HENSCHE RECHTSANWÄLTE, FACHANWALTSKANZLEI FÜR ARBEITSRECHT

KontaktKONTAKT
NEWSLETTER
Anrede
Vorname
Nachname
Email
Abmelden
MITGLIEDSCHAFTEN
  • m_dav
  • logo_vdj


WWW.HENSCHE.DE

Mob­bing - Tipps für Be­trof­fe­ne

In­for­ma­tio­nen zum The­ma Mob­bing - Tipps für Be­trof­fe­ne: Hen­sche Rechts­an­wäl­te, Kanz­lei für Ar­beits­recht
Unterrichtsraum mit Kursleiter hinter Lehrerpult und einer Kursteilnehmerin, beide stehend

Wenn Sie von Mob­bing am Ar­beits­platz be­trof­fen sind, soll­ten Sie ei­ni­ge prak­ti­sche Emp­feh­lun­gen be­fol­gen, um Ih­re Si­tua­ti­on dau­er­haft zu ver­bes­sern. Die wich­tigs­ten Tipps sind im fol­gen­den ge­nannt.

Sie soll­ten Fak­ten sam­meln, am bes­ten schrift­li­che Be­le­ge, Be­wei­se si­chern, von Ih­rem Be­schwer­de­recht Ge­brauch ma­chen, Ih­re Pro­ble­me nicht vor­ei­lig als Mob­bing be­zeich­nen und Kon­takt zu Be­ra­tungs­stel­len auf­neh­men. Füh­ren die­se Schrit­te nicht zum Er­folg, soll­ten Sie ei­nen Rechts­an­walt auf­su­chen und mit ihm zu­sam­men über­le­gen, ob die Aus­übung des Zu­rück­be­hal­tungs­rechts oder ei­ne ar­beits­ge­richt­li­che Kla­ge in Be­tracht kommt.

von Rechts­an­walt Dr. Mar­tin Hen­sche, Fach­an­walt für Ar­beits­recht, Ber­lin

Tipp 1: Sam­meln Sie Fak­ten!

Wer ge­mobbt wird, lei­det oft un­ter vie­len klei­nen Na­cken­schlägen, die für sich be­trach­tet harm­los er­schei­nen können. Ein rea­lis­ti­sches Bild der La­ge er­gibt sich oft erst dann, wenn man al­le ein­schlägi­gen Vor­komm­nis­se in Be­tracht zieht. Auch die ver­schie­de­nen De­fi­ni­tio­nen von "Mob­bing" ge­hen da­von aus, daß der Be­trof­fe­ne über ei­ne länge­re Zeit und sys­te­ma­tisch an­ge­fein­det wird.

Wenn Sie den Ein­druck ge­win­nen, daß Sie ge­mobbt wer­den, soll­ten Sie des­halb zunächst ein­mal al­le ein­schlägi­gen Vorfälle ge­nau no­tie­ren, al­so ins­be­son­de­re Da­tum, Uhr­zeit und die nähe­ren Umstände des Vor­falls schrift­lich fest­hal­ten. Sie soll­ten ein re­gel­rech­tes "Mob­bing­ta­ge­buch" ver­fas­sen.

Wenn Sie Gespräche pro­to­kol­lie­ren, soll­ten Sie sich Ort, Da­tum, Uhr­zeit, die an­we­sen­den Per­so­nen, das The­ma und den Wort­laut we­sent­li­cher Äußerun­gen no­tie­ren.

Tipp 2: Si­chern Sie Be­wei­se!

Auch wenn Sie der­zeit (noch) nicht dar­an den­ken, ei­nen Pro­zeß zu führen, soll­ten Sie dafür Sor­ge tra­gen, daß Sie Ih­re Ver­si­on des Ge­sche­hens not­falls auch vor Ge­richt be­wei­sen können. Es ist im­mer be­ru­hi­gend zu wis­sen, daß man ei­nen Pro­zeß nicht al­lein aus Man­gel an Be­wei­sen für den ei­ge­nen Tat­sa­chen­vor­trag ver­lie­ren würde.

Außer­dem muß man als Be­trof­fe­ner ei­ner Mob­bing-Kam­pa­gne da­mit rech­nen, daß die Si­tua­ti­on sehr schnell es­ka­lie­ren kann: Im Fal­le ei­ner - auch un­be­rech­tig­ten! - frist­lo­sen Kündi­gung hat man nur drei Wo­chen Zeit, um Kla­ge zu er­he­ben. Da man in­ner­halb die­ser Frist aber in der Re­gel von der Ar­beit frei­ge­stellt ist oder so­gar ei­nem Haus­ver­bot un­ter­liegt, hat man zu­meist kei­nen Zu­gang mehr zu den re­le­van­ten Un­ter­la­gen, da die­se sich im Be­trieb bzw. am Ar­beits­platz be­fin­den. Da­her muß man sich auf das Ma­te­ri­al stützen, das man in der Ver­gan­gen­heit be­reits ge­sam­melt hat.

So­weit dies möglich ist, soll­ten Sie da­her als Mob­bing-Be­trof­fe­ner für ei­nen später viel­leicht ein­mal nöti­gen Pro­zeß Be­weis­ma­te­ri­al sam­meln, al­so mögli­che Zeu­gen an­spre­chen und Un­ter­la­gen sam­meln.

Tipp 3: Ma­chen Sie von Ih­rem Be­schwer­de­recht Ge­brauch!

Sinn­voll und je­der­zeit recht­lich zulässig ist es wei­ter­hin, sich möglichst frühzei­tig beim Vor­ge­setz­ten oder - falls der Vor­ge­setz­te selbst Mob­bing be­treibt - beim Ar­beit­ge­ber selbst bzw. bei der Per­so­nal­ab­tei­lung zu be­schwe­ren. Die­ses Recht folgt aus § 84 Abs.1 Satz 1 Be­triebs­ver­fas­sungs­ge­setz (Be­trVG).

Falls im Be­trieb ein Be­triebs­rat be­steht, kann man sich auch bei die­sem je­der­zeit be­schwe­ren. Die­ses Recht folgt aus § 85 Abs.1 Be­trVG.

Be­schwer­den ge­genüber dem Ar­beit­ge­ber und / oder dem Be­triebs­rat soll­te man zu Be­weis­zwe­cken schrift­lich vor­brin­gen und sich die Überg­a­be des Be­schwer­de­schrei­bens ab­zeich­nen las­sen. Bei der Be­schwer­de soll­te man außer­dem möglichst kon­kre­te Maßnah­men ver­lan­gen, die da­zu ge­eig­net sind, das Mob­bing zu un­ter­bin­den. Hier kom­men vor al­lem ei­ne Ab­mah­nung und ggf. auch ei­ne Ver­set­zung der Mob­ber in Be­tracht.

Tipp 4: Spre­chen Sie nicht von vorn­her­ein von "Mob­bing"!

Wer sich beim Vor­ge­setz­ten, beim Ar­beit­ge­ber oder beim Be­triebs­rat über "Mob­bing" be­schwert, muß mitt­ler­wei­le da­mit rech­nen, in die "fal­sche Schub­la­de" ge­steckt zu wer­den. Aber auch dann, wenn man den Vor­wurf des Mob­bing ernst nimmt, kommt es letzt­lich auf die kon­kre­ten Schi­ka­nen an, de­nen man aus­ge­setzt ist. Sind die­se Schi­ka­nen gra­vie­rend, kann man vom Ar­beit­ge­ber Ab­hil­fe ver­lan­gen, sind sie nicht gra­vie­rend, muß man sich ir­gend­wie ar­ran­gie­ren.

Wer von "Mob­bing" spricht, soll­te da­her zu­vor ge­prüft ha­ben, ob sein Pro­blem wirk­lich ein Fall von Mob­bing ist. An­de­ren­falls soll­te man auf die­ses Schlag­wort ver­zich­ten, da es mitt­ler­wei­le - lei­der - recht oft mißbraucht wird.

Tipp 5: Neh­men Sie Kon­takt zu Be­ra­tungs­stel­len auf!

Wer ge­mobbt wird, ist heu­te mit sei­nem Pro­blem nicht mehr so al­lein, wie dies noch vor ei­ni­gen Jah­ren der Fall war. Um den ei­ge­nen Mob­bing­fall bes­ser ein­ord­nen zu können, ist es da­her oft nütz­lich, mit Be­ra­tungs­stel­len Kon­takt auf­zu­neh­men. Je nach Qua­lität und En­ga­ge­ment der Be­ra­tungs­stel­le erhält man dort

  • Adres­sen von Rechts­anwälten, Psy­cho­lo­gen und Ärz­ten,
  • ei­ne Einschätzung bzw. Be­wer­tung des ei­ge­nen Fal­les,
  • Tipps und Rückenstärkung durch Lei­dens­ge­nos­sen.

Wenn es in Ih­rer Stadt Be­ra­tungs­stel­len für Mob­bing­op­fer gibt, soll­ten Sie auf je­den Fall sämt­li­che die­ser Stel­len an­ru­fen, um sich ei­nen Über­blick zu ver­schaf­fen, wo Sie am ehes­ten kon­kre­te Hil­fe er­hal­ten.

Tipp 6: Kündi­gen Sie an, Ihr Zurück­be­hal­tungs­recht aus­zuüben!

Wenn Be­schwer­den nicht hel­fen, be­steht die wei­te­re Möglich­keit, die Zurück­be­hal­tung der Ar­beits­leis­tung für den Fall an­zu­dro­hen, daß der Ar­beit­ge­ber mögli­che und zu­mut­ba­re Maßnah­men zur Un­ter­bin­dung des Mob­bings nicht in­ner­halb ei­ner be­stimm­ten Frist er­greift.

Auch die­se Ankündi­gung soll­te schrift­lich und im übri­gen so er­fol­gen, daß der Zu­gang des Schrei­bens später be­wie­sen wer­den kann. Be­vor man ei­nen sol­chen Schritt un­ter­nimmt, soll­te man sich al­ler­dings un­be­dingt recht­lich be­ra­ten las­sen, da ei­ne un­be­rech­tig­te Ver­wei­ge­rung der Ar­beit ei­nen Grund für ei­ne frist­lo­se Kündi­gung durch den Ar­beit­ge­ber dar­stellt.

Un­ter­nimmt der Ar­beit­ge­ber dann im­mer noch nichts, kann der Ge­mobb­te von sei­nem Zurück­be­hal­tungs­recht Ge­brauch ma­chen, d.h. die wei­te­re Ar­beits­leis­tung ver­wei­gern.

Im Fal­le der be­rech­tig­ten Ausübung des Zurück­be­hal­tungs­rechts bleibt der Ar­beit­ge­ber auch für die Zeit, während der der Ar­beit­neh­mer nicht bei der Ar­beit er­scheint, zur Fort­zah­lung der Vergütung ver­pflich­tet. Dies er­gibt sich aus § 615 BGB. Nähe­re In­for­ma­tio­nen da­zu fin­den Sie un­ter dem Stich­wort "Vergütung bei Ar­beits­aus­fall". Bei se­xu­el­len Belästi­gun­gen am Ar­beits­platz im Sin­ne von § 3 Abs.4 All­ge­mei­nes Gleich­be­hand­lungs­ge­setz (AGG) ist das Recht zur Ein­stel­lung der Ar­beit oh­ne Ver­lust des Ar­beits­ent­gel­tes spe­zi­ell ge­re­gelt (§ 14 AGG).

Tipp 7: Pla­nen Sie not­falls ge­richt­li­che Schrit­te!

Sch­ließlich können Be­trof­fe­ne ih­re Rech­te auch ge­richt­lich gel­tend ma­chen. In­for­ma­tio­nen zu der Fra­ge, wel­che Rech­te Ih­nen im Fal­le von Mob­bing zu­ste­hen, fin­den Sie un­ter dem Stich­wort "Mob­bing - Rech­te von Mob­bing­op­fern".

Wo fin­den Sie mehr zum The­ma Mob­bing?

Wei­te­re In­for­ma­tio­nen, die Sie im Zu­sam­men­hang mit dem The­ma Mob­bing in­ter­es­sie­ren könn­ten, fin­den Sie hier:

Ak­tu­el­le In­for­ma­tio­nen un­se­res An­walts­teams zum The­ma Mob­bing fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 12. September 2012

Was können wir für Sie tun?

Wenn Sie Fra­gen im Zu­sam­men­hang mit ei­nem zu Ih­ren Las­ten ge­hen­den Mob­bing am Ar­beits­platz ha­ben, selbst dem Vor­wurf des Mob­bing aus­ge­setzt sind oder wenn Sie in ei­ner sach­lich nicht nach­voll­zieh­ba­ren Wei­se von ei­ner an­de­ren Ar­beit­neh­mern ge­währ­ten Ver­güns­ti­gung aus­ge­schlos­sen wer­den, be­ra­ten und un­ter­stüt­zen wir Sie ger­ne.

Wir Sind auch ger­ne be­hilf­lich, wenn es dar­um geht, Ih­re recht­li­chen Mög­lich­kei­ten und die wei­te­re Vor­ge­hens­wei­se in Ih­rem Fall ab­zu­klä­ren. Bit­te be­ach­ten Sie, dass Ih­nen je nach La­ge des Fal­les nur ei­ne be­grenz­te Zeit für die Gel­tend­ma­chung Ih­rer An­sprü­che zur Ver­fü­gung steht, so dass An­sprü­che in­fol­ge län­ge­ren Zu­war­tens ver­lo­ren ge­hen kön­nen.

Selbst­ver­ständ­lich un­ter­stüt­zen wir Sie auch bei der Durch­set­zung von An­sprü­chen, die Sie auf­grund des Mob­bings gel­tend ma­chen kön­nen. Je nach La­ge des Fal­les bzw. ent­spre­chend Ih­ren Wün­schen tre­ten wir ent­we­der nach au­ßen nicht in Er­schei­nung oder aber wir ver­han­deln in Ih­rem Na­men mit Ih­rem Ar­beit­ge­ber.

Für ei­ne mög­lichst ra­sche und ef­fek­ti­ve Be­ra­tung be­nö­ti­gen wir fol­gen­de Un­ter­la­gen:

  • Ar­beits­ver­trag
  • Ge­halts­ab­rech­nun­gen
  • Un­ter­la­gen im Zu­sam­men­hang mit den Mob­bing­vor­fäl­len (falls vor­han­den)
Bewertung: Mob­bing - Tipps für Be­trof­fe­ne 4.5 von 5 Sternen (10 Bewertungen)

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 

Sie möchten regelmäßig ausführliche, praxisnahe und verständliche Artikel zum Arbeitsrecht, Informationen zu Gesetzesänderungen und zu aktuellen Gerichtsurteilen erhalten? Dann abonnieren Sie unseren Newsletter!
NEWSLETTER
Anrede Vorname
Email Nachname
  Abmelden

HINWEIS: Sämtliche Texte dieser Internetpräsenz mit Ausnahme der Gesetzestexte und Gerichtsentscheidungen sind urheberrechtlich geschützt. Urheber im Sinne des Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG) ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Dr. Martin Hensche, Lützowstraße 32, 10785 Berlin.

Wörtliche oder sinngemäße Zitate sind nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Urhebers bzw. bei ausdrücklichem Hinweis auf die fremde Urheberschaft (Quellenangabe iSv. § 63 UrhG) rechtlich zulässig. Verstöße hiergegen werden gerichtlich verfolgt.

© 1997 - 2016:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche, Berlin
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Lützowstraße 32, 10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499
E-mail: hensche@hensche.de