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Arbeitsrecht aktuell: 11/225 Befristeter Arbeitsvertrag - Kündigung möglich bei Vereinbarung von Kündigungsfristen
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Kündigungsfristenregelung in einem befristeten Arbeitsvertrag spricht für Möglichkeit der ordentlichen Kündigung
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 04.08.2011, 6 AZR 436/10
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15.11.2011. Ein befristeter Arbeitsvertrag kann normalerweise nicht ordentlich gekündigt werden. Im Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG) ist diese Möglichkeit nur als Ausnahme vorgesehen (§ 15 Abs.3 TzBfG). Denn wenn der Arbeitnehmer den Nachteil einer zeitlichen Befristung seines Arbeitsvertrags tragen muss, soll er wenigstens für die begrenzte Vertragslaufzeit vor einer ordentlichen Kündigung sicher sein.
Allerdings können Arbeitgeber von § 15 Abs.3 TzBfG im Arbeitsvertrag abweichen - und tun das auch oft. Daher enthalten praktisch alle Formulararbeitsverträge Ankreuzfelder, um in Abweichung § 15 Abs.3 TzBfG die Möglichkeit der ordentlichen Kündigung zu schaffen. Wird das Arbeitsvertragsformular aber nicht vollständig ausgefüllt, kann Streit darüber entstehen, ob der Zeitvertrag der ordentlichen Kündigung unterliegt oder nicht.
Das Bundesarbeitsgericht (BAG) entscheidet solche Fälle eher pro Arbeitgeber, d.h. im Sinne einer Kündigungsmöglichkeit, wie ein aktuelles BAG-Urteil zeigt (Urteil vom 04.08.2011, 6 AZR 436/10).
von Rechtsanwältin Nina Lüking, Fachanwältin für Arbeitsrecht, Hannover
Hensche Rechtsanwälte, Büro Hannover
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Wollen Arbeitgeber von § 15 Abs.3 TzBfG abweichen, können sie in ihre Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) einfach hineinschreiben: "Das Arbeitsverhältnis ist ordentlich kündbar". Dann ist § 15 Abs.3 TzBfG ausgehebelt.
Fraglich ist allerdings, ob schon die Erwähnung der gesetzlichen Kündigungsfristen genügt, d.h. eine Regelung, der zufolge für eine Kündigung die gesetzlichen Kündigungsfristen gelten sollen. Kann man nicht ordentlich kündigen, machen Kündigungsfristen keinen Sinn, so die Sicht des Arbeitgebers. Ganz falsch, so die Arbeitnehmersicht, denn diese Regelung ist nicht ausreichend klar und verständlich und damit in AGB unwirksam gemäß § 307 Abs.1 Satz 2 BGB.
Eine Augenoptikerin war mit schriftlichem Formular-Arbeitsvertrag für ein Jahr befristet eingestellt worden. Das Arbeitsverhältnis sollte vom 20.10.2008 bis zum 31.10.2009 dauern. Außerdem war durch Ankreuzen folgendes vereinbart: „Für die Kündigung des Arbeitsverhältnisses - nach Ablauf der Probezeit - gilt die gesetzliche Kündigungsfrist.“
Als der Arbeitgeber mit Schreiben vom 27.01.2009 ordentlich zum 28.02.2009 kündigte, erhob die Arbeitnehmerin Kündigungsschutzklage mit der Begründung, die Kündbarkeit sei nicht mit der ausreichenden Klarheit vereinbart worden. Denn im Vertragsformular war eine Stelle offen geblieben, nämlich die Dauer der Kündigungsfristen. Hier hieß es nämlich in dem Formular: "Während dieser Zeit können beide Vertragspartner mit einer Frist von ……………………… kündigen".
Das Arbeitsgericht Halle hielt die Kündigungsschutzklage für begründet, das Landesarbeitsgericht Sachsen-Anhalt nicht (Urteil vom 01.06.2010, 6 Sa 391/09). Auch das BAG entschied gegen die Klägerin. Denn in jedem Fall sollte nach dem Vertrag nach Ablauf der Probezeit eine ordentliche Kündigung mit der gesetzlichen Kündigungsfrist möglich sein, so das BAG.
Fazit: Enthält ein Formulararbeitsvertrag die Regelung, dass für die ordentliche Kündigung die gesetzliche Kündigungsfrist gilt, ist eine ordentliche Kündigung des Vertrags möglich - trotz Befristung. Von dem Ausschluss der Kündigungsmöglichkeit gemäß § 15 Abs.3 TzBfG kommen Arbeitgeber damit leicht weg. Letztlich sollte man es sich als Arbeitnehmer gut überlegen, ob man einem Zeitvertrag zustimmt, der zugleich Kündigungsmöglichkeiten vorsieht.
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Letzte Überarbeitung: 5. April 2012
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Berlin, 22.05.2012 Konkurrentenklage:
Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg, Urteil vom 14.03.2012, 15 SaGa 2383/11
Berlin, 19.05.2012 Teilzeitanspruch:
Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg, Urteil vom 14.03.2012, 15 SaGa 2286/11
Berlin, 17.05.2012 Outsourcing:
Bundesarbeitsgericht, Urteile vom 16.05.2012, 4 AZR 320/10 und 321/10
Berlin, 17.05.2012 Öffentlicher Dienst:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 16.05.2012, 10 AZR 202/11
München, 16.05.2012 Altersversorgung:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 15.05.2012, 3 AZR 128/11
Hannover, 15.05.2012 Urlaub und Krankheit:
Landesarbeitsgericht Düsseldorf, Urteil vom 23.02.2012, 5 Sa 1370/11
Frankfurt, 14.05.2012 Leiharbeit:
Hessisches Landessozialgericht, Beschluss vom 23.04.2012, L 1 KR 95/12 B ER
Berlin, 12.05.2012 Betriebsübergang:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 10.05.2012, 8 AZR 639/10
Köln, 09.05.2012 Whistleblowing:
Landesarbeitsgericht Köln, Urteil vom 02.02.2012, 6 Sa 304/11
Köln, 08.05.2012 Lohnrückzahlung:
Landesarbeitsgericht Köln, Urteil vom 12.10.2011, 9 Sa 156/11
München, 07.05.2012 Kündigungsschutzklage:
Landesarbeitsgericht München, Urteil vom 13.10.2011, 3 Sa 1187/10
Frankfurt, 04.05.2012 Urlaub und Krankheit:
Europäischer Gerichtshof, Urteil vom 03.05.2012, Rs. C-337/10 - Neidel
Köln, 03.05.2012 Korruption:
Landesarbeitsgericht Köln, Urteil vom 23.01.2012, 5 Sa 371/11
Köln, 02.05.2012 Kündigung und Krankheit:
Arbeitsgericht Trier, Urteil vom 08.12.2011, 3 Ca 936/11
Köln, 30.04.2012 Fristlose Kündigung:
Landesarbeitsgericht Köln, Beschluss vom 27.07.2011, 9 TaBVGa 2/11
Frankfurt, 25.04.2012 Urlaubsabgeltung:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 13.12.2011, 9 AZR 399/10
Köln, 24.04.2012 Diskriminierungsschutz:
Bundesgerichtshof, Urteil vom 23.04.2012, II ZR 163/10
Frankfurt, 23.04.2012 Fristlose Kündigung:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 19.04.2012, 2 AZR 258/11
Hamburg, 20.04.2012 Lohnuntergrenzen:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 18.04.2012, 4 AZR 139/10, Beschluss vom 18.04.2012, 4 AZR 168/10
Hamburg, 20.04.2012 Diskriminierung:
Europäischer Gerichtshof, Urteil vom 19.04.2012, C-415/10 (Meister)
Hannover, 18.04.2012 Gleichbehandlung:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 17.04.2012, 3 AZR 280/10
Hamburg, 13.04.2012 Kündigungsschutzklage:
Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein, Urteil vom 27.09.2011, 1 Sa 538 e/10
Stuttgart, 12.04.2012 Änderungskündigung:
Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz, Urteil vom 10.11.2011, 10 Sa 329/11
Köln, 28.03.2012 Ermahnung:
Arbeitsgericht Trier, Urteil vom 20.12.2011, 3 Ca 1013/11
Frankfurt, 26.03.2012 Mitarbeitergespräche:
Hessisches Landesarbeitsgericht, Urteil vom 06.02.2012, 16 Sa 1134/11
Berlin, 22.03.2012 Massenentlassungsanzeige
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 21.03.2012, 6 AZR 596/10
Berlin, 21.03.2012 Gleicher Urlaub:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 20.03.2012, 9 AZR 529/10
Berlin, 18.03.2012 Änderungskündigung:
Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg, Urteil vom 19.12.2011, 15 Sa 1264/11, 15 Sa 1461/11
Berlin, 16.03.2012 Bewerberdiskriminierung
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 15.03.2012, 8 AZR 160/11
Berlin, 15.03.2012 Urlaubsrecht:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 18.10.2011, 9 AZR 303/10
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