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ARBEITSRECHT AKTUELL // 19/278

Än­de­rung der Aus­bil­dung zum tech­nisch-phar­ma­zeu­ti­schen As­sis­ten­ten

Ge­setz zur Wei­ter­ent­wick­lung des Be­rufs­bil­des und der Aus­bil­dung der phar­ma­zeu­tisch-tech­ni­schen As­sis­ten­tin­nen und phar­ma­zeu­tisch-tech­ni­schen As­sis­ten­ten (PTA-Re­form­ge­setz)
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18.12.2019. In dem seit 1968 gül­ti­gen, zehn Pa­ra­gra­phen um­fas­sen­den Ge­setz über den phar­ma­zeu­tisch-tech­ni­schen As­sis­ten­ten (PTA) ist fest­ge­schrie­ben, wer die­se Be­rufs­be­zeich­nung (nach ei­ner zwei­ein­halb­jäh­ri­gen Aus­bil­dung) füh­ren kann, d.h. un­ter die­ser Be­rufs­be­zeich­nung tä­tig sein darf.

Die jetzt be­schlos­se­ne Re­form er­wei­tert das Ge­setz auf über 60 Pa­ra­gra­phen und ent­hält erst­mals ei­ne Be­schrei­bung des Be­rufs­bil­des des/der PTA. In § 6 des „Ge­set­zes über den Be­ruf der phar­ma­zeu­tisch-tech­ni­schen As­sis­ten­tin und des phar­ma­zeu­tisch-tech­ni­schen As­sis­ten­ten (PTA-Be­rufs­ge­setz - PTAG)“ wer­den zehn ver­schie­de­ne Tä­tig­kei­ten wie­der­ge­ge­ben.

Von die­sen Tä­tig­kei­ten be­tref­fen nur zwei die klas­si­schen PTA-Auf­ga­ben bei der Arz­nei­mit­tel­her­stel­lung, d.h. Ar­bei­ten im La­bor und bei der Re­zep­tur. Da­ne­ben wer­den In­for­ma­ti­on und Be­ra­tung von Pa­ti­en­ten bei der Ab­ga­be von Arz­nei­mit­teln und apo­the­ken­üb­li­chen Wa­ren ge­nannt. Zum be­ruf­li­chen Leit­bild des/der PTA ge­hört künf­tig auch die Nut­zung di­gi­ta­ler Hilfs­mit­tel und die Ab­wick­lung di­gi­ta­ler Pro­zes­se bei der Er­brin­gung phar­ma­zeu­ti­scher Leis­tun­gen (§ 6 Nr.1 Buchst.g PTAG).

Trotz der Ab­sicht des Ge­setz­ge­bers, die Kom­pe­ten­zen der PTA durch ein mo­der­nes Be­rufs­ge­setz zu stär­ken, sind PTA auch künf­tig nicht da­zu be­fugt, die die Apo­the­ken­lei­tung zu ver­tre­ten (§ 7 Abs.3 PTAG).

Wie bis­her dau­ert die PTA-Aus­bil­dung zwei­ein­halb Jah­re und ist da­mit ein hal­bes Jahr kür­zer als die Aus­bil­dungs­dau­er an­de­rer dua­ler Aus­bil­dungs­be­ru­fe. Wäh­rend der ers­ten bei­den Jah­re ler­nen die an­ge­hen­den PTA in ei­ner PTA-Schu­le. Da­nach fin­det wäh­rend ei­nes hal­ben Jah­res die prak­ti­sche Aus­bil­dung in ei­ner Apo­the­ke statt.

Die­se Auf­glie­de­rung der Aus­bil­dung in ei­nen zwei­jäh­ri­gen theo­re­ti­schen und ei­nen sechs­mo­na­ti­gen prak­ti­schen Teil ist für die künf­ti­gen PTA mit dem Nach­teil ver­bun­den, wäh­rend der ers­ten bei­den Aus­bil­dungs­jah­re noch kei­ne Aus­bil­dungs­ver­gü­tung zu er­hal­ten. Auf­grund die­ser Be­son­der­hei­ten schreibt § 8 PTAG fest, dass das Be­rufs­bil­dungs­ge­setz (BBiG) auf die Aus­bil­dung zum/zur PTA kei­ne An­wen­dung fin­det.

Zu­sam­men mit der Über­ar­bei­tung bzw. Neu­fas­sung des PTAG wur­den auch die Apo­the­ken­be­triebs­ord­nung und die Aus­bil­dungs- und Prü­fungs­ver­ord­nung für PTA ge­än­dert. Die Aus­bil­dung nach den neu­en Vor­schrif­ten soll erst­mals zum 01.01.2023 be­gin­nen. An­ge­hen­de PTA, die mit ih­rer Aus­bil­dung vor­her be­gon­nen ha­ben, schlie­ßen sie nach den al­ten Vor­schrif­ten ab.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 8. Juli 2020

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