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Arbeitsrecht aktuell: 12/010 CGZP-Tariffähigkeit
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LAG Berlin-Brandenburg verneint Tariffähigkeit der CGZP auch für 2004, 2006 und 2008
Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 09.01.2012, 24 TaBV 1285/11
Mit seinem o.g. Beschluss vom 14.12.2010 hatte das BAG über die Anträge zu entscheiden, die in diesem Prozess gestellt worden waren, u.a. von der Gewerkschaft ver.di. Diese Anträge waren nicht auf die Vergangenheit bezogen und wurden vor dem LAG Berlin-Brandenburg am 07.12.2009 gestellt. Folglich spricht alles dafür, dass die BAG-Entscheidung vom 14.12.2010 die fehlende Tariffähigkeit der CGZP nur für die Zeit ab dem 07.12.2009 rechtsverbindlich festgestellt hat. Denn Gerichte sind im Allgemeinen nicht dazu befugt, in ihren Entscheidungen über die Anträge der Kläger bzw. Antragsteller hinauszugehen.
Nachdem dieses Problem zum Jahreswechsel 2010 / 2011 zu Tage getreten war, wurden neue Gerichtsverfahren gegen die CGZP angestrengt, diesmal mit dem Ziel der gerichtlichen Feststellung, dass die CGZP auch schon in der Zeit vor Dezember 2009 tarifunfähig war. Einem solchen Antrag gab das Arbeitsgericht Berlin im Mai 2011 statt, d.h. es stellt die Tarifunfähigkeit der CGZP für die Jahre 2004, 2006 und 2008 fest (Beschluss vom 30.05.2011, 29 BV 13947/10 - wir berichteten in: Arbeitsrecht aktuell 11/105 CGZP war auch in der Vergangenheit nicht tariffähig). Gegen diesen Beschluss ging die CGZP in Beschwerde zum LAG Berlin-Brandenburg, das über die Beschwerde gestern entschieden hat.
Wie bereits das Arbeitsgericht Berlin hat nunmehr auch das LAG entschieden, dass die CGZP am 29.11.2004, am 19.06.2006 und am 09.07.2008 keine Tarifverträge abschließen konnte. War die CGZP aber zu diesen Zeitpunkten tarifunfähig, sind auch die zu diesen Zeitpunkten abgeschlossenen Tarifverträge unwirksam. Wie schon zuvor das Arbeitsgericht, so hat sich nunmehr auch das LAG der formlajuristischen Begründung des BAG vom Dezember 2010 angeschlossen.
Obwohl das LAG die Rechtsbeschwerde zum BAG nicht zugelassen hat, ist die LAG-Entscheidung noch nicht rechtskräftig, sondern erst nach Ablauf der Frist für die Nichtzulassungsbeschwerde bzw. nach Zurückweisung einer Nichtzulassungsbeschwerde (die die CGZP sicherlich einlegen wird). Im Ergebnis ist mit der Rechtskraft der LAG-Entscheidung voraussichtlich erst Mitte bis Ende 2012 zu rechnen.
Fazit: Für Leiharbeitsfirmen, die in den Jahren 2004 bis 2009 die Schein-Tarifverträge der CGZP angewandt haben, wird es immer enger. Ihre Arbeitnehmer können für diese Jahre rückwirkend den gleichen Lohn wie vergleichbare Arbeitnehmer des Entleihers. Zwar sind die Differenzlohnansprüche für die Jahre 2004 bis 2008 mittlerweile verjährt. Immerhin bleibt aber 2009. Und für die Krankenkassen, die rückständige Sozialabgeben auf der Grundlage der (nicht gezahlten, aber geschuldeten) Equal-Pay-Löhne verlangen können, gilt die dreijährige Verjährung ohnehin nicht.
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Letzte Überarbeitung: 15. Mai 2012
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Arbeitsrecht aktuell: |
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Berlin, 22.05.2012 Konkurrentenklage:
Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg, Urteil vom 14.03.2012, 15 SaGa 2383/11
Berlin, 19.05.2012 Teilzeitanspruch:
Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg, Urteil vom 14.03.2012, 15 SaGa 2286/11
Berlin, 17.05.2012 Outsourcing:
Bundesarbeitsgericht, Urteile vom 16.05.2012, 4 AZR 320/10 und 321/10
Berlin, 17.05.2012 Öffentlicher Dienst:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 16.05.2012, 10 AZR 202/11
München, 16.05.2012 Altersversorgung:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 15.05.2012, 3 AZR 128/11
Hannover, 15.05.2012 Urlaub und Krankheit:
Landesarbeitsgericht Düsseldorf, Urteil vom 23.02.2012, 5 Sa 1370/11
Frankfurt, 14.05.2012 Leiharbeit:
Hessisches Landessozialgericht, Beschluss vom 23.04.2012, L 1 KR 95/12 B ER
Berlin, 12.05.2012 Betriebsübergang:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 10.05.2012, 8 AZR 639/10
Köln, 09.05.2012 Whistleblowing:
Landesarbeitsgericht Köln, Urteil vom 02.02.2012, 6 Sa 304/11
Köln, 08.05.2012 Lohnrückzahlung:
Landesarbeitsgericht Köln, Urteil vom 12.10.2011, 9 Sa 156/11
München, 07.05.2012 Kündigungsschutzklage:
Landesarbeitsgericht München, Urteil vom 13.10.2011, 3 Sa 1187/10
Frankfurt, 04.05.2012 Urlaub und Krankheit:
Europäischer Gerichtshof, Urteil vom 03.05.2012, Rs. C-337/10 - Neidel
Köln, 03.05.2012 Korruption:
Landesarbeitsgericht Köln, Urteil vom 23.01.2012, 5 Sa 371/11
Köln, 02.05.2012 Kündigung und Krankheit:
Arbeitsgericht Trier, Urteil vom 08.12.2011, 3 Ca 936/11
Köln, 30.04.2012 Fristlose Kündigung:
Landesarbeitsgericht Köln, Beschluss vom 27.07.2011, 9 TaBVGa 2/11
Frankfurt, 25.04.2012 Urlaubsabgeltung:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 13.12.2011, 9 AZR 399/10
Köln, 24.04.2012 Diskriminierungsschutz:
Bundesgerichtshof, Urteil vom 23.04.2012, II ZR 163/10
Frankfurt, 23.04.2012 Fristlose Kündigung:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 19.04.2012, 2 AZR 258/11
Hamburg, 20.04.2012 Lohnuntergrenzen:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 18.04.2012, 4 AZR 139/10, Beschluss vom 18.04.2012, 4 AZR 168/10
Hamburg, 20.04.2012 Diskriminierung:
Europäischer Gerichtshof, Urteil vom 19.04.2012, C-415/10 (Meister)
Hannover, 18.04.2012 Gleichbehandlung:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 17.04.2012, 3 AZR 280/10
Hamburg, 13.04.2012 Kündigungsschutzklage:
Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein, Urteil vom 27.09.2011, 1 Sa 538 e/10
Stuttgart, 12.04.2012 Änderungskündigung:
Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz, Urteil vom 10.11.2011, 10 Sa 329/11
Köln, 28.03.2012 Ermahnung:
Arbeitsgericht Trier, Urteil vom 20.12.2011, 3 Ca 1013/11
Frankfurt, 26.03.2012 Mitarbeitergespräche:
Hessisches Landesarbeitsgericht, Urteil vom 06.02.2012, 16 Sa 1134/11
Berlin, 22.03.2012 Massenentlassungsanzeige
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 21.03.2012, 6 AZR 596/10
Berlin, 21.03.2012 Gleicher Urlaub:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 20.03.2012, 9 AZR 529/10
Berlin, 18.03.2012 Änderungskündigung:
Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg, Urteil vom 19.12.2011, 15 Sa 1264/11, 15 Sa 1461/11
Berlin, 16.03.2012 Bewerberdiskriminierung
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 15.03.2012, 8 AZR 160/11
Berlin, 15.03.2012 Urlaubsrecht:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 18.10.2011, 9 AZR 303/10
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