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ARBEITSRECHT AKTUELL // 22/001

Er­hö­hung des Min­dest­lohns und des Ren­ten­ein­tritts­al­ters zum Jah­res­an­fang

Min­dest­lohn steigt auf 9,82 EUR brut­to pro St­un­de, das Ren­ten­al­ter auf 65 Jah­re und elf Mo­na­te
Ansteigendes Diagramm mit Jahreszahlen, Anstieg, Zuwachs

07.01.2022. Der ge­setz­li­che Min­dest­lohn be­trägt seit An­fang Ja­nu­ar die­ses Jah­res 9,82 EUR brut­to pro St­un­de.

Zum 01.01.2022 trat näm­lich die drit­te von vier An­he­bun­gen des Min­dest­lohns in Kraft, die be­reits im No­vem­ber 2020 durch Rechts­ver­ord­nung be­schlos­sen wor­den war (Drit­te Min­dest­lohn­an­pas­sungs­ver­ord­nung - MiLoV3, vom 09.11.2020). Als vier­ter Schritt soll­te zum 01.07.2022 der Min­dest­lohn auf 10,45 EUR stei­gen. Grund­la­ge der MiLoV3 war ei­ne ent­spre­chen­de Emp­feh­lung der Min­dest­lohn­kom­mis­si­on vom Som­mer 2020.

Al­ler­dings plant die Bun­des­re­gie­rung, die im Ko­ali­ti­ons­ver­trag der Am­pel-Ko­ali­ti­on fest­ge­leg­te ein­ma­li­ge ge­setz­li­che An­he­bung des Min­dest­lohns auf 12,00 EUR brut­to noch in die­sem Jahr um­zu­set­zen, nach ak­tu­el­len Pla­nun­gen im Ok­to­ber 2022.

Wäh­rend die Bun­des­ver­ei­ni­gung der Deut­schen Ar­beit­ge­ber­ver­bän­de (BDA) vor ei­ner sol­chen An­he­bung auf­grund ei­ner wei­te­ren Ein­schrän­kung der Ta­rif­au­to­no­mie und ei­ner mög­li­chen Ge­fähr­dung von Ar­beits­plät­zen warnt, sieht Ar­beits­mi­nis­ter Heil dies an­ders. Be­reits als 2015 erst­ma­lig der ge­setz­li­che Min­dest­lohn ein­ge­führt wur­de, wur­den sol­che Be­den­ken ge­äu­ßert, die sich je­doch nicht er­füll­ten, so Heil. Au­ßer­dem ist die au­ßer­plan­mä­ßi­ge An­he­bung des Min­dest­lohns, so Heil, „ei­ne Fra­ge des Re­spekts“ und stär­ke die Kauf­kraft.

Wie je­des Jahr steigt auch das re­gu­lä­re Ren­ten­al­ter zum Ja­nu­ar 2022 wie­der um ei­nen Mo­nat an. Ver­si­cher­te, die im Jahr 1957 ge­bo­ren wur­den, kön­nen nun erst mit 65 Jah­re und elf Mo­na­ten in die Ren­te ge­hen.

Die schritt­wei­se Er­hö­hung des Ren­ten­al­ters ist bis 2031 ge­plant, dann ist das ge­plan­te Re­gel­al­ters­gren­ze von 67 Jah­ren er­reicht. Trotz die­ser Ent­las­tung der Ren­ten­kas­se pro­gnos­ti­zier­te der Wis­sen­schaft­li­che Bei­rat beim Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­te­ri­ums im letz­ten Jahr „schock­ar­tig stei­gen­de" Fi­nan­zie­rungs­pro­ble­me ab 2025. Im Ju­ni 2021 ver­öf­fent­li­che der Bei­rat da­her Vor­schlä­ge für ei­ne Re­form der ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung.

Ob die Vor­schlä­ge von der Am­pel­ko­ali­ti­on über­nom­men wer­den bleibt ab­zu­war­ten. Ar­beits­mi­nis­ter Heil kün­dig­te im­mer­hin be­reits an, die der­zeit al­lein auf der Grund­la­ge des sog. Um­la­ge­prin­zips fi­nan­zier­te ge­setz­li­che Ren­ten­ver­si­che­rung um ei­nen Ka­pi­tal­stock zu er­gän­zen.

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Letzte Überarbeitung: 27. Januar 2022

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