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ARBEITSRECHT AKTUELL // 20/040

Si­che­rung der dua­len Aus­bil­dung in der Co­ro­na-Kri­se

Ge­mein­sa­me Er­klä­rung der Al­li­anz für Aus- und Wei­ter­bil­dung: Maß­nah­men zur Be­g­nung der Her­aus­for­de­run­gen durch die Co­ro­na-Kri­se auf dem Aus­bil­dungs­markt
duale Ausbildung, Meister bildet Azubis aus

30.09.2020. Die Co­ro­na-Kri­se hat auch das Aus­bil­dungs­sys­tem hart ge­trof­fen. Laut Bun­des­agen­tur für Ar­beit sind die an­ge­mel­de­ten Aus­bil­dungs­stel­len und Be­wer­be­rin­nen und Be­wer­ber im Ver­gleich zum Vor­jahr im rund acht Pro­zent ge­sun­ken, wo­bei auch schon die An­zahl an Aus­zu­bil­den­den 2019 rück­läu­fig war (Ar­beits­recht ak­tu­ell: 20/010 Rück­gang an Aus­zu­bil­den­den 2019).

Da­her stel­len sich nun vie­le zen­tra­le Fra­gen: Wer­den die Aus­zu­bil­den­den in die­ser schwie­ri­gen Si­tua­ti­on ih­re Aus­bil­dung fort­set­zen kön­nen? Wie wer­den sie ih­re Prü­fun­gen ab­le­gen kön­nen? Wel­che Aus­wir­kung hat die Kri­se auf po­ten­ti­el­le zu­künf­ti­ge Aus­zu­bil­den­de? Wer­den für die kom­men­den Aus­bil­dungs­jah­re ge­nü­gend Aus­bil­dungs­plät­ze zur Ver­fü­gung ste­hen?

Mit die­sen Fra­gen hat sich die "Al­li­anz für Aus- und Wei­ter­bil­dung" be­schäf­tigt und ein ge­mein­sa­mes Maß­nah­men­pa­ket ver­ab­schie­det. Be­tei­ligt wa­ren da­bei un­ter an­de­rem die Bun­des­re­gie­rung, die Bun­des­agen­tur für Ar­beit, die Kul­tus­mis­ter-Kon­fe­renz der Län­der, die Bun­des­ver­ei­ni­gung der Deut­schen Ar­beit­ge­ber­ver­bän­de (BDA), der Bun­des­ver­band der Frei­en Be­ru­fe (BFB), der Deut­sche In­dus­trie- und Han­dels­kam­mer­tag (DIHK) so­wie der Zen­tral­ver­band des Deut­schen Hand­werks (ZDH). Un­ter dem Vor­sitz von Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­ter Pe­ter Alt­mai­er wur­de ei­ne ge­mein­sa­me Er­klä­rung am 26.05.2020 be­kannt­ge­ge­ben. Ziel ist es, die dua­le Aus­bil­dung auch zu Zei­ten von Co­ro­na zu sta­bi­li­sie­ren

Hier fin­den Sie die zen­tra­len Punk­te zu­sam­men­ge­fasst:

Die Al­li­anz spricht sich für ei­ne För­de­rung der Be­rufs­schu­len aus. So­wohl der Prä­senz­un­ter­richt soll er­mög­licht, als auch das di­gi­ta­le Ler­nen ge­för­dert wer­den. Auch die Ab­schluss- und Ge­sel­len­prü­fun­gen sol­len ge­si­chert wer­den. Da­bei sol­len die Aus­zu­bil­den­den kei­nen Nach­teil er­lei­den.

Um die Fort­füh­rung be­reits be­gon­ne­ner Aus­bil­dungs­ver­hält­nis­se ab­zu­si­chern ver­stän­dig­ten sich die Part­ner der Al­li­anz dar­auf, dass Un­ter­neh­men zu­nächst selbst ver­su­chen sol­len, die Aus­bil­dungs­ver­hält­nis­se im Rah­men ih­rer Mög­lich­kei­ten fort­zu­füh­ren. Soll­ten Un­ter­neh­men Tei­le der Aus­bil­dung nicht mehr er­brin­gen kön­nen, soll ver­sucht wer­den, die­se von an­de­ren Be­trie­ben fort­zu­füh­ren. Au­ßer­dem wur­de ei­ne Über­nah­me­prä­mie für Un­ter­neh­men ver­ein­bart, die sich da­zu be­reit er­klä­ren, Aus­zu­bil­den­de aus in­sol­ven­ten Be­trie­ben zu über­neh­men.

Zur Sta­bi­li­sie­rung des Aus­bil­dungs­jah­res 2020/21 sol­len Be­trie­be zu­dem die Vor­tei­le der Ver­bund­aus­bil­dung und der Auf­trags­aus­bil­dung stär­ker nut­zen kön­nen.

Schließ­lich sol­len di­gi­ta­le For­ma­te ge­stärkt wer­den, da­mit die Al­li­anz­part­ner Ju­gend­li­che und Be­trie­be im kom­men­den Aus­bil­dungs­jahr noch ge­ziel­ter be­ra­ten und ver­mit­teln kön­nen.

Wirt­schafts­mi­nis­ter Pe­ter Alt­mai­er (CDU) be­zeich­net die Si­che­rung der dua­len Aus­bil­dung als ele­men­tar für die Fach­kräf­te­ba­sis von mor­gen. Auch Ar­beits­mi­nis­ter Hu­ber­tus Heil (SPD) sieht in der dua­len Aus­bil­dung den "Mar­ken­kern un­se­res Lan­des und un­ser Ti­cket in ei­ne wirt­schaft­lich er­folg­rei­che Zu­kunft".

Der Vor­stands­vor­sit­zen­de der Bun­des­agen­tur für Ar­beit Det­lef Schee­le be­ton­te, es müs­se ein „Aus­bil­dungs­jahr­gang Co­ro­na“ ver­hin­dert wer­den. Die Bun­des­agen­tur wol­le in die­sem Jahr noch in­ten­si­ver auf di­gi­ta­le An­ge­bo­te für Schü­le­rin­nen und Schü­ler set­zen, z.B. auf ein On­line-Selbst­er­kun­dungs­tool.

Die stell­ver­tre­ten­de Vor­sit­zen­de des Deut­schen Ge­werk­schafts­bun­des sieht in der ge­mein­sa­men Er­klä­rung ein star­kes Si­gnal: "Wir kämp­fen um je­den Aus­bil­dungs­platz". Sie ap­pel­liert an die Ju­gend­li­chen, sich um ei­nen Aus­bil­dungs­platz zu be­wer­ben, aber auch an die Be­trie­be, Aus­bil­dungs­plät­ze an­zu­bie­ten.

Die Al­li­anz­part­ner ga­ben ab­schlie­ßend be­kannt, die Aus­wir­kun­gen der Kri­se wei­ter­hin im Au­ge zu be­hal­ten und - falls not­wen­dig - wei­te­re Maß­nah­men zu er­grei­fen.

Wei­te­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier: 

Letzte Überarbeitung: 13. November 2020

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