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Arbeitsrecht aktuell: 11/133 Anhörung des Betriebsrats bei Kündigung mit Auslauffrist
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Wird einem ordentlich unkündbaren Arbeitnehmer außerordentlich mit Auslauffrist gekündigt, muss der Betriebsrat eine Woche Zeit zur Stellungnahme haben
Landesarbeitsgericht Hamm, Urteil vom 05.08.2010, 15 Sa 302/10
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von Rechtsanwältin Nina Lüking, Fachanwältin für Arbeitsrecht, Hannover
Hensche Rechtsanwälte, Kanzlei Hannover
12.07.2011. Eine außerordentliche Kündigung gemäß § 626 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) ist meist auch eine fristlose Kündigung, d.h. die regulären Kündigungsfristen gemäß § 622 BGB werden nicht beachtet. Für solche Kündigungen muss es einen wichtigen Grund geben, der aber nicht immer ein Pflichtverstoß sein muss. Auch Dauerkrankheiten oder Betriebsschließungen können zur außerordentlichen Kündigung berechtigen.
Solche außerordentlichen Kündigungen treffen meist Arbeitnehmer, die ordentlich unkündbar sind. Dann muss der Arbeitgeber aber eine „Auslauffrist“ gewähren, die der bei ordentlicher Kündbarkeit geltenden Kündigungsfrist entspricht. Fraglich ist, wie viel Zeit dann dem Betriebsrat im Rahmen der Anhörung gemäß § 102 Abs.1 Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG) für seine Stellungnahme zu gewähren ist, da das Gesetz hierauf keine klare Antwort gibt. Damit befasst sich ein aktuelles Urteil des Landesarbeitsgerichts Hamm (Urteil vom 05.08.2010, 15 Sa 302/10).
Einem ordentlich unkündbaren Arbeitnehmer war krankheitsbedingt außerordentlich gekündigt worden. Der Betriebsrat wurde dazu nicht mit der für ordentliche Kündigungen geltenden Wochenfrist des § 102 Abs.2 Satz 1 BetrVG, sondern nur mit der Dreitagesfrist des § 102 Abs.2 Satz 3 BetrVG angehört, die für außerordentliche Kündigungen gilt. Anders als das Arbeitsgericht Iserlohn (Urteil vom 17.11.2009, 5 Ca 1370/09) hielt das LAG die Wochenfrist für maßgeblich und die Kündigung daher für unwirksam.
Fazit: Eine außerordentliche Kündigung mit Auslauffrist ist nur wirksam, wenn der Betriebsrat wie vor ordentlichen Kündigungen beteiligt wird. Denn sonst wären unkündbare Arbeitnehmer bei der Betriesratsanhörung wegen der kürzeren Anhörungsfrist schlechter geschützt als normale Arbeitnehmer. Arbeitnehmer und Betriebsrat sollten daher stets die Einhaltung der Wochenfrist prüfen. Sie können sich dabei auf die Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts (Urteil vom 12.01.2006, 2 AZR 242/05) berufen.
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Letzte Überarbeitung: 9. Mai 2012
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München, 16.05.2012 Altersversorgung:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 15.05.2012, 3 AZR 128/11
Hannover, 15.05.2012 Urlaub und Krankheit:
Landesarbeitsgericht Düsseldorf, Urteil vom 23.02.2012, 5 Sa 1370/11
Frankfurt, 14.05.2012 Leiharbeit:
Hessisches Landessozialgericht, Beschluss vom 23.04.2012, L 1 KR 95/12 B ER
Berlin, 12.05.2012 Betriebsübergang:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 10.05.2012, 8 AZR 639/10
Köln, 09.05.2012 Whistleblowing:
Landesarbeitsgericht Köln, Urteil vom 02.02.2012, 6 Sa 304/11
Köln, 08.05.2012 Lohnrückzahlung:
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Frankfurt, 04.05.2012 Urlaub und Krankheit:
Europäischer Gerichtshof, Urteil vom 03.05.2012, Rs. C-337/10 - Neidel
Köln, 03.05.2012 Korruption:
Landesarbeitsgericht Köln, Urteil vom 23.01.2012, 5 Sa 371/11
Köln, 02.05.2012 Kündigung und Krankheit:
Arbeitsgericht Trier, Urteil vom 08.12.2011, 3 Ca 936/11
Köln, 30.04.2012 Fristlose Kündigung:
Landesarbeitsgericht Köln, Beschluss vom 27.07.2011, 9 TaBVGa 2/11
Frankfurt, 25.04.2012 Urlaubsabgeltung:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 13.12.2011, 9 AZR 399/10
Köln, 24.04.2012 Diskriminierungsschutz:
Bundesgerichtshof, Urteil vom 23.04.2012, II ZR 163/10
Frankfurt, 23.04.2012 Fristlose Kündigung:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 19.04.2012, 2 AZR 258/11
Hamburg, 20.04.2012 Lohnuntergrenzen:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 18.04.2012, 4 AZR 139/10, Beschluss vom 18.04.2012, 4 AZR 168/10
Hamburg, 20.04.2012 Diskriminierung:
Europäischer Gerichtshof, Urteil vom 19.04.2012, C-415/10 (Meister)
Hannover, 18.04.2012 Gleichbehandlung:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 17.04.2012, 3 AZR 280/10
Hamburg, 13.04.2012 Kündigungsschutzklage:
Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein, Urteil vom 27.09.2011, 1 Sa 538 e/10
Stuttgart, 12.04.2012 Änderungskündigung:
Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz, Urteil vom 10.11.2011, 10 Sa 329/11
Berlin, 05.04.2012 Unkündbarkeit:
Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg, Urteil vom 07.02.2012, 7 Sa 2164/11
Köln, 28.03.2012 Ermahnung:
Arbeitsgericht Trier, Urteil vom 20.12.2011, 3 Ca 1013/11
Frankfurt, 26.03.2012 Mitarbeitergespräche:
Hessisches Landesarbeitsgericht, Urteil vom 06.02.2012, 16 Sa 1134/11
Berlin, 22.03.2012 Massenentlassungsanzeige
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 21.03.2012, 6 AZR 596/10
Berlin, 21.03.2012 Gleicher Urlaub:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 20.03.2012, 9 AZR 529/10
Berlin, 18.03.2012 Änderungskündigung:
Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg, Urteil vom 19.12.2011, 15 Sa 1264/11, 15 Sa 1461/11
Berlin, 16.03.2012 Bewerberdiskriminierung
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 15.03.2012, 8 AZR 160/11
Berlin, 15.03.2012 Urlaubsrecht:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 18.10.2011, 9 AZR 303/10
Berlin, 14.03.2012 Wettbewerbsverbot:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 14.09.2011, 10 AZR 198/10
Hamburg, 12.03.2012 Provision:
Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein, Urteil vom 06.12.2011, 1 Sa 13 a/11
Hannover, 11.03.2012 Befristung:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 29.06.2011, 7 AZR 6/10
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