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Arbeitsrecht aktuell: 11/156 AGB-Kontrolle einer Arbeitszeitregelung: Arbeitsvertragliche Durchschnittsarbeitszeit ist unklar ohne Ausgleichszeitraum
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Die Vereinbarung einer monatlichen Durchschnitts-Arbeitszeit von 150 Stunden ist intransparent und daher unwirksam, wenn der für die Durchschnittsbildung maßgebliche Zeitraum nicht feststeht
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 21.06.2011, 9 AZR 236/10
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12.08.2011. Arbeitgeber können mit allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) nicht nur Nebenabreden wie z.B. Kündigungsfristen vorgeben, sondern auch die Hauptleistungspflichten, also z.B. die zu leistenden Arbeitsstunden. In AGB enthaltene Hauptleistungsabreden werden - anders als formularvertragliche Nebenabreden - von den Gerichten nicht auf ihre inhaltliche Angemessenheit hin überprüft, da dies zu stark in die Vertragsfreiheit eingreifen würde. Aber sie müssen zumindest klar sein, d.h. dem "Transparenzgebot" (§ 307 Abs.1 Satz 2 Bürgerliches Gesetzbuch - BGB) entsprechen.
Fraglich ist, ob eine in AGB enthaltene Arbeitszeit- und Überstundenregelung für den Arbeitnehmer verständlich ist, wenn sie nur eine monatlich "durchschnittliche" Arbeitszeit festlegt. Effektive Arbeitszeit und effektiver Verdienst sind dann schwer vorherzusehen. Ob solche Klauseln daher unzulässig sind oder nicht, hat nunmehr das Bundesarbeitsgericht (BAG) entschieden (BAG, Urteil vom 21.06.2011, 9 AZR 236/10).
Eine Sicherheitsfirma hatte in ihren AGB 150 Stunden „im monatlichen Durchschnitt“ vorgesehen. Der Tarifvertrag legte Vollzeitarbeit aber mit 160 Stunden fest. Ein Arbeitnehmer, der 188 Stunden monatlich arbeitete, klagte auf Feststellung einer Arbeitszeit von 188 Stunden. Das Landesarbeitsgericht Köln (Urteil vom 20.01.2010, 2 Sa 996/09) hielt nur den "Durchschnitts-"Vorbehalt für unwirksam, womit es bei 150 Stunden blieb. Das BAG entschied, dass die tarifliche Arbeitszeit von 160 Stunden gilt.
Fazit: In AGB enthaltene Arbeitszeitvereinbarungen, die monatliche Durchschnittswerte angeben, sind unklar und damit insgesamt unwirksam, solange nicht verbindlich feststeht, innerhalb welcher Ausgleichszeiten sich ein solcher "Durchschnitt" ergeben soll. Daher war hier im Streitfall die tarifliche Arbeitszeit für Vollzeitkräfte maßgeblich, d.h. 160 Stunden. Arbeitgebern ist zu raten, Gehalt und Arbeitszeiten im beiderseitigen Interesse klar zu regeln, um Streitigkeiten zu vermeiden.
Nähere Informationen finden Sie hier:
Hinweis: In der Zwischenzeit, d.h. nach Erstellung dieses Artikels, hat das Gericht seine Entscheidungsgründe schriftlich abgefasst und veröffentlicht. Die Entscheidungsgründe im Volltext finden Sie hier:
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Letzte Überarbeitung: 12. Januar 2012
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Arbeitsrecht aktuell: |
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München, 16.05.2012 Altersversorgung:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 15.05.2012, 3 AZR 128/11
Hannover, 15.05.2012 Urlaub und Krankheit:
Landesarbeitsgericht Düsseldorf, Urteil vom 23.02.2012, 5 Sa 1370/11
Frankfurt, 14.05.2012 Leiharbeit:
Hessisches Landessozialgericht, Beschluss vom 23.04.2012, L 1 KR 95/12 B ER
Berlin, 12.05.2012 Betriebsübergang:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 10.05.2012, 8 AZR 639/10
Köln, 09.05.2012 Whistleblowing:
Landesarbeitsgericht Köln, Urteil vom 02.02.2012, 6 Sa 304/11
Köln, 08.05.2012 Lohnrückzahlung:
Landesarbeitsgericht Köln, Urteil vom 12.10.2011, 9 Sa 156/11
München, 07.05.2012 Kündigungsschutzklage:
Landesarbeitsgericht München, Urteil vom 13.10.2011, 3 Sa 1187/10
Frankfurt, 04.05.2012 Urlaub und Krankheit:
Europäischer Gerichtshof, Urteil vom 03.05.2012, Rs. C-337/10 - Neidel
Köln, 03.05.2012 Korruption:
Landesarbeitsgericht Köln, Urteil vom 23.01.2012, 5 Sa 371/11
Köln, 02.05.2012 Kündigung und Krankheit:
Arbeitsgericht Trier, Urteil vom 08.12.2011, 3 Ca 936/11
Köln, 30.04.2012 Fristlose Kündigung:
Landesarbeitsgericht Köln, Beschluss vom 27.07.2011, 9 TaBVGa 2/11
Frankfurt, 25.04.2012 Urlaubsabgeltung:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 13.12.2011, 9 AZR 399/10
Köln, 24.04.2012 Diskriminierungsschutz:
Bundesgerichtshof, Urteil vom 23.04.2012, II ZR 163/10
Frankfurt, 23.04.2012 Fristlose Kündigung:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 19.04.2012, 2 AZR 258/11
Hamburg, 20.04.2012 Lohnuntergrenzen:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 18.04.2012, 4 AZR 139/10, Beschluss vom 18.04.2012, 4 AZR 168/10
Hamburg, 20.04.2012 Diskriminierung:
Europäischer Gerichtshof, Urteil vom 19.04.2012, C-415/10 (Meister)
Hannover, 18.04.2012 Gleichbehandlung:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 17.04.2012, 3 AZR 280/10
Hamburg, 13.04.2012 Kündigungsschutzklage:
Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein, Urteil vom 27.09.2011, 1 Sa 538 e/10
Stuttgart, 12.04.2012 Änderungskündigung:
Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz, Urteil vom 10.11.2011, 10 Sa 329/11
Berlin, 05.04.2012 Unkündbarkeit:
Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg, Urteil vom 07.02.2012, 7 Sa 2164/11
Köln, 28.03.2012 Ermahnung:
Arbeitsgericht Trier, Urteil vom 20.12.2011, 3 Ca 1013/11
Frankfurt, 26.03.2012 Mitarbeitergespräche:
Hessisches Landesarbeitsgericht, Urteil vom 06.02.2012, 16 Sa 1134/11
Berlin, 22.03.2012 Massenentlassungsanzeige
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 21.03.2012, 6 AZR 596/10
Berlin, 21.03.2012 Gleicher Urlaub:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 20.03.2012, 9 AZR 529/10
Berlin, 18.03.2012 Änderungskündigung:
Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg, Urteil vom 19.12.2011, 15 Sa 1264/11, 15 Sa 1461/11
Berlin, 16.03.2012 Bewerberdiskriminierung
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 15.03.2012, 8 AZR 160/11
Berlin, 15.03.2012 Urlaubsrecht:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 18.10.2011, 9 AZR 303/10
Berlin, 14.03.2012 Wettbewerbsverbot:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 14.09.2011, 10 AZR 198/10
Hamburg, 12.03.2012 Provision:
Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein, Urteil vom 06.12.2011, 1 Sa 13 a/11
Hannover, 11.03.2012 Befristung:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 29.06.2011, 7 AZR 6/10
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