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ARBEITSRECHT AKTUELL // 25/022

Ar­beit­neh­mer im Ver­dacht muss In­halt von Be­wer­bun­gen of­fen­le­gen

Ge­richt stärkt Ar­beit­ge­ber bei Streit um An­nah­me­ver­zugs­lohn und Mit­wir­kungs­pflich­ten des Ar­beit­neh­mers: Lan­des­ar­beits­ge­richt Köln, Ur­teil vom 07.01.2025, 7 SLa 78/24
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16.03.2025. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt Köln hat ent­schie­den, dass ein Ar­beit­neh­mer im Pro­zess um An­nah­me­ver­zugs­lohn den In­halt sei­ner Be­wer­bun­gen of­fen­le­gen muss, wenn kon­kre­te An­halts­punk­te für so­ge­nann­te „Schein­be­wer­bun­gen“ be­ste­hen.

Im zu­grun­de lie­gen­den Fall hat­te ein Be­rufs­kraft­fah­rer nach er­folg­rei­cher Kün­di­gungs­schutz­kla­ge für die Zeit zwi­schen Ju­li 2022 und Mai 2023 Ver­zugs­lohn nach § 615 Satz 1 BGB ver­langt. Er war zu­nächst krank und an­schlie­ßend ar­beits­los und gab an, sich bei 62 Un­ter­neh­men be­wor­ben zu ha­ben. Ko­pi­en die­ser Be­wer­bun­gen leg­te er je­doch nicht vor.

Das LAG Köln wies die Kla­ge ab. Ent­schei­dend war, dass der Klä­ger trotz Auf­for­de­rung kei­ne Nach­wei­se über sei­ne Be­wer­bun­gen vor­leg­te und an­ge­sichts der gu­ten Ar­beits­markt­la­ge für Kraft­fah­rer Zwei­fel an der Ernst­haf­tig­keit be­stan­den. In die­ser Si­tua­ti­on kann sich der Ar­beit­ge­ber auf § 11 Nr. 2 KSchG be­ru­fen, wo­nach bös­wil­lig un­ter­las­se­ner Zwi­schen­ver­dienst an­zu­rech­nen ist. Bei In­di­zi­en für „Schein­be­wer­bun­gen“ kann ei­ne Of­fen­le­gungs­pflicht be­ste­hen.

Zu­dem stell­te das Ge­richt klar, dass es kei­nen Un­ter­schied macht, ob gar kei­ne Be­wer­bun­gen er­fol­gen oder nur for­mal sol­che ver­schickt wer­den, oh­ne ernst­haf­te Ab­sicht zur Ar­beits­auf­nah­me: LAG Köln, Ur­teil vom 07.01.2025, 7 SLa 78/24

Wei­te­re In­for­ma­tio­nen zu die­sem The­ma fin­den Sie hier: Up­date Ar­beits­recht 02|2025 LAG Köln: Bös­wil­li­ges Un­ter­las­sen ei­nes Zwi­schen­ver­diens­tes durch „Schein­be­wer­bun­gen“

 

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Letzte Überarbeitung: 24. Juni 2026

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