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Arbeitsrecht aktuell: 10/225 Arbeitsvertragliche Vereinbarung eines Bonus durch schlüssiges Verhalten
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Schweigen ist manchmal Gold
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 21.04.2010, 10 AZR 163/09
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Leitsätze der Redaktion: "Arbeitnehmer und Arbeitgeber können einen Anspruch auf einen Jahresbonus nicht nur ausdrücklich, sondern auch durch schlüssiges Verhalten vereinbaren. Insbesondere mehrjährige Zahlungen können hierfür sprechen. Dabei ist es unschädlich, wenn die Zahlungen nicht in einer bestimmten Höhe zugesagt worden sind. Denn es ist gerade typisch für einen Bonusanspruch, dass dieser von verschiedenen Komponenten abhängig ist und daher schwankt."
17.11.2010. So mancher Arbeitnehmer geht davon aus, ein Arbeitsvertrag entstehe nur, wenn dieser von Arbeitgeber und Arbeitnehmer unterschrieben worden ist oder man sich per Handschlag geeinigt hat. Doch das Zivilrecht sieht bei Arbeitsverträgen weder zwingend eine Schriftform vor, noch beschränkt es Verträge auf ausdrückliche Vereinbarungen. Selbst bei befristeten Verträgen ist die Schriftform keine Wirksamkeitsvoraussetzung des Vertrages, sondern nur der Befristung selbst (§ 14 Abs. 4 Teilzeitbefristungsgesetz - TzBfG).
Es genügt also völlig, wenn sich beide Seiten stillschweigend, nämlich durch so genanntes schlüssiges Verhalten, einigen. Eine vertragliche Einigung kann daher schon dadurch zu Stande kommen, dass eine Partei stillschweigend den stillschweigenden Antrag der anderen Partei annimmt. Dabei kommt es nicht einmal darauf an, ob der Vertragsantrag tatsächlich als solcher gemeint war. Es genügt, wenn der Annehmende das Verhalten seines Gegenübers im Sinne eines Antrages verstehen durfte.
Die Frage, ob ein bestimmtes Verhalten als Angebot eines Vertrages verstanden werden kann, war auch in einem im April vor dem Bundesarbeitsgericht (BAG) verhandelten Fall entscheidend. Die bis Ende 2007 in einer Führungsposition tätige Klägerin hatte hier seit dem Jahr 2000 vorbehaltlos jeweils im Dezember einen jedes Jahr steigenden Jahresbonus erhalten.
Die klagende Arbeitnehmerin behauptete, nur die Höhe der Zahlung sei jeweils von der beklagten Gesellschaft festgelegt worden. Der Gesellschafter habe entschieden, dass auch bei einem gegenüber dem Vorjahr schlechteren Jahresergebnis keine Kürzung erfolgen solle und bei guten Jahresergebnissen der Bonus jedes Mal erhöht werde. Er habe dazu geäußert, schließlich sei der Einsatz der Klägerin gleich wie im Vorjahr gewesen. Eine Kürzung sei daher nicht gerechtfertigt.
Auf dieser Grundlage blieb die Klägerin mit ihrer Klage auf Zahlung eines Jahresbonus für das Jahr 2007 sowohl vor dem Arbeitsgericht Freiburg (Urteil vom 01.07.2008, 7 Ca 89/08) als auch dem Landesarbeitsgericht (LAG) Baden-Württemberg (Urteil vom 20.10.2008, 22 Sa 35/08) erfolglos, da beide Instanzen meinten, es läge keine betriebliche Übung und auch keine sonst einschlägige, eingeklagte Anspruchsgrundlage vor.
Das sah das Bundesarbeitsgericht anders und verwies den Fall zur weiteren Verhandlung zurück an das LAG (Urteil vom 21.04.2010, 10 AZR 163/09). Das Gericht habe nicht berücksichtigt, dass die jährlichen Zahlungen in Verbindung mit den Äußerungen des Gesellschafters als schlüssiges Angebot eines Vertrages angesehen werden könnten.
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Letzte Überarbeitung: 2. März 2012
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Arbeitsrecht aktuell: |
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München, 16.05.2012 Altersversorgung:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 15.05.2012, 3 AZR 128/11
Hannover, 15.05.2012 Urlaub und Krankheit:
Landesarbeitsgericht Düsseldorf, Urteil vom 23.02.2012, 5 Sa 1370/11
Frankfurt, 14.05.2012 Leiharbeit:
Hessisches Landessozialgericht, Beschluss vom 23.04.2012, L 1 KR 95/12 B ER
Berlin, 12.05.2012 Betriebsübergang:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 10.05.2012, 8 AZR 639/10
Köln, 09.05.2012 Whistleblowing:
Landesarbeitsgericht Köln, Urteil vom 02.02.2012, 6 Sa 304/11
Köln, 08.05.2012 Lohnrückzahlung:
Landesarbeitsgericht Köln, Urteil vom 12.10.2011, 9 Sa 156/11
München, 07.05.2012 Kündigungsschutzklage:
Landesarbeitsgericht München, Urteil vom 13.10.2011, 3 Sa 1187/10
Frankfurt, 04.05.2012 Urlaub und Krankheit:
Europäischer Gerichtshof, Urteil vom 03.05.2012, Rs. C-337/10 - Neidel
Köln, 03.05.2012 Korruption:
Landesarbeitsgericht Köln, Urteil vom 23.01.2012, 5 Sa 371/11
Köln, 02.05.2012 Kündigung und Krankheit:
Arbeitsgericht Trier, Urteil vom 08.12.2011, 3 Ca 936/11
Köln, 30.04.2012 Fristlose Kündigung:
Landesarbeitsgericht Köln, Beschluss vom 27.07.2011, 9 TaBVGa 2/11
Frankfurt, 25.04.2012 Urlaubsabgeltung:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 13.12.2011, 9 AZR 399/10
Köln, 24.04.2012 Diskriminierungsschutz:
Bundesgerichtshof, Urteil vom 23.04.2012, II ZR 163/10
Frankfurt, 23.04.2012 Fristlose Kündigung:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 19.04.2012, 2 AZR 258/11
Hamburg, 20.04.2012 Lohnuntergrenzen:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 18.04.2012, 4 AZR 139/10, Beschluss vom 18.04.2012, 4 AZR 168/10
Hamburg, 20.04.2012 Diskriminierung:
Europäischer Gerichtshof, Urteil vom 19.04.2012, C-415/10 (Meister)
Hannover, 18.04.2012 Gleichbehandlung:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 17.04.2012, 3 AZR 280/10
Hamburg, 13.04.2012 Kündigungsschutzklage:
Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein, Urteil vom 27.09.2011, 1 Sa 538 e/10
Stuttgart, 12.04.2012 Änderungskündigung:
Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz, Urteil vom 10.11.2011, 10 Sa 329/11
Berlin, 05.04.2012 Unkündbarkeit:
Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg, Urteil vom 07.02.2012, 7 Sa 2164/11
Köln, 28.03.2012 Ermahnung:
Arbeitsgericht Trier, Urteil vom 20.12.2011, 3 Ca 1013/11
Frankfurt, 26.03.2012 Mitarbeitergespräche:
Hessisches Landesarbeitsgericht, Urteil vom 06.02.2012, 16 Sa 1134/11
Berlin, 22.03.2012 Massenentlassungsanzeige
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 21.03.2012, 6 AZR 596/10
Berlin, 21.03.2012 Gleicher Urlaub:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 20.03.2012, 9 AZR 529/10
Berlin, 18.03.2012 Änderungskündigung:
Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg, Urteil vom 19.12.2011, 15 Sa 1264/11, 15 Sa 1461/11
Berlin, 16.03.2012 Bewerberdiskriminierung
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 15.03.2012, 8 AZR 160/11
Berlin, 15.03.2012 Urlaubsrecht:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 18.10.2011, 9 AZR 303/10
Berlin, 14.03.2012 Wettbewerbsverbot:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 14.09.2011, 10 AZR 198/10
Hamburg, 12.03.2012 Provision:
Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein, Urteil vom 06.12.2011, 1 Sa 13 a/11
Hannover, 11.03.2012 Befristung:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 29.06.2011, 7 AZR 6/10
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