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ARBEITSRECHT AKTUELL

19/233a Zwei-Wo­chen-Frist bei au­ßer­or­dent­li­cher Kün­di­gung ver­scho­ben

Hat sich der Ar­beit­ge­ber ver­pflich­tet, In­for­ma­tio­nen ver­trau­lich zu be­han­deln, kann sich dies auf die zwei­wö­chi­ge Frist für ei­ne au­ßer­or­dent­li­che Kün­di­gung aus­wir­ken: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Be­schluss vom 27.06.2019, 2 ABR 2/19
Rechte Hand mit roter Karte

16.10.2019. Ar­beit­neh­mern kann auch nach lan­ger Be­triebs­zu­ge­hö­rig­keit au­ßer­or­dent­lich frist­los ge­kün­digt wer­den, wenn ein wich­ti­ger Grund im Sin­ne des § 626 Abs. 1 BGB vor­liegt und un­ter Be­rück­sich­ti­gung al­ler Um­stän­de des Ein­zel­falls und un­ter Ab­wä­gung der In­ter­es­sen bei­der Ver­trags­par­tei­en die Fort­set­zung des Ar­beits­ver­hält­nis­ses bis zum Ab­lauf der "or­dent­li­chen" Kün­di­gungs­frist nicht mehr zu­mut­bar ist. Wird die Kün­di­gung auf ei­nen Ver­dacht ge­stützt, muss der be­trof­fe­ne Ar­beit­neh­mer im Rah­men die­ser Prü­fung auch vor­her an­ge­hört wer­den. 

Da bei sol­chen Pflicht­ver­let­zun­gen ei­ne mo­na­te­lan­ge Kün­di­gungs­frist für den Ar­beit­ge­ber wi­der­sprüch­lich wä­re, kann ei­ne frist­lo­se Kün­di­gung in der Re­gel nur in­ner­halb von zwei Wo­chen nach Kennt­nis des Sach­ver­halts aus­ge­spro­chen wer­den. In ei­ner ak­tu­el­len Ent­schei­dung hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) je­doch klar­ge­stellt, dass in Aus­nah­me­fäl­len die An­hö­rung des Ver­däch­ti­gen und da­mit die Kün­di­gungs­frist um ei­ne an­ge­mes­se­ne Zeit ver­scho­ben wer­den kann (BAG, Be­schluss vom 27.06.2019, 2 ABR 2/19). Dies ist z.B. der Fall, wenn die hin­weis­ge­ben­de Per­son er­krankt und des­halb nicht in der La­ge ist, die Bit­te um Ver­trau­lich­keit zu­rück­zu­neh­men.

Wei­te­re In­for­ma­tio­nen zu die­ser Ent­schei­dung fin­den Sie hier: Up­date Ar­beits­recht 02/2019 BAG: Sach­ver­halts­auf­klä­rung vor frist­lo­ser Kün­di­gung und Per­sön­lich­keits­rech­te des Hin­weis­ge­bers  
 

Letzte Überarbeitung: 4. November 2022

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