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ARBEITSRECHT AKTUELL

War­te­zeit­kün­di­gung we­gen wi­der­sprüch­li­chen Ver­hal­tens un­wirk­sam

Auch wäh­rend der sechs­mo­na­ti­gen War­te­zeit kann ei­ne Kün­di­gung we­gen Ver­sto­ßes ge­gen Treu und Glau­ben un­wirk­sam sein, wenn der Ar­beit­ge­ber zu­vor aus­drück­lich ei­ne Über­nah­me zu­ge­sagt hat und an­schlie­ßend oh­ne nach­voll­zieh­ba­ren Grund kün­digt. Dies hat das La: LAG Düs­sel­dorf, Ur­teil vom 14.01.2025, 3 SLa 317/24
Kündigung auf Postit (Klebezettel)

01.07.2025 Ein Wirt­schafts­ju­rist war mit ei­ner sechs­mo­na­ti­gen Pro­be­zeit bei ei­nem Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men be­schäf­tigt. Kurz vor Ab­lauf der Pro­be­zeit er­klär­te ihm sein Vor­ge­setz­ter, ein Pro­ku­rist und maß­geb­li­cher Per­so­nal­ver­ant­wort­li­cher der Ab­tei­lung, er wer­de „na­tür­lich“ über­nom­men. We­ni­ge Wo­chen spä­ter kün­dig­te der­sel­be Vor­ge­setz­te das Ar­beits­ver­hält­nis noch wäh­rend der War­te­zeit. Der Ar­beit­ge­ber be­grün­de­te die Kün­di­gung mit un­zu­rei­chen­den Leis­tun­gen des Ar­beit­neh­mers.

Das LAG Düs­sel­dorf er­klär­te die Kün­di­gung für un­wirk­sam. Die vor­he­ri­ge Über­nah­me­zu­sa­ge und die an­schlie­ßen­de Kün­di­gung durch den­sel­ben maß­geb­li­chen Vor­ge­setz­ten stell­ten oh­ne zwi­schen­zeit­li­che Vor­komm­nis­se ei­nen wi­der­sprüch­li­chen und da­mit treu­wid­ri­gen Ver­hal­tens­wei­se nach § 242 BGB dar. Der Ar­beit­ge­ber hät­te dar­le­gen müs­sen, wel­che Um­stän­de den Mei­nungs­um­schwung sach­lich recht­fer­tig­ten. Sol­che Grün­de wa­ren nicht er­sicht­lich: LAG Düs­sel­dorf, Ur­teil vom 14.01.2025, 3 SLa 317/24.

Wei­te­re In­for­ma­tio­nen: Up­date Ar­beits­recht 06|2025 LAG Düs­sel­dorf: Un­wirk­sam­keit ei­ner Kün­di­gung in der War­te­zeit we­gen wi­der­sprüch­li­chen Ver­hal­tens

Hand­buch Ar­beits­recht: Kün­di­gung des Ar­beits­ver­trags (Über­blick)

Hand­buch Ar­beits­recht: Kün­di­gungs­schutz

Hand­buch Ar­beits­recht: Pro­be­zeit

Letzte Überarbeitung: 11. August 2026

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