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LAG Nürn­berg, Ur­teil vom 30.01.2014, 5 Sa 1/13

   
Schlagworte: Befristung des Arbeitsvertrags, Befristung: ohne Sachgrund, sachgrundlose Befristung
   
Gericht: Landesarbeitsgericht Nürnberg
Aktenzeichen: 5 Sa 1/13
Typ: Urteil
Entscheidungsdatum: 30.01.2014
   
Leitsätze:
Vorinstanzen: Arbeitsgericht Bamberg, Urteil vom 10.10.2012, 2 Ca 1097/11
nachgehend:
Bundesverfassungsgericht, Beschluss vom 06.06.2018, 1 BvL 7/14, 1 BvR 1375/14
   

LAN­DES­AR­BEITS­GERICHT NÜRN­BERG

5 Sa 1/13
2 Ca 1097/11
(Ar­beits­ge­richt Bam­berg)

 

Da­tum: 30.01.2014

 

Ur­teil:

1. Die Be­ru­fung des Klägers ge­gen das En­dur­teil des Ar­beits­ge­richts Bam­berg vom 10.10.2012, Ak­ten­zei­chen: 2 Ca 1097/11, wird auf Kos­ten des Be­ru­fungsführers zurück­ge­wie­sen.

2. Die Re­vi­si­on wird nicht zu­ge­las­sen.

 

Tat­be­stand:

 

Die Par­tei­en strei­ten um die Wirk­sam­keit ei­ner zwi­schen ih­nen ver­ein­bar­ten Be­fris­tung ih­res Ar­beits­verhält­nis­ses so­wie um den An­spruch des Klägers auf Wei­ter­beschäfti­gung.

Der Kläger ist bei der Be­klag­ten seit dem 09.06.2010 auf der Grund­la­ge meh­re­rer be­fris­te­ter Ar­beits­verträge als Ma­schi­nen­be­die­ner für zu­letzt € 2.292,-- brut­to mo­nat­lich beschäftigt. Das Ar­beits­verhält­nis wur­de zum letz­ten Mal mit Ver­trag vom 26.05.2011 bis zum 31.12.2011 verlängert. Der Kläger war be­reits vom 13.04.2005 bis zum 21.04.2006 bei der Be­klag­ten beschäftigt ge­we­sen.

Der Kläger macht mit sei­ner Kla­ge vom 07.10.2011, bei Ge­richt ein­ge­gan­gen am 20.10.2011, die Un­wirk­sam­keit der Be­fris­tungs­ab­re­de gel­tend. Die Be­fris­tung sei un­wirk­sam, weil ein sach­li­cher Grund nicht be­ste­he. Die­ser sei er­for­der­lich, weil be­reits zu­vor zwi­schen den Par­tei­en ein Ar­beits­verhält­nis be­stan­den ha­be. Auf den zeit­li­chen Ab­stand zwi­schen dem frühe­ren und dem jet­zi­gen Ar­beits­verhält­nis kom­me es nach dem Wil­len

 

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des Ge­setz­ge­bers nicht an. Auch wenn der Kläger die Kla­ge be­reits vor dem Be­fris­tungs­en­de ein­ge­reicht ha­be, sei sie frist­ge­recht er­ho­ben. Ein ei­genständi­ger Sach­grund sei durch den zwi­schen dem Ver­band der Baye­ri­schen Me­tall- und Elek­tro­in­dus­trie e.V. (VBM) und der IG Me­tall für die Be­klag­te ge­schlos­se­nen Ta­rif­ver­trag vom 24.05.2011 nicht ge­schaf­fen wor­den. Ein sach­li­cher Grund be­ste­he auch nicht in ei­nem vorüber­ge­hen­den Be­darf an der Ar­beits­leis­tung des Klägers. Die Ab­ru­fe durch die Kun­den er­folg­ten kurz­fris­tig; die Be­klag­te könne nur ca. 3 Mo­na­te im Vor­aus pla­nen. Durch die Be­fris­tungs­ab­re­de wer­de das un­ter­neh­me­ri­sche Ri­si­ko un­zulässig auf den Kläger ver­la­gert. So­weit die Be­klag­te die Her­stel­lung des Pro­duk­tes H… in ei­ne Pro­duk­ti­onsstätte in der Türkei ver­la­gert ha­be, ha­be sie nicht vor­ge­tra­gen, wel­che Ka­pa­zitäten die­ses Pro­dukt be­inhal­te. Der Kläger be­strei­te, dass von die­ser Ver­la­ge­rung 168 Ar­beitsplätze be­trof­fen sei­en. Selbst wenn dies der Fall sein sol­le, recht­fer­ti­ge dies noch nicht die Be­fris­tung des Ar­beits­verhält­nis­ses mit dem Kläger. Die von der Be­klag­ten für die Pro­duk­ti­on im Be­reich des Klägers an­ge­nom­me­nen Stück­zah­len be­ruh­ten nur auf ei­ner Grob­pla­nung. Im Mai 2011 sei die Ent­wick­lung für den Ja­nu­ar 2012 nicht vor­her­seh­bar ge­we­sen. Der Kläger müsse auf­grund der Un­wirk­sam­keit der Be­fris­tungs­ab­re­de auch tatsächlich wei­ter­beschäftigt wer­den.

Die Be­klag­te hält die Kla­ge für un­sub­stan­ti­iert, weil hier­aus nicht er­sicht­lich sei, aus wel­chen Gründen die Be­fris­tung un­wirk­sam sein sol­le. Die Kla­ge sei be­reits des­halb un­be­gründet, weil die ge­setz­li­che Kla­ge­frist nicht ein­ge­hal­ten wor­den sei. Die Kla­ge müsse in­ner­halb von 3 Wo­chen nach dem ver­ein­bar­ten En­de der Be­fris­tung er­ho­ben wer­den. Dies sei vor­lie­gend nicht ge­sche­hen. Die Be­fris­tung sei oh­ne Sach­grund möglich, weil der Kläger nicht be­reits zu­vor im Sin­ne des Ge­set­zes bei der Be­klag­ten beschäftigt ge­we­sen sei. Auf die frühe­re Beschäfti­gung des Klägers kom­me es in­so­weit nicht an, weil das frühe­re Ar­beits­verhält­nis länger als 3 Jah­re zurück­lie­ge. Ei­ne Zu­vor­beschäfti­gung lie­ge nach dem Sinn und Zweck der ge­setz­li­chen Re­ge­lung da­mit nicht vor. Hilfs­wei­se bestünde für die Be­fris­tung auch ein Sach­grund. Zum Ei­nen sei in der Präam­bel des Ta­rif­ver­tra­ges vom 24.05.2011 fest­ge­stellt wor­den, dass bei der Be­klag­ten ein zeit­lich be­grenz­ter Ka­pa­zitäts­be­darf be­ste­he, der im We­ge von Be­fris­tun­gen über­brückt wer­den sol­le. Hier­durch hätten die Ta­rif­ver­trags­par­tei­en ei­nen ei­ge­nen Sach­grund ne­ben den im Ge­setz ge­nann­ten Sach­gründen ge­schaf­fen. Je­den­falls wer­de durch die Re­ge­lun­gen des Ta­rif­ver­tra­ges das Vor­lie­gen ei­nes Sach­grun­des ver­mu­tet. Ein vorüber­ge­hen­der Beschäft-

 

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igungs­be­darf ha­be auch tatsächlich vor­ge­le­gen, so dass bei der Be­fris­tungs­ab­re­de vom 26.05.2011 ein Sach­grund ge­ge­ben ge­we­sen sei. Für den vorüber­ge­hen­den Beschäfti­gungs­be­darf des Klägers sei­en die Ab­rufstück­zah­len im Fer­ti­gungs­be­reich des Klägers ent­schei­dend. Die zu er­war­ten­den von den Kun­den ab­ge­ru­fe­nen Stück­zah­len sei­en im Jahr 2011 vorüber­ge­hend an­ge­stie­gen. Zu­dem sei be­reits be­kannt ge­we­sen, dass die Her­stel­lung des Pro­duk­tes H… von Bam­berg in die Türkei zum Weg­fall von 168 Ar­beitsplätzen zum 31.12.2011 führen wer­de. Die Be­klag­te er­rech­ne ih­ren Per­so­nal­be­darf durch die Fest­stel­lung der für die Pro­duk­ti­on an­hand des Vor­ga­be­zeit­vo­lu­mens benötig­ten Men­sch­ar­beits­zeit un­ter Berück­sich­ti­gung von Ur­laubs­zei­ten und Ar­beits­un­ter­bre­chun­gen, z.B. durch Be­triebs­ver­samm­lun­gen. Die von der Be­klag­ten ge­trof­fe­ne Pro­gno­se ha­be sich im Jahr 2012 auch tatsächlich bestätigt, denn die Be­klag­te ha­be nach dem 31.12.2011 kei­ne Ein­stel­lun­gen von be­fris­te­ten Mit­ar­bei­tern mehr vor­ge­nom­men. Im Ja­nu­ar 2012 ha­be sich be­zo­gen auf das ge­sam­te Werk Bam­berg ein Per­so­nalüber­hang von mehr als 100 Stamm­mit­ar­bei­tern er­ge­ben. Auf­grund die­ser bestätig­ten Ent­wick­lung be­ste­he eben­falls ei­ne Ver­mu­tung, dass die ursprüng­li­che Pro­gno­se rich­tig und fun­diert ge­we­sen sei.

Das Ar­beits­ge­richt hat die Kla­ge ab­ge­wie­sen. Die Be­fris­tungs­ab­re­de sei wirk­sam, denn es ha­be hierfür gemäß § 14 Abs. 2 Tz­B­fG kei­nes Sach­grun­des be­durft. Das frühe­re Ar­beits­verhält­nis des Klägers lie­ge mehr als 3 Jah­re zurück und ste­he da­mit nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts (Ur­teil vom 06.04.2011, 7 AZR 716/09, NZA 2011, 905) ei­ner er­neu­ten sach­grund­lo­sen Be­fris­tung nicht ent­ge­gen. Mit der Dau­er der Be­fris­tung und der An­zahl der Verlänge­run­gen hätten sich die Par­tei­en in den Gren­zen des § 14 Abs. 2 Tz­B­fG be­wegt. Auf das Vor­lie­gen ei­nes Sach­grun­des kom­me es da­mit nicht an. Auf den In­halt des ar­beits­ge­richt­li­chen Ur­teils wird, auch hin­sicht­lich des erst­in­stanz­li­chen Par­tei­vor­brin­gens im Ein­zel­nen, Be­zug ge­nom­men.

Zur Be­gründung sei­ner Be­ru­fung lässt der Kläger vor­brin­gen, die Ent­schei­dung des Bun­des­ar­beits­ge­richts vom 06.04.2011, 7 AZR 716/09 könne der Ent­schei­dung nicht zu­grun­de ge­legt wer­den, weil das Ur­teil des Bun­des­ar­beits­ge­richts den Rah­men der rich­ter­li­chen Kom­pe­tenz zur Rechts­an­wen­dung und -aus­le­gung über­stei­ge. Nach dem Wort­laut des § 14 Abs. 2 Satz 2 Tz­B­fG sei ei­ne sach­grund­lo­se Be­fris­tung zulässig, wenn zwi­schen den Par­tei­en „be­reits zu­vor“ ein Ar­beits­verhält­nis be­stan­den ha­be. Nach dem Wort­laut ste­he

 

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da­mit je­des frühe­re Ar­beits­verhält­nis der Be­fris­tung ent­ge­gen, gleich ob we­ni­ge Ta­ge, Mo­na­te oder Jah­re. Ei­ne ver­fas­sungs­ori­en­tier­te Aus­le­gung sei nicht ge­eig­net, der ein­deu­ti­gen Re­ge­lung des § 14 Abs. 2 Satz 2 Tz­B­fG ei­nen an­de­ren In­halt zu ge­ben. Oh­ne An­ru­fung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts hätte der 7. Se­nat des Bun­des­ar­beits­ge­richts § 14 Abs. 2 Satz 2 Tz­B­fG nicht in der ge­sche­he­nen Wei­se aus­le­gen dürfen. Die Be­klag­te hätte da­mit ei­nen Sach­grund für die Be­fris­tung benötigt, der nicht vor­lie­ge. We­der der Ta­rif­ver­trag vom 24.05.2011 stel­le ei­nen sol­chen Sach­grund dar noch könne sich die Be­klag­te auf ei­nen vorüber­ge­hen­den Be­darf im Sin­ne des § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 Tz­B­fG be­ru­fen. Da­mit sei der Kläger auch wei­ter zu beschäfti­gen.

Die Be­klag­te lässt vor­tra­gen, die Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts zu dem Be­griff „be­reits zu­vor“ ver­s­toße nicht ge­gen § 14 Abs. 2 Satz 2 Tz­B­fG und Art. 20 GG. Bei der Aus­le­gung ha­be des Bun­des­ar­beits­ge­richt zu­tref­fend den Ge­set­zes­zweck berück­sich­tigt. Im Übri­gen ha­be der Kläger die Kla­ge­frist des § 17 Tz­B­fG nicht ein­ge­hal­ten. Außer­halb die­ses Zeit­raums er­ho­be­ne Kla­gen sei­en un­zulässig, weil die ge­setz­li­chen Vor­aus­set­zun­gen des punk­tu­el­len Streit­ge­gen­stan­des des Tz­B­fG nicht ein­ge­hal­ten würden. Im Übri­gen würde auch ein Sach­grund in Form des Ergänzungs­ta­rif­ver­tra­ges vom 24./25. Mai 2011 für die Be­fris­tung vor­lie­gen. Die Re­ge­lung des § 14 Abs. 1 Satz 1 Tz­B­fG sei nicht ab­sch­ließend, so dass ei­ne Re­ge­lung über ei­nen Ergänzungs­ta­rif­ver­trag möglich sei; ei­ne wei­ter­ge­hen­de Be­gründung sei in die­sen Fällen nicht not­wen­dig. In ei­ner Be­triebs­ver­ein­ba­rung vom 24. Mai 2011 sei zwi­schen der Be­klag­ten und dem Be­triebs­rat nach ei­ner länge­ren Ver­hand­lungs­zeit und ei­ner um­fas­sen­den Prüfung fest­ge­legt wor­den, dass ma­xi­mal 120 be­fris­te­te Ar­beits­verhält­nis­se bis 31. De­zem­ber 2011 be­fris­tet verlängert wer­den würden. Der Ab­schluss die­ser Be­triebs­ver­ein­ba­rung sei Vor­aus­set­zung für den Ab­schluss des ent­spre­chen­den Ergänzungs­ta­rif­ver­tra­ges vom 24. Mai 2011 ge­we­sen. Je­den­falls sei dem Ta­rif­ver­trag vom 24./25. Mai 2011 ei­ne Rich­tig­keits­ver­mu­tung im Sin­ne von § 292 ZPO zu ent­neh­men. Der Vor­trag der Kläger­sei­te ha­be die­se Ver­mu­tungs­wir­kung nicht sub­stan­ti­iert erschüttert. Die Pro­gno­se ei­nes nur vorüber­ge­hend be­ste­hen­den Ar­beits­be­darfs sei auch auf­grund der tatsächli­chen Ent­wick­lung bestätigt wor­den. Ins­be­son­de­re sei­en kei­ne Ein­stel­lun­gen von be­fris­te­ten Mit­ar­bei­tern nach dem 31. De­zem­ber 2011 mehr vor­ge­nom­men wor­den. Auch sei­en bei der Be­klag­ten zum Zeit­punkt der Be­fris­tungs­ver­ein­ba­rung und während der Be­fris­tungs­dau­er kei­ne Leih­ar­beit­neh­mer mehr beschäftigt wor­den. Nach Ab­lauf der Be­fris­tung ha­be es, be­zo­gen auf das

 

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ge­sam­te Werk Bam­berg, ei­nen Per­so­nalüber­hang von mehr als 100 Stamm­mit­ar­bei­tern ge­ge­ben. Darüber hin­aus ha­be auch ein Sach­grund für die Be­fris­tung vor­ge­le­gen. Zum Zeit­punkt des Ver­trags­schlus­ses ha­be die Be­klag­te hin­rei­chend so­li­de Tat­sa­chen­grund­la­gen für ei­ne zeit­lich be­grenz­te Dau­er des Ar­beits­be­darfs ge­habt. Die Pro­gno­se ei­nes nur vorüber­ge­hen­den Beschäfti­gungs­be­darfs er­ge­be sich auf­grund der Ver­triebs­zah­len und des Pro­duk­ti­onsstück­zahl­ab­rufs. Grund­la­ge der nach­voll­zieh­ba­ren und um­fas­sen­den Pro­gno­se sei ein ent­spre­chen­der Wirt­schafts­plan. Ent­schei­dend kom­me es auf den Pro­gno­se­zeit­punkt, nämlich den Be­ginn der letz­ten Be­fris­tung an. Zum Zeit­punkt der Be­fris­tungs­ab­re­de ha­be es kei­ne Hin­wei­se ge­ge­ben, dass im Jahr 2011 erhöhte Ab­ruf­zah­len und Men­gen­stei­ge­run­gen über das Jahr 2011 hin­aus be­ste­hen würden. Sch­ließlich sei bei der ge­sam­ten Ka­pa­zitäts­pla­nung berück­sich­tigt wor­den, dass die Pro­duk­ti­on des Hoch­druck­ein­spritz­ven­tils H…, wel­ches ei­ne Ar­beits­ka­pa­zität von 168 Mit­ar­bei­tern ge­habt ha­be, mit Ab­lauf des 31. De­zem­ber 2011 in die Türkei ver­la­gert wor­den und dem­ent­spre­chend die Ar­beits­ka­pa­zität im Um­fang von 168 Mit­ar­bei­tern ent­fal­len sei.

We­gen des wei­te­ren Be­ru­fungs­vor­brin­gens der Par­tei­en im Ein­zel­nen so­wie der ge­stell­ten Be­ru­fungs­anträge wird auf den In­halt der im Be­ru­fungs­ver­fah­ren ge­wech­sel­ten Schriftsätze so­wie auf die Sit­zungs­nie­der­schrift Be­zug ge­nom­men.

 


Ent­schei­dungs­gründe:

A

Die Be­ru­fung ist zulässig, sie ist ins­be­son­de­re in der ge­setz­li­chen Form und Frist ein­ge­legt und be­gründet wor­den.

B

Die Be­ru­fung ist je­doch nicht be­gründet. Die Be­ru­fungs­kam­mer folgt den Erwägun­gen der in den Par­al­lel­ver­fah­ren er­gan­ge­nen Ent­schei­dun­gen des Lan­des­ar­beits­ge­richts Nürn-

 

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berg (Ur­tei­le vom 22.03.2013 und vom 08.05.2013, 8 Sa 499/12 und 2 Sa 501/12). Das Ar­beits­ge­richt hat die Kla­ge zu Recht ab­ge­wie­sen. Auch das Be­ru­fungs­ge­richt folgt der Auf­fas­sung des Erst­ge­richts wie auch des sieb­ten Se­nats des Bun­des­ar­beits­ge­richts, wo­nach § 14 Abs. 2 Satz 2 Tz­B­fG den Ab­schluss ei­nes be­fris­te­ten Ar­beits­ver­tra­ges oh­ne Sach­grund dann nicht ver­bie­tet, wenn das En­de des zu­vor mit dem­sel­ben Ar­beit­ge­ber be­stan­de­nen Ar­beits­verhält­nis­ses mehr als drei Jah­re zurück­liegt.

I. Die Kla­ge ist al­ler­dings nicht schon des­halb ab­zu­wei­sen, weil die Kla­ge­par­tei et­wa die Kla­ge­frist des § 17 Satz 1 Tz­B­fG nicht ein­ge­hal­ten hätte und die Be­fris­tung da­her in Ver­bin­dung mit § 7 KSchG als rechts­wirk­sam gel­ten würde. Denn die Frist des § 17 Satz 1 Tz­B­fG ist auch durch ei­ne Kla­ge ge­wahrt, die be­reits vor Ab­lauf ei­nes ka­len­dermäßig be­fris­te­ten Ar­beits­verhält­nis­ses er­ho­ben wird (vgl. et­wa BAG vom 16.01.2013 - 7 AZR 661/11, ständi­ge Recht­spre­chung). Die­se Vor­aus­set­zun­gen sind mit der am 07.10.2011 er­ho­be­nen Kla­ge ge­gen die am 26.05.2011/06.06.2011 für die Zeit bis zum 31.12.2011 ver­ein­bar­te letz­te Be­fris­tung erfüllt.

II. Die Be­klag­te konn­te das Ar­beits­verhält­nis mit der Kla­ge­par­tei bis zum 31.12.2011 wirk­sam auch oh­ne Sach­grund be­fris­ten. Nach § 14 Abs. 2 Tz­B­fG ist die ka­len­dermäßige Be­fris­tung ei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses oh­ne Vor­lie­gen ei­nes sach­li­chen Grun­des bis zur Dau­er von zwei Jah­ren zulässig. Die Aus­nah­me­be­stim­mung des § 14 Abs. 2 Satz 2 Tz­B­fG greift nicht. Da­nach ist ei­ne Be­fris­tung nach § 14 Abs. 2 Satz 1 Tz­B­fG nicht zulässig, wenn mit dem­sel­ben Ar­beit­ge­ber be­reits zu­vor ein be­fris­te­tes oder un­be­fris­te­tes Ar­beits­verhält­nis be­stan­den hat.

Mit Ur­teil vom 06.04.2011 hat der sieb­te Se­nat des Bun­des­ar­beits­ge­richts ent­schie­den, dass ei­ne Vor­beschäfti­gung im Sin­ne von § 14 Abs. 2 Satz 2 Tz­B­fG nicht ge­ge­ben ist, wenn das En­de des frühe­ren Ar­beits­verhält­nis­ses mehr als drei Jah­re zurück­liegt (7 AZR 16/09). Die­se Ent­schei­dung hat im Schrift­tum so­wohl Ab­leh­nung als auch Zu­stim­mung er­fah­ren. Dies nahm der sieb­te Se­nat zum An­lass, in der Ent­schei­dung vom 21.09.2011 - 7 AZR 375/10 - sei­ne Rechts­auf­fas­sung zu bestäti­gen und sich mit den kri­ti­schen Stim­men in der Li­te­ra­tur aus­ein­an­der­zu­set­zen. In die­ser Ent­schei­dung hat er nach er­neu­ter Über­prüfung und un­ter Berück­sich­ti­gung der im Schrift­tum er­ho­be­nen Be­den­ken

 

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an sei­ner Auf­fas­sung fest­ge­hal­ten. Die er­ken­nen­de Kam­mer schließt sich die­ser Ent­schei­dung an (eben­so LAG Rhein­land-Pfalz vom 09.08.2012 – 2 Sa 239/12; ErfK - Müller-Glöge, 13. Auf­la­ge, § 14 Tz­B­fG, Rn. 99; a.A. KR-Lip­ke, 10. Auf­la­ge, § 14 Tz­B­fG Rn. 418 a ff., je­weils mit zahl­rei­chen wei­te­ren Nach­wei­sen).

1. Der Wort­laut des § 14 Abs. 2 Satz 2 Tz­B­fG ist hin­sicht­lich des Tat­be­stands­merk­mals „be­reits zu­vor“ nicht ein­deu­tig. Er ge­bie­tet nicht zwin­gend das Aus­le­gungs­er­geb­nis ei­nes le­bens­lan­gen oder auch ab­so­lu­ten Vor­beschäfti­gungs­ver­bots im­mer dann, wenn „je­mals zu­vor“ ein Ar­beits­verhält­nis der Par­tei­en be­stand. Auch der Ge­set­zes­zu­sam­men­hang ver­langt kein be­stimm­tes Aus­le­gungs­er­geb­nis. Der Um­stand, dass sich in § 14 Abs. 3 Satz 1 Tz­B­fG in der seit 01.05.2007 gel­ten­den Fas­sung die For­mu­lie­rung „un­mit­tel­bar vor Be­ginn des be­fris­te­ten Ar­beits­verhält­nis­ses“ fin­det, spricht zwar da­ge­gen, die Wor­te „be­reits zu­vor“ in § 14 Abs. 2 Satz 2 Tz­B­fG im Sin­ne von „un­mit­tel­bar zu­vor“ zu ver­ste­hen. Zwin­gend ist je­doch nicht das Verständ­nis, dass „be­reits zu­vor“ gleich­be­deu­tend ist mit „je­mals zu­vor“. Zwar kann ei­ni­ges dar­auf hin­deu­ten, dass die Ge­set­zes­ge­schich­te des Teil­zeit- und Be­fris­tungs­ge­set­zes dafür spricht, das Ver­bot der Vor­beschäfti­gung zeit­lich un­be­schränkt zu ver­ste­hen. Ge­gen ein Verständ­nis des § 14 Abs. 2 Satz 2 Tz­B­fG im Sin­ne ei­nes zeit­lich völlig un­be­schränk­ten Ver­bo­tes spricht je­doch der Zweck der Re­ge­lung. Er be­steht dar­in, zu ver­hin­dern, dass die Möglich­keit ei­ner sach­grund­lo­sen Be­fris­tung zu Be­fris­tungs­ket­ten miss­braucht wird. Die­ser Zweck kann auch oh­ne le­bens­lan­ges Vor­beschäfti­gungs­ver­bot ver­wirk­licht wer­den. Das da­mit ver­bun­de­ne ab­so­lu­te Ein­stel­lungs­hin­der­nis ist nicht mehr vom Ge­set­zes­zweck ge­deckt.

2. Das Bun­des­ar­beits­ge­richt hat auch in der Ent­schei­dung vom 21.09.2011 auf den ent­schei­den­den Ge­sichts­punkt hin­ge­wie­sen, dass ge­gen ein Verständ­nis im Sin­ne ei­nes zeit­lich völlig un­ein­ge­schränk­ten Ver­bo­tes der Vor­beschäfti­gun­gen ver­fas­sungs­recht­li­che Erwägun­gen spre­chen. Ein zeit­lich un­be­schränk­tes Vor­beschäfti­gungs­ver­bot wäre ver­fas­sungs­wid­rig. Ein ein­ge­schränk­tes Verständ­nis des § 14 Abs. 2 Satz 2 Tz­B­fG ist nach dem Grund­satz der möglichst ver­fas­sungs­kon­for­men Aus­le­gung ge­bo­ten. Nach­dem die Zi­vil­ge­rich­te, zu de­nen auch die Ar­beits­ge­rich­te gehören, bei der Aus­le­gung und An­wen­dung des ein­fa­chen Rechts die durch Art. 12 Abs. 1 GG und Art. 2 Abs. 1 GG ge­zo­ge­nen Gren­zen zu be­ach­ten ha­ben und die im Ge­setz zum Aus­druck kom­men­de In­ter­es­sen­abwägung in ei­ner Wei­se nach­voll­zie­hen müssen, die die kon­kur­rie­ren­den Grund­rech­te der

 

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ver­schie­de­nen Grund­recht­sträger be­ach­tet und un­verhält­nismäßige Grund­recht­s­ein­schränkun­gen ver­mei­den soll­te, ver­dient bei der Aus­le­gung und An­wen­dung ein­fach­recht­li­cher Nor­men die Aus­le­gung den Vor­zug, die den Wer­tent­schei­dun­gen der Ver­fas­sung ent­spricht und die Grund­rech­te der Be­tei­lig­ten möglichst weit­ge­hend in prak­ti­scher Kon­kor­danz zur Gel­tung bringt. Das Vor­beschäfti­gungs­ver­bot ist da­her zeit­lich ein­ge­schränkt aus­zu­le­gen. Denn ein un­be­schränk­tes Vor­beschäfti­gungs­ver­bot würde struk­tu­rell die Ge­fahr ber­gen, als ar­beits­recht­li­ches Ein­stel­lungs­hin­der­nis die von den Art. 12 Abs. 1 GG geschütz­te Be­rufs­frei­heit des Ar­beit­neh­mers un­verhält­nismäßig zu be­gren­zen. Der Ar­beit­neh­mer wäre auch bei ei­ner lan­ge zurück­lie­gen­den Vor­beschäfti­gung ge­hin­dert, mit ei­nem ein­stel­lungs­be­rei­ten Ar­beit­ge­ber ei­nen sach­grund­los be­fris­te­ten Ar­beits­ver­trag zu schließen. Das würde der ob­jek­ti­ven Wer­tent­schei­dung, die in Art. 12 Abs. 1 GG zum Aus­druck kommt, nicht hin­rei­chend ge­recht. Die struk­tu­rell ein­stel­lungs­hem­men­de Wir­kung ist im In­ter­es­se des mit § 14 Abs. 2 Satz 2 Tz­B­fG ver­folg­ten Ziels des ar­beits­ver­trag­li­chen Be­stands­schut­zes zwar grundsätz­lich hin­zu­neh­men. Dies gilt je­doch nicht, so­weit sie zur Ver­wirk­li­chung die­ses Ziels un­ge­eig­net, nicht er­for­der­lich oder un­an­ge­mes­sen ist. Bei dem zeit­lich völlig un­be­schränk­ten Vor­beschäfti­gungs­ver­bot ist das der Fall. Ein ab­so­lu­tes Vor­beschäfti­gungs­ver­bot ist schon we­der ge­eig­net noch er­for­der­lich, um Be­fris­tungs­ket­ten zu ver­mei­den und ar­beits­ver­trag­li­chen Be­stands­schutz zu gewähr­leis­ten. Je­den­falls ist die fak­ti­sche Be­nach­tei­li­gung, die sich für den Ar­beits­platz­be­wer­ber aus dem Vor­beschäfti­gungs­ver­bot er­gibt, un­ter Berück­sich­ti­gung des vom Ge­setz­ge­ber mit § 14 Abs. 2 Satz 2 Tz­B­fG ver­folg­ten le­gi­ti­men Zwecks nicht mehr an­ge­mes­sen.

3. Ein zeit­lich ein­ge­schränk­tes Verständ­nis des § 14 Abs. 2 Satz 2 Tz­B­fG ist auch we­gen des Grund­sat­zes der möglichst ver­fas­sungs­kon­for­men Aus­le­gung ge­bo­ten. Ein zeit­lich völlig un­be­schränk­tes Vor­beschäfti­gungs­ver­bot ist mit Art. 12 Abs. 1 GG nicht ver­ein­bar. Da­durch würde die Frei­heit der Be­rufs­wahl und der Be­rufs­ausübung in un­verhält­nismäßiger Wei­se ein­ge­schränkt. Die Ver­fas­sungs­wid­rig­keit von § 14 Abs. 2 Satz 2 Tz­B­fG lässt sich je­doch durch ei­ne ver­fas­sungs­kon­for­me Aus­le­gung ver­mei­den. Das Bun­des­ar­beits­ge­richt weist zu­tref­fend dar­auf hin (vgl. BAG vom 21.09.2011 - 7 AZR 375/10, Rn. 34, zi­tiert nach ju­ris), dass im Fal­le ei­ner Vor­la­ge des § 14 Abs. 2 Satz 2 Tz­B­fG an das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt nach Art. 100 Abs. 1 Satz 1 GG auch § 14 Abs. 2 Satz 1 Tz­B­fG bis zu des­sen Ent­schei­dung nicht mehr an­ge­wandt wer­den könne. Da­mit würde je­doch der Wil­le des deut­schen Ge­setz­ge­bers in sein Ge­gen­teil ver­kehrt. Ein

 

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zeit­lich ein­ge­schränk­tes und da­mit ver­fas­sungs­kon­for­mes gel­tungs­er­hal­ten­des Verständ­nis von § 14 Abs. 2 Satz 2 Tz­B­fG ent­spricht da­mit auch dem uni­ons­recht­li­chen Ge­bot der Kohärenz ei­ner na­tio­na­len Re­ge­lung, die Richt­li­ni­en­recht um­setzt.

4. Die Kam­mer schließt sich auch der Auf­fas­sung des Bun­des­ar­beits­ge­richts an, dass ein Zeit­raum von drei Jah­ren ge­eig­net, er­for­der­lich und an­ge­mes­sen ist, die in ei­nem zeit­lich ein­ge­schränk­ten Sinn im We­ge der Rechts­fort­bil­dung vor­zu­neh­men­de Kon­kre­ti­sie­rung zu ermögli­chen. Mit die­sem Drei­jah­res­zeit­raum wird ei­ne un­verhält­nismäßige Be­schränkung der Be­rufs­frei­heit ver­mie­den. Die Zeit­span­ne ent­spricht der ge­setz­ge­be­ri­schen Wer­tung, der in der Dau­er der re­gelmäßigen zi­vil­recht­li­chen Verjährungs­frist nach § 195 BGB zum Aus­druck kommt.

5. So­mit lie­gen die Vor­aus­set­zun­gen für die Be­fris­tung des Ar­beits­verhält­nis­ses oh­ne Sach­grund nach § 14 Abs. 2 Tz­B­fG vor. We­der ist die nach dem Haus­ta­rif­ver­trag vom 24.05.2012 in Ver­bin­dung mit § 14 Abs. 2 Satz 3 Tz­B­fG zulässi­ge Höchst­dau­er von 24 Mo­na­ten noch die Zahl der zulässi­gen Verlänge­run­gen im vor­lie­gen­den Fall über­schrit­ten. Das En­de des zu­vor mit der Be­klag­ten be­ste­hen­den Ar­beits­verhält­nis­ses liegt mehr als drei Jah­re zurück.
III. Die Par­tei­en ha­ben die Möglich­keit der sach­grund­lo­sen Be­fris­tung auch nicht ver­trag­lich aus­ge­schlos­sen. Die Par­tei­en ha­ben zwar im Ar­beits­ver­trag vom 08.06.2010 als Be­fris­tungs­grund „vorüber­ge­hen­der Ar­beits­kräfte­be­darf und Ur­laubs­ver­tre­tung in un­se­rer Fer­ti­gung“ ge­nannt, was auf ei­nen sol­chen Aus­schluss hin­deu­ten könn­te. Dies al­lein genügt je­doch nicht, viel­mehr müss­ten wei­te­re Umstände hin­zu­tre­ten (vgl. zum Bei­spiel BAG vom 29.06.2011 - 7 AZR 774/09; vom 12.08.2009 - 7 AZR 270/08).

Im vor­lie­gen­den Fall gibt es je­doch kei­ne An­halts­punk­te, die für ei­ne Ei­ni­gung der Par­tei­en da­hin­ge­hend sprächen, mit dem Vor­lie­gen des im Ar­beits­ver­trag for­mu­lier­ten Sach­grun­des sol­le die Be­fris­tung „ste­hen und fal­len“. Im Ge­gen­teil, der im Ar­beits­ver­trag ge­nann­te „Sach­grund“ ist völlig all­ge­mein ge­hal­ten und für sich nicht aus­sa­ge­kräftig. Hin­zu­kommt, dass in den Verlänge­rungs­verträgen ein Sach­grund nicht ge­nannt ist, ob­wohl dann, wenn ein Sach­grund er­for­der­lich ge­we­sen wäre, die Be­klag­te je­weils ei­ne er­neu­te

 

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Pro­gno­se hätte an­stel­len müssen. Die Kla­ge­par­tei konn­te da­her bei verständi­ger Würdi­gung nicht an­neh­men, die Be­klag­te ha­be auf die ihr ge­setz­lich ein­geräum­te Möglich­keit ei­ner sach­grund­lo­sen Be­fris­tung ver­zich­ten und bei Feh­len des Sach­grun­des ei­nes vorüber­ge­hen­den Ar­beits­kräfte­be­dar­fes oder der Ur­laubs­ver­tre­tung ein un­be­fris­te­tes Ar­beits­verhält­nis ein­ge­hen wol­len. Ver­ein­ba­ren die Ar­beits­ver­trags­par­tei­en ein be­fris­te­tes Ar­beits­verhält­nis, ist es der Re­gel­fall, dass der Ar­beit­ge­ber ge­ra­de kein un­be­fris­te­tes Ver­trags­verhält­nis an­strebt und die Be­fris­tung un­ter je­dem mögli­chen recht­li­chen Ge­sichts­punkt recht­fer­ti­gen will.

IV. Auch die ta­rif­li­chen Re­ge­lun­gen ste­hen ei­ner sach­grund­lo­sen Be­fris­tung nicht ent­ge­gen. § 7 des Man­tel­ta­rif­ver­tra­ges für die baye­ri­sche Me­tall- und Elek­tro­in­dus­trie be­schränkt zwar die zulässi­ge Höchst­dau­er und die zulässi­ge Zahl der Verlänge­run­gen von be­fris­te­ten Ar­beits­verträgen. Er schließt je­doch ge­ra­de nicht die Möglich­keit ei­ner sach­grund­lo­sen Be­fris­tung aus. Der Haus­ta­rif­ver­trag vom 24.05.2011 ermöglicht in § 2 le­dig­lich ei­ne länge­re Be­fris­tungs­dau­er und ei­ne größere Zahl von Verlänge­run­gen „ab­wei­chend von § 7 Ziff. 2 (I) MTV auf Ba­sis der ge­setz­li­chen Re­ge­lun­gen“. Satz 1 der Präam­bel des Haus­ta­rif­ver­tra­ges, wo­nach bei der Be­klag­ten in Bam­berg ein zeit­lich be­grenz­ter Ka­pa­zitäts­be­darf, der im We­ge von Be­fris­tun­gen über­brückt wer­den sol­le, be­ste­he, zeigt le­dig­lich die Mo­ti­va­ti­ons­la­ge auf, die zur zeit­lich be­grenz­ten Ab­wei­chung vom Man­tel­ta­rif­ver­trag geführt hat. Ge­gen den Aus­schluss der sach­grund­lo­sen Be­fris­tung spricht ne­ben dem Wort­laut der Re­ge­lun­gen auch, dass mit dem Haus­ta­rif­ver­trag die Be­fris­tungsmöglich­kei­ten er­leich­tert und nicht er­schwert wer­den soll­ten.

V. Da so­mit ein Sach­grund für die von der Kla­ge­par­tei an­ge­grif­fe­ne Be­fris­tung des Ar­beits­ver­tra­ges nicht not­wen­dig war und sons­ti­ge Un­wirk­sam­keits­gründe we­der vor­ge­tra­gen noch sonst er­sicht­lich sind, en­de­te das Ar­beits­verhält­nis zum 31.12.2011. Man­gels be­ste­hen­den Ar­beits­verhält­nis­ses hat das Ar­beits­ge­richt da­her zu Recht auch den An­trag auf Wei­ter­beschäfti­gung der Kla­ge­par­tei ab­ge­wie­sen.

C

Die Kla­ge­par­tei hat die Kos­ten ih­res er­folg­lo­sen Rechts­mit­tels zu tra­gen, § 97 ZPO.

 

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Für die Zu­las­sung der Re­vi­si­on be­steht kein ge­setz­lich be­gründe­ter An­lass, § 72 Abs. 1 und 2 ArbGG.

 

Rechts­mit­tel­be­leh­rung:

Ge­gen die­ses Ur­teil ist die Re­vi­si­on nicht zulässig;
auf § 72 a ArbGG wird ver­wie­sen.

 

Malk­mus
Vor­sit­zen­der Rich­ter
am Lan­des­ar­beits­ge­richt

Hum­mer
eh­ren­amt­li­cher Rich­ter

Jobst
eh­ren­amt­li­che Rich­te­rin

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