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ARBEITSRECHT AKTUELL // 12/040

Ex-Ge­schäfts­füh­rer der Ber­li­ner Tre­ber­hil­fe klagt ge­gen Kün­di­gung

Mein Haus, mein Au­to, mein Boot: Bei Ha­rald („Ma­se­ra­ti“) Eh­lert ist der Mo­tor aus: Ar­beits­ge­richt Ber­lin, AZ: 5 Ca 19989/11
Rechte Hand mit roter Karte Wer Was­ser pre­digt und Wein trinkt: Ha­rald („Ma­se­ra­ti“) Eh­lert

25.01.2012. Al­les be­gann mit ei­nem Blit­zer im Mü­ritz­kreis in Meck­len­burg-Vor­pom­mern. Der ehe­ma­li­ge Ge­schäfts­füh­rer der ge­mein­nüt­zi­gen Tre­ber­hil­fe GmbH fiel im Früh­jahr 2009 mit sei­nem Dienst­wa­gen, ei­nem Ma­se­ra­ti, durch ei­ne Ge­schwin­dig­keits­über­schrei­tung auf. Im Fol­gen­den wur­den Zwei­fel laut am lu­xu­riö­sen Le­bens­stil von Ha­rald („Ma­se­ra­ti“) Eh­lert, sei­nen Lu­xus­ka­ros­sen, der Vil­la in Pots­dam und dem ex­or­bi­tan­ten Jah­res­ge­halt, das er sich als Ge­schäfts­füh­rer zahl­te.

In die­sem Zu­sam­men­hang leg­te Eh­lert sein Amt als Ge­schäfts­füh­rer nie­der. Die Staats­an­walt­schaft er­mit­tel­te im Fol­gen­den we­gen Ver­un­treu­ung öf­fent­li­cher Gel­der, beim Fi­nanz­amt wur­de ein Prüf­ver­fah­ren mit dem Ziel der Ab­er­ken­nung der Ge­mein­nüt­zig­keit der Tre­ber­hil­fe GmbH durch­ge­führt.

Doch da­mit war die „Ära Eh­lert“ noch nicht be­en­det. Er ver­kauf­te zwar sei­nen Ma­se­ra­ti, doch stieg er da­für auf ei­nen Ja­gu­ar um, und er war auch wei­ter­hin für die Tre­ber­hil­fe tä­tig, zwar nicht mehr als de­ren Ge­schäfts­füh­rer, aber auf Bit­ten des Auf­sichts­rats als „Pro­jekt­lei­ter für be­son­de­re Auf­ga­ben“. Es folg­ten meh­re­re neue Ge­schäfts­füh­rer, die Herrn Eh­lert, der zu die­sem Zeit­punkt of­fen­bar noch im­mer 50 Pro­zent an dem ge­mein­nüt­zi­gen Un­ter­neh­men hielt, re­gel­mä­ßig zum Rap­port ver­pflich­tet wa­ren.

Im No­vem­ber 2011 kam dann der Gang zum Amts­ge­richt Char­lot­ten­burg: Ein In­sol­venz­an­trag muss­te ge­stellt wer­den. Doch noch be­vor das Ver­fah­ren rich­tig in Gang kom­men konn­te, über­nahm am 01.12.2011 der Evan­ge­li­sche Dia­ko­nie­ver­ein Ber­lin-Zeh­len­dorf die Tre­ber­hil­fe.

Ei­nen Tag spä­ter, am 02.12.2011, be­kam Eh­lert ei­ne au­ßer­or­dent­li­che Kün­di­gung vom neu­en Ge­schäfts­füh­rer. Die­se Kün­di­gung wur­de al­ler­dings nur "vor­sorg­lich" aus­ge­spro­chen, da Eh­lert sei­ne Ar­beits­leis­tung an­ge­bo­ten hat­te. Da­ge­gen leg­te Eh­lert beim Ar­beits­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg Kün­di­gungs­schutz­kla­ge ein. Der Gü­te­ter­min vor dem Ar­beits­ge­richt fand am gest­ri­gen Diens­tag statt.

Im Ter­min ging es um die for­mal­ju­ris­ti­sche Fra­ge, ob das Ar­beits­ge­richt zur Ent­schei­dung des Rechts­streits über­haupt zu­stän­dig ist, hat­te Eh­lert doch bis­lang die Funk­ti­on ei­nes GmbH-Ge­schäfts­füh­rers aus­ge­übt. Und für Ge­schäfts­füh­rer sind die Ar­beits­ge­rich­te nicht zu­stän­dig, vgl. § 5 Abs.3 Ar­beits­ge­richts­ge­setz (ArbGG). Da­her ver­la­ger­te sich die Dis­kus­si­on auf die Fra­ge, ob Eh­lert nach der Nie­der­le­gung des Ge­schäfts­füh­rer­amts als An­ge­stell­ter der GmbH tä­tig war. Ob dies tat­säch­lich der Fall war wird die zu­stän­di­ge Rich­te­rin im Fol­gen­den "von Amts we­gen" ent­schei­den.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 22. September 2016

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