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ARBEITSRECHT AKTUELL // 25/112

Kei­ne Prä­ven­ti­ons­pflicht wäh­rend der War­te­zeit

Ar­beit­ge­ber müs­sen vor ei­ner or­dent­li­chen Kün­di­gung wäh­rend der ers­ten sechs Mo­na­te kein Prä­ven­ti­ons­ver­fah­ren durch­füh­ren: Lan­des­ar­beits­ge­richt Düs­sel­dorf, Ur­teil vom 15.05.2025, 11 SLa 449/24
Uhr und Kalender, Arbeitszeit und Arbeitszeitrecht

15.10.2025. Ein schwer­be­hin­der­ter Ar­beit­neh­mer war seit Ok­to­ber 2023 bei ei­ner Stadt in der Ver­kehrs­über­wa­chung be­schäf­tigt. Nach knapp drei Mo­na­ten kün­dig­te die Stadt das Ar­beits­ver­hält­nis wäh­rend der Pro­be­zeit we­gen mehr­fa­cher Ver­spä­tun­gen so­wie un­an­ge­mes­se­ner und ag­gres­si­ver Äu­ße­run­gen ge­gen­über Kol­le­gen. Zu­vor wa­ren der Per­so­nal­rat und die Schwer­be­hin­der­ten­ver­tre­tung be­tei­ligt wor­den.

Das Ar­beits­ge­richt (ArbG) Düs­sel­dorf hielt die Kün­di­gung für un­wirk­sam, weil die Stadt vor der Kün­di­gung kein Prä­ven­ti­ons­ver­fah­ren nach § 167 Abs. 1 SGB IX durch­ge­führt hat­te. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt (LAG) Düs­sel­dorf wies die Kün­di­gungs­schutz­kla­ge da­ge­gen ab.

Nach Auf­fas­sung des LAG be­steht wäh­rend der War­te­zeit des § 1 Abs. 1 KSchG kei­ne Pflicht des Ar­beit­ge­bers, vor ei­ner or­dent­li­chen Kün­di­gung ein Prä­ven­ti­ons­ver­fah­ren nach § 167 Abs. 1 SGB IX durch­zu­füh­ren. Das Feh­len ei­nes sol­chen Ver­fah­rens führt da­her wäh­rend der War­te­zeit nicht zur Un­wirk­sam­keit der Kün­di­gung. Das LAG schloss sich da­mit der Recht­spre­chung des LAG Thü­rin­gen an. Die Ent­schei­dung wur­de kurz zu­vor auch vom Bun­des­ar­beits­ge­richt be­stä­tigt: LAG Düs­sel­dorf, Ur­teil vom 15.05.2025, 11 SLa 449/24

Wei­te­re In­for­ma­tio­nen zu die­sem The­ma fin­den Sie hier: Up­date Ar­beits­recht 09|2024 LAG Düs­sel­dorf: Kein Prä­ven­ti­ons­ver­fah­ren in der War­te­zeit

 

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Letzte Überarbeitung: 15. September 2026

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