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Arbeitsrecht aktuell: 07/88 Mindestlohn in der Postbranche
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Post AG und ver.di haben nachgebessert
von Dr. Martin Hensche, Fachanwalt für Arbeitsrecht und Solveyg Blanke, Berlin
03.12.2007. Am 20.09.2007 gab die Bundesregierung erstmals ihren Entwurf einer Erweiterung des Arbeitnehmer-Entsendegesetzes (AEntG) bekannt, mit dem die sog. „Briefdienstleistungen“ als weitere Branche in das AEntG aufgenommen werden sollte (wir berichteten darüber in Arbeitsrechts aktuell 07/61). Da der durch das AEntG bewirkte Arbeitnehmerschutz Schutz in einer Bindung ausländischer Arbeitgeber an deutsche, für allgemeinverbindlich erklärte Lohntarifverträge besteht (§ 1 Abs.1 Satz 1 AEntG), braucht die Politik einen solchen, d.h. allgemeinverbindlichen Tarifvertrag.
Hier hatte die Bundesregierung zunächst den Anfang September 2007 zwischen dem Arbeitgeberverband Postdienste e.V. bzw. der Deutschen Post AG mit der ver.di ausgehandelten TV Mindestlohn vom September 2007 ins Auge gefasst. Er sieht einen Stundenlohn von 9,80 EUR (West) bzw. 9,00 EUR (Ost) für Briefzusteller vor. Er wurde allerdings nicht für allgemeinverbindlich erklärt, da innerhalb der Bundesregierung heftig darüber gestritten wurde, ob er überhaupt die gesetzlichen Voraussetzungen für eine Allgemeinverbindlicherklärung erfüllt.
Eine der notwendigen Voraussetzungen für eine Allgemeinverbindlicherklärung besteht gemäß § 5 Abs.1 TVG darin, dass die tarifgebundenen Arbeitgeber mindestens 50 Prozent der unter den Geltungsbereich des Tarifvertrags fallenden Arbeitnehmer beschäftigen. Das Quorum war hier zweifelhaft, da der TV Mindestlohn nach seinem § 1 für alle Betriebe Geltung beansprucht, die gewerbs- oder geschäftsmäßig Briefsendungen für Dritte befördern, „unabhängig vom Anteil dieser Tätigkeit an der Gesamttätigkeit des Betriebs“ (§ 1 Abs.1 Satz 1 TV Mindestlohn). Außerdem gilt der TV Mindestlohn für alle Arbeitnehmer, die (irgendwelche) „Tätigkeiten in der gewerbs- oder geschäftsmäßigen Beförderung von Briefsendungen für Dritte ausüben“ (§ 1 Abs.2 Satz 1 TV Mindestlohn) sowie – mit etwas höherem Mindestlohn – für die eigentlichen Briefzusteller. Im Ergebnis waren damit nicht nur die eigentlichen Briefunternehmen und die Briefträger, sondern eine Vielzahl anderer Betriebe und Arbeitnehmer vom TV Mindestlohn erfasst. Daraufhin argumentierten die Postkonkurrenten und Politiker der CDU, dass die Post nicht das 50-Prozent-Quorum erfülle. Der TV Mindestlohn erfasse nämlich so viele Betriebe und Arbeitnehmer (insbesondere auch Aushilfskräfte), dass der Anteil der bei der Post beschäftigten Arbeitnehmer insgesamt weniger als 50 Prozent betrage.
Nunmehr haben Post AG und ver.di nachgebessert und einen weiteren, vom Anwendungsbereich her enger gefassten Tarifvertrag vereinbart: Der Tarifvertrag vom 29.11.2007 sieht zwar dieselben Mindestlöhne für Aushilfskräfte und Briefträger wie der Anfang September vereinbarte TV Mindestlohn vor, doch hat man jetzt vorsichtshalber klargestellt, dass der betriebliche Geltungsbereich für die „Branche Briefdienstleistungen“ gilt (§ 1 Abs.2 Satz 1 des Tarifvertrags vom 29.11.2007). Dies sind „alle Betriebe und selbständigen Betriebsabteilungen, die überwiegend gewerbs- oder geschäftsmäßig Briefsendungen für Dritte befördern“ (§ 1 Abs.2 Satz 2 des Tarifvertrags vom 29.11.2007).
Auf dieser nachgebesserten tariflichen Grundlage verlautbarte nunmehr von seiten der SPD wie von seiten der CDU unisono, nun habe man endlich einen für die Allgemeinverbindlicherklärung geeigneten Mindestlohn-Tarifvertrag, so dass der Allgemeinverbindlicherklärung und der bereits Ende September geplanten Erweiterung des AEntG nichts mehr im Wege stehe.

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Letzte Überarbeitung: 23. Mai 2008
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Arbeitsrecht aktuell: |
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Hannover, 08.02.2012 Chefarzt
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 15.09.2011, 8 AZR 846/09
Frankfurt, 07.02.2012 Fristlose Kündigung
Hessisches Landesarbeitsgericht, Urteil vom 29.08.2011, 7 Sa 248/11
Berlin, 03.02.2012 Kündigungsschutz:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 07.07.2011, 2 AZR 12/10
München, 02.02.2012 Altersdiskriminierung:
Bundesverwaltungsgericht, Urteil vom 01.02.2012, 8 C 24.11
Berlin, 31.01.2012 Betriebsrat:
Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg, Urteil vom 04.11.2011, 13 Sa 1549/11
Berlin, 27.01.2012 Befristung:
Europäischer Gerichtshof, Urteil vom 26.01.2012, Rs. C-586/10 (Kücük)
Berlin, 25.01.2012 Europarecht:
Europäischer Gerichtshof, Urteil vom 24.01.2012, C-282/10 (Dominguez)
Frankfurt, 23.01.2012 Mobbingklage:
Landesarbeitsgericht Hamm, Urteil vom 19.01.2012, 11 Sa 722/10
Berlin, 20.01.2012 Geschäftsführer:
Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz, Beschluss vom 08.12.2011, 11 Ta 230/11
Hannover, 19.01.2012 Weihnachtsgeld
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 18.01.2012, 10 AZR 667/10
Berlin, 17.01.2012 Bewerberdiskriminierung
Schlussanträge des Generalanwalts Paolo Mengozzi vom 12.01.2012, Rs. C-415/10 - Meister
Berlin, 13.01.2012 Betriebsratswahl:
Bundesarbeitsgericht, Beschluss vom 27.07.2011, 7 ABR 61/10
Berlin, 11.01.2012 BAT Altersstufen:
Bundesarbeitsgericht, Urteile vom 10.11.2011, 6 AZR 148/09 und 6 AZR 481/09
Berlin, 10.01.2012 CGZP-Tarifverträge:
Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 09.01.2012, 24 TaBV 1285/11
München, 05.01.2012 Aufhebungsvertrag:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 21.06.2011, 9 AZR 203/10
Berlin, 03.01.2012 Urlaub und Krankheit:
Landesarbeitsgericht Baden-Württemberg, Urteil vom 21.12.2011, 10 Sa 19/11
Berlin, 20.12.2011 Sozialauswahl:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 15.12.2011, 2 AZR 42/10
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Arbeitsgericht Stuttgart, Urteil vom 16.03.2011, 30 Ca 1772/10
Berlin, 23.11.2011 Urlaub und Krankheit:
Europäischer Gerichtshof, Urteil vom 22.11.2011, C-214/10 - KHS gg. Schulte
Berlin, 05.11.2011 Kündigungsschutzklage:
Arbeitsgericht Berlin, Urteil vom 12.08.2011, 28 Ca 9265/11
München, 02.11.2011 Fristlose Kündigung:
Landesarbeitsgericht München, Urteil vom 03.03.2011, 3 Sa 641/10
Frankfurt, 26.10.2011 Kündigung:
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Frankfurt, 21.10.2011 Fristlose Kündigung:
Hessisches Landesarbeitsgericht, Urteil vom 25.07.2011, 17 Sa 1739/10
Hamburg, 23.09.2011 Kündigung:
Landesarbeitsgericht Hamburg, Urteil vom 11.05.2011, 5 Sa 1/11
Berlin, 14.09.2011 BAT-TVöD:
Europäischer Gerichtshof, Urteil vom 08.09.2011, C-297/10 und C-298/10 (Hennings und Mai)
Frankfurt, 13.09.2011 Altersgrenzen:
Europäischer Gerichtshof, Urteil vom 13.09.2011, C-447/09 (Prigge u.a.)
Berlin, 12.09.2011 Chefarzt:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 08.09.2011, 2 AZR 543/10
Hannover, 09.09.2011 Arbeitszeitbetrug:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 09.06.2011, 2 AZR 381/10
Berlin, 08.09.2011 Whistleblowing:
Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte, Urteil vom 21.07.2011, 28274/08 (Heinisch)
Berlin, 06.09.2011 Bonus - Kündigung:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 12.04.2011, 1 AZR 412/09
Frankfurt, 05.09.2011 Betriebsübergang:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 18.08.2011, 8 AZR 230/10
Berlin, 02.09.2011 GlobeGround Berlin:
Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 25.08.2011, 25 TaBV 529/11
Frankfurt, 31.08.2011 Kündigung:
Hessisches Landesarbeitsgericht, Urteil vom 18.01.2011, 12 Sa 522/10
Hamburg, 25.08.2011 Probezeitkündigung:
Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein, Urteil vom 22.06.2011, 3 Sa 95/11
Frankfurt, 23.08.2011 Kündigung und Vollmacht:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 14.04.2011, 6 AZR 727/09
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