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LAG Köln, Ur­teil vom 17.08.2010, 12 Sa 513/10

   
Schlagworte: Arbeitszeit
   
Gericht: Landesarbeitsgericht Köln
Aktenzeichen: 12 Sa 513/10
Typ: Urteil
Entscheidungsdatum: 17.08.2010
   
Leitsätze: Erfüllt der Arbeitgeber seine aus § 9 TzBfG resultierende Pflicht, den Arbeitnehmer bei der Besetzung eines Vollzeitarbeitsplatzes bevorzugt zu berücksichtigen, schuldhaft nicht, steht die anderweitige Besetzung der Stelle dem Aufstockungsverlangen nicht entgegen. Die Pflicht zur Erhöhung des Arbeitszeitvolumens folgt dann aus seiner Verpflichtung zur Leistung von Schadensersatz. Entsprechendes gilt, wenn der Arbeitgeber trotz Fehlens arbeitsplatzbezogener Gesichtspunkte zu Unrecht generell die Einrichtung von Vollzeitstellen ablehnt bzw. abgelehnt hat.
Vorinstanzen: Arbeitsgericht Köln, Urteil vom 25.02.2010, 10 Ca 3300/09
   

Lan­des­ar­beits­ge­richt Köln, 12 Sa 513/10

 

Te­nor:

1. Auf die Be­ru­fung des Klägers wird das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Köln vom 25.02.2010 (Az. 10 Ca 3300/09) teil­wei­se ab­geändert:

„Die Be­klag­te zu 2) wird ver­ur­teilt, das An­ge­bot des Klägers auf Auf­sto­ckung der mo­nat­li­chen Ar­beits­zeit von 120 auf 160 St­un­den an­zu­neh­men. Im Übri­gen wird die Kla­ge ab­ge­wie­sen.“

2. Im Übri­gen wird die Be­ru­fung zurück­ge­wie­sen.

3. Die Kos­ten des Be­ru­fungs­ver­fah­rens ha­ben der Kläger zu 87 %, die Be­klag­te zu 2) zu 13 % zu tra­gen. (*)

4. Die Re­vi­si­on wird nicht zu­ge­las­sen.

 

Tat­be­stand

Die Par­tei­en strei­ten über die Ver­pflich­tung der Be­klag­ten, dem Wunsch des Klägers auf Auf­sto­ckung sei­ner Ar­beits­zeit zu ent­spre­chen, über An­nah­me­ver­zugs­lohn­ansprüche re­sul­tie­rend aus der Dif­fe­renz zwi­schen der be­gehr­ten und der tatsächlich ge­leis­te­ten Ar­beits­zeit, aus un­be­zahl­ten Ar­beits­un­ter­bre­chun­gen

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(so­ge­nann­ten Breaks), aus der Un­ter­schrei­tung der in ei­ner Be­triebs­ver­ein­ba­rung vor­ge­se­he­nen Min­dest­ar­beits­zeit so­wie Ent­gelt­fort­zah­lungs­ansprüche im Krank­heits­fall zuzüglich Sonn­tags-, Fei­er­tags- und Nacht­zu­schlägen.

Der Kläger ist seit dem 17.10.2006 als Flug­si­cher­heits­as­sis­tent am Flug­ha­fen Köln/Bonn tätig. Bis zum 31.12.2008 be­stand sein Ar­beits­verhält­nis zu der Be­klag­ten zu 1). Auf­grund ei­nes Be­triebsüber­gangs be­steht es seit dem 01.01.2009 mit der Be­klag­ten zu 2) fort. Aus­weis­lich sei­nes noch mit der Be­klag­ten zu 1) ab­ge­schlos­se­nen Ar­beits­ver­tra­ges hat der Kläger im mo­nat­li­chen Durch­schnitt 120 St­un­den zu ar­bei­ten. Sein St­un­den­lohn be­trug zu­letzt 11,30 € brut­to. Die Be­klag­te zu 1) ist Mit­glied des Bun­des­ver­bands Deut­scher Wach- und Si­cher­heits­un­ter­neh­men e. V. Auf das Ar­beits­verhält­nis des Klägers fand bis zum 31.12.2008 der Man­tel­ta­rif­ver­trag für Si­cher­heits­kräfte an Ver­kehrs­flughäfen An­wen­dung. Aus­weis­lich § 5 Nr. 2 die­ses Ta­rif­ver­tra­ges beträgt die re­gelmäßige Ar­beits­zeit für Voll­zeit­beschäftig­te aus­sch­ließlich der Ru­he­pau­sen durch­schnitt­lich 40 St­un­den wöchent­lich, wo­bei die durch­schnitt­li­che werktägli­che Ar­beits­zeit nach § 3 Ar­beits­zeit­ge­setz in­ner­halb von 6 Mo­na­ten zu er­rei­chen ist. Die Be­klag­te zu 2) ist nicht ta­rif­ge­bun­den. Nach § 2 Nr. 1 des all­ge­mein­ver­bind­li­chen Man­tel­ta­rif­ver­tra­ges für das Wach- und Si­cher­heits­ge­wer­be in Nord­rhein-West­fa­len vom 08.12.2005 (im Fol­gen­den: MTV) beträgt die ta­rif­li­che Min­dest­ar­beits­zeit ei­nes voll­zeit­beschäftig­ten Ar­beit­neh­mers mo­nat­lich 160 St­un­den. Gemäß § 3 Zif­fer 5 MTV ist für Nacht­ar­beit­neh­mer in der Zeit von 22:00 Uhr bis 06:00 Uhr ein Nacht­zu­schlag in Höhe von 5 % des St­un­den­grund­loh­nes von der Lohn­grup­pe 2.0.1 für die Lohn­grup­pe A bzw. von der Lohn­grup­pe 2.0.11 für die Lohn­grup­pe B zu zah­len. Nach § 3 des Ar­beits­ver­tra­ges des Klägers beträgt der Zu­schlag 5 % auf den ver­ein­bar­ten St­un­den­lohn.

Mit Schrei­ben vom 11.11.2008 be­an­trag­te der Kläger, die Auf­sto­ckung sei­ner Ar­beits­zeit „von der­zeit 120 St­un­den auf 173 St­un­den (Voll­zeit) schnellst möglich vor­zu­neh­men“. Mit sei­ner Kla­ge be­gehrt er von den Be­klag­ten die Zu­stim­mung zu der gewünsch­ten Ände­rung mit Wir­kung zum 01.12.2008, hilfs­wei­se ei­ne mit Schrift­satz vom 05.11.2009 erst­mals gel­tend ge­mach­te Erhöhung auf 160 St­un­den.

Der Kläger hat be­haup­tet, seit No­vem­ber 2007 würden mo­nat­lich Neu­ein­stel­lun­gen vor­ge­nom­men. Drin­gen­de be­trieb­li­che Gründe, die ge­gen ei­ne Auf­sto­ckung der Ar­beits­zeit sprächen, bestünden nicht. Die Be­klag­te zu 2) beschäfti­ge ih­re Flug­gast­kon­trol­leu­re in ver­schie­de­nen Schich­ten mit mehr als 8 St­un­den Ar­beits­zeit. Zu­dem wei­se sie in Stel­len­an­zei­gen dar­auf hin, dass je­der­zeit ei­ne Auf­sto­ckung auf Voll­zeit möglich sei. Er hat die An­sicht ver­tre­ten, je­den­falls die Be­klag­te zu 2) ha­be da­her sei­nem An­trag auf Erhöhung der mo­nat­li­chen Ar­beits­zeit, zu­min­dest so­weit er auf 160 St­un­den ge­rich­tet war, zu­stim­men müssen. Sie ha­be ihm zu­dem die Dif­fe­renz zwi­schen den je­weils ab­ge­rech­ne­ten St­un­den und den 173 St­un­den, auf de­ren Ba­sis das Ar­beits­verhält­nis nach der be­reits von der Be­klag­ten zu 1) vor­zu­neh­men­den Ände­rung sei­nes Ar­beits­ver­tra­ges fort­be­ste­he, für die Mo­na­te Ja­nu­ar bis Ju­ni 2009 un­ter dem Ge­sichts­punkt des An­nah­me­ver­zu­ges vergüten. Fer­ner ste­he ihm für das Jahr 2008 ge­gen die Be­klag­te zu 1) so­wie für das Jahr 2009 ge­gen die Be­klag­te zu 2) die Vergütung von Break­stun­den zu. So­weit die­se auf ei­nen Sonn­tag fie­len, sei­en sie mit ei­nem Zu­schlag von 50 % bzw. 100 % zu vergüten. Glei­ches gel­te für die Ta­ge, an wel­chen er we­ni­ger als 6 St­un­den ein­ge­setzt wor­den sei, ob­wohl ei­ne im streit­ge­genständ­li­chen Zeit­raum be­ste­hen­de Be­triebs­ver­ein­ba­rung ei­ne tägli­che Min­dest­ein­satz­zeit von 6 St­un­den vor­se­he. Dem­ent­spre­chend sei für März 2009 auch die Ent­gelt­fort­zah­lung feh­ler­haft be­rech­net wor­den, da nicht min­des­tens 6 St­un­den täglich vergütet wor­den sei­en. Bei den be­zahl­ten Nacht­schich­ten ste­he ihm gemäß dem Ta­rif­ver­trag für Flug­si­cher­heits­kräfte 10 % mehr Nacht­schicht­zu­la­ge zu. Für das Jahr 2008 hat der Kläger zu­dem un­ter Be­zug­nah­me auf ein Gel­tend­ma­chungs­schrei­ben wei­te­re Ansprüche

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gel­tend ge­macht. Hin­sicht­lich der Ein­zel­hei­ten so­wie die Be­rech­nung der Ansprüche im Ein­zel­nen wird auf sei­ne Schriftsätze vom 06.04.2009 (Bl. 3 d. A.), vom 12.06.2009 (Bl. 52 d. A.), vom 14.07.2009 (Bl. 71 d. A.), vom 14.08.2009 (Bl. 89 – 90 d. A.) so­wie vom 21.12.2009 (Bl. 185 – 187 d. A.) Be­zug ge­nom­men.

Der Kläger hat be­an­tragt,

1. die Be­klag­te zu 1) zu ver­ur­tei­len, sein An­ge­bot vom 11.11.2008 auf Auf­sto­ckung der mo­nat­li­chen Ar­beits­zeit von 120 auf 173, hilfs­wei­se auf 160 St­un­den, an­zu­neh­men;

2. die Be­klag­te zu 1) zu ver­ur­tei­len, an ihn 1.874,11 € brut­to so­wie wei­te­re 1.119,02 € net­to nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit dem 15.05.2009 zu zah­len;

3. die Be­klag­te zu 2) zu ver­ur­tei­len, an ihn wei­te­re 809,59 € brut­to nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit dem 16.03.2009 zu zah­len;

4. die Be­klag­te zu 2) zu ver­ur­tei­len, an ihn wei­te­re 620,74 € brut­to nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit dem 16.04.2009 zu zah­len;

5. die Be­klag­te zu 2) zu ver­ur­tei­len, an ihn wei­te­re 532,83 € brut­to und 5,65 € net­to nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit dem 16.05.2009 zu zah­len;

6. die Be­klag­te zu 2) zu ver­ur­tei­len, an ihn weitere1.109,46 € brut­to und 39,55 € net­to nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz aus534,92 € seit dem 16.06.2009 und aus wei­te­ren 614,09 € seit dem 16.07.2009 zu zah­len.

Die Be­klag­ten ha­ben be­an­tragt,

die Kla­ge ab­zu­wei­sen.

Die Be­klag­te zu 1) hat be­haup­tet, es sei­en nicht mo­nat­lich Neu­ein­stel­lun­gen vor­ge­nom­men wor­den. Ab Ju­ni 2008 sei ihr be­kannt ge­we­sen, dass sie den Auf­trag zum En­de des Jah­res ver­lie­ren wer­de. Da­her ha­be sie ab die­sem Zeit­punkt über­haupt kei­ne Neu­ein­stel­lun­gen mehr vor­ge­nom­men. Zwar ge­be es bei ihr ver­schie­de­nen Schich­ten, die ein­zel­nen Ar­beit­neh­mer würden je­doch je­weils nur we­ni­ge St­un­den pro Schicht her­an­ge­zo­gen. Bei­de Be­klag­ten ha­ben be­haup­tet, ein klas­si­sches 8-St­un­den-Schicht­sys­tem sei nicht durchführ­bar, da sich der Ein­satz der Ar­beit­neh­mer nach den Vor­ga­ben der Bun­des­po­li­zei rich­te, der im Ta­ges­ver­lauf stark schwan­ke und ih­nen je­weils ei­ne Wo­che im Vor­aus be­kannt­ge­ge­ben wer­de. Be­reits mit den vor­han­de­nen Teil­zeit­verträgen las­se sich dies nur un­ter or­ga­ni­sa­to­ri­schen Schwie­rig­kei­ten aus­glei­chen. Über­stun­den fie­len nur zu be­son­de­ren Zei­ten, z. B. in den Fe­ri­en, an. Die Be­klag­te zu 2) hat fer­ner be­haup­tet, Stel­len­an­zei­gen für Voll­zeit­kräfte sei­en nicht ge­schal­tet wor­den. Sie ha­be be­schlos­sen, künf­tig Ar­beits­verträge nur ein­heit­lich mit 120 St­un­den ab­zu­sch­ließen. Sie hat die An­sicht ver­tre­ten, der Ta­rif­ver­trag für die Si­cher­heits­kräfte an Ver­kehrs­flughäfen gel­te für sie nicht, so­dass der all­ge­mein­ver­bind­li­che MTV An­wen­dung fin­de, nach wel­chem mehr als 5 % Nacht­zu­schlag nicht ver­langt wer­den könne. Sie hat

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be­haup­tet, die be­haup­te­ten Break­stun­den hätten nicht statt­ge­fun­den. So­weit die Ar­beit un­ter­bro­chen wor­den sei, sei dies durch Ru­he­pau­sen er­folgt. An­sons­ten sei­en Ar­beits­un­ter­bre­chun­gen be­zahlt wor­den.

Das Ar­beits­ge­richt Köln hat mit Ur­teil vom 25.02.2010 die Kla­ge ins­ge­samt ab­ge­wie­sen. Es hat sei­ne Ent­schei­dung im We­sent­li­chen da­mit be­gründet, dass der Kläger ei­ne Verlänge­rung sei­ner Ar­beits­zeit auf 173 St­un­den nicht ver­lan­gen könne, da der all­ge­mein­ver­bind­li­che MTV auf das Ar­beits­verhält­nis An­wen­dung fin­de, des­sen § 2 kei­nen An­spruch auf Her­an­zie­hung zu mehr als 160 St­un­den mo­nat­lich ge­be. Ein An­ge­bot, sei­ne Ar­beits­zeit auf 160 St­un­den mo­nat­lich zu verlängern, ha­be der Kläger hin­ge­gen nicht un­ter­brei­tet. Die Be­klag­te zu 1) ha­be das An­ge­bot des Klägers nicht da­hin­ge­hend ver­ste­hen können, dass die­ser auch mit ei­ner ge­rin­ge­ren St­un­den­zahl ein­ver­stan­den ge­we­sen wäre. Ein An­trag, zu des­sen An­nah­me der Ar­beit­ge­ber nicht ver­pflich­tet sei, könne nicht in ei­nen an­nah­me­pflich­ti­gen An­trag um­ge­deu­tet wer­den. Es feh­le schon an dem gemäß § 140 BGB er­for­der­li­chen nich­ti­gen Rechts­geschäft. Das hilfs­wei­se un­ter­brei­te­te An­ge­bot vom 05.11.2009 auf Verlänge­rung der Ar­beits­zeit auf 160 St­un­den sei nicht an die Be­klag­te zu 2) ge­rich­tet ge­we­sen, son­dern an die Be­klag­te zu 1), die zu die­ser Zeit nicht mehr Ar­beit­ge­be­rin ge­we­sen sei. Nach Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses könne der (ehe­ma­li­ge) Ar­beit­ge­ber je­doch nicht mit ei­nem neu­en An­ge­bot zur rück­wir­ken­den Ände­rung des Ver­tra­ges ver­pflich­tet wer­den.

Die gel­tend ge­mach­ten Zah­lungs­ansprüche bestünden nicht. Der An­spruch auf Dif­fe­renz­lohn be­ste­he be­reits des­halb nicht, weil ei­ne Ver­pflich­tung der Be­klag­ten zu 1) zur An­nah­me nicht be­ste­he. Hin­sicht­lich der gel­tend ge­mach­ten Ent­gelt­fort­zah­lung im Krank­heits­fall sei nicht dar­ge­tan, an wel­chen Ta­gen der Kläger ar­beits­unfähig ge­we­sen sei, wel­che Be­rech­nung die Be­klag­te zu 2) vor­ge­nom­men ha­be und auf­grund wel­cher Umstände ein höhe­rer An­spruch zu­ste­hen sol­le. Der Vor­trag des Klägers zu den Break­stun­den sei un­sub­stan­ti­iert. Aus den glei­chen Gründen be­ste­he auch kein An­spruch auf Zu­schläge. So­weit der Kläger die Dif­fe­renz­vergütung zu 6 St­un­den Ar­beits­zeit gemäß der Be­triebs­ver­ein­ba­rung gel­tend ma­che feh­le es an ei­nem an­nah­me­ver­zugs­be­gründen­den An­ge­bot. § 296 BGB sei im un­gekündig­ten Ar­beits­verhält­nis nicht an­wend­bar.

Ge­gen die­ses, ihm am 12.03.2010 zu­ge­stell­te Ur­teil, hat der Kläger am 12.04.2010 Be­ru­fung ein­ge­legt und die­se nach Verlänge­rung der Be­ru­fungs­be­gründungs­frist bis zum 14.06.2010 mit am 11.06.2010 bei Ge­richt ein­ge­gan­ge­nem Schrift­satz be­gründet.

Er ver­tritt die An­sicht, sein Schrei­ben vom 11.11.2008 sei so aus­zu­le­gen, dass er zu­min­dest ei­ne Erhöhung auf 160 St­un­den pro Mo­nat zum schnellstmögli­chen Zeit­punkt gewünscht und aus­drück­lich den Be­griff Voll­zeit in Klam­mern hin­ter die gewünsch­te St­un­den­zahl ge­schrie­ben ha­be. 173 St­un­den ha­be er auf­grund des Man­tel­ta­rif­ver­trags für Si­cher­heits­kräfte an Ver­kehrs­flughäfen an­ge­ge­ben. Auf den Zeit­punkt der For­mu­lie­rung des Hilfs­an­tra­ges kom­me es nicht an, da Ar­beit­ge­ber nach Äußerung ei­nes Verlänge­rungs­wun­sches auch oh­ne An­ga­be der gewünsch­ten Ar­beits­zeit den be­tref­fen­den Ar­beit­neh­mer über freie Ar­beitsplätze in­for­mie­ren müss­ten. Zu­dem ha­be er be­reits mit Schrift­satz vom 14.07.2009 klar­ge­stellt, dass er die ge­gen die Be­klag­te zu 1) ver­folg­ten Ansprüche auch ge­genüber der Be­klag­ten zu 2) gel­tend ma­che. So­weit das Ge­richt der An­sicht sei, ei­ne auf De­zem­ber 2008 rück­wir­ken­de Ände­rung sei nicht möglich, könne es ei­ne Ver­ur­tei­lung mit Wir­kung ab Rechts­kraft vor­neh­men. Er be­haup­tet, er ha­be in der Ver­gan­gen­heit min­des­tens 178,5 St­un­den pro Mo­nat ge­ar­bei­tet und da­mit über die sei­ner Mei­nung nach un­wirk­sam ver­ein­bar­ten 120 St­un­den pro Mo­nat hin­aus ge­ar­bei­tet. Er ist der Auf­fas­sung, an die Stel­le der ins­ge­samt zu strei­chen­den Re­ge­lung träten im Zwei­fel die tatsächlich prak­ti­zier­ten 178,5 St­un­den. Le­dig­lich 160

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St­un­den pro Mo­nat würden je­doch be­gehrt. Er be­haup­tet wei­ter, bei der Be­klag­ten zu 2) sei­en 20 Ar­beit­neh­mer mit ei­ner Ar­beits­zeit von 120 – 173 St­un­den tätig. Mehr­ar­beit wer­de nicht nur bei Hoch­be­trieb ge­leis­tet. Dass die Be­klag­te zu 2) kei­ne Ar­beit­neh­mer mit mehr als 120 St­un­den pro Mo­nat ein­stel­le, be­strei­te er mit Nicht­wis­sen. Er meint, Break­stun­den sei­en kei­ne Pau­sen, son­dern be­ruh­ten auf der An­wei­sung, der Tätig­keit während der re­gulären Ar­beits­zeit nicht nach­zu­ge­hen. Er be­haup­tet schließlich, er dürfe während die­ser Zeit das Gebäude nicht ver­las­sen. Oft er­fol­ge die Un­ter­bre­chung 10 Mi­nu­ten nach Ar­beits­be­ginn, ob­wohl dann noch ei­ne rest­li­che Ar­beits­zeit von mehr als 6 St­un­den oh­ne Pau­se ver­blei­be. Es kom­me zwar vor, dass schon bei Ar­beits­be­ginn die La­ge der Ar­beits­un­ter­bre­chung fest­ste­he; des Öfte­ren sei es je­doch auch so, dass sie erst un­mit­tel­bar vor der Ar­beits­un­ter­bre­chung be­kannt ge­ge­ben wer­de. Er meint, zusätz­lich zu den bis­her gel­tend ge­mach­ten Ansprüchen ste­he ihm für Fe­bru­ar 2009 noch ein Zu­schlag für Sonn­tags­ar­beit in Höhe von 50 % für 3 St­un­den am 08.02.2009 und 22.02.2009 zu. Hin­sicht­lich der wei­te­ren Ausführun­gen des Klägers zu den gel­tend ge­mach­ten Zah­lungs­ansprüchen wird auf Be­ru­fungs­be­gründungs­schrift (Bl. 275 f. d. A.) Be­zug ge­nom­men.

Nach teil­wei­ser Rück­nah­me der in der Be­ru­fungs­be­gründungs­schrift ge­stell­ten Anträge,

be­an­tragt der Kläger noch,

un­ter teil­wei­ser Abände­rung des Ur­teils des Ar­beits­ge­richts Köln vom 25.02.2010, Ak­ten­zei­chen: 10 Ca 3300/09,

1. die Be­klag­ten zu 1) und zu 2) zu ver­ur­tei­len, sein An­ge­bot vom 11.11.2008 auf Auf­sto­ckung der mo­nat­li­chen Ar­beits­zeit ab dem 01.12.2008 von 120 auf 173 St­un­den, hilfs­wei­se auf 160 St­un­den, an­zu­neh­men;

2. die Be­klag­te zu 2) zu ver­ur­tei­len, an ihn wei­te­re 809,59 € brut­to nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit dem 16.03.2009 zu zah­len;

3. die Be­klag­te zu 2) zu ver­ur­tei­len, an ihn wei­te­re 563,97 € brut­to nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit dem 16.04.2009 zu zah­len;

4. die Be­klag­te zu 2) zu ver­ur­tei­len, an ihn wei­te­re 521,53 € brut­to und 5,65 € net­to nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit dem 16.05.2009 zu zah­len.

5. die Be­klag­te zu 2) zu ver­ur­tei­len, an ihn wei­te­re 1120,76 € brut­to und 39,55 net­to nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz aus 534,92 € seit dem 16.06.2009 des wei­te­ren 614,09 € seit dem 16.07.2009 zu zah­len.

Die Be­klag­ten be­an­tra­gen,

die Be­ru­fung zurück­zu­wei­sen.

Die Be­klag­te zu 2) be­haup­tet, zwar sei rech­ne­risch die Beschäfti­gung ei­ni­ger Voll­zeit­ar­beit­neh­mer möglich, hier­durch würden je­doch an­de­re Ar­beit­neh­mer be­nach­tei­ligt, die Be­set­zung der Ar­beits­spit­zen er­schwert und die An­zahl der Break­stun­den erhöht. So­weit der Kläger auf ei­ne Aus­schrei­bung für Voll­zeit­ar­beits­kräfte hin­wei­se, be­zie­he sich die­se so­wohl auf Voll- als auch auf Teil­zeit­stel­len und be­tref­fe ver­schie­de­ne Stand­or­te. Voll­zeit­kräfte beschäfti­ge sie als Flug­si­cher­heits­as­sis­ten­ten nur,

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wenn sie hier­zu ver­ur­teilt wor­den sei. Seit dem 01.01.2009 sei­en sämt­li­che von ihr ein­ge­stell­ten Ar­beit­neh­mer mit nicht mehr als 120 St­un­den pro Mo­nat ein­ge­stellt wor­den. So­weit der Kläger die Vergütung von Break­stun­den ver­lan­ge, be­strei­te sie, dass es sich um spon­tan an­ge­ord­ne­te Break­stun­den han­de­le und die­se Ar­beits­zeit­pau­sen nicht be­reits bei Dienst­an­tritt fest­ge­stan­den hätten. Die An­wei­sung, das Flug­ha­fen­gebäude während die­ser St­un­den nicht zu ver­las­sen, sei nicht ge­ge­ben wor­den.

Hin­sicht­lich der wei­te­ren Ein­zel­hei­ten des Sach- und Streit­stan­des wird auf den Ak­ten­in­halt Be­zug ge­nom­men.

Ent­scheid u n g s g r ü n d e

Die zulässi­ge, ins­be­son­de­re statt­haf­te so­wie form- und frist­ge­recht ein­ge­leg­te und be­gründe­te Be­ru­fung des Klägers (§§ 64 Abs. 1, 2 lit. b, 66 Abs. 1 S. 1, 64 Abs. 6 S. 1 ArbGG in Ver­bin­dung mit §§ 519, 520 ZPO) hat­te in der Sa­che nur teil­wei­se Er­folg. Der Kläger hat le­dig­lich An­spruch auf Zu­stim­mung zur Erhöhung sei­ner Ar­beits­zeit auf 160 St­un­den mit Wir­kung ab Rechts­kraft die­ses Ur­teils.

I. Zunächst be­steht kein An­spruch des Klägers auf Zu­stim­mung der Be­klag­ten zu 1) zur Erhöhung sei­ner Ar­beits­zeit mit Wir­kung vom 01.12.2008. Für ei­nen An­spruch des Klägers auf Erhöhung der Ar­beits­zeit auf 173 St­un­den fehlt es an ei­nem ent­spre­chen­den zu ver­tei­len­den Ar­beits­zeit­vo­lu­men. Nach§ 9 Tz­B­fG hat der Ar­beit­ge­ber ei­nen teil­zeit­beschäftig­ten Ar­beit­neh­mer, der ihm den Wunsch nach ei­ner Verlänge­rung sei­ner ver­trag­lich ver­ein­bar­ten Ar­beits­zeit an­ge­zeigt hat, bei der Be­set­zung ei­nes ent­spre­chen­den frei­en Ar­beits­plat­zes bei glei­cher Eig­nung be­vor­zugt zu berück­sich­ti­gen, es sei denn, dass drin­gen­de be­trieb­li­che Gründe oder aber Ar­beits­zeitwünsche an­de­rer teil­zeit­beschäftig­ter Ar­beit­neh­mer ent­ge­gen­ste­hen. § 9 Tz­B­fG ver­pflich­tet den Ar­beit­ge­ber nicht, be­reits bei der Per­so­nal­pla­nung auf Verlänge­rungswünsche Rück­sicht zu neh­men. Der Wunsch nach ei­ner Verlänge­rung der Ar­beits­zeit ist erst „bei“ der Be­set­zung zu berück­sich­ti­gen. Oh­ne ak­tu­el­le Stel­len­be­set­zung braucht ei­ne be­ste­hen­de Ar­beits­or­ga­ni­sa­ti­on nicht geändert zu wer­den (BAG, Ur­teil vom 15.08.2006, - 9 AZR 8/06 –, ju­ris, Rn. 26).

Hier­nach fehlt es für den An­spruch des Klägers auf Erhöhung sei­ner ver­trag­li­chen Ar­beits­zeit mit Wir­kung ab dem 01.12.2008 be­reits an ei­nem zu be­set­zen­den ent­spre­chen­den Ar­beits­platz. Die Be­klag­te zu 1) hat den Vor­trag des Klägers, es sei­en mo­nat­lich Stel­len zu be­set­zen ge­we­sen, da­mit be­strit­ten, dass ab Ju­ni 2008 über­haupt kei­ne Stel­len mehr be­setzt wor­den sei­en. Dies hat der Kläger le­dig­lich mit Nicht­wis­sen be­strit­ten, oh­ne an­zu­ge­ben, in­wie­weit ent­ge­gen dem Vor­brin­gen der Be­klag­ten zu 1) im No­vem­ber 2008 noch ei­ne Stel­le be­setzt wor­den ist. Dies stellt kein sub­stan­ti­ier­tes Be­strei­ten dar. Ein An­spruch auf rück­wir­ken­de Ände­rung des Ar­beits­ver­tra­ges auf 173 oder 160 St­un­den be­steht da­her nicht, oh­ne dass es auf die Fra­ge ankäme, in­wie­weit die Be­klag­te zu 1) nach Über­gang des Ar­beits­verhält­nis­ses auf die Be­klag­te zu 2) mit Wir­kung für die­se über­haupt noch zu ei­ner rück­wir­ken­den Ände­rung des Ar­beits­verhält­nis­ses in der La­ge ist.

II. Aus dem glei­chen Grund be­steht auch ge­gen die Be­klag­te zu 2) kein An­spruch auf An­nah­me des An­ge­bots, die ver­trag­li­che Ar­beits­zeit rück­wir­kend zum 01.12.2008 an­zu­he­ben. Auch ein sol­cher An­spruch würde vor­aus­set­zen, dass der Kläger die Grund­vor­aus­set­zung, ei­ne zu be­set­zen­de Stel­le, dar­legt.

III. Die Be­klag­ten sind fer­ner nicht ver­pflich­tet, ei­ner auf ei­nen an­de­ren

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Zeit­punkt in der Ver­gan­gen­heit zurück­wir­ken­den An­he­bung der ver­trag­li­chen Ar­beits­zeit des Klägers zu­zu­stim­men. Un­abhängig da­von, dass der Vor­trag des Klägers kei­ner­lei An­halts­punk­te dafür bie­tet, zu wel­chem Zeit­punkt ei­ne sol­che Ände­rung wir­ken soll­te. So­weit er in sei­nem Schrei­ben vom 11.11.2008 die An­he­bung sei­ner Ar­beits­zeit zum schnellstmögli­chen Zeit­punkt gewünscht hat­te, bleibt nämlich of­fen, wann die­se Möglich­keit erst­mals be­stand. Da ei­ne Voll­stre­ckung des Ur­teils nach § 894 ZPO zu­dem ei­nen be­stimm­ten In­halt der zu er­set­zen­den Wil­lens­erklärung vor­aus­setzt (Zöller/Stöber, 28. Aufl., § 894 ZPO Rn. 2), hätte der Kläger kon­kret dar­tun müssen, zu wel­chem al­ter­na­ti­ven Zeit­punkt er ei­ne Rück­wir­kung wünscht. Hier­in fehlt es aber schon des­halb, weil er nicht kon­kret dar­ge­tan hat, wel­che Stel­len wann nach dem 01.12.2008 zu be­set­zen wa­ren oder be­setzt wor­den sind. Zwar ist zwi­schen den Par­tei­en un­strei­tig, dass die Be­klag­te zu 2) in der Zeit ab dem 01.01.2009 wie­der Flug­si­cher­heits­as­sis­ten­ten mit ei­ner ver­trag­li­chen Ar­beits­zeit bis zu 120 St­un­den ein­ge­stellt hat. Wann je­doch ge­nau ei­ne sol­che Stel­len­be­set­zung an­stand, er­gibt sich aus dem Vor­trag des Klägers nicht.

IV. Des Wei­te­ren be­steht auch kein An­spruch auf Erhöhung der Ar­beits­zeit auf 173 St­un­den mit Wir­kung ab Rechts­kraft. § 9 Tz­B­fG soll den Wech­sel von Teil­zeit in Voll­zeit­ar­beit er­leich­tern (Er­fur­ter Kom­men­tar/Preis, 10. Aufl., § 9 Tz­B­fG, Rn. 1). Voll­zeit­beschäftig­te Ar­beit­neh­mer können sich nicht auf § 9 Tz­B­fG be­ru­fen und hierüber kei­ne Verlänge­rung ih­rer Ar­beits­zeit er­rei­chen, weil das Teil­zeit- und Be­fris­tungs­ge­setz dar­auf ab­zielt, mehr Ar­beitsplätze zu schaf­fen, nicht aber Über­stun­den zu ver­fes­ti­gen (Er­fur­ter Kom­men­tar/Preis § 9 Tz­B­fG Rn. 3). Da­mit bil­det aber die mo­nat­li­che St­un­den­zahl ei­nes Voll­zeit­beschäftig­ten die Ober­gren­ze für den An­spruch aus § 9 Tz­B­fG (LAG Köln, Ur­teil vom 25.01.2010 – 2 Sa 696/09). Für voll­zeit­beschäftig­te Ar­beit­neh­mer sieht je­doch § 2 Zif­fer 1 MTV ei­ne ta­rif­li­che Min­dest­ar­beits­zeit von mo­nat­lich 160 St­un­den vor. Be­reits mit die­ser ver­trag­li­chen Ar­beits­zeit sind Ar­beit­neh­mer mit­hin voll­zeit­beschäftigt, so­dass ei­ne Verlänge­rung der Ar­beits­zeit darüber hin­aus nicht über § 9 Tz­B­fG ver­langt wer­den kann. Zwar mag für den Kläger bis zum 31.12.2008 der in­so­weit spe­zi­el­le­re Man­tel­ta­rif­ver­trag für Si­cher­heits­kräfte an Ver­kehrs­flughäfen ge­gol­ten ha­ben, der für Voll­zeit­beschäftig­te im Durch­schnitt ei­ne 40-St­un­den-Wo­che und so­mit ei­ne mo­nat­li­che Ar­beits­zeit von rund 173 St­un­den vor­sieht. An­ders als die Be­klag­te zu 1), ge­gen die man­gels wei­ter­be­ste­hen­der Ar­beit­ge­ber­ei­gen­schaft ein ent­spre­chen­der An­spruch oh­ne­hin aus­schei­det, ist die Be­klag­te zu 2) je­doch nicht durch Ver­bands­mit­glied­schaft an die­sen Ta­rif­ver­trag ge­bun­den. Der Man­tel­ta­rif­ver­trag für Si­cher­heits­kräfte an Ver­kehrs­flughäfen ist aber auch nicht über § 613 a Abs. 1 S. 2 BGB bei Be­triebsüber­gang In­halt des Ar­beits­verhält­nis­ses zwi­schen den Par­tei­en ge­wor­den. Gemäß § 613 a Abs. 1 S. 3 BGB gilt § 613 a Abs. 1 S. 2 BGB nämlich nicht, wenn die Rech­te und Pflich­ten bei dem neu­en In­ha­ber durch Rechts­norm ei­nes an­de­ren Ta­rif­ver­trags ge­re­gelt wer­den. Im Ar­beits­verhält­nis zu der Be­klag­ten zu 2) be­steht aber Ta­rif­bin­dung gemäß § 5 Abs. 4 TVG, da es mit dem MTV ei­nen all­ge­mein­ver­bind­li­chen Ta­rif­ver­trag gibt, an den der Kläger und die Be­klag­te zu 2) ge­bun­den sind. Auch ein all­ge­mein­ver­bind­li­cher Ta­rif­ver­trag löst aber bei ei­nem Be­triebsüber­gang gemäß § 613 a Abs. 1 Satz 3 BGB ei­nen spe­zi­el­le­ren Ta­rif­ver­trag ab, an den zwar der Veräußerer und der Ar­beit­neh­mer ge­bun­den wa­ren, nicht aber der Er­wer­ber ge­bun­den ist (vgl. zum Fall der Ablösung ei­nes Haus­ta­rif­ver­tra­ges (BAG Ur­teil vom 07.07.2010 – 4 AZR 1023/08).

V. Die Be­ru­fung hat­te al­ler­dings in­so­weit Er­folg, als der Kläger die Zu­stim­mung der Be­klag­ten zur Auf­sto­ckung sei­ner Ar­beits­zeit auf 160 St­un­den mit

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Wir­kung ab Rechts­kraft des Ur­teils be­gehrt. Ei­ne Ände­rung des Ar­beits­ver­tra­ges mit

Wir­kung ab Rechts­kraft des Ur­teils war, wie die Kläger­ver­tre­te­rin in der münd­li­chen Ver­hand­lung vom 17.08.2010 aus­drück­lich klar­ge­stellt hat, hilfs­wei­se Ge­gen­stand des Kla­ge­be­geh­rens. 1. Das Ver­lan­gen des Klägers auf Auf­sto­ckung der Ar­beits­zeit auf 173 St­un­den konn­te zunächst so aus­ge­legt wer­den, dass der Kläger als Mi­nus hier­zu zu­min­dest ei­ne Auf­sto­ckung auf 160 St­un­den be­gehrt. Dies er­gibt sich aus sei­nem Schrei­ben vom 11.11.2008, in wel­chem er an sich die Auf­sto­ckung auf 173 St­un­den be­gehr­te. Durch den Klam­mer­zu­satz „Voll­zeit“ hat er hin­rei­chend deut­lich ge­macht, wie­so er die­se Auf­sto­ckung wünscht. 173 St­un­den wa­ren nämlich zu die­sem Zeit­punkt auf­grund des Man­tel­ta­rif­ver­trags für Si­cher­heits­kräfte an Ver­kehrs­flughäfen noch maßgeb­lich für Voll­zeit­zeit­ar­beits­verhält­nis­se. Erst durch den Be­triebsüber­gang und die be­reits dar­ge­stell­te Aus­wechs­lung der ta­rif­ver­trag­li­chen Grund­la­gen des Ar­beits­ver­tra­ges ent­fiel für den Kläger die Möglich­keit, über § 9 Tz­B­fG ei­ne Auf­sto­ckung sei­ner ver­trag­li­chen Ar­beits­zeit auf 173 St­un­den zu er­rei­chen.

2. Die Be­klag­te zu 2) muss auch das Be­geh­ren des Klägers nach ih­rem Ein­tritt in die Po­si­ti­on des Ar­beit­ge­bers gemäß § 613 a Abs. 1 S. 1 BGB ge­gen sich gel­ten las­sen. Der Klam­mer­zu­satz „Voll­zeit“ war nun­mehr im Sin­ne von 160 St­un­den zu ver­ste­hen. An­halts­punk­te dafür, dass der Kläger, wenn ein Voll­zeit­ar­beits­verhält­nis nur noch mit ei­ner mo­nat­li­chen Ar­beits­zeit von 160 St­un­den ver­bun­den ist, kei­ne Be­gründung ei­nes Voll­zeit­ar­beits­verhält­nis­ses ge­wollt hätte, lie­gen nicht vor. Da in der Re­gel ei­ne Auf­sto­ckung auf Voll­zeit gewünscht wird, um die Ver­dienstmöglich­kei­ten zu ver­bes­sern, kann man­gels an­der­wei­ti­ger An­halts­punk­te da­von aus­ge­gan­gen wer­den, dass der Ar­beit­neh­mer, der auf Voll­zeit auf­sto­cken möch­te und le­dig­lich ei­ne später un­zu­tref­fend wer­den­de St­un­den­zahl an­ge­ge­ben hat, je­den­falls ei­ne Erhöhung auf die kor­rek­te St­un­den­zahl wünscht, so­weit die­se nicht über die von ihm an­ge­ge­be­ne St­un­den­zahl
hin­aus­geht. Selbst wenn man hier­in ein neu­es An­ge­bot sieht, scha­det dies nicht, so­weit es nicht um ei­ne rück­wir­ken­de Abände­rung des Ar­beits­ver­tra­ges geht. § 9 Tz­B­fG sieht kein so for­ma­li­sier­tes Ver­fah­ren wie § 8 Tz­B­fG vor. Da die Er­folgs­aus­sicht des An­trags des Klägers erst mit ih­rem Ein­tritt in das Ar­beits­verhält­nis ent­fiel, wäre die Be­klag­te zu 2) auf­grund ih­rer Fürsor­ge­pflicht zu­min­dest ge­hal­ten ge­we­sen, auf ei­ne Klar­stel­lung hin­zu­wir­ken. Zu­dem ist die­se Klar­stel­lung, auch wenn sich die Kla­ge in ers­ter Li­nie ge­gen
die Be­klag­te zu 1) rich­te­te, durch den Schrift­satz des Klägers vom 05.11.2009 er­folgt.

3. Dem An­spruch des Klägers auf Auf­sto­ckung sei­ner Ar­beits­zeit auf 160 St­un­den steht nicht ent­ge­gen, dass die Be­klag­te zu 2) kei­nen Ar­beits­platz mit St­un­den zu be­set­zen hat.

a) Zwar hat ein Ar­beit­neh­mer re­gelmäßig kei­nen ge­setz­li­chen An­spruch dar­auf, dass der Ar­beit­ge­ber ein­zu­rich­ten­de oder zu be­set­zen­de Ar­beitsplätze nach sei­nen Ar­beits­zeitwünschen zu­schnei­det oder die für ei­nen Ar­beits­platz vor­ge­se­he­ne Ar­beits­zeit ganz oder teil­wei­se ihm zu­teilt (BAG, Ur­teil vom 15.08.2006 – 9 AZR 8/06 -, ju­ris, Rn. 23); wie be­reits aus­geführt, ver­pflich­tet § 9 Tz­B­fG den Ar­beit­ge­ber nicht be­reits bei der Per­so­nal­pla­nung, den Wunsch des Ar­beit­neh­mers nach ei­ner Verlänge­rung der Ar­beits­zeit zu berück­sich­ti­gen, son­dern erst bei der Stel­len­be­set­zung. Der Be­set­zungs­ent­schei­dung vor­ge­la­gert ist die Fest­stel­lung des Per­so­nal­be­darfs. Ihm folgt die Per­so­nal­pla­nung. Sie be­trifft die Ent­schei­dung, ob und wie der er­kann­te Beschäfti­gungs­be­darf ab­ge­deckt wer­den soll. Hierfür ste­hen meh­re­re Möglich­kei­ten of­fen; das sind bei­spiel­haft: In­k­auf­nah­me ei­nes ver­rin­ger­ten Leis­tungs­an­ge­bots, Ar­beits­ver­dich­tung, An­ord­nung von Über­stun­den, Ein­satz von Leih­ar­beit­neh­mern, dau­er­haf­te oder be­fris­te­te Verlänge­rung der Ver­trags­ar­beits­zeit, Ver­set­zun­gen, Ein­rich­tung und/oder Be­set­zung von Ar­beitsplätzen. Hier­von er­fasst § 9 Tz­B­fG nach sei­nem Wort­laut nur die Be­set­zung ei­nes frei­en Ar­beits­plat­zes. Der ak­tu­ell zu be­set­zen­de

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freie Ar­beits­platz ist da­nach Tat­be­stands­vor­aus­set­zung. Ein An­spruch auf gan­ze oder teil­wei­se Ver­tei­lung der Ar­beits­zeit ei­nes zu be­set­zen­den frei­en Ar­beits­plat­zes auf ei­nen oder meh­re­re Teil­zeit­ar­beitsplätze wird da­von re­gelmäßig nicht ge­deckt (BAG, Ur­teil vom 15.08.2006, a.a.O., Rn. 27).

Das Or­ga­ni­sa­ti­ons­er­mes­sen des Ar­beit­ge­bers ist gleich­wohl nicht un­be­schränkt. Zwar ist ein Ar­beit­ge­ber grundsätz­lich bei der Ent­schei­dung frei, ob ein um­fangmäßig kon­kre­ti­sier­ter Dienst­leis­tungs­be­darf mit Voll­zeit­beschäftig­ten oder Teil­zeit­beschäftig­ten ab­ge­deckt wer­den soll; ihm ist aber nicht über­las­sen, ob er ge­ne­rell nur Teil­zeit­stel­len oder nur Voll­zeit­stel­len ein­rich­tet. Viel­mehr ist hierfür das Vor­lie­gen ar­beits­platz­be­zo­ge­ner Ge­sichts­punk­te un­erläss­lich. Der ge­setz­lich ein­geräum­te An­spruch auf Berück­sich­ti­gung von Verlänge­rungswünschen kann nicht da­durch un­ter­lau­fen wer­den, dass oh­ne Rück­sicht auf ar­beits­platz­be­zo­ge­ne Er­for­der­nis­se aus­sch­ließlich Teil­zeit­stel­len mit ei­nem ganz be­stimm­ten St­un­den­maß ein­ge­rich­tet wer­den (BAG, Ur­teil vom 15.08.2006, a.a.O., Rn. 34 - 36; BAG, Ur­teil vom 13.02.2007 - 9 AZR 575/05 -, ju­ris, Rn. 26).

b) Die Be­klag­te zu 2) macht al­ler­dings ge­ra­de gel­tend, auf frei­wil­li­ger Ba­sis we­der voll­zeit­beschäftig­te Flug­si­cher­heits­as­sis­ten­ten zu ha­ben noch in die­sem Be­reich Voll­zeit­ar­beitsplätze schaf­fen zu wol­len. Viel­mehr wol­le sie nur noch Teil­zeit­kräfte mit ei­ner mo­nat­li­chen St­un­den­zahl von 120 St­un­den ein­stel­len. Nach­voll­zieh­ba­re ar­beits­platz­be­zo­ge­ne Ge­sichts­punk­te hat sie hierfür in­des­sen nicht dar­ge­tan. Die Be­klag­te zu 2) hat mehr­fach für den Flug­ha­fen K Si­cher­heits­mit­ar­bei­ter ge­sucht und nach ei­ge­nen An­ga­ben als Teil­zeit­mit­ar­bei­ter ein­ge­stellt, oh­ne den Verlänge­rungs­wunsch des Klägers zu berück­sich­ti­gen. War­um je­doch nur Teil­zeit­mit­ar­bei­ter ein­ge­stellt wer­den konn­ten, er­sch­ließt sich aus dem Vor­trag der Be­klag­ten zu 2) nicht. Zwar mag es die von ihr sei­tens der Bun­des­po­li­zei ge­for­der­te Fle­xi­bi­lität not­wen­dig ma­chen, nicht le­dig­lich Voll­zeit­mit­ar­bei­ter zu beschäfti­gen, son­dern ei­nen Teil des Beschäfti­gungs­be­darfs mit Teil­zeit­kräften ab­zu­de­cken, um bei der Per­so­nal­pla­nung St­un­den zu ver­mei­den, für die Mit­ar­bei­ter be­zahlt wer­den müssen, oh­ne beschäftigt wer­den zu können; war­um aber ei­ne die­se Leer­lauf­zei­ten ver­mei­den­de Per­so­nal­pla­nung unmöglich ist, wenn nicht aus­sch­ließlich Teil­zeit­kräfte beschäftigt wer­den, hat die Be­klag­te zu 2) nicht dar­ge­tan. Da ein ge­wis­ser Be­darf an Si­cher­heits­mit­ar­bei­tern durch­ge­hend be­steht, sind we­nigs­tens in­so­weit auch Voll­zeit­kräfte ein­setz­bar, was die Be­klag­te zu 2) selbst einräumt. Man­gels nähe­rer Erläute­rung der Per­so­nal­pla­nung, lässt ihr Vor­trag auch nicht er­ken­nen, war­um Ar­beit­neh­mer mit 120 oder 150 St­un­den Ar­beits­zeit sinn­voll beschäftigt wer­den können, mit 160 St­un­den je­doch nicht mehr. Da die Be­darfs­schwan­kun­gen vor­wie­gend in­ner­halb ei­nes Ta­ges und we­ni­ger St­un­den lie­gen, las­sen sich ge­wis­se Leer­lauf­zei­ten oh­ne­hin kaum ver­mei­den, wenn nicht ein Teil der Ar­beit­neh­mer nur für ein­zel­ne St­un­den ein­ge­setzt wird. Dass sie dies aber tut, hat die Be­klag­te zu 2) nicht dar­ge­legt, zu­mal mit der­ar­ti­gen Ein­satz­zei­ten auch ein St­un­den­soll von 120 St­un­den schwer­lich ab­zu­de­cken sein dürf­te. Zu­dem beschäftigt sie be­reits Teil­zeit­kräfte, hat al­so durch­aus Mit­ar­bei­ter, de­ren Ar­beits­zeit auf­grund der nied­ri­ge­ren Min­dest­stun­den­zahl fle­xi­bler ver­plant wer­den kann als bei Mit­ar­bei­tern mit ei­nem höhe­ren St­un­den­kon­tin­gent. Sie hätte da­her auch bei Beschäfti­gung von Voll­zeit­mit­ar­bei­tern durch­aus die Möglich­keit, auf die schwan­ken­den An­for­de­run­gen sei­tens der B zu re­agie­ren. Es ist nicht nach­voll­zieh­bar, dass bei der Schaf­fung ei­ni­ger Voll­zeit­stel­len, na­ment­lich der Beschäfti­gung des Klägers mit 160 St­un­den, in je­dem Fal­le mehr Ar­beits­ausfälle zu ver­zeich­nen wären, als bis­her. Auch bis­her konn­te den schwan­ken­den An­for­de­run­gen der Bun­des­po­li­zei Rech­nung ge­tra­gen und in Fe­ri­en­zei­ten muss­ten so­gar Über­stun­den an­ge­ord­net wer­den. Dass und war­um ei­ne höhe­re ver­trag­li­che Ar­beits­zeit ein­zel­ner nicht durch Ein­stel­lung an­de­rer Mit­ar­bei­ter mit ent­spre­chend nied­ri­ge­rer Ar­beits­zeit kom­pen­siert wer­den kann, ist nicht dar­ge­tan, zu­mal im Be­trieb der Be­klag­ten zu 2) auch bis­her un­ter­schied­li­che Ar­beits­zeit­mo­del­le prak­ti­ziert wur­den. Zu­dem ist dar­auf hin­zu­wei­sen, dass der schwan­ken­den In­an­spruch­nah­me durch die Bun­des­po­li­zei auch durch ver­schie­de­ne Mo­del­le der

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Ar­beits­zeit­fle­xi­bi­li­sie­rung be­geg­net wer­den kann et­wa durch Ar­beits­zeit­kon­ten, An­ord­nung von Mehr­ar­beit oder Ver­ein­ba­rung von Ar­beit auf Ab­ruf. Da­zu, dass die­se In­stru­men­te bei ihr nicht mit Er­folg ein­ge­setzt wer­den könn­ten, die Be­klag­te zu 2) nichts dar­ge­tan. Die Be­klag­te zu 2) wäre da­her be­reits in der Ver­gan­gen­heit ver­pflich­tet ge­we­sen, bei der Fest­stel­lung ei­nes Beschäfti­gungs­be­darfs und dem dar­auf fol­gen­den Be­schluss, die­sen durch Schaf­fung von Stel­len zu de­cken, das Ar­beits­zeit­erhöhungs­ver­lan­gen des Klägers zu berück­sich­ti­gen. Gleich­wohl hat die Be­klag­te zu 2) in der Zeit ab dem 01.01.2009 mehr­fach Flug­si­cher­heits­as­sis­ten­ten ein­ge­stellt mit ei­nem Ar­beits­zeit­um­fang bis zu 120 St­un­den pro Mo­nat, oh­ne das Auf­sto­ckungs­be­geh­ren des Klägers zu berück­sich­ti­gen. Ein hin­rei­chen­des Ar­beits­zeit­vo­lu­men zur Auf­sto­ckung des Ar­beits­ver­tra­ges des Klägers um 40 St­un­den hätte mit­hin zur Verfügung ge­stan­den.

4. Dem Auf­sto­ckungs­ver­lan­gen des Klägers ste­hen kei­ne Ar­beits­zeitwünsche an­de­rer teil­zeit­beschäftig­ter Ar­beit­neh­mer ent­ge­gen. Die ent­ge­gen­ste­hen­den Gründe müssen sich auf die Aus­wah­l­ent­schei­dung zwi­schen meh­re­ren Ar­beit­neh­mern für die Be­set­zung des frei­en Ar­beits­plat­zes (BAG, Ur­teil vom 08.05.2007 – 9 AZR 874/06 -, ju­ris, Rn. 34) bzw. hier der Auf­tei­lung des St­un­den­kon­tin­gen­tes be­zie­hen. Auch hier­zu hat die Be­klag­te zu 2) kei­ne Ein­wen­dun­gen er­ho­ben.

5. Dem Auf­sto­ckungs­ver­lan­gen steht schließlich auch nicht ent­ge­gen, dass nicht fest­steht, ob der­zeit ei­ne Stel­le zu be­set­zen ist. Zwar gewährt§ 9 Tz­B­fG le­dig­lich ei­nen An­spruch auf be­vor­zug­te Berück­sich­ti­gung bei ei­ner ak­tu­ell zu ver­ge­ben­den Stel­le, so dass bei ei­ner endgülti­gen Be­set­zung der Stel­le die Erfüllung des An­spruchs unmöglich im Sin­ne von §§ 275 Abs. 1 und 2, 280 Abs. 1 und 3, 281 Abs. 2, 283 S. 1 BGB wird (BAG, Ur­teil vom 16.09.2008 – 9 AZR 781/07 -, ju­ris, Rn. 43). Nach die­sen Vor­schrif­ten hat sich die Be­klag­te zu 2) je­doch scha­dens­er­satz­pflich­tig ge­macht. Ver­letzt der Ar­beit­ge­ber schuld­haft sei­ne Pflicht, den bei ihm beschäftig­ten Teil­zeit­ar­beit­neh­mer, der ihm ge­genüber sei­nen Wunsch auf Verlänge­rung der ver­trag­lich ver­ein­bar­ten Ar­beits­zeit an­ge­zeigt hat, un­ter Abände­rung des Ar­beits­ver­tra­ges in Be­zug auf die Ar­beits­zeit bei der Be­set­zung ei­ner ge­eig­ne­ten frei­en Stel­le be­vor­zugt zu berück­sich­ti­gen, und über­geht den An­spruch des Ar­beit­neh­mers durch ei­ne an­der­wei­ti­ge Be­set­zung der Stel­le, so hat der Teil­zeit­ar­beit­neh­mer ei­nen An­spruch auf Scha­dens­er­satz we­gen Unmöglich­keit der Erfüllung (LAG Ber­lin, Ur­teil vom 02.12.2003 – 3 Sa 1041/03 -, ju­ris; LAG Ba­den- Würt­tem­berg, Ur­teil vom 27.01.2010 - 12 Sa 44/09). Ent­spre­chen­des muss gel­ten, wenn aus­nahms­wei­se ein An­spruch auf Berück­sich­ti­gung des Auf­sto­ckungs­wun­sches bei der Per­so­nal­pla­nung be­steht. An­halt­punk­te dafür, dass die Be­klag­te kein Ver­schul­den trifft, hat die­se trotz ih­rer aus § 280 Abs. 1 S. 2 BGB fol­gen­den Dar­le­gungs­pflicht nicht vor­ge­tra­gen. Gemäß § 249 Abs. 1 BGB ist der Kläger da­her so zu stel­len, wie er ste­hen würde, wenn sein An­spruch auf be­vor­zug­te Berück­sich­ti­gung sei­nes Auf­sto­ckungs­wun­sches erfüllt wor­den wäre. In die­sem Fal­le hätte er je­den­falls mit Rechts­kraft des Ur­teils ei­nen Ar­beits­ver­trag mit 160 St­un­den pro Mo­nat. Sei­nem An­trag auf Ver­ur­tei­lung zur Zu­stim­mung der Be­klag­ten zu 2) war da­her zum Er­sat­ze des ihm ent­stan­de­nen Scha­dens zu ent­spre­chen.

VI. Die Be­ru­fung des Klägers ist in Be­zug auf die Ab­wei­sung der di­ver­sen Zah­lungs­anträge un­be­gründet.

1. So­weit der Kläger Dif­fe­renz­vergütung für die Ver­gan­gen­heit ver­langt, steht un­abhängig von der Fra­ge, ob bei ei­ner rück­wir­ken­den Abände­rung ein An­nah­me­ver­zugs­lo­h­an­spruch ge­ge­ben wäre, ei­nem An­spruch auf An­nah­me­ver­zug be­reits ent­ge­gen, dass der Kla­ge auf rück­wir­ken­de Abände­rung des Ar­beits­zeit­um­fangs

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nicht statt­zu­ge­ge­ben war.

Ein An­nah­me­ver­zugs­lohn­an­spruch des Klägers er­gibt sich auch nicht dar­aus, dass - wie er meint - die in sei­nem Ar­beits­ver­trag ent­hal­te­ne Ver­ein­ba­rung ei­ner mo­nat­li­chen Ar­beits­zeit von durch­schnitt­lich 120 St­un­den als Gan­zes un­wirk­sam und durch die tatsächli­che prak­ti­zier­te St­un­den­zahl zu er­set­zen ist. Aus wel­chem Grun­de er von der Un­wirk­sam­keit der Ver­ein­ba­rung aus­geht, stellt der Kläger nicht dar. Selbst wenn dem je­doch so wäre, würde hier­aus noch nicht der gel­tend ge­mach­te Ver­zugs­lohn­an­spruch fol­gen. An­nah­me­ver­zug des Ar­beit­ge­bers setzt nämlich grundsätz­lich ein nicht an­ge­nom­me­nes An­ge­bot der ge­schul­de­ten Ar­beits­leis­tung durch den Ar­beit­neh­mer vor­aus (§§ 293, 294, 295 BGB). Durch die Ein­tei­lung des Klägers zur Ar­beit hat die Be­klag­te zu 2) zwar kon­klu­dent erklärt, sie wer­de ihn (nur) ent­spre­chend ih­rer Ein­tei­lung beschäfti­gen. Nach § 295 BGB hätte sei­tens des Klägers aber ein wört­li­ches An­ge­bot bzw. die Auf­for­de­rung, ihn mehr als 120 St­un­den pro Mo­nat zu beschäfti­gen, er­fol­gen müssen. Der Kläger hat aber le­dig­lich ei­nen An­spruch auf Auf­sto­ckung sei­ner ver­trag­li­chen Ar­beits­zeit gel­tend ge­macht. In dem An­ge­bot, ei­ne Leis­tungs­pflicht zu be­gründen, liegt aber nicht be­reits das An­ge­bot der Leis­tung selbst. Der Kläger hat ge­ra­de nicht er­ken­nen las­sen, dass er da­von aus­geht, oh­ne Ände­rung sei­nes Ar­beits­ver­tra­ges mehr als 120 St­un­den pro Mo­nat leis­ten zu müssen. Ein An­ge­bot war auch nicht gemäß § 296 BGB ent­behr­lich. Im un­gekündig­ten Ar­beits­verhält­nis kann - an­ders als nach Aus­spruch ei­ner Kündi­gung - re­gelmäßig nicht an­ge­nom­men wer­den, der Ar­beit­ge­ber ha­be ei­ne vor­zu­neh­men­de Hand­lung nicht recht­zei­tig vor­ge­nom­men. So greift die Vor­schrift dann nicht ein, wenn der Ar­beit­ge­ber von ei­nem (ver­meint­li­chen) Recht Ge­brauch macht, die Ar­beits­zeit­dau­er zu be­stim­men (BAG, Ur­teil vom 18.11.2009 – 5 AZR 774/08). Vor­lie­gend kann nichts an­de­res gel­ten.

2. Der Kläger hat auch kei­nen An­spruch auf Vergütung der Breaks. Da er während der Ar­beits­un­ter­bre­chun­gen kei­ne tatsächli­che Ar­beits­leis­tung er­bracht hat, kann ein An­spruch auf Vergütung nur aus dem Ge­sichts­punkt des An­nah­me­ver­zugs er­fol­gen. Dass aber die Break­stun­den über­haupt Zei­ten wa­ren, in de­nen, wie es An­nah­me­ver­zug vor­aus­setzt, an sich Ar­beits­leis­tung zu er­brin­gen war, ist nicht hin­rei­chend dar­ge­tan. Nach dem Vor­brin­gen des Klägers ist nicht aus­zu­sch­ließen, dass es sich um Ru­he­pau­sen han­del­te.

Nach der ständi­gen Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts sind Ru­he­pau­sen im Sin­ne des Ar­beits­zeit­rechts Un­ter­bre­chun­gen der Ar­beits­zeit von be­stimm­ter Dau­er, die der Er­ho­lung die­nen. Es muss sich um im Vor­aus fest­lie­gen­de Un­ter­bre­chun­gen der Ar­beits­zeit han­deln, in de­nen der Ar­beit­neh­mer we­der Ar­beit zu leis­ten noch sich dafür be­reit zu hal­ten hat. Er muss frei darüber ent­schei­den können, wo und wie er die­se Zeit ver­brin­gen will. Ent­schei­den­des Merk­mal der Ru­he­pau­se ist, dass der Ar­beit­neh­mer von je­der Ar­beits­ver­pflich­tung und auch von je­der Ver­pflich­tung, sich zur Ar­beit be­reit zu hal­ten, frei­ge­stellt ist (BAG, Ur­teil vom 13.10.2009 – 9 AZR 139/08 –, ju­ris, Rn. 30).

Der Kläger hat die La­ge der Ar­beits­un­ter­bre­chun­gen nicht im Ein­zel­nen dar­ge­legt. Sei­ne Dar­le­gun­gen be­schränken sich dar­auf, an be­stimm­ten Ta­gen ei­ne ge­wis­se Dienst­zeit ge­habt und ei­ne St­un­de we­ni­ger be­zahlt be­kom­men zu ha­ben. Die Be­klag­te wen­det hin­ge­gen ein, nicht­be­zahl­te Ar­beits­un­ter­bre­chun­gen sei­en Pau­sen ge­we­sen. Dies hat der Kläger nicht wi­der­legt. Zwar gibt er an, er ha­be während der Zei­ten das Gebäude nicht ver­las­sen dürfen. Wor­aus die­se Ein­schränkung je­doch folgt, hat er nicht sub­stan­ti­iert dar­ge­tan, was an­ge­sichts des Be­strei­tens der Be­klag­ten je­doch er­for­der­lich ge­we­sen wäre. Der an­ge­bo­te­ne Be­weis lie­fe da­her auf ei­nen un­zulässi­gen

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Aus­for­schungs­be­weis hin­aus. Wird nämlich ein Be­weis an­ge­tre­ten, bei dem es an der Be­stimmt­heit der zu be­wei­sen­den Tat­sa­che fehlt, und sol­len durch die be­ab­sich­tig­te Be­weis­er­he­bung erst die Grund­la­gen für sub­stan­ti­ier­te Tat­sa­chen­be­haup­tun­gen ge­won­nen wer­den, ist die­ser Be­weis­an­tritt un­zulässig und un­be­acht­lich. Gemäß § 373 ZPO muss die be­weis­pflich­ti­ge Par­tei die­je­ni­gen Tat­sa­chen be­zeich­nen, zu de­nen der Zeu­ge ver­nom­men wer­den soll. Tat­sa­chen sind kon­kre­te, nach Zeit und Raum be­stimm­te, der Ver­gan­gen­heit oder Ge­gen­wart an­gehöri­ge Ge­scheh­nis­se oder Zustände.

Ent­spre­chen die un­ter Be­weis ge­stell­ten Tat­sa­chen­be­haup­tun­gen nicht die­sen An­for­de­run­gen, hat die Be­weis­er­he­bung auf­grund die­ses un­zulässi­gen Aus­for­schungs­be­weis­an­tritts zu un­ter­blei­ben (BAG, Ur­teil vom 12.07.2007 – 2 AZR 740/05 –, ju­ris, Rn. 16). Der Kläger hätte dem­nach im Ein­zel­nen dar­tun müssen, wo­durch ihm während der Zei­ten, für die er An­nah­me­ver­zug ver­langt, ver­bo­ten ge­we­sen ist, das Flug­ha­fen­gebäude zu ver­las­sen. Man­gels sol­chen Vor­trags ist da­von aus­zu­ge­hen, dass er über die­se Zeit frei verfügen konn­te.

Maßge­ben­des Merk­ma dafür, ob ei­ne Ru­he­pau­se vor­liegt oder nicht, ist wei­ter­hin, dass die Ar­beits­un­ter­bre­chung im Vor­aus fest­ge­legt ist. Auch dies lässt sich aber im je­wei­li­gen Ein­zel­fall nach dem Vor­trag des Klägers nicht aus­sch­ließen, da er an­gibt, teils sei­en die Ar­beits­un­ter­bre­chun­gen durch­aus im Vor­aus fest­ge­legt ge­we­sen. An wel­chen Ta­gen dies aber nicht so war, schil­dert er nicht. Auch wird nicht deut­lich, wor­aus er, so­weit die Zeit im Vor­aus fest­stand, ab­lei­ten will, dass es sich nicht vergütungs­pflich­ti­ge Ru­he­pau­sen ge­han­delt hat, zu­mal er die Be­zah­lung der so­ge­nann­ten Breaks ins­be­son­de­re für Ta­ge ver­langt, an de­nen er über 6 St­un­den ge­ar­bei­tet hat, so dass gemäß § 4 S. 1 Ar­beits­zeit­ge­setz ei­ne Pau­se von min­des­tens 30 Mi­nu­ten zu ma­chen ge­we­sen war.

3. Der Kläger hat auch kei­nen An­spruch auf Vergütung der St­un­den­dif­fe­renz, so­weit er we­ni­ger als 6 St­un­den ein­ge­setzt wor­den ist. Nach den un­ter Zif­fer 1. ge­schil­der­ten Grundsätzen hätte es auch hier zu­min­dest ei­nes wört­li­chen An­ge­bo­tes der Ar­beits­leis­tung be­durft. Nach den Re­ge­lun­gen der Be­triebs­ver­ein­ba­rung war der Be­klag­ten zu 2) un­ter­sagt, Einsätze un­ter 6 St­un­den an­zu­ord­nen. Al­lei­ne da­durch, dass sie hier­von ab­ge­wi­chen ist, ge­riet sie je­doch noch nicht in An­nah­me­ver­zug, da es im Rah­men des Gläubi­ger­ver­zu­ges auf die ge­schul­de­te Ar­beits­zeit an­kommt. Da­her muss die vor­ge­nom­me­ne Ar­beits­ein­tei­lung da­zu führen, dass auch die ver­trag­lich vor­ge­se­he­ne Ar­beits­zeit un­ter­schrit­ten wird (vgl. hier­zu BAG, Ur­teil vom 08.10.2008 – 5 AZR 715/07 –, ju­ris, Rn. 24). Ei­ne Un­ter­schrei­tung der ver­trag­li­chen Min­dest­ar­beits­zeit durch die er­folg­te
Ar­beits­ein­tei­lung, hat der Kläger in­des­sen nicht be­haup­tet.
 

4. Der Kläger hat auch kei­nen An­spruch auf Zah­lung von Sonn­tags- oder Fei­er­tags­zu­schlägen. So­weit er die­se in sei­ner Be­ru­fungs­be­gründungs­schrift für Fe­bru­ar 2009 gel­tend macht, ist der An­spruch be­reits nach § 9 Ziff. 1 MTV ver­fal­len, da kei­ne schrift­li­che Gel­tend­ma­chung bin­nen drei Mo­na­ten nach Fällig­keit er­folgt ist. Im Übri­gen ver­langt der Kläger die Sonn­tags­zu­schläge ent­we­der für Zei­ten von Breaks (Mai/Ju­ni 2009) oder für St­un­den, die die Dif­fe­renz zwi­schen ei­ner tägli­chen Ar­beits­zeit von 6 St­un­den und den tatsächlich ge­leis­te­ten St­un­den bil­den. Da der Kläger aber für die­se St­un­den schon den Grund­lohn nicht ver­lan­gen kann, entfällt auch ein An­spruch auf Zah­lung des Zu­schla­ges. So­weit der Kläger schließlich für den 24.06.2009 ei­nen Sonn- bzw. Fei­er­tags­zu­schlag ver­langt, ist dies nicht nach­voll­zieh­bar. Der 24.06.2009 war we­der ein ge­setz­li­cher Fei­er­tag noch ein Sonn­tag. 

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5. Die Be­ru­fung ist des Wei­te­ren un­be­gründet, so­weit der Kläger ei­ne Dif­fe­renz bei der Ent­gelt­fort­zah­lung gel­tend macht. Gemäß § 4 Abs. 1 EFZG ist dem Ar­beit­neh­mer bei der Ent­gelt­fort­zah­lung im Krank­heits­fall das ihm bei der für ihn maßge­ben­den re­gelmäßigen Ar­beits­zeit zu­ste­hen­de Ar­beits­ent­gelt fort­zu­zah­len. Die Vor­schrift legt der Ent­gelt­fort­zah­lung ein mo­di­fi­zier­tes Lohn­aus­fall­prin­zip zu­grun­de. Maßge­bend ist al­lein die in­di­vi­du­el­le Ar­beits­zeit des er­krank­ten Ar­beit­neh­mers. Es kommt dar­auf an, wel­che Ar­beits­zeit auf­grund der Ar­beits­unfähig­keit aus­ge­fal­len ist. Bei Schwan­kun­gen der in­di­vi­du­el­len Ar­beits­zeit ist zur Be­stim­mung der re­gelmäßigen Ar­beits­zeit ei­ne ver­gan­gen­heits­be­zo­ge­ne Be­trach­tung zulässig und ge­bo­ten (BAG, Ur­teil vom 24.03.2004 – 5 AZR 346/03 -, ju­ris, Rn. 20). Die in­di­vi­du­el­le Ar­beits­zeit folgt in ers­ter Li­nie aus dem Ar­beits­ver­trag. Auf die all­ge­mei­ne im Be­trieb be­ste­hen­de Ar­beits­zeit kommt es nicht ent­schei­dend an. Die kraft Ta­rif­ver­trag oder Be­triebs­ver­ein­ba­rung im Be­trieb gel­ten­de Ar­beits­zeit kann von der in­di­vi­du­el­len Ar­beits­zeit des Ar­beit­neh­mers nach oben oder nach un­ten ab­wei­chen (BAG, Ur­teil vom 24.03.2004, a. a. O., Rn. 21).

Der Kläger stützt sei­nen Ent­gelt­fort­zah­lungs­an­spruch al­lei­ne dar­auf, dass er ei­ne be­stimm­te An­zahl von Ta­gen krank war und ver­langt pro Krank­heits­tag die Vergütung von min­des­tens 6 St­un­den. Nach den ge­schil­der­ten Grundsätzen hat er da­mit je­doch sei­nen An­spruch nicht hin­rei­chend dar­ge­tan. In­so­weit hätte er im Ein­zel­nen schil­dern müssen, an wel­chen Ta­gen des Krank­heits­zeit­raums, wel­chen er im Kam­mer­ter­min auf den Zeit­raum 12. – 31.03.2009 kon­kre­ti­siert hat, er über­haupt hätte ar­bei­ten müssen und wel­che Ar­beits­zeit an die­sen Ta­gen durch sei­ne Krank­heit aus­ge­fal­len ist. Des Wei­te­ren hätte er dar­le­gen müssen, was die Be­klag­te für die­sen Zeit­raum ab­ge­rech­net hat und wes­halb hier­durch sei­ne in­di­vi­du­el­le Ar­beits­zeit nicht vergütet wor­den ist. Selbst wenn man dem Kläger im An­satz dar­in fol­gen woll­te, dass er für Ar­beits­ta­ge, an de­nen er durch Krank­heit an der Ar­beits­leis­tung ver­hin­dert ge­we­sen ist, zu­min­dest die Vergütung von 6 St­un­den täglich ver­lan­gen kann, er­gibt sich aus der An­ga­be des Krank­heits­zeit­raums noch nicht, an wie vie­len Ta­gen er über­haupt zur Ar­beit ein­ge­setzt ge­we­sen wäre. Durch die Be­triebs­ver­ein­ba­rung wird nämlich die in­di­vi­du­el­le Ar­beits­zeit nicht erhöht, so­dass die Be­klag­te den Kläger auch in Mo­na­ten mit 21 Ar­beits­ta­gen und mehr le­dig­lich an ma­xi­mal 20 Ta­gen ein­tei­len muss­te, um ih­re
Ver­pflich­tun­gen aus dem Ar­beits­ver­trag zu erfüllen.

6. Sch­ließlich hat der Kläger auch kei­nen An­spruch auf Zah­lung ei­ner Dif­fe­renz beim Nacht­zu­schlag. In­so­weit ist man­gels An­wend­bar­keit des Ta­rif­ver­tra­ges, auf den sich der Kläger stützt, be­reits kei­ne An­spruchs­grund­la­ge für die Zah­lung ei­nes höhe­ren Zu­schla­ges als die un­strei­tig ge­zahl­ten 5 % er­sicht­lich.

VII. Die Kos­ten­ent­schei­dung er­geht gemäß § 64 Abs. 6 S. 1 ArbGG in Ver­bin­dung mit §§ 92 Abs. 1, 97 Abs. 1 ArbGG, § 516 Abs. 3 S. 1 ZPO

VIII. Die Re­vi­si­on war gemäß § 72 Abs. 2 ArbGG nicht zu­zu­las­sen, da die Sa­che ins­be­son­de­re nicht auf ei­ner Rechts­fra­ge von grundsätz­li­cher Be­deu­tung be­ruht.

RECH­TSMIT­TEL­BE­LEH­RUNG

Ge­gen die­ses Ur­teil ist ein Rechts­mit­tel nicht ge­ge­ben.

We­gen der Möglich­keit der Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de wird auf § 72a ArbGG ver­wie­sen.

Am 15.11.2010 er­ging fol­gen­der Be­rich­ti­gungs­be­schluss: 

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(*) wird Zif­fer 3 des Te­nors des Ur­teils vom 17.08.2010 da­hin be­rich­tigt, dass das Wort 83
„Be­ru­fungs­ver­fah­ren“ durch das Wort „Rechts­streit“ er­setzt wird.

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