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ARBEITSRECHT AKTUELL // 22/029

Mit­be­stim­mungs­recht der Be­triebs­rä­te bei der Lohn­ge­stal­tung

Ver­wei­gert ein Be­triebs­rat die Zu­stim­mung zu ei­ner Son­der­zah­lung, kann die­se durch ei­nen Spruch der Ei­ni­gungs­stel­le er­setzt wer­den: Lan­des­ar­beits­ge­richt Köln, Be­schluss vom 20.05.2022, 9 TaBV 19/22
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18.07.2022. Ge­mäß § 87 Abs.1 Nr.10 Be­triebs­ver­fas­sungs­ge­setz (Be­trVG) ha­ben Be­triebs­rä­te ein Mit­be­stim­mungs­recht bei Fra­gen hin­sicht­lich der be­trieb­li­chen Lohn­ge­stal­tung, so­weit kei­ne ge­setz­li­che oder ta­rif­li­che Re­ge­lung be­steht. Dies be­trifft ins­be­son­de­re die Fest­le­gung von Ent­loh­nungs­grund­sät­zen und die Ein­füh­rung und An­wen­dung neu­er Ent­loh­nungs­me­tho­den so­wie de­ren Än­de­rung.

Die Reich­wei­te des Mit­be­stim­mungs­rechts nach § 87 Abs.1 Nr.10 Be­trVG war bis­lang nicht ge­klärt. In ei­ner äl­te­ren Ent­schei­dung ver­trat das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG), dass Be­triebs­rä­te mit­be­stim­men kön­nen, „ob“ z. B. ei­ne Son­der­zah­lung über­haupt ein­ge­führt wer­den soll (Be­schluss vom 08.12.1981, 1 ABR 55/79, Rn.21). In ei­nem ak­tu­el­len Ur­teil stellt das Lan­des­ar­beits­ge­richt (LAG) Köln je­doch klar, dass bei ei­ner Zu­stim­mungs­ver­wei­ge­rung des Be­triebs­rats zu ei­ner Son­der­zah­lung ein Ei­ni­gungs­stel­len­ver­fah­ren durch­ge­führt wer­den kann (Be­schluss vom 20.05.2022, 9 TaBV 19/22). Die vom Be­triebs­rat ver­wei­ger­te Zu­stim­mung kann dann durch den Be­schluss der Ei­ni­gungs­stel­le nach § 87 Abs.2 Be­trVG er­setzt wer­den.

Wei­te­re In­for­ma­tio­nen zu die­ser Ent­schei­dung fin­den Sie hier: Up­date Ar­beits­recht 14/2022 LAG Köln: Zu­stän­dig­keit der Ei­ni­gungs­stel­le für An­we­sen­heits­prä­mi­en, die der Be­triebs­rat ab­lehnt.

Letzte Überarbeitung: 18. Juli 2022

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