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ARBEITSRECHT AKTUELL // 11/096

Be­triebs­rat: Mit­be­stim­mung bei Ein­stel­lung

Kei­ne Pflicht des Ar­beit­ge­bers, den Be­triebs­rat vor be­fris­te­ten Ein­stel­lun­gen über die Be­fris­tungs­grün­de zu in­for­mie­ren: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Be­schluss vom 27.10.2010, 7 ABR 86/09
Sitzung des Betriebsrats, Betriebsratsversammlung Gren­zen des In­for­ma­ti­ons­rechts für Be­triebs­rä­te
18.05.2011. In Per­so­nal­fra­gen hat der Be­triebs­rat je nach dem Ge­gen­stand der An­ge­le­gen­heit ein un­ter­schied­lich star­kes Mit­wir­kungs­recht. So muss ihm die be­ab­sich­tig­te Ein­stel­lung ei­nes lei­ten­den An­ge­stell­ten nur vor­ab mit­ge­teilt wer­den. Plant der Ar­beit­ge­ber da­ge­gen, ei­nen "nor­ma­len" Ar­beit­neh­mer ein­zu­stel­len, hat der Be­triebs­rat un­ter be­stimm­ten ge­setz­li­chen Vor­aus­set­zun­gen ein Recht zur Zu­stim­mungs­ver­wei­ge­rung (§ 99 Abs.2 Be­triebs­ver­fas­sungs­ge­setz - Be­trVG).

Da­mit ver­bun­den ist ei­ne um­fang­rei­che Un­ter­rich­tungs­pflicht des Ar­beit­ge­bers. Der Be­triebs­rat muss al­le In­for­ma­tio­nen er­hal­ten, die er braucht, um die mög­li­chen Ver­wei­ge­rungs­grün­de prü­fen zu kön­nen. Ei­ne um­fas­sen­de Ver­trags­in­halts­kon­trol­le ge­hört aber nicht zu sei­nen Auf­ga­ben. Da­her muss der Ar­beit­ge­ber zwar über ei­ne Be­fris­tung in­for­mie­ren. Es ist aber frag­lich, ob er auch den Be­fris­tungs­grund an­ge­ben muss. Die­se Fra­ge hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) vor kur­zem ge­klärt (Be­schluss vom 27.10.2010, 7 ABR 86/09).

In dem Rechts­streit woll­te ein Be­triebs­rat den Ar­beit­ge­ber ver­pflich­ten, ihn bei ge­plan­ten be­fris­te­ten Ein­stel­lun­gen auch über die Grün­de für die Be­fris­tung der Ar­beits­ver­hält­nis­se zu in­for­mie­ren. Da­mit hat­te er we­der vor dem Ar­beits­ge­richt Cott­bus noch vor dem Lan­des­ar­beits­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg Er­folg (Be­schluss vom 19.02.2009, 25 TaBV 20/09). Auch das BAG mein­te, dass der Be­triebs­rat hier kei­nen An­spruch auf In­for­ma­ti­on hat und wies die Rechts­be­schwer­de des Be­triebs­rats zu­rück.

Fa­zit: Be­triebs­rä­te ha­ben zwar die Auf­ga­be, die In­ter­es­sen der Ar­beit­neh­mer des Be­trie­bes zu ver­tre­ten, aber nur in dem vom Be­trVG ge­setz­ten Rah­men. Und die Zu­stim­mung zu ei­ner ge­plan­ten Ein­stel­lung kann der Be­triebs­rat an­er­kann­ter­ma­ßen nicht we­gen ei­ner un­wirk­sam ver­ein­bar­ten Be­fris­tung ver­wei­gern (BAG, Ur­teil vom 28.06.1994, 1 ABR 59/93). Dann aber muss der Ar­beit­ge­ber den Be­triebs­rat kon­se­quen­ter­wei­se auch nicht über den Be­fris­tungs­grund in­for­mie­ren.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 5. Dezember 2016

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