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Arbeitsrecht aktuell: 11/240 Anspruch auf Teilzeitarbeit beinhaltet freien Monat
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Anspruch auf Arbeitszeitverringerung: Stewardess klagt erfolgreich freien Sommermonat ein
Landesarbeitsgericht Düsseldorf, Urteil vom 25.08.2011, 11 Sa 360/11
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01.12.2011. Das Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG) gibt Arbeitnehmern das Recht, ihre Arbeitszeit zu verringern und damit ihren individuellen Bedürfnissen anzupassen. Normalerweise geht es beim Anspruch auf Teilzeitarbeit um eine Verringerung der wöchentlichen Arbeitszeit. Möglicherweise können Arbeitnehmer aber auch "Teilzeit aufs Jahr gerechnet" verlangen, d.h. einen zusätzlichen arbeitsfreien Monat.
In einem aktuellen Urteil hat das Landesarbeitsgericht (LAG) Düsseldorf entschieden, dass Arbeitnehmern eine solche Verringerung der Jahresarbeit zusteht: Die infolge der Arbeitszeitverringerung verleibende Arbeitszeit muss nämlich nach den Wünschen des Arbeitnehmers verteilt werden, wenn keine betrieblichen Gründe entgegenstehen (Urteil vom 25.08.2011, 11 Sa 360/11).
von Rechtsanwältin Nina Lüking, Fachanwältin für Arbeitsrecht, Hannover
Hensche Rechtsanwälte, Kanzlei Hannover
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Nach § 8 Abs.1, Abs.6 TzBfG können Arbeitnehmer verlangen, dass ihre Arbeitszeit verringert wird, wenn ihr Arbeitsverhältnis länger als sechs Monate bestanden hat und wenn der Arbeitgeber mehr als 15 Arbeitnehmer beschäftigt. Dem Bundesarbeitsgericht (BAG) zufolge umfasst dieser Anspruch auf Änderung des Arbeitsvertrages neben der Verringerung der Arbeitszeit auch ihre Verteilung (BAG, Urteil vom 18.08.2009, 9 AZR 517/08).
Wenn keine betrieblichen Gründe entgegenstehen, muss der Arbeitgeber der Arbeitszeitverringerung zustimmen - und der vom Arbeitnehmer gewünschten Arbeitszeitverteilung (§ 8 Abs.4 TzBfG). Betrieblichen Hinderungsgründe liegen z.B. vor, wenn die Verringerung der Arbeitszeit die Organisation, den Arbeitsablauf oder die Sicherheit im Betrieb wesentlich beeinträchtigen oder unverhältnismäßig hohe Kosten verursachen würde.
Innerhalb dieser Grenzen stehen dem Arbeitnehmer aber alle Möglichkeiten offen. So kann er verlangen, von einem Schichtsystem mit variablen Arbeitszeiten zu festen Arbeitszeiten zu wechseln (BAG, Uvrteil vom 16.12.2008, 9 AZR 893/07). Aber kann man auch verlangen, dass der Arbeitgeber eine Arbeitszeitverringerung aufs Jahr gerechnet mitmacht, d.h. einen Monat im Jahr frei gibt?
Eine Flugbegleiterin arbeitete gemäß Tarifvertrag monatlich 169 Stunden und wollte ihre Arbeitszeit verringern, allerdings durch einen komplett freien Juli (oder nach Wahl des Arbeitgebers durch einen freien August). Der Arbeitgeber lehnte ab. Er meinte, ein Wechsel vom Arbeitzeitmodell mit laufender Arbeit in jedem Monat des Jahres zu einem Arbeitszeitmodell mit einem kompletten freien Monat sei vom TzBfG nicht gedeckt.
Das Arbeitsgericht Düsseldorf (Urteil vom 21.02.2011, 8 Ca 7651/10) und das LAG sahen das anders und entschieden pro Stewardess. Der Arbeitgeber hätte dem Arbeitszeitverringerungs- und dem Arbeitszeitverteilungswunsch konkrete Ablehnungsgründe entgegengehalten können. Das hatte er aber nicht getan.
Fazit: Der Arbeitgeber hat Revision zum BAG eingelegt (Az.: 9 AZR 781/11). Wahrscheinlich wird die Flugbegleiterin auch vor dem BAG ihren „Freimonat“ zugesprochen bekommen, denn Arbeitnehmer können nach dem Gesetz erst einmal jede denkbare Verteilung der reduzierten Arbeitszeit verlangen. Wollen Arbeitgeber verhindern, dass jeder einzelne Arbeitnehmer sein eigenes Arbeitszeitmodell "durchzieht", müssen sie konkret aufzeigen, warum das aus betrieblichen bzw. arbeitsorganisatorischen Gründen nicht möglich sein soll. Eine Abwehrhaltung nach dem Motto "Da könnte ja jeder kommen!" genügt vor Gericht nicht.
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Letzte Überarbeitung: 2. März 2012
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Arbeitsrecht aktuell: |
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München, 16.05.2012 Altersversorgung:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 15.05.2012, 3 AZR 128/11
Hannover, 15.05.2012 Urlaub und Krankheit:
Landesarbeitsgericht Düsseldorf, Urteil vom 23.02.2012, 5 Sa 1370/11
Frankfurt, 14.05.2012 Leiharbeit:
Hessisches Landessozialgericht, Beschluss vom 23.04.2012, L 1 KR 95/12 B ER
Berlin, 12.05.2012 Betriebsübergang:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 10.05.2012, 8 AZR 639/10
Köln, 09.05.2012 Whistleblowing:
Landesarbeitsgericht Köln, Urteil vom 02.02.2012, 6 Sa 304/11
Köln, 08.05.2012 Lohnrückzahlung:
Landesarbeitsgericht Köln, Urteil vom 12.10.2011, 9 Sa 156/11
München, 07.05.2012 Kündigungsschutzklage:
Landesarbeitsgericht München, Urteil vom 13.10.2011, 3 Sa 1187/10
Frankfurt, 04.05.2012 Urlaub und Krankheit:
Europäischer Gerichtshof, Urteil vom 03.05.2012, Rs. C-337/10 - Neidel
Köln, 03.05.2012 Korruption:
Landesarbeitsgericht Köln, Urteil vom 23.01.2012, 5 Sa 371/11
Köln, 02.05.2012 Kündigung und Krankheit:
Arbeitsgericht Trier, Urteil vom 08.12.2011, 3 Ca 936/11
Köln, 30.04.2012 Fristlose Kündigung:
Landesarbeitsgericht Köln, Beschluss vom 27.07.2011, 9 TaBVGa 2/11
Frankfurt, 25.04.2012 Urlaubsabgeltung:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 13.12.2011, 9 AZR 399/10
Köln, 24.04.2012 Diskriminierungsschutz:
Bundesgerichtshof, Urteil vom 23.04.2012, II ZR 163/10
Frankfurt, 23.04.2012 Fristlose Kündigung:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 19.04.2012, 2 AZR 258/11
Hamburg, 20.04.2012 Lohnuntergrenzen:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 18.04.2012, 4 AZR 139/10, Beschluss vom 18.04.2012, 4 AZR 168/10
Hamburg, 20.04.2012 Diskriminierung:
Europäischer Gerichtshof, Urteil vom 19.04.2012, C-415/10 (Meister)
Hannover, 18.04.2012 Gleichbehandlung:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 17.04.2012, 3 AZR 280/10
Hamburg, 13.04.2012 Kündigungsschutzklage:
Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein, Urteil vom 27.09.2011, 1 Sa 538 e/10
Stuttgart, 12.04.2012 Änderungskündigung:
Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz, Urteil vom 10.11.2011, 10 Sa 329/11
Berlin, 05.04.2012 Unkündbarkeit:
Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg, Urteil vom 07.02.2012, 7 Sa 2164/11
Köln, 28.03.2012 Ermahnung:
Arbeitsgericht Trier, Urteil vom 20.12.2011, 3 Ca 1013/11
Frankfurt, 26.03.2012 Mitarbeitergespräche:
Hessisches Landesarbeitsgericht, Urteil vom 06.02.2012, 16 Sa 1134/11
Berlin, 22.03.2012 Massenentlassungsanzeige
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 21.03.2012, 6 AZR 596/10
Berlin, 21.03.2012 Gleicher Urlaub:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 20.03.2012, 9 AZR 529/10
Berlin, 18.03.2012 Änderungskündigung:
Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg, Urteil vom 19.12.2011, 15 Sa 1264/11, 15 Sa 1461/11
Berlin, 16.03.2012 Bewerberdiskriminierung
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 15.03.2012, 8 AZR 160/11
Berlin, 15.03.2012 Urlaubsrecht:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 18.10.2011, 9 AZR 303/10
Berlin, 14.03.2012 Wettbewerbsverbot:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 14.09.2011, 10 AZR 198/10
Hamburg, 12.03.2012 Provision:
Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein, Urteil vom 06.12.2011, 1 Sa 13 a/11
Hannover, 11.03.2012 Befristung:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 29.06.2011, 7 AZR 6/10
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