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ARBEITSRECHT AKTUELL // 11/170

Be­triebs­rat muss bei Leih­ar­beit die Na­men al­ler Leih­ar­bei­ter ken­nen

Vor je­dem Ein­satz von Leih­ar­beit muss der Ar­beit­ge­ber dem Be­triebs­rat die Na­men al­ler Leih­ar­bei­ter mit­tei­len, de­ren Ein­satz er plant: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Be­schluss vom 09.03.2011, 7 ABR 137/09
Sitzung des Betriebsrats, Betriebsratsversammlung Auch der Ein­satz von Leih­ar­bei­tern ist mit­be­stim­mungs­pflich­tig i.S.d. Be­trVG

01.09.2011. In Un­ter­neh­men mit mehr als 20 Ar­beit­neh­mern muss der Ar­beit­ge­ber vor je­der Ein­stel­lung die Zu­stim­mung des Be­triebs­rats ein­ho­len.

Da­bei muss er den Be­triebs­rat kon­kret über die zu be­set­zen­de Stel­le und "die Per­son" des ein­zu­stel­len­den Ar­beit­neh­mers in­for­mie­ren (§ 99 Abs. 1 Be­triebs­ver­fas­sungs­ge­setz - Be­trVG).

Die­ses Mit­be­stim­mungs­recht muss auch beim Ein­satz von Leih­ar­beit be­ach­tet wer­den (§ 14 Abs. 3 Satz 1 Ar­beit­neh­mer­über­las­sungs­ge­setz - AÜG).

Bis­her war um­strit­ten, ob der Ar­beit­ge­ber dem Be­triebs­rat vor dem Ein­satz von Leih­ar­bei­tern de­ren Na­men mit­tei­len muss. Da­ge­gen spricht, dass die Leih­ar­beit ein schnell­le­bi­ges Ge­schäft mit kur­zen Ein­satz­zei­ten und un­er­war­te­ten Än­de­run­gen ist. Aber ver­rin­gern sich auf­grund die­ser Be­son­der­hei­ten der Leih­ar­beit die Mit­tei­lungs­pflich­ten, die der Ar­beit­ge­ber ge­mäß § 99 Be­trVG ge­gen­über sei­nem Be­triebs­rat be­ach­ten muss? Die­se Fra­ge hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) nun be­ant­wor­tet (Be­schluss vom 09.03.2011, 7 ABR 137/09).

Ein Ar­beit­ge­ber stritt mit sei­nem Be­triebs­rat über die Pflicht zur Mit­tei­lung der Na­men von Leih­ar­bei­tern, de­ren Ein­satz be­vor­stand. Der Ar­beit­ge­ber kann­te de­ren Na­men teil­wei­se selbst nicht, weil er die Leih­ar­bei­ter nur nach der be­nö­tig­ten Qua­li­fi­ka­ti­on an­for­der­te. An­ders als das Lan­des­ar­beits­ge­richt (LAG) Hamm (Be­schluss vom 25.09.2009, 10 TaBV 21/09) ent­schied das BAG für den Be­triebs­rat: Auch die Na­men der Leih­ar­bei­ter sind dem Be­triebs­rat vor de­ren Ein­satz mit­zu­tei­len.

Fa­zit: Der Be­schluss des BAG ist ein­deu­tig und lässt sich auf an­de­re Per­so­nal­ent­schei­dun­gen über­tra­gen. An­ders­lau­ten­de LAG-Ent­schei­dun­gen sind da­mit über­holt. Ar­beit­ge­ber, die Leih­ar­beit ein­set­zen, müs­sen künf­tig ge­gen­über den Zeit­ar­beits­fir­men auf der recht­zei­ti­gen Mit­tei­lung der Na­men der über­las­se­nen Leih­ar­bei­ter be­ste­hen. Be­triebs­rä­te wi­der­um müs­sen sich nicht mehr mit dem Ar­gu­ment ab­spei­sen las­sen, die Na­men der dem­nächst ein­ge­setz­ten Leih­ar­bei­ter wä­ren un­wich­tig oder nicht ver­füg­bar.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 19. September 2016

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