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ARBEITSRECHT AKTUELL // 22/021

Mehr­deu­ti­ge For­mu­lie­rung ei­ner BEM-Ein­la­dung

Un­deut­lich for­mu­lier­te BEM-Ein­la­dung geht zu Las­ten des Ar­beit­ge­bers: Lan­des­ar­beits­ge­richt Ba­den-Würt­tem­berg, Ur­teil vom 20.10.2021, 4 Sa 70/20
BEM Gipsbein

06.05.2022. Ar­beit­neh­mer ha­ben ge­mäß § 167 Abs.2 Satz 1 Neun­tes So­zi­al­ge­setz­buch (SGB IX) ei­nen An­spruch auf ein be­trieb­li­ches Ein­glie­de­rungs­ma­nage­ment (BEM), wenn sie un­un­ter­bro­chen oder wie­der­holt in­ner­halb ei­nes Jah­res län­ger als sechs Wo­chen ar­beits­un­fä­hig sind. Ziel des BEM ist, ei­ne künf­ti­ge Ar­beits­un­fä­hig­keit vor­zu­beu­gen, und so­mit ei­ne krank­heits­be­ding­te Kün­di­gung zu ver­hin­dern. Be­stand­teil des Ein­la­dungs­schrei­ben zum BEM-Ge­spräch ist ei­ne da­ten­schutz­recht­li­che Ein­wil­li­gungs­er­klä­rung, aus der klar die Art und der Um­fang der für die BEM ver­wen­de­ten Da­ten her­vor­ge­hen muss. Es kann nicht vom Ar­beit­neh­mer ver­langt wer­den, dass im Ver­fah­ren ge­sam­mel­ten Da­ten an Ver­tre­ter des Ar­beit­ge­bers, die nicht am BEM-Ver­fah­ren be­tei­ligt sind, wei­ter­ge­lei­tet wer­den dür­fen. Er­weckt die Ein­la­dung den fälsch­li­chen Ein­druck ei­ner Da­ten­of­fen­le­gung ge­gen­über nicht-be­tei­lig­ten Ver­tre­tern, ist sie for­mell in­kor­rekt. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt Ba­den-Würt­tem­berg be­stä­tig­te die bis­he­ri­ge Recht­spre­chung in ei­nem Ur­teil vom 20.10.2021, 4 Sa 70/20. Be­inhal­tet die BEM-Ein­la­dung un­kla­re Hin­wei­se, „geht dies zu Las­ten des Ar­beit­ge­bers [und] die vom Ar­beit­ge­ber ver­ur­sach­te Fehl­vor­stel­lung steht ei­ner ord­nungs­ge­mä­ßen Ein­lei­tung des bEM ent­ge­gen“, so das LAG. 

Wei­te­re In­for­ma­tio­nen zu die­ser Ent­schei­dung fin­den Sie hier: Up­date Ar­beits­recht 09|2022 LAG Ba­den-Würt­tem­berg: Un­kla­re Hin­wei­se zum Da­ten­schutz bei der Ein­la­dung zum BEM

Letzte Überarbeitung: 6. Mai 2022

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