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Arbeitsrecht aktuell: 10/051 Bessere Absicherung der Pflege von Angehörigen
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Geplante Änderung des Pflegezeitgesetzes
Vorschlag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend vom 03.03.2010
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15.03.2010. Die derzeitigen Regelungen des Pflegezeitgesetzes (PflegeZG) gibt Arbeitnehmern die Möglichkeit, in Fällen eines akuten Pflegebedarfs in der Familie bis zu zehn Tagen der Arbeit fern zu bleiben, um Angehörige zu pflegen oder die erforderliche Pflege zu organisieren.
Außerdem haben Arbeitnehmer nach dem PflegeZG einen Anspruch darauf, sich für eine Pflegezeit, die pro pflegebedürftigen Angehörigen höchstens sechs Monate dauert, ohne Bezahlung von der Arbeit freistellen zu lassen.
Diese derzeit bestehenden Regelungen sind nach Ansicht der Bundesministerin für für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Frau Schröder, unzureichend. Sie hat daher vorgeschlagen, die bestehenden Möglichkeiten einer Befreiuung von der Arbeit zum Zwecke der Pflege naher Angehöriger zu erweitern.
von Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche, Fachanwalt für Arbeitsrecht, Berlin
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In der Bundesrepublik gibt es schätzungsweise 2,2 Millionen pflegebedürftige Menschen, von denen 2/3 zu Hause gepflegt werden (Destatis, 07. November 2008: „Pflegebedürftige heute und in Zukunft“). Für Angehörige, die ihre pflegebedürftigen Verwandten betreuen bzw. pflegen wollen, besteht das Problem der Vereinbarkeit mit dem Beruf, insbesondere wenn der Beruf im Rahmen eines Arbeitsverhältnisses ausgeübt wird.
Um die Pflege naher Angehöriger zu erleichtern (und um zugleich die Kassen zu entlasten) hat der Bundesgesetzgeber noch zu Zeiten der großen Koalition eine gesetzliche Regelung geschaffen - das Pflegezeitgesetz (PflegeZG).
Dieses ist im wesentlichen an die gesetzlichen Regelungen über die Elternzeit angelehnt, d.h. an das Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG). Das PflegeZG enthält in § 2 einen Anspruch, sich in Fällen einer akuten Pflegenotsituation kurzzeitig für bis zu zehn Tage zur Pflege eines Angehörigen von der Arbeit freistellen zu lassen, wobei das PflegeZG keine Regelung über die Bezahlung trifft, d.h. Geld gibt es hier nur, wenn andere gesetzliche, tarifliche oder sonstige Regelungen dies vorsehen. Darüber hinaus besteht gemäß § 3 die Möglichkeit, sich für eine längere sog. Pflegezeit bis zu höchstens sechs Monaten pro pflegebedürftigen Angehörigen unbezahlt freistellen zu lassen.
Damit besteht für Arbeitnehmer, die ihre Angehörigen pflegen wollen, trotz der verbesserten rechtlichen Ausgangslage aufgrund des PflegeZG nach wie vor ein finanzielles Problem. Außerdem beträgt die Zeit, die pflegebedürftige Angehörige in der Regel gepflegt werden müssen, weit mehr als sechs Monate, insgesamt nämlich acht Jahre.
Vor diesem Hintergrund hat die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Kristina Schröder (CDU) vor kurzem eine Reform des Pflegezeitgesetzes vorgeschlagen (BMFSFJ, Pressemitteilung vom 03.03.2010: „Kristina Schröder fordert Familien-Pflegezeit“).
Danach sollen Arbeitnehmer künftig zur Pflege ihrer Angehörigen die Möglichkeit bekommen, ihre Arbeitszeit bis zu zwei Jahre auf 50 Prozent zu reduzieren. Um diese Verringerung der Arbeitszeit finanziell abzusichern, soll ein ähnliches Modell angewandt werden wie bei der Regelung über die Altersteilzeit.
Bei der Altersteilzeit haben Arbeitnehmer die Möglichkeit, die Arbeitszeitverringerung in den letzten Jahren vor dem Ausscheiden aus dem Arbeitsleben im sog. „Blockmodell“ durchzuführen. Nach diesem Modell arbeiten Arbeitnehmer während der ersten Hälfte der Altersteilzeit weiter wie bisher, d.h. vollzeitig, erhalten aber nur eine im Prinzip auf die Hälfte reduzierte Vergütung, die allerdings auf 70 Prozent vom Nettogehalt aufgestockt wird. Das in dieser ersten Phase der Altersteilzeit, der Arbeitsphase, angesparte Wertguthaben, d.h. der nicht ausgezahlte Arbeitslohn, bildet die finanzielle Grundlage für die Bezahlung des Arbeitnehmers in der anschließenden Freistellungsphase.
Da allerdings die Pflegebedürftigkeit von Angehörigen anders als die Teilalterszeit nicht vorhersehbar und damit auch nicht planbar ist, denkt die Familienministerin an ein „umgekehrtes Blockmodell“: Anstatt für die Freistellungsphase vorzuarbeiten sollen Arbeitnehmer zunächst bezahlte Freizeit erhalten und die Freistellung später nacharbeiten. Konkret ist angedacht, dass Arbeitgeber bei einer Reduzierung der Arbeitszeit um 50 Prozent dem Arbeitnehmer weiterhin 75 Prozent der Vergütung zahlen und dass der Arbeitnehmer im Anschluss während einer der Freistellungsphase entsprechenden Zeit bei Vollarbeit nur 75 Prozent der Vergütung erhält.
Der Staat würde auf der Grundlage dieses Modells nur auf einen Teil der Einkommenssteuer verzichten und wäre daher kaum mit finanziellen Aufwendungen belastet (BMFSFJ, Pressemitteilung vom 03.03.2010: „Kristina Schröder fordert Familien-Pflegezeit“).
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Letzte Überarbeitung: 9. März 2012
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Arbeitsrecht aktuell: |
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Berlin, 19.05.2012 Teilzeitanspruch:
Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg, Urteil vom 14.03.2012, 15 SaGa 2286/11
Berlin, 17.05.2012 Outsourcing:
Bundesarbeitsgericht, Urteile vom 16.05.2012, 4 AZR 320/10 und 321/10
Berlin, 17.05.2012 Öffentlicher Dienst:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 16.05.2012, 10 AZR 202/11
München, 16.05.2012 Altersversorgung:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 15.05.2012, 3 AZR 128/11
Hannover, 15.05.2012 Urlaub und Krankheit:
Landesarbeitsgericht Düsseldorf, Urteil vom 23.02.2012, 5 Sa 1370/11
Frankfurt, 14.05.2012 Leiharbeit:
Hessisches Landessozialgericht, Beschluss vom 23.04.2012, L 1 KR 95/12 B ER
Berlin, 12.05.2012 Betriebsübergang:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 10.05.2012, 8 AZR 639/10
Köln, 09.05.2012 Whistleblowing:
Landesarbeitsgericht Köln, Urteil vom 02.02.2012, 6 Sa 304/11
Köln, 08.05.2012 Lohnrückzahlung:
Landesarbeitsgericht Köln, Urteil vom 12.10.2011, 9 Sa 156/11
München, 07.05.2012 Kündigungsschutzklage:
Landesarbeitsgericht München, Urteil vom 13.10.2011, 3 Sa 1187/10
Frankfurt, 04.05.2012 Urlaub und Krankheit:
Europäischer Gerichtshof, Urteil vom 03.05.2012, Rs. C-337/10 - Neidel
Köln, 03.05.2012 Korruption:
Landesarbeitsgericht Köln, Urteil vom 23.01.2012, 5 Sa 371/11
Köln, 02.05.2012 Kündigung und Krankheit:
Arbeitsgericht Trier, Urteil vom 08.12.2011, 3 Ca 936/11
Köln, 30.04.2012 Fristlose Kündigung:
Landesarbeitsgericht Köln, Beschluss vom 27.07.2011, 9 TaBVGa 2/11
Frankfurt, 25.04.2012 Urlaubsabgeltung:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 13.12.2011, 9 AZR 399/10
Köln, 24.04.2012 Diskriminierungsschutz:
Bundesgerichtshof, Urteil vom 23.04.2012, II ZR 163/10
Frankfurt, 23.04.2012 Fristlose Kündigung:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 19.04.2012, 2 AZR 258/11
Hamburg, 20.04.2012 Lohnuntergrenzen:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 18.04.2012, 4 AZR 139/10, Beschluss vom 18.04.2012, 4 AZR 168/10
Hamburg, 20.04.2012 Diskriminierung:
Europäischer Gerichtshof, Urteil vom 19.04.2012, C-415/10 (Meister)
Hannover, 18.04.2012 Gleichbehandlung:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 17.04.2012, 3 AZR 280/10
Hamburg, 13.04.2012 Kündigungsschutzklage:
Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein, Urteil vom 27.09.2011, 1 Sa 538 e/10
Stuttgart, 12.04.2012 Änderungskündigung:
Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz, Urteil vom 10.11.2011, 10 Sa 329/11
Köln, 28.03.2012 Ermahnung:
Arbeitsgericht Trier, Urteil vom 20.12.2011, 3 Ca 1013/11
Frankfurt, 26.03.2012 Mitarbeitergespräche:
Hessisches Landesarbeitsgericht, Urteil vom 06.02.2012, 16 Sa 1134/11
Berlin, 22.03.2012 Massenentlassungsanzeige
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 21.03.2012, 6 AZR 596/10
Berlin, 21.03.2012 Gleicher Urlaub:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 20.03.2012, 9 AZR 529/10
Berlin, 18.03.2012 Änderungskündigung:
Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg, Urteil vom 19.12.2011, 15 Sa 1264/11, 15 Sa 1461/11
Berlin, 16.03.2012 Bewerberdiskriminierung
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 15.03.2012, 8 AZR 160/11
Berlin, 15.03.2012 Urlaubsrecht:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 18.10.2011, 9 AZR 303/10
Berlin, 14.03.2012 Wettbewerbsverbot:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 14.09.2011, 10 AZR 198/10
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