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ARBEITSRECHT AKTUELL // 21/017

Ge­plan­te EU-Richt­li­nie für Lohn­gleich­heit

Kom­mis­si­on schlägt neue Richt­li­nie für Lohn­gleich­heit und Trans­pa­renz vor: Glei­cher Lohn für Män­ner und Frau­en
Gehaltslücke zwischen Männern und Frauen, Gender Pay Gap

15.03.2021. An­fang des Mo­nats hat die Eu­ro­päi­sche Kom­mis­si­on ih­ren Vor­schlag über ei­ne neue EU-Richt­li­nie vor­ge­stellt. Die­se soll durch mehr Trans­pa­renz für bes­se­re Lohn­gleich­heit zwi­schen Män­nern und Frau­en sor­gen.

Da­bei ent­hält die Richt­li­nie zwei Schwer­punk­te: ei­ner­seits soll die Ge­währ­leis­tung von Lohn­trans­pa­renz ge­si­chert wer­den, an­de­rer­seits soll Ar­beit­neh­mern, die von Lohn­dis­kri­mi­nie­rung be­trof­fen sind, ein leich­te­rer Zu­gang zu Rechts­schutz ge­ge­ben wer­den.

Ei­ne der ge­plan­ten Maß­nah­men ist es, mehr Lohn­trans­pa­renz für Ar­beit­su­chen­de zu schaf­fen. Da­für sol­len Ar­beit­ge­ber ver­pflich­tet wer­den, in der Stel­len­aus­schrei­bung oder vor dem Vor­stel­lungs­ge­sprä­che die Be­wer­ber über das Ein­stiegs­ge­halt oder des­sen Span­ne zu in­for­mie­ren. Da­ge­gen sol­len Ar­beit­ge­ber die Be­wer­ber nicht nach ih­ren frü­he­ren Ver­gü­tun­gen be­fra­gen dür­fen.

Be­reits be­schäf­tig­te Ar­beit­ge­ber sol­len nach Plä­nen der Kom­mis­si­on ein Aus­kunfts­recht über ihr in­di­vi­du­el­les und über das durch­schnitt­li­che Ein­kom­men ha­ben. Die­ses soll nach Ge­schlecht und Grup­pen von Ar­beit­neh­mern mit glei­cher bzw. gleich­wer­ti­ger Ar­beit auf­ge­schlüs­selt wer­den.

Grö­ße­re Ar­beit­ge­ber mit mehr als 250 Be­schäf­tig­ten möch­te die Kom­mis­si­on da­zu ver­pflich­ten, öf­fent­lich In­for­ma­tio­nen über das Lohn­ge­fäl­le zwi­schen Ar­beit­ge­be­rin­nen und Ar­beit­ge­bern be­reit­zu­stel­len. Of­fen­bart sich da­bei ein Ge­fäl­le von min­des­tens 5 %, oh­ne dass der Ar­beit­ge­ber die­ses durch ob­jek­ti­ver ge­schlechts­neu­tra­ler Fak­to­ren recht­fer­ti­gen kann, muss der Ar­beit­ge­ber nach Plä­nen der Kom­mis­si­on zu­sam­men mit den Ar­beit­neh­mer­ver­tre­tern ei­ne Ent­gelt­be­wer­tung vor­neh­men.

Ar­beit­neh­mer, die von Lohn­dis­kri­mi­nie­rung be­trof­fen sind, soll ei­ne Ent­schä­di­gung bis zur voll­stän­di­gen Nach­zah­lung des Ent­gelts und da­mit ver­bun­de­ner Bo­ni oder Sach­leis­tun­gen ge­währ­leis­tet wer­den. Da­für soll die Be­weis­last für bzw. ge­gen ei­ne Dis­kri­mi­nie­rung künf­tig der Ar­beit­ge­ber tra­gen.

Zu­dem soll die ge­plan­te Richt­li­nie auch die Mit­glieds­staa­ten ver­pflich­ten, Sank­tio­nen, ins­be­son­de­re Geld­stra­fen, für Ver­stö­ße ge­gen das Dis­kri­mi­nie­rungs­ver­bots fest­zu­le­gen. Auch Sam­mel­kla­gen ge­führt durch Gleich­be­hand­lungs­stel­len und Ar­beit­neh­mer­ver­tre­ter sol­len künf­tig mög­lich wer­den.

Über die ge­plan­te Richt­li­nie müs­sen nun der Rat der EU und das Eu­ro­päi­sche Par­la­ment be­ra­ten und ent­schei­den. Bil­li­gen bei­de den Ent­wurf der Kom­mis­si­on, hät­ten die Mit­glieds­staa­ten zwei Jah­re zur Um­set­zung der Richt­li­nie in na­tio­na­les Recht.

Wei­te­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

 

Letzte Überarbeitung: 22. März 2021

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