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ARBEITSRECHT AKTUELL // 25/078

Wei­ter­be­schäf­ti­gung trotz nach­ge­scho­be­ner Kün­di­gung

Ei­ne nach dem erst­in­stanz­li­chen Ur­teil aus­ge­spro­che­ne wei­te­re Kün­di­gung reicht nicht aus, um die Zwangs­voll­stre­ckung aus ei­nem Wei­ter­be­schäf­ti­gungs­ti­tel einst­wei­len ein­zu­stel­len. Der Ar­beit­ge­ber muss zu­sätz­lich ei­nen nicht zu er­set­zen­den Nach­teil nach­weis: LAG Ba­den-Würt­tem­berg, Be­schluss vom 02.05.2025, 10 Sa 29/25
Auktionshammer bzw. Gerichtshammer auf Geldscheinen

17.07.2025 Ein Ar­beit­neh­mer hat­te sei­nen Kün­di­gungs­schutz­pro­zess in ers­ter In­stanz ge­won­nen und war zur Wei­ter­be­schäf­ti­gung ver­ur­teilt wor­den. Nach dem Ur­teil sprach der Ar­beit­ge­ber ei­ne wei­te­re Kün­di­gung aus und be­an­trag­te im Be­ru­fungs­ver­fah­ren, die Zwangs­voll­stre­ckung aus dem Wei­ter­be­schäf­ti­gungs­ti­tel vor­läu­fig ein­zu­stel­len. Er be­grün­de­te dies mit der nach­ge­scho­be­nen Kün­di­gung.

Das LAG Ba­den-Würt­tem­berg wies den An­trag zu­rück. Nach § 62 Abs. 1 Satz 3 ArbGG in Ver­bin­dung mit § 707 Abs. 1 ZPO kann die Zwangs­voll­stre­ckung nur ein­ge­stellt wer­den, wenn die Wei­ter­be­schäf­ti­gung dem Ar­beit­ge­ber ei­nen nicht zu er­set­zen­den Nach­teil brin­gen wür­de. Die nach­träg­li­che Kün­di­gung al­lein ge­nügt hier­für nicht. Ei­ne ana­lo­ge An­wen­dung des § 769 ZPO oder ei­ne Ein­schrän­kung der ge­setz­li­chen Re­ge­lung kommt nicht in Be­tracht. Da der Ar­beit­ge­ber ei­nen sol­chen Nach­teil nicht nach­wei­sen konn­te, blieb die Zwangs­voll­stre­ckung zu­läs­sig: LAG Ba­den-Würt­tem­berg, Be­schluss vom 02.05.2025, 10 Sa 29/25.

Wei­te­re In­for­ma­tio­nen: Up­date Ar­beits­recht 06|2025 LAG Ba­den-Würt­tem­berg: Zwangs­voll­stre­ckung zur Durch­set­zung der Wei­ter­be­schäf­ti­gung trotz nach­ge­scho­be­ner Kün­di­gung

 

Hand­buch Ar­beits­recht: Be­schäf­ti­gung, Be­schäf­ti­gungs­an­spruch

Hand­buch Ar­beits­recht: Kün­di­gungs­schutz­kla­ge

Hand­buch Ar­beits­recht: Wei­ter­be­schäf­ti­gung

Letzte Überarbeitung: 12. August 2026

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