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Arbeitsrecht aktuell: 08/046 Richtlinie 2000/78/EG des Rates vom 27.11.2000 verbietet Benachteilung Homosexueller beim Bezug von Hinterbliebenenrenten
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EuGH, Urteil vom 01.04.2008, Rs. C-267/06 (Tadao Maruko)
von Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche, Fachanwalt für Arbeitsrecht, Berlin
28.04.2008. Wie wir bereits berichtet hatten, sprach sich der Generalanwalt Dámaso Ruiz-Jarabo Colomer in seinen Schlussanträgen vom 06.09.2007 in dem beim Europäischen Gerichtshof (EuGH) anhängigen Vorlageverfahren Tadao Maruko gegen Versorgungsanstalt der deutschen Bühnen (VddB) dafür aus, die traditionelle Schlechterstellung hinterbliebener homosexueller eingetragener Lebenspartner gegenüber hinterbliebenen Ehepartnern als europarechtswidrige Diskriminierung wegen der sexuellen Orientierung zu bewerten (Arbeitsrecht aktuell: 07/66 Witwenrenten auf dem Prüfstand des Diskriminierungsverbots).
Hintergrund des Verfahrens vor dem EuGH und des Votums des Generalanwalts ist ein beim Verwaltungsgericht München geführter Prozess (M 3 K 05.1595), in dem ein hinterbliebener eingetragener Lebenspartner, Herr Tadao Maruko, gegen die Versorgungsanstalt der deutschen Bühnen (VddB) klagt und von dieser eine Rente als Witwer begehrt.
Sein verstorbener gleichgeschlechtlicher Lebenspartner war als Kostümbildner bei dieser Versorgungseinrichtung versichert und verstarb am 12.01.2005. Die VddB verweigerte mit Verweis auf die - eindeutige - Satzung der Versorgungsanstalt die Zahlung einer Rente, da diese satzungsgemäß nur hinterbliebenen Eheleuten zustehe.
Das Verwaltungsgericht München setzte daraufhin das Verfahren aus und legte dem EuGH die Frage zur Vorabentscheidung gemäß Art.234 Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft (EGV) vor, ob auch Witwenrenten einer berufsständischen Pflichtversorgungseinrichtung als „Arbeitsentgelt“ im Sinne von Art.3 Abs.1 Buchstabe c der Richtlinie 2000/78/EG des Rates vom 27.11.2000 zur Festlegung eines allgemeinen Rahmens für die Verwirklichung der Gleichbehandlung in Beschäftigung und Beruf (Richtlinie 2000/78/EG) zu verstehen sind.
Wenn man diese Frage mit „ja“ beantwortet, liegt es mehr als nahe, die hergebrachte Privilegierung von Eheleuten beim Bezug von Hinterbliebenenrenten aus berufsbezogenen Versorgungseinrichtungen als Verstoß gegen die Richtlinie 2000/78/EG anzusehen, da diese alle Formen der Diskriminierungen „wegen der Religion oder der Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Ausrichtung“ beseitigen will.
Diese persönlichen Merkmale dürfen in keinem Mitgliedsland der Europäischen Union (EU) zu einer ungleichen Behandlung im Zusammenhang mit dem Erwerbsleben führen.
Wie nunmehr bekannt wurde, ist der EuGH dem Entscheidungsvorschlag des Generalanwalts vom 06.09.2007 gefolgt (EuGH, Urteil vom 01.04.2008, Rs. C- 267/06 - Tadao Maruko).
In den Urteilsgründen wird zunächst festgestellt, dass die Leistungen eines berufsständischen, auf tariflichen Regelungen basierenden Versorgungswerks als „Arbeitsentgelt“ im Sinne von Art.141 EGV anzusehen sind, so dass sie unter den Anwendungsbereich der Richtlinie 2000/78/EG fallen.
Die Qualifizierung der Rente als Arbeitsentgelt ist erforderlich, um die Maßstäbe der Richtlinie heranziehen zu können, da diese insgesamt gemäß der Präambel (Erwägungsgrund 13) auf Sozialversicherungs- und Sozialschutzsysteme unanwendbar ist, deren Leistungen nicht als Arbeitsentgelt im Sinne von Art.141 EGV anzusehen sind.
Im übrigen verbietet die Richtlinie 2000/78/EG ausdrücklich die Schlechterstellung in Bezug auf das Arbeitsentgelt, falls diese Schlechterstellung auf der sexuellen Ausrichtung beruht (Art.3 Abs.1 Buchstabe c) der Richtlinie 2000/78/EG).
Handelt es sich also bei der streitigen Hinterbliebenenrente um „Arbeitsentgelt“ gemäß Art.141 EGV, ist eine Schlechterstellung homosexueller eingetragener Lebenspartner gegenüber hinterbliebenen Eheleuten mit der Richtlinie unvereinbar.
Nähere Informationen zu diesem Vorgang finden Sie hier:

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Letzte Überarbeitung: 1. Januar 2012
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Arbeitsrecht aktuell: |
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Hannover, 08.02.2012 Chefarzt
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 15.09.2011, 8 AZR 846/09
Frankfurt, 07.02.2012 Fristlose Kündigung
Hessisches Landesarbeitsgericht, Urteil vom 29.08.2011, 7 Sa 248/11
Berlin, 03.02.2012 Kündigungsschutz:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 07.07.2011, 2 AZR 12/10
München, 02.02.2012 Altersdiskriminierung:
Bundesverwaltungsgericht, Urteil vom 01.02.2012, 8 C 24.11
Berlin, 31.01.2012 Betriebsrat:
Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg, Urteil vom 04.11.2011, 13 Sa 1549/11
Berlin, 27.01.2012 Befristung:
Europäischer Gerichtshof, Urteil vom 26.01.2012, Rs. C-586/10 (Kücük)
Berlin, 25.01.2012 Europarecht:
Europäischer Gerichtshof, Urteil vom 24.01.2012, C-282/10 (Dominguez)
Frankfurt, 23.01.2012 Mobbingklage:
Landesarbeitsgericht Hamm, Urteil vom 19.01.2012, 11 Sa 722/10
Berlin, 20.01.2012 Geschäftsführer:
Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz, Beschluss vom 08.12.2011, 11 Ta 230/11
Hannover, 19.01.2012 Weihnachtsgeld
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 18.01.2012, 10 AZR 667/10
Berlin, 17.01.2012 Bewerberdiskriminierung
Schlussanträge des Generalanwalts Paolo Mengozzi vom 12.01.2012, Rs. C-415/10 - Meister
Berlin, 13.01.2012 Betriebsratswahl:
Bundesarbeitsgericht, Beschluss vom 27.07.2011, 7 ABR 61/10
Berlin, 11.01.2012 BAT Altersstufen:
Bundesarbeitsgericht, Urteile vom 10.11.2011, 6 AZR 148/09 und 6 AZR 481/09
Berlin, 10.01.2012 CGZP-Tarifverträge:
Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 09.01.2012, 24 TaBV 1285/11
München, 05.01.2012 Aufhebungsvertrag:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 21.06.2011, 9 AZR 203/10
Berlin, 03.01.2012 Urlaub und Krankheit:
Landesarbeitsgericht Baden-Württemberg, Urteil vom 21.12.2011, 10 Sa 19/11
Berlin, 20.12.2011 Sozialauswahl:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 15.12.2011, 2 AZR 42/10
Stuttgart, 05.12.2011 Kündigung:
Arbeitsgericht Stuttgart, Urteil vom 16.03.2011, 30 Ca 1772/10
Berlin, 23.11.2011 Urlaub und Krankheit:
Europäischer Gerichtshof, Urteil vom 22.11.2011, C-214/10 - KHS gg. Schulte
Berlin, 05.11.2011 Kündigungsschutzklage:
Arbeitsgericht Berlin, Urteil vom 12.08.2011, 28 Ca 9265/11
München, 02.11.2011 Fristlose Kündigung:
Landesarbeitsgericht München, Urteil vom 03.03.2011, 3 Sa 641/10
Frankfurt, 26.10.2011 Kündigung:
Hessisches Landesarbeitsgericht, Urteil vom 01.07.2011, 10 Sa 245/11
Frankfurt, 21.10.2011 Fristlose Kündigung:
Hessisches Landesarbeitsgericht, Urteil vom 25.07.2011, 17 Sa 1739/10
Hamburg, 23.09.2011 Kündigung:
Landesarbeitsgericht Hamburg, Urteil vom 11.05.2011, 5 Sa 1/11
Berlin, 14.09.2011 BAT-TVöD:
Europäischer Gerichtshof, Urteil vom 08.09.2011, C-297/10 und C-298/10 (Hennings und Mai)
Frankfurt, 13.09.2011 Altersgrenzen:
Europäischer Gerichtshof, Urteil vom 13.09.2011, C-447/09 (Prigge u.a.)
Berlin, 12.09.2011 Chefarzt:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 08.09.2011, 2 AZR 543/10
Hannover, 09.09.2011 Arbeitszeitbetrug:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 09.06.2011, 2 AZR 381/10
Berlin, 08.09.2011 Whistleblowing:
Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte, Urteil vom 21.07.2011, 28274/08 (Heinisch)
Berlin, 06.09.2011 Bonus - Kündigung:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 12.04.2011, 1 AZR 412/09
Frankfurt, 05.09.2011 Betriebsübergang:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 18.08.2011, 8 AZR 230/10
Berlin, 02.09.2011 GlobeGround Berlin:
Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 25.08.2011, 25 TaBV 529/11
Frankfurt, 31.08.2011 Kündigung:
Hessisches Landesarbeitsgericht, Urteil vom 18.01.2011, 12 Sa 522/10
Hamburg, 25.08.2011 Probezeitkündigung:
Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein, Urteil vom 22.06.2011, 3 Sa 95/11
Frankfurt, 23.08.2011 Kündigung und Vollmacht:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 14.04.2011, 6 AZR 727/09
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