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ArbG Stutt­gart, Ur­teil vom 25.02.2009, 20 Ca 1933/08

   
Schlagworte: Schadensersatz, Entgeltfortzahlung, Dienstwagen
   
Gericht: Arbeitsgericht Stuttgart
Aktenzeichen: 20 Ca 1933/08
Typ: Urteil
Entscheidungsdatum: 25.02.2009
   
Leitsätze:
Vorinstanzen:
   

Ur­schrift

Ar­beits­ge­richt Stutt­gart -

Kam­mern Lud­wigs­burg

Ak­ten­zei­chen: 20 Ca 1933/08
(Bit­te bei al­len Schrei­ben an­ge­ben!)

Verkündet am 25.02.2009

Ur­kunds­be­am­tin der Geschäfts­stel­le

 

Im Na­men des Vol­kes

Ur­teil

In der Rechts­sa­che

- Kläg. -

Proz.-Bev.:

ge­gen

- Bekl. -

Proz.-Bev.:

 

hat das Ar­beits­ge­richt Stutt­gart - Kam­mern Lud­wigs­burg - 20. Kam­mer

durch den Rich­ter am Ar­beits­ge­richt Vor­sit­zen­der ,

d. eh­ren­amt­li­che Rich­te­rin

und d. eh­ren­amt­li­che Rich­te­rin-

auf die münd­li­che Ver­hand­lung vom 25.02.2009

für Recht er­kannt:

1. Die Kla­ge wird ab­ge­wie­sen.

2. Der Kläger hat die Kos­ten des Ver­fah­rens zu tra­gen.

3. Der Streit­wert wird auf 327,60 EUR fest­ge­setzt.

4. Die Be­ru­fung wird für den Kläger zu­ge­las­sen.

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Tat­be­stand

Die Par­tei­en strei­ten über Scha­den­er­satz we­gen Vor­ent­hal­tung der Pri­vat­nut­zung an ei­nem Dienst­fahr­zeug.

Der jähri­ge Kläger ist bei der Be­klag­ten beschäftigt seit 01.08.1990 als Bau­lei­ter. Er ist Mit­glied des im Be­trieb der Be­klag­ten ge­bil­de­ten Be­triebs­rats. Er ist schwer­be­hin­dert mit ei­nem Grad der Be­hin­de­rung von 100. Außer­dem hat der zuständi­ge Ren­ten­ver­si­che­rungs­träger dem Kläger ei­ne Ren­te we­gen vol­ler Er­werbs­min­de­rung be­wil­ligt, die der Kläger aber nicht in Art­spruch nimmt.

Grund­la­ge des An­stel­lungs­verhält­nis­ses ist ein An­ge­stell­ten­ver­trag vom 24.10.1994. In des­sen An­la­ge 3 wird dem Kläger das Pri­vat­nut­zungs­recht an ei­nem Dienst­fahr­zeug ein­geräumt. Auf den In­halt die­ser An­la­ge 3 zum An­stel­lungs­ver­trag wird Be­zug ge­nom­men. Dem Kläger wur­de bis­lang ein VW Pas­sat Kom­bi über­las­sen. Der Sach­be­zug wur­de ent­spre­chend der Pro­zent­re­ge­lung mit EUR 284,65 ver­steu­ert.

Der Kläger ist/war seit 03.03.2008 durch­ge­hend ar­beits­unfähig krank, zu­min­dest bis 15.12.2008. Der nicht ge­setz­lich kran­ken­ver­si­cher­te Kläger be­zog nach Ab­lauf des Ent­gelt­fort­zah­lungs­zeit­raums Kran­ken­ta­ge­geld von sei­ner pri­va­ten Kran­ken­ver­si­che­rung.

We­gen Ab­laufs der Ver­trags­dau­er des Lea­sing­ver­tra­ges for­der­te die Be­klag­te den Kläger mit Schrei­ben vom 07.11.2008 auf, das Fahr­zeug an die Be­klag­te zurück­zu­ge­ben bis spätes­tens 13.11.2008. Die­sem Ver­lan­gen kam der Kläger am 13.11.2008 un­ter dem Vor­be­halt der Gel­tend­ma­chung von Scha­den­er­satz­ansprüchen nach.

Der Kläger mel­de­te sich bei der Be­klag­ten ab 16.12.2008 wie­der ar­beitsfähig. Für den 17.12.2008 wur­de dem Kläger von der Be­klag­ten ge­stat­tet, ei­nen Smart aus dem Fahr­zeug­pool zu nut­zen, was der Kläger ab­lehn­te. Seit 18.12.2008 wird dem Kläger ein Ford Fo­cus Kom­bi zur Pri­vat­nut­zung zur Verfügung ge­stellt.

Der Kläger ist der An­sicht, ihm ha­be auch für Ar­beits­unfähig­keits­zei­ten nach Ab­lauf des Ent­gelt­fort­zah­lungs­zeit­raums ein An­spruch auf Pri­vat­nut­zungsüber­las­sung zu­ge­stan­den. Er sei für sei­ne pri­va­te Le­bensführung, vor al­lem zur Wahr­neh­mung von Arzt­ter­mi­nen, auf ei­nen Pkw an­ge­wie­sen ge­we­sen. Die Nut­zungsüber­las­sung des Dienst­wa­gens sei so zu be­han­deln wie die Über­las­sung von Werk­miet- oder Werk­dienst­woh­nun­gen, aus de­nen man nach Ab­lauf des Ent­gelt­fort­zah­lungs­zeit­raums auch nicht aus­zie­hen müsse.

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Aus­ge­hend von dem mo­nat­lich für die Pri­vat­nut­zung ver­steu­er­ten Be­trag von EUR 287,65 er­rech­net der Kläger ei­nen tägli­chen Nut­zungs­aus­fall­scha­den i.H.v. EUR 9,36. Für den Zeit­raum 13.11.2008 bis 17.12.2008 macht er da­her Scha­den­er­satz i.H.v. ins­ge­samt EUR 327,60 gel­tend.

Der Kläger be­an­tragt:

Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, an den Kläger EUR 327,60 brut­to nebst Zin­sen i.H.v. 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz aus EUR 168,48 seit dem 01. De­zem­ber 2008 so­wie aus EUR 159,12 seit dem 01. Ja­nu­ar 2009 zu be­zah­len.

Die Be­klag­te be­an­tragt,

die Kla­ge ab­zu­wei­sen.

Sie ver­tritt die Auf­fas­sung, dass dem Kläger nach Ab­lauf des Ent­gelt­fort­zah­lungs­zeit­raums auch kei­ne Ansprüche auf Na­tu­ral­vergütun­gen zu­ste­hen.

Das schriftsätz­li­che Vor­brin­gen der Par­tei­en war Ge­gen­stand der Erörte­rung der Sach- und Rechts­la­ge. Hier­auf, und auf das Pro­to­koll der münd­li­chen Ver­hand­lung vom 25.02.2009 wird Be­zug ge­nom­men.

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Ent­schei­dungs­gründe:

Die Kla­ge ist zulässig, aber nicht be­gründet.

I:

Der Kläger hat kei­nen An­spruch ge­gen die Be­klag­te auf Scha­den­er­satz we­gen Ent­zugs der pri­va­ten Nut­zungsmöglich­keit an dem Dienst­fahr­zeug. Ein sol­cher An­spruch er­gibt sich nicht aus §§ 280 Abs. 1, 283 BGB.

Vor­aus­set­zung für ei­nen sol­chen An­spruch wäre nämlich, dass die Be­klag­te ei­ne Pflicht aus ei­nem Schuld­verhält­nis (hier dem Ar­beits­ver­trag) ver­letzt hätte. Ei­ne sol­che Pflicht­ver­let­zung liegt aber nicht vor. Die Be­klag­te war nämlich schon gar nicht ver­pflich­tet ge­we­sen, dem Kläger im strei­ti­gen Zeit­raum die Pri­vat­nut­zung an ei­nem Dienst­fahr­zeug zur Verfügung zu stel­len.

1. Die Pri­vat­nut­zungs­be­fug­nis stell­te als Sach­be­zug nämlich ei­ne zusätz­li­che syn­al­lag­ma­ti­sche Ge­gen­leis­tung zur vom Kläger ge­schul­de­ten Ar­beits­leis­tung dar (BAG, Ur­teil vom 16.11.1995, 8 AZR 240/95, NZA 1996, S. 415; BAG, Ur­teil vom 27.05.1999, 8 AZR 415/98, NZA 1999, S. 1038). Der Kläger hat aber im strei­ti­gen Zeit­raum sei­ne ge­schul­de­te Ar­beits­leis­tung nicht er­bracht. Der Kläger ist von sei­ner Ar­beits­pflicht gern. § 275 Abs. 1 BGB des­halb frei ge­wor­den. Da­mit ein­her­ge­hend ist aber zu­gleich die Be­klag­te von der Ver­pflich­tung zur Er­brin­gung der Ge­gen­leis­tung frei­ge­wor­den gern. § 326 Abs. 1 BGB („oh­ne Ar­beit kein Lohn").

2. Ei­ne Fort­gewährung der Nut­zungs­be­fug­nis hat der Kläger so­mit al­len­falls als Ent­gelt­fort­zah­lungs­an­spruch aus § 3 Abs. 1 EFZG be­an­spru­chen können. Der Ent­gelt­fort­zah­lungs­an­spruch im Krank­heits­fall be­steht aber für die­sel­be Krank­heit nur für ma­xi­mal 6 Wo­chen. Die­ser Zeit­raum war aber zum Zeit­punkt der Nut­zungs­ent­zie­hung schon lan­ge ab­ge­lau­fen. Mit dem Ab­lauf des Ent­gelt­fort­zah­lungs­zeit­raums en­de­te so­mit auch der An­spruch auf die Na­tu­ral­vergütung der pri­va­ten Nut­zungsüber­las­sung des Dienst­fahr­zeugs (eben­so: LAG Köln, Ur­teil vom 29.11.1995, 2 Sa 843/95, NZA 1996, S. 986; LAG Köln, Ur­teil vom 22.06.2001, 11 (6) Sa 191/01, NZA-RR 2001, S. 523).

3. Wei­te­re An­spruchs­grund­la­gen für ei­ne Wei­ter­gewährung der pri­va­ten Nut­zungs­be­fug­nis sind nicht er­kenn­bar. Sie wur­den vom Kläger auch nicht be­nannt.

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a) Auch aus der vom Kläger zi­tier­ten Ent­schei­dung des BAG zur Fort­gewährung der Pri­vat­nut­zungs­be­fug­nis während der ge­setz­li­chen Mut­ter­schutz­fris­ten (BAG, Ur­teil vom 11.10.2000, 5 AZR 240/99, NZA 2001, S. 364) er­gibt sich nichts an­de­res. Die­ser vom BAG ent­schie­de­ne Fall ist mit dem vor­lie­gen­den nicht ver­gleich­bar. Das BAG hat nämlich in die­ser Ent­schei­dung aus­drück­lich aus­geführt, dass die Ge­brauchsüber­las­sung als Ar­beits­vergütung nur so lan­ge ge­schul­det ist, wie der Ar­beit­ge­ber über­haupt Ar­beits­ent­gelt schul­det, und sei es wie in Fällen der Krank­heit oder von Beschäfti­gungs­ver­bo­ten auch oh­ne Er­halt ei­ner Ge­gen­leis­tung. Im Um­kehr­schluss be­deu­tet dies: So­bald ein Ent­gelt­an­spruch (über­haupt) entfällt, entfällt auch die Ver­pflich­tung zur Ge­brauchsüber­las­sung. Das BAG ur­teil­te in die­ser Ent­schei­dung le­dig­lich, dass der für die Mut­ter­schutz­fris­ten zu zah­len­de Zu­schuss zum Mut­ter­schafts­geld auch als Sach­be­zug ver­langt wer­den könne. In die­sem Fal­le gab es aber we­nigs­tens noch ei­ne An­spruchs­grund­la­ge auf ei­ne Leis­tungs­gewährung (nämlich § 14 Abs. 1 Satz 1 MuSchG) ge­gen den Ar­beit­ge­ber. Im Krank­heits­fal­le gibt es ei­ne ent­spre­chen­de An­spruchs­grund­la­ge ge­gen den Ar­beit­ge­ber nach Ab­lauf des Ent­gelt­fort­zah­lungs­zeit­raums aber ge­ra­de nicht mehr.

b) Dem kann auch nicht mit all­ge­mei­nen Bil­lig­keits­erwägun­gen be­geg­net wer­den, weil der Kläger in sei­ner pri­va­ten Le­bensführung auf ei­nen Pkw an­ge­wie­sen sei. So­weit auch das LAG Ber­lin-Bran­den­burg (LAG Ber­lin-Bran­den­burg, Ur­teil vom 19.02.2007, 10 Sa 2171/06, ju­ris) mit ei­nen nicht ent­schei­dungs­er­heb­li­chen or­bi­ter dic­turn ent­spre­chen­de Erwägun­gen an­stell­te, sind die­se falsch und mit ge­setz­li­chen An­spruchs­grund­la­gen nicht in Ein­klang zu brin­gen.

c) Auch der Ver­gleich des Klägers mit der Über­las­sung von Werk­miet- oder Werk­dienst­woh­nun­gen (ent­spre­chend: Fi­scher FA 2003, 105) verfängt nicht. Zum Ei­nen wer­den Werk­miet- oder Werk­dienst­woh­nun­gen in der Re­gel ge­gen Be­zah­lung ei­nes Miet­zin­ses über­las­sen (Koch in Schaub Ar­beits­rechts­hand­buch § 84 Rn. 7) und nicht un­ent­gelt­lich. Zum An­de­ren kann de­ren Nut­zung auch von Ge­set­zes we­gen nicht oh­ne Wei­te­res ent­zo­gen wer­den. Selbst bei Be­en­di­gung ei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses be­darf es ei­ner ge­son­der­ten Woh­nungskündi­gung gern. §§ 576, 576 b BGB (Pa­landt-Wei­den­kaff § 576 BGB Rn. 3). Vor al­lem aber steht die Nut­zungsüber­las­sung ei­ner Werk­woh­nung, an­ders als die Nut­zungsüber­las­sung an ei­nem Dienst­wa­gen, nicht im Sy­nal­lag­ma zur Ar­beits­leis­tung.

d) Dass die­ses Er­geb­nis so rich­tig ist, er­gibt sich auch aus fol­gen­der Über­le­gung. Nach Ab­lauf des Ent­gelt­fort­zah­lungs­zeit­raums steht ei­nem ar­beits­unfähi­gen Ar­beit­neh­mern gern. § 44 Abs. 1 SGB V ein Kran­ken­geld­an­spruch ge­gen sei­ne Kran­ken­kas­se zu. Die­ser Kran­ken­geld­an­spruch er­rech­net sich gern. § 47 Abs. 1 SGB V an­hand des

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er­ziel­ten re­gelmäßigen Ar­beits­ent­gelts. Der Be­griff des Ar­beits­ent­gelts ist wie­der­um de­fi­niert in § 14 SGB IV und meint al­le lau­fen­den oder ein­ma­li­gen Ein­nah­men aus ei­ner Beschäfti­gung. Auch Sach­bezüge wie die pri­va­te Nut­zungsüber­las­sung ei­nes Dienst­fahr­zeu­ges gehören zum lau­fen­den Ar­beits­ent­gelt (Rolfs/Gie­sen/Krei­ke­bohm/Udsching So­zi­al­recht § 14 SGB IV Rn. 12; Ar­beits­ent­gelt­ka­ta­log der Deut­schen Ren­ten­ver­si­che­rung Bund in Rolfs/Gie­sen/Krei­ke­bohm/Udsching So­zi­al­recht § 14 SGB IV Rn. 26.1). Erhöht aber der Sach­leis­tungs­be­zug be­reits die Be­mes­sungs­grund­la­ge für die Kran­ken­geld­be­rech­nung, wird dem ar­beits­unfähi­gen Ar­beit­neh­mer die Pri­vat­nut­zung be­reits mit dem Kran­ken­geld­satz von 70 % loh­ner­set­zend gewährt. Dann aber ist kein Grund dafür er­sicht­lich, dem be­tref­fen­den Ar­beit­neh­mer die Pri­vat­nut­zung (ge­wis­ser­maßen dop­pelt) auch noch in Na­tur zu gewähren. Die Ein­heit der Rechts­ord­nung ver­bie­tet dies viel­mehr. An die­ser ge­setz­ge­be­ri­schen Wer­tung ändert sich auch nichts des­we­gen, weil der Kläger we­gen Über­stei­gens der Jah­res­ar­beits­ent­gelt­gren­ze ver­si­che­rungs­frei ist in der ge­setz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung gern. § 6 Abs. 1 Ziff. 1 SGB V.

4. Ein An­spruch des Klägers auf Fort­gewährung der Pri­vat­nut­zungs­be­fug­nis auch in Ar­beits­unfähig­keits­zei­ten außer­halb des Ent­gelt­fort­zah­lungs­zeit­raums er­gibt sich auch nicht aus ei­ner (kon­klu­den­ten) ver­trag­li­chen Ab­re­de. Ei­ne sol­che (kon­klu­den­te) ver­trag­li­che Ab­re­de kann auch nicht in der tatsächli­chen Nut­zungsüber­las­sung bis zum Ab­lauf der Lauf­zeit des Lea­sing­ver­tra­ges ge­se­hen wer­den. Zum Ei­nen ist nämlich nicht ein­mal er­sicht­lich, dass sich die Be­klag­te ih­rer Rech­te, das Fahr­zeug schon vor­her her­aus­ver­lan­gen zu können, über­haupt be­wusst war. Je­den­falls aber ist die Über­las­sung ei­nes be­reits vor­han­de­nen Fahr­zeu­ges bis zum Ab­lauf der Lea­sin­glauf­zeit für den Ar­beit­ge­ber ein deut­lich ge­rin­ge­res Op­fer als ei­ne Ver­pflich­tung zur Neu­an­schaf­fung ei­nes Fahr­zeu­ges zur Nut­zungsüber­las­sung nach Ab­lauf ei­ner Lea­sin­glauf­zeit. Es ist un­zulässig, von der Be­reit­schaft zu ei­nem klei­ne­ren Übel auf den Wil­len zu größeren Op­fern zu schließen (LAG Köln, Ur­teil vom 22.06 2001, 11 (6) Sa 391/01, NZA-RR 2001, S. 523).

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II:
Ne­ben­ent­schei­dun­gen:

1. Die Kos­ten­ent­schei­dung folgt aus § 46 Abs. 2 ArbGG i.V.m. § 91 Abs. 1 ZPO. Der Kläger ist vollständig un­ter­le­gen.

2. Der Streit­wert ent­spricht der Höhe des ein­ge­klag­ten Be­tra­ges.

3. Die Be­ru­fung war für den Kläger gern. § 64 Abs. 3 Ziff. 1 ArbGG zu­zu­las­sen. Dem Rechts­streit wird grundsätz­li­che Be­deu­tung bei­ge­mes­sen, zu­mal das BAG über die Fra­ge der Fort­gewährung der Pkw-Nut­zungsüber­las­sung in Krank­heitsfällen sich noch nicht geäußert hat und ei­ne ein­heit­li­che LAG-Recht­spre­chung hier­zu nicht (mehr) er­kenn­bar ist.

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Rechts­mit­tel­be­leh­rung

1. Ge­gen die­ses Ur­teil kann d. Kläg. Be­ru­fung ein­le­gen.

Die Ein­le­gung der Be­ru­fung hat bin­nen ei­nes Mo­nats nach Zu­stel­lung die­ses Ur­teils schrift­lich beim Lan­des­ar­beits­ge­richt Ba­den-Würt­tem­berg, Börsen­str. 6, 70174 Stutt­gart zu er­fol­gen. Die Be­ru­fungs­schrift muss die Be­zeich­nung des Ur­teils, ge­gen das die Be­ru­fung ge­rich­tet wird, so­wie die Erklärung, dass ge­gen die­ses Ur­teil Be­ru­fung ein­ge­legt wer­de, ent­hal­ten. Die Be­ru­fung ist, so­fern nicht be­reits in der Be­ru­fungs­schrift er­folgt, bin­nen zwei Mo­na­ten nach Zu­stel­lung die­ses Ur­teils schrift­lich ge­genüber dem Lan­des­ar­beits­ge­richt zu be­gründen.

Der Be­ru­fungskläger muss sich vor dem Lan­des­ar­beits­ge­richt durch ei­nen bei ei­nem deut­schen Ge­richt zu­ge­las­se­nen Rechts­an­walt ver­tre­ten las­sen, ins­be­son­de­re müssen Be­ru­fungs- und ei­ne even­tu­el­le Be­ru­fungs­be­gründungs­schrift von ei­nem sol­chen un­ter­zeich­net sein.
An sei­ne Stel­le kann auch ein Ver­tre­ter ei­nes Ver­ban­des (Ge­werk­schaf­ten, Ar­beit­ge­ber­ver­ei­ni­gun­gen) oder ei­nes Spit­zen­ver­ban­des (Zu­sam­men­schlüsse sol­cher Verbände) tre­ten, so­fern er kraft Sat­zung oder Voll­macht zur Ver­tre­tung be­fugt und die Par­tei Mit­glied des Ver­ban­des oder Spit­zen­ver­ban­des ist. An die Stel­le der vor­ge­nann­ten Ver­tre­ter können auch An­ge­stell­te ei­ner ju­ris­ti­schen Per­son, de­ren An­tei­le sämt­lich im wirt­schaft­li­chen Ei­gen­tum ei­ner die­ser Or­ga­ni­sa­tio­nen ste­hen, tre­ten, so­fern die ju­ris­ti­sche Per­son aus­sch­ließlich die Rechts­be­ra­tung der Ver­bands­mit­glie­der ent­spre­chend de­ren Sat­zung durchführt und der Ver­band für die Tätig­keit der Be­vollmäch­tig­ten haf­tet. Ist die Par­tei Mit­glied ei­nes Ver­ban­des oder Spit­zen­ver­ban­des, kann sie sich auch durch ei­nen Ver­tre­ter ei­nes an­de­ren Ver­ban­des oder An­ge­stell­ten ei­ner der oben ge­nann­ten ju­ris­ti­schen Per­so­nen mit ver­gleich­ba­rer Aus­rich­tung ver­tre­ten las­sen.

Mit der Be­ru­fungs­schrift soll ei­ne Aus­fer­ti­gung oder be­glau­big­te Ab­schrift des an­ge­foch­te­nen Ur­teils vor­ge­legt wer­den. Die Geschäfts­stel­le des Lan­des­ar­beits­ge­richts bit­tet, Schriftsätze in fünf­fa­cher Fer­ti­gung ein­zu­rei­chen.

2. Für d. Bekl. ist ge­gen die­ses Ur­teil kein Rechts­mit­tel ge­ge­ben.

D.Vor­sit­zen s:

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