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ARBEITSRECHT AKTUELL // 21/045

For­man­for­de­run­gen für die Ein­la­dung zum Be­trieb­li­chen Ein­glie­de­rungs­ma­nage­ment

Ar­beit­neh­mer müs­sen sich vor ei­nem BEM nicht mit der Wei­ter­lei­tung von Ge­sund­heits­da­ten an ei­nen Vor­ge­setz­ten ein­ver­stan­den er­klä­ren: Lan­des­ar­beits­ge­richt Ba­den-Würt­tem­berg, Ur­teil vom 28.07.2021, 4 Sa 68/20
BEM Gipsbein

06.10.2021. Ist ein Ar­beit­neh­mer in­ner­halb ei­nes Jah­res mehr als sechs Wo­chen un­un­ter­bro­chen oder wie­der­holt ar­beits­un­fä­hig, muss ihm der Ar­beit­ge­ber ge­mäß § 167 Abs.2 Satz 1 Neun­tes So­zi­al­ge­setz­buch (SGB IX) ein be­trieb­li­ches Ein­glie­de­rungs­ma­nage­ment (BEM) an­bie­ten. Da­bei soll ge­klärt wer­den, wie die Ar­beits­un­fä­hig­keit des Ar­beit­neh­mers über­wun­den und künf­ti­ge Ar­beits­un­fä­hig­keit ver­hin­dert wer­den kann.

Ein sol­ches BEM ist ein mil­de­res Mit­tel im Ver­gleich zu ei­ner krank­heits­be­ding­ten Kün­di­gung, so­dass ei­ne Kün­di­gung nur ge­recht­fer­tigt ist, wenn zu­vor ent­we­der ein BEM er­folg­los durch­ge­führt wur­de oder der Ar­beit­neh­mer ein (wie­der­hol­tes) An­ge­bot zu ei­nem sol­chen ab­ge­lehnt oder igno­riert hat.

Je­doch muss die Ein­la­dung zu ei­nem BEM-Ge­spräch for­mell kor­rekt und dem Ar­beit­neh­mer zu­ge­gan­gen sein, da­zu ge­hört auch ei­ne rich­ti­ge da­ten­schutz­recht­li­che Ein­wil­li­gungs­er­klä­rung. Ver­langt die Ein­la­dung auch ei­ne Ein­wil­li­gung in die Be­kannt­ma­chung der Da­ten ge­gen­über dem Vor­ge­set­zen, geht die­se zu weit, so­dass die Ein­la­dung for­mell in­kor­rekt ist, so das Lan­des­ar­beits­ge­richt Ba­den-Würt­tem­berg, Ur­teil vom 28.07.2021, 4 Sa 68/20.

Wei­te­re In­for­ma­tio­nen zu die­ser Ent­schei­dung fin­den Sie hier: Up­date Ar­beits­recht 20|2021 LAG Ba­den-Würt­tem­berg: Not­wen­di­ge Da­ten­schutz­hin­wei­se in der BEM-Ein­la­dung und Nach­weis der Zu­stel­lung.

Letzte Überarbeitung: 11. Oktober 2021

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Christoph Hildebrandt
Rechtsanwalt, Fachanwalt für Arbeitsrecht

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