpartner nur die Möglichkeit, dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) gemeinsam vorzuschlagen, dass ihre tarifvertraglichen (Mindest-)Stundenlöhne zur gesetzlichen Lohnuntergrenze erhoben werden. Dann kann ein solcher Tariflohn vom BMAS per Rechtsverordnung verbindlich festgesetzt werden. Und erst dann gibt es einen gesetzlichen Mindestlohn für die Leiharbeit.
Auf Anfrage unserer Kanzlei teilte das BMAS mit Schreiben vom 30.08.2011 mit, dass Anfang Juli 2011 ein Vorschlag eingegangen sei und derzeit geprüft werde.
Fazit: Es gibt nach wie vor keinen Mindestlohn in der Leiharbeitsbranche. Zwar gelten die Tarifverträge des DGB für viele Leiharbeitnehmer. Davon haben aber nach Deutschland entsandte ausländische Leiharbeitnehmer ebenso wenig etwas wie die Arbeitnehmer, die immer noch auf Basis der CGZP-Scheintarifverträge bezahlt werden. Jedenfalls für diese Leiharbeiter wäre ein Mindestlohn in der Zeitarbeit eine spürbare Verbesserung.
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Letzte Überarbeitung: 15. Mai 2012
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Berlin, 22.05.2012 Konkurrentenklage:
Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg, Urteil vom 14.03.2012, 15 SaGa 2383/11
Berlin, 19.05.2012 Teilzeitanspruch:
Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg, Urteil vom 14.03.2012, 15 SaGa 2286/11
Berlin, 17.05.2012 Outsourcing:
Bundesarbeitsgericht, Urteile vom 16.05.2012, 4 AZR 320/10 und 321/10
Berlin, 17.05.2012 Öffentlicher Dienst:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 16.05.2012, 10 AZR 202/11
München, 16.05.2012 Altersversorgung:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 15.05.2012, 3 AZR 128/11
Hannover, 15.05.2012 Urlaub und Krankheit:
Landesarbeitsgericht Düsseldorf, Urteil vom 23.02.2012, 5 Sa 1370/11
Frankfurt, 14.05.2012 Leiharbeit:
Hessisches Landessozialgericht, Beschluss vom 23.04.2012, L 1 KR 95/12 B ER
Berlin, 12.05.2012 Betriebsübergang:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 10.05.2012, 8 AZR 639/10
Köln, 09.05.2012 Whistleblowing:
Landesarbeitsgericht Köln, Urteil vom 02.02.2012, 6 Sa 304/11
Köln, 08.05.2012 Lohnrückzahlung:
Landesarbeitsgericht Köln, Urteil vom 12.10.2011, 9 Sa 156/11
München, 07.05.2012 Kündigungsschutzklage:
Landesarbeitsgericht München, Urteil vom 13.10.2011, 3 Sa 1187/10
Frankfurt, 04.05.2012 Urlaub und Krankheit:
Europäischer Gerichtshof, Urteil vom 03.05.2012, Rs. C-337/10 - Neidel
Köln, 03.05.2012 Korruption:
Landesarbeitsgericht Köln, Urteil vom 23.01.2012, 5 Sa 371/11
Köln, 02.05.2012 Kündigung und Krankheit:
Arbeitsgericht Trier, Urteil vom 08.12.2011, 3 Ca 936/11
Köln, 30.04.2012 Fristlose Kündigung:
Landesarbeitsgericht Köln, Beschluss vom 27.07.2011, 9 TaBVGa 2/11
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Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 13.12.2011, 9 AZR 399/10
Köln, 24.04.2012 Diskriminierungsschutz:
Bundesgerichtshof, Urteil vom 23.04.2012, II ZR 163/10
Frankfurt, 23.04.2012 Fristlose Kündigung:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 19.04.2012, 2 AZR 258/11
Hamburg, 20.04.2012 Lohnuntergrenzen:
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Hamburg, 20.04.2012 Diskriminierung:
Europäischer Gerichtshof, Urteil vom 19.04.2012, C-415/10 (Meister)
Hannover, 18.04.2012 Gleichbehandlung:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 17.04.2012, 3 AZR 280/10
Hamburg, 13.04.2012 Kündigungsschutzklage:
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Köln, 28.03.2012 Ermahnung:
Arbeitsgericht Trier, Urteil vom 20.12.2011, 3 Ca 1013/11
Frankfurt, 26.03.2012 Mitarbeitergespräche:
Hessisches Landesarbeitsgericht, Urteil vom 06.02.2012, 16 Sa 1134/11
Berlin, 22.03.2012 Massenentlassungsanzeige
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 21.03.2012, 6 AZR 596/10
Berlin, 21.03.2012 Gleicher Urlaub:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 20.03.2012, 9 AZR 529/10
Berlin, 18.03.2012 Änderungskündigung:
Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg, Urteil vom 19.12.2011, 15 Sa 1264/11, 15 Sa 1461/11
Berlin, 16.03.2012 Bewerberdiskriminierung
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 15.03.2012, 8 AZR 160/11
Berlin, 15.03.2012 Urlaubsrecht:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 18.10.2011, 9 AZR 303/10
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