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ARBEITSRECHT AKTUELL // 19/224

Die Krank­schrei­bung in Pa­pier­form hat aus­ge­dient

Ab 2021 sol­len Ar­beit­ge­ber durch die Kran­ken­kas­sen elek­tro­nisch über Be­ginn und Dau­er von Ar­beits­un­fä­hig­keits­zei­ten in­for­miert wer­den.
Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU), Krankschreibung, Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall

02.10.2019. Bis­lang müs­sen Ar­beit­neh­mer zum Nach­weis ih­rer Ar­beits­un­fä­hig­keit beim Ar­beit­ge­ber ei­ne ärzt­li­che Ar­beits­un­fä­hig­keits­be­schei­ni­gung ein­rei­chen, und zwar in Pa­pier. Die­se Krank­schrei­bung (der „gel­be Zet­tel“) soll ab An­fang 2021 durch ei­nen di­gi­ta­len Nach­weis er­setzt wer­den.

Dann sol­len Ar­beit­ge­ber, wenn sie vom Ar­beit­neh­mer über das Vor­lie­gen ei­ner krank­heits­be­ding­ten Ar­beits­un­fä­hig­keit in­for­miert wor­den sind, bei den Kran­ken­kas­sen elek­tro­nisch die Da­ten zu Be­ginn und Dau­er der Ar­beits­un­fä­hig­keit ab­ru­fen (kön­nen).

Die ent­spre­chen­den ge­setz­li­chen Än­de­run­gen sind Be­stand­teil des Drit­ten Bü­ro­kra­tie­ent­las­tungs­ge­set­zes (BEG III), das die Bun­des­re­gie­rung im Sep­tem­ber 2019 im Ent­wurf vor­ge­legt hat. In der Ge­set­zes­be­grün­dung heißt es zum Hin­ter­grund der ge­plan­ten Än­de­rung (Ge­setz­ent­wurf vom 19.09.2019, S.2):

„Mit dem Ge­setz für schnel­le­re Ter­mi­ne und bes­se­re Ver­sor­gung (Ter­min­ser­vice- und Ver­sor­gungs­ge­setz - TSVG) wur­de zum 1. Ja­nu­ar 2021 ein ein­heit­li­ches und ver­bind­li­ches elek­tro­ni­sches Ver­fah­ren zur Über­mitt­lung von Ar­beits­un­fä­hig­keits­da­ten durch die Ärz­te an die Kran­ken­kas­sen ein­ge­führt und da­mit die bis­he­ri­ge für die Kran­ken­kas­se be­stimm­te pa­pier­ge­bun­de­ne Ar­beits­un­fä­hig­keits­be­schei­ni­gung er­setzt. (…) Die elek­tro­ni­sche Über­mitt­lung ei­ner Ar­beits­un­fä­hig­keits­mel­dung an den Ar­beit­ge­ber ist nicht Be­stand­teil der be­reits ge­trof­fe­nen Re­ge­lun­gen. (…) Da­her wird mit dem BEG III ein be­reits zwi­schen Kran­ken­kas­sen und Ar­beit­ge­bern be­ste­hen­des, be­währ­tes und leis­tungs­fä­hi­ges elek­tro­ni­sches Mel­de­ver­fah­ren da­hin­ge­hend er­wei­tert, dass die Ein­rei­chung des >gel­ben Zet­tels< durch den Ar­beit­neh­mer ent­fal­len kann. Künf­tig ru­fen die Ar­beit­ge­ber nach Er­halt der An­zei­ge der Ar­beits­un­fä­hig­keit durch den Ar­beit­neh­mer bei den Kran­ken­kas­sen elek­tro­nisch die Da­ten zu Be­ginn und Dau­er der Ar­beits­un­fä­hig­keit so­wie über den Zeit­punkt des Aus­lau­fens der Ent­gelt­fort­zah­lung ab. Durch die Di­gi­ta­li­sie­rung der Ar­beits­un­fä­hig­keits­be­schei­ni­gung wer­den so­wohl die Un­ter­neh­men als auch ih­re Mit­ar­bei­ter er­heb­lich ent­las­tet.“

Die ge­plan­ten Än­de­run­gen der Krank­schrei­bun­gen be­tref­fen nur ge­setz­lich ver­si­cher­te Ar­beit­neh­mer. Ar­beit­neh­mer, die we­gen Über­schrei­tens der Pflicht­ver­si­che­rungs­gren­ze pri­vat kran­ken­ver­si­chert sind, müs­sen wei­ter­hin ärzt­li­che Ar­beits­un­fä­hig­keits­be­schei­ni­gun­gen in Pa­pier­form ein­rei­chen.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 8. Juli 2020

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