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ARBEITSRECHT AKTUELL // 24/003a

Ar­beit­ge­ber muss kon­kre­te be­trieb­li­che Grün­de ge­gen Teil­zeit dar­le­gen

Ei­ne pau­scha­le Vor­ga­be, Füh­rungs­po­si­tio­nen aus­schließ­lich mit Voll­zeit­kräf­ten zu be­set­zen, reicht nicht aus, um ei­nen Teil­zeit­an­spruch nach § 8 Tz­B­fG ab­zu­leh­nen: Lan­des­ar­beits­ge­richt Meck­len­burg-Vor­pom­mern, Ur­teil vom 26.09.2023, 2 Sa 29/23

19.01.2024 Ei­ne lang­jäh­rig be­schäf­tig­te Markt­lei­te­rin be­an­trag­te, ih­re Ar­beits­zeit von 39 auf 32 Wo­chen­stun­den zu re­du­zie­ren und künf­tig an vier statt fünf Ta­gen zu ar­bei­ten. Das Un­ter­neh­men lehn­te den An­trag ab. Es be­rief sich dar­auf, dass Markt­lei­ter nach sei­nem Or­ga­ni­sa­ti­ons­kon­zept grund­sätz­lich in Voll­zeit be­schäf­tigt wer­den und je­de Fi­lia­le nur von ei­ner Markt­lei­tung ge­führt wer­den sol­le.

Das LAG hielt die­se Be­grün­dung für un­zu­rei­chend. Die blo­ße Ent­schei­dung, ei­ne Po­si­ti­on nur mit Voll­zeit­kräf­ten zu be­set­zen, stellt noch kein Or­ga­ni­sa­ti­ons­kon­zept im Sin­ne des § 8 Abs. 4 Tz­B­fG dar. Viel­mehr muss der Ar­beit­ge­ber kon­kret dar­le­gen, wel­che be­trieb­li­chen Be­ein­träch­ti­gun­gen durch die be­an­trag­te Ar­beits­zeit­re­du­zie­rung ent­ste­hen. Auch ta­rif­ver­trag­li­che Re­ge­lun­gen kön­nen den ge­setz­li­chen Teil­zeit­an­spruch nicht zum Nach­teil der Be­schäf­tig­ten ein­schrän­ken. Die Kla­ge auf Ar­beits­zeit­re­du­zie­rung hat­te da­her Er­folg: Lan­des­ar­beits­ge­richt Meck­len­burg-Vor­pom­mern, Ur­teil vom 26.09.2023, 2 Sa 29/23.

Wei­te­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie un­ter: Up­date Ar­beits­recht 01|2024 LAG Meck­len­burg-Vor­pom­mern: Ent­ge­gen­ste­hen­de be­trieb­li­che Grün­de für die Ab­leh­nung ei­ner ge­wünsch­ten Ar­beits­zeit­ver­rin­ge­rung

 

Hand­buch Ar­beits­recht: Ar­beits­zeit und Ar­beits­zeit­recht

Hand­buch Ar­beits­recht: Ar­beits­zeit­ver­rin­ge­rung 
  
Hand­buch Ar­beits­recht: Teil­zeit­be­schäf­ti­gung (Teil­zeit­ar­beit, Teil­zeit)

Letzte Überarbeitung: 30. Oktober 2026

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