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Arbeitsrecht aktuell: 12/016 Betriebsratswahl - Abbruch nur bei Nichtigkeit
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Gerichtlicher Stopp für Betriebsratswahl auf Antrag des Arbeitgebers nur, wenn die Wahl nichtig wäre
Bundesarbeitsgericht, Beschluss vom 27.07.2011, 7 ABR 61/10
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13.01.2012. Eine Betriebsratswahl ist nur in ganz besonderen und seltenen Ausnahmefällen nichtig. Dazu muss nach der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts (BAG) gegen allgemeine Grundsätze jeder ordnungsgemäßen Wahl in so hohem Maß verstoßen werden, dass "der Anschein einer dem Gesetz entsprechenden Wahl nicht mehr besteht". Es muss sich also um einen offensichtlichen und besonders groben Verstoß gegen gesetzliche Wahlvorschriften handeln. Z.B. wäre eine Betriebsratswahl nichtig, wenn die Arbeitnehmer die Kandidaten auf einer Betriebsversammlung "per Akklamation", d.h. durch Händeklatschen, "wählen" würden. Eine solche "Wahl" wäre nichtig.
Ist eine Wahl nicht nichtig, aber trotzdem rechtlich nicht in Ordnung, kann sie angefochten werden. Der praktisch wichtigste Unterschied zwischen Nichtigkeit und bloßer Anfechtbarkeit einer Betriebsratswahl besteht darin, dass der durch eine anfechtbare Wahl gewählte Betriebsrat erst einmal im Amt ist und arbeiten kann. Insbesondere kann er auch Betriebsvereinbarungen abschließen. Und der Betriebsrat bleibt solange im Amt, bis das gerichtliche Wahlanfechtungsverfahren rechtskräftig und im Sinne der Anfechtbarkeit bzw. Rechtswidrigkeit der Wahl entschieden ist, was gut und gerne zwei bis drei Jahre dauern kann.
Fraglich ist, unter welchen Voraussetzungen der Arbeitgeber eine laufende Betriebsratswahl gerichtlich stoppen lassen kann, d.h. durch einen gegen den Wahlvorstand gerichteten gerichtlichen Beschluss mit dem Inhalt, die weitere Durchführung der Wahl zu unterlassen. Diese Frage hat das BAG in einer aktuellen Entscheidung, deren Begründung heute veröffentlicht wurde, so beantwortet (Beschluss vom 27.07.2011, 7 ABR 61/10, Leitsatz 1).
"Auf Antrag des Arbeitgebers ist eine Betriebsratswahl abzubrechen, wenn sie voraussichtlich nichtig ist. Die bloße Anfechtbarkeit genügt nicht."
Auf der Grundlage dieser Entscheidung ist es künftig nur in seltenen Ausnahmefällen möglich, ein rechtlich falsch laufende Betriebsratswahl noch vor Abschluss der Wahl zu stoppen.
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Letzte Überarbeitung: 7. Mai 2012
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Arbeitsrecht aktuell: |
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Berlin, 22.05.2012 Konkurrentenklage:
Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg, Urteil vom 14.03.2012, 15 SaGa 2383/11
Berlin, 19.05.2012 Teilzeitanspruch:
Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg, Urteil vom 14.03.2012, 15 SaGa 2286/11
Berlin, 17.05.2012 Outsourcing:
Bundesarbeitsgericht, Urteile vom 16.05.2012, 4 AZR 320/10 und 321/10
Berlin, 17.05.2012 Öffentlicher Dienst:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 16.05.2012, 10 AZR 202/11
München, 16.05.2012 Altersversorgung:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 15.05.2012, 3 AZR 128/11
Hannover, 15.05.2012 Urlaub und Krankheit:
Landesarbeitsgericht Düsseldorf, Urteil vom 23.02.2012, 5 Sa 1370/11
Frankfurt, 14.05.2012 Leiharbeit:
Hessisches Landessozialgericht, Beschluss vom 23.04.2012, L 1 KR 95/12 B ER
Berlin, 12.05.2012 Betriebsübergang:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 10.05.2012, 8 AZR 639/10
Köln, 09.05.2012 Whistleblowing:
Landesarbeitsgericht Köln, Urteil vom 02.02.2012, 6 Sa 304/11
Köln, 08.05.2012 Lohnrückzahlung:
Landesarbeitsgericht Köln, Urteil vom 12.10.2011, 9 Sa 156/11
München, 07.05.2012 Kündigungsschutzklage:
Landesarbeitsgericht München, Urteil vom 13.10.2011, 3 Sa 1187/10
Frankfurt, 04.05.2012 Urlaub und Krankheit:
Europäischer Gerichtshof, Urteil vom 03.05.2012, Rs. C-337/10 - Neidel
Köln, 03.05.2012 Korruption:
Landesarbeitsgericht Köln, Urteil vom 23.01.2012, 5 Sa 371/11
Köln, 02.05.2012 Kündigung und Krankheit:
Arbeitsgericht Trier, Urteil vom 08.12.2011, 3 Ca 936/11
Köln, 30.04.2012 Fristlose Kündigung:
Landesarbeitsgericht Köln, Beschluss vom 27.07.2011, 9 TaBVGa 2/11
Frankfurt, 25.04.2012 Urlaubsabgeltung:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 13.12.2011, 9 AZR 399/10
Köln, 24.04.2012 Diskriminierungsschutz:
Bundesgerichtshof, Urteil vom 23.04.2012, II ZR 163/10
Frankfurt, 23.04.2012 Fristlose Kündigung:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 19.04.2012, 2 AZR 258/11
Hamburg, 20.04.2012 Lohnuntergrenzen:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 18.04.2012, 4 AZR 139/10, Beschluss vom 18.04.2012, 4 AZR 168/10
Hamburg, 20.04.2012 Diskriminierung:
Europäischer Gerichtshof, Urteil vom 19.04.2012, C-415/10 (Meister)
Hannover, 18.04.2012 Gleichbehandlung:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 17.04.2012, 3 AZR 280/10
Hamburg, 13.04.2012 Kündigungsschutzklage:
Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein, Urteil vom 27.09.2011, 1 Sa 538 e/10
Stuttgart, 12.04.2012 Änderungskündigung:
Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz, Urteil vom 10.11.2011, 10 Sa 329/11
Köln, 28.03.2012 Ermahnung:
Arbeitsgericht Trier, Urteil vom 20.12.2011, 3 Ca 1013/11
Frankfurt, 26.03.2012 Mitarbeitergespräche:
Hessisches Landesarbeitsgericht, Urteil vom 06.02.2012, 16 Sa 1134/11
Berlin, 22.03.2012 Massenentlassungsanzeige
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 21.03.2012, 6 AZR 596/10
Berlin, 21.03.2012 Gleicher Urlaub:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 20.03.2012, 9 AZR 529/10
Berlin, 18.03.2012 Änderungskündigung:
Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg, Urteil vom 19.12.2011, 15 Sa 1264/11, 15 Sa 1461/11
Berlin, 16.03.2012 Bewerberdiskriminierung
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 15.03.2012, 8 AZR 160/11
Berlin, 15.03.2012 Urlaubsrecht:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 18.10.2011, 9 AZR 303/10
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