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ARBEITSRECHT AKTUELL // 25/080

Stel­len­an­zei­ge bei der Ar­beits­agen­tur reicht für Schwer­be­hin­der­ten­schutz nicht aus

Pri­va­te Ar­beit­ge­ber müs­sen bei der Be­set­zung von Stel­len für schwer­be­hin­der­te Men­schen mehr tun, als die Stel­le le­dig­lich in der Job­bör­se der Ar­beits­agen­tur zu ver­öf­fent­li­chen: BAG, Ur­teil vom 27.03.2025, 8 AZR 123/24
Diskriminierungsverbote - Behinderung, Schutz vor Diskriminierung von Menschen mit Behinderung

19.07.2025 Ein schwer­be­hin­der­ter Be­wer­ber hat­te sich bei ei­nem pri­va­ten IT-Un­ter­neh­men auf ei­ne aus­ge­schrie­be­ne Stel­le be­wor­ben. Das Un­ter­neh­men hat­te die Stel­le zwar bei der Ar­beits­agen­tur ver­öf­fent­licht, je­doch kei­nen be­treu­ten Ver­mitt­lungs­auf­trag er­teilt. Nach § 22 AGG be­grün­de­te dies zu­nächst die Ver­mu­tung ei­ner be­hin­de­rungs­be­ding­ten Dis­kri­mi­nie­rung.

Das BAG stell­te klar, dass die blo­ße Ver­öf­fent­li­chung ei­ner Stel­len­an­zei­ge nicht ge­nügt. Erst durch ei­nen be­treu­ten Ver­mitt­lungs­auf­trag er­hält die Ar­beits­agen­tur die not­wen­di­gen In­for­ma­tio­nen, um dem Ar­beit­ge­ber ge­eig­ne­te schwer­be­hin­der­te Be­wer­ber vor­zu­schla­gen. Da­mit soll die ge­setz­li­che För­de­rungs­pflicht aus § 164 Abs.1 SGB IX tat­säch­lich um­ge­setzt wer­den.

Im kon­kre­ten Fall konn­te der Ar­beit­ge­ber die Ver­mu­tung der Dis­kri­mi­nie­rung al­ler­dings wi­der­le­gen. Die end­gül­ti­ge Ein­stel­lungs­ent­schei­dung zu­guns­ten ei­nes an­de­ren Be­wer­bers war be­reits ge­trof­fen wor­den, be­vor die Be­wer­bung des schwer­be­hin­der­ten Klä­gers ein­ging. Des­halb be­stand trotz des feh­len­den Ver­mitt­lungs­auf­trags kein Ent­schä­di­gungs­an­spruch nach § 15 Abs.2 AGG:  BAG, Ur­teil vom 27.03.2025, 8 AZR 123/24.

Wei­te­re In­for­ma­tio­nen: Up­date Ar­beits­recht 06|2025 BAG zum Schwer­be­hin­der­ten­schutz bei der Stel­len­be­set­zung: Such­an­zei­ge bei der Ar­beits­agen­tur ge­nügt nicht

 

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Letzte Überarbeitung: 12. August 2026

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