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Arbeitsrecht aktuell: 08/047 Mindestlohn: Aufnahme weiterer Branchen in das Arbeitnehmer-Entsendegesetz
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Mindestlohn: Aufnahme weiterer Branchen in das Arbeitnehmer-Entsendegesetz
von Solveyg Blanke
29.04.2008. Der Aufforderung der Bundesregierung an die Sozialpartner aller Branchen (Koalitionsbeschluss vom 18.06.2007), ihr Interesse an einer gesetzlichen Absicherung von branchenbezogenen Mindestlöhnen über das Arbeitnehmer-Entsendegesetz (AEntG) zu bekunden, folgten bis zum Ablauf der bis zum 31.03.2008 gesetzten Frist – nur oder immerhin - acht Branchen: Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften der folgenden Wirtschaftszweige haben inzwischen den Finger gehoben bzw. verlauten lassen, sie wünschten eine Aufnahme ihrer Branche in das AEntG:
- Abfallwirtschaft; Tarifparteien: Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) - Bundesverband der deutschen Entsorgungswirtschaft (BDE), Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA)
- Bergbauspezialarbeiten; Tarifparteien: IG Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) – Vereinigung der Bergbau-Spezialgesellschaften e.V.
- Forstwirtschaft; Tarifparteien: IG Bauen- Agrar-Umwelt (IG Bau) – Deutschen Forstunternehmer-Verband e.V. (DFUV)
- Großwäschereien; Tarifparteien: IG Metall – Industrieverband Textil Service (Intex)
- Pflegewirtschaft; Tarifparteien: ver.di – Deutsches Rotes Kreuz (DRK), Arbeiterwohlfahrt (AWO), Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) und VKA
- Wach- und Sicherheitsgewerbe; Tarifparteien: Gewerkschaft Öffentlicher Dienst und Dienstleistungen (GÖD) – Bundesverbandes der Wach- und Sicherheitsdienste (BDWS)
- Weiterbildung; Tarifparteien: ver.di, Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) – Bundesverband der Träger der beruflichen Bildung (BBB)
- Zeitarbeit, Tarifparteien: Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB) - Bundesverband Zeitarbeit (BZA) und Interessenverband Deutscher Zeitarbeitnehmer e.V. (IGZ)
Würden auch diese acht Wirtschaftsbereiche in das AEntG aufgenommen, enthielte dieses zusammen mit den jetzt bereits dort aufgeführten drei Branchen (Bau, Gebäudereinigung, Briefdienstleistungen) insgesamt elf Branchen, für die Mindestarbeitsbedingungen in einer auch für ausländische Leistungsanbieter verbindlichen Weise festgelegt wären.
Voraussetzung für den „gesetzlichen“ Schutz, den das AEntG gewährt, ist allerdings zunächst einmal ein branchenbezogener Tarifvertrag über Mindestarbeitsbedingungen, insbesondere über Mindestlöhne, der zudem gemäß § 5 Tarifvertragsgesetz (TVG) für allgemeinverbindlich erklärt werden muss. Die zentrale Vorschrift des AEntG (§ 1 Abs.1 AEntG) verlangt nämlich, dass die Vorschriften über Mindestlöhne und die Urlaubsregelungen, die in allgemeinverbindlichen Tarifverträgen für das Baugewerbe (bzw. für das Gebäudereinigerhandwerk oder für Briefdienstleistungen) enthalten sind, auch von aus- und inländischen Unternehmen zu beachten sind, falls diese auf inländischen Arbeitsstellen Arbeitnehmer einsetzen.
Derzeit existieren erst für vier der o.g. Branchen Tarifverträge, die die Tarifpartner für allgemeinverbindlich erklären lassen wollen, nämlich für die Branchen
- Bergbauspezialarbeiten,
- Forstwirtschaft,
- Großwäschereien,
- Zeitarbeit.
Voraussetzung für eine Allgemeinverbindlicherklärung ist, dass die tarifgebundenen Arbeitgeber nicht weniger als 50 Prozent der unter den Geltungsbereich des Tarifvertrags fallenden Arbeitnehmer beschäftigen (§ 5 Abs.1 Satz 1 Nr.1 TVG).
Für die Branchen der Abfallwirtschaft, der Pflegewirtschaft und des Wach- und Sicherheitsgewerbes werden die Tarifverträge derzeit noch verhandelt. In der Weiterbildungsbranche haben sich die Gewerkschaft ver.di und die Arbeitgeberseite dem Vernehmen nach im Wesentlichen geeinigt, doch ist ein schriftlich ausgearbeiteter Tarifvertrag derzeit noch nicht verfügbar.
Für die o.g. vier Branchen, bei denen sich die Tarifpartner schon auf einen Mindestlohntarifvertrag geeinigt haben, muss nun das Bundesministerium für Arbeit und Soziales prüfen, ob das notwendige 50-Prozent-Quorum erfüllt ist. Im Zweifelsfall werden die Tarifparteien - wie die Postgewerkschaft und der Arbeitgeberverband der Deutschen Post AG - nachbessern müssen, d.h. der im Tarifvertrag festgelegte fachliche Geltungsbereich muss notfalls neu festgelegt werden, damit die vom Tarifvertrag erfassten Arbeitnehmer mehr als 50 Prozent aller im fachlichen Geltungsbereich des Tarifvertrags tätigen Arbeitnehmer ausmachen.
Eine solche Nachbesserung ist derzeit bzgl. des Tarifvertrags für die Großwäschereien geplant. Jedenfalls teilte die hier zuständige IG Metall auf Nachfrage mit, man werde wahrscheinlich den fachlichen Geltungsbereich des Tarifvertrags präzisieren müssen, um den gesetzlichen Anforderungen für eine Allgemeinverbindlicherklärung zu entsprechen.
Der fachliche Geltungsbereich des für die Weiterbildungsbranche verhandelten Mindestlohntarifvertrags wurde bereits neu definiert, so der Bereichsleiter Tarifpolitische Grundsatzabteilung der ver.di, Joerg Wiedemuth. Der Geltungsbereich klammert nunmehr den Bereich der unternehmerseitigen Weiterbildung aus und definiert "Weiterbildung" auf der Grundlage des Zweites Buch Sozialgesetzbuch - Grundsicherung für Arbeitsuchende (SGB II) und Drittes Buch Sozialgesetzbuch – Arbeitsförderung (SGB III).
Doch auch dann, wenn ein Tarifvertrag die rechtlichen Voraussetzungen für eine Allgemeinverbindlicherklärung erfüllt, ist der Weg dorthin und darüber hinaus zur Aufnahme der Branche in das AEntG noch nicht frei. Derzeit bestehen im Lager der Regierungskoalition nach wie vor Meinungsverschiedenheiten darüber, ob ein Mindestlohntarifvertrag für die Zeitarbeitsbranche überhaupt für allgemeinverbindlich erklärt und ob diese Branche in das AEntG aufgenommen werden sollte.
Die Gegner eines solchen Vorhabens, vor allem Politiker der CDU und der FDP, lehnen dies mit Verweis auf die nahezu 100-prozentige Tarifbindung der Zeitarbeitsbranche ab. Ihrer Meinung nach würde die Allgemeinverbindlicherklärung des Tarifvertrags, den der BZA und der IGZ mit dem DGB vereinbart hat, die grundgesetzlich geschützte Tarifautonomie der anders organisierten Arbeitgeber und Arbeitnehmer und ihrer Verbände missachten, da die anderen, derzeit für die Zeitarbeitsbranche geltenden Tarifverträge dadurch zwar nicht rechtlich ungültig, aber jedenfalls faktisch weitgehend wirkungslos würden.
Nähere Informationen zu diesem Vorgang finden Sie hier:

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Berlin, 03.02.2012 Kündigungsschutz:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 07.07.2011, 2 AZR 12/10
München, 02.02.2012 Altersdiskriminierung:
Bundesverwaltungsgericht, Urteil vom 01.02.2012, 8 C 24.11
Berlin, 31.01.2012 Betriebsrat:
Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg, Urteil vom 04.11.2011, 13 Sa 1549/11
Berlin, 27.01.2012 Befristung:
Europäischer Gerichtshof, Urteil vom 26.01.2012, Rs. C-586/10 (Kücük)
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Europäischer Gerichtshof, Urteil vom 24.01.2012, C-282/10 (Dominguez)
Köln, 24.01.2012 Fristlose Kündigung:
Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz, Urteil vom 22.08.2011, 5 Sa 107/11
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Landesarbeitsgericht Hamm, Urteil vom 19.01.2012, 11 Sa 722/10
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Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz, Beschluss vom 08.12.2011, 11 Ta 230/11
Hannover, 19.01.2012 Weihnachtsgeld
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 18.01.2012, 10 AZR 667/10
Berlin, 17.01.2012 Bewerberdiskriminierung
Schlussanträge des Generalanwalts Paolo Mengozzi vom 12.01.2012, Rs. C-415/10 - Meister
Berlin, 13.01.2012 HIV-Infektion:
Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg, Urteil vom 13.01.2012, 6 Sa 2159/11
Berlin, 13.01.2012 Betriebsratswahl:
Bundesarbeitsgericht, Beschluss vom 27.07.2011, 7 ABR 61/10
Berlin, 11.01.2012 BAT Altersstufen:
Bundesarbeitsgericht, Urteile vom 10.11.2011, 6 AZR 148/09 und 6 AZR 481/09
Berlin, 10.01.2012 CGZP-Tarifverträge:
Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 09.01.2012, 24 TaBV 1285/11
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Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 21.06.2011, 9 AZR 203/10
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Berlin, 23.11.2011 Urlaub und Krankheit:
Europäischer Gerichtshof, Urteil vom 22.11.2011, C-214/10 - KHS gg. Schulte
Berlin, 05.11.2011 Kündigungsschutzklage:
Arbeitsgericht Berlin, Urteil vom 12.08.2011, 28 Ca 9265/11
München, 02.11.2011 Fristlose Kündigung:
Landesarbeitsgericht München, Urteil vom 03.03.2011, 3 Sa 641/10
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Frankfurt, 21.10.2011 Fristlose Kündigung:
Hessisches Landesarbeitsgericht, Urteil vom 25.07.2011, 17 Sa 1739/10
Hamburg, 23.09.2011 Kündigung:
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Frankfurt, 13.09.2011 Altersgrenzen:
Europäischer Gerichtshof, Urteil vom 13.09.2011, C-447/09 (Prigge u.a.)
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Berlin, 08.09.2011 Whistleblowing:
Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte, Urteil vom 21.07.2011, 28274/08 (Heinisch)
Berlin, 06.09.2011 Bonus - Kündigung:
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Frankfurt, 05.09.2011 Betriebsübergang:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 18.08.2011, 8 AZR 230/10
Berlin, 02.09.2011 GlobeGround Berlin:
Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 25.08.2011, 25 TaBV 529/11
Frankfurt, 31.08.2011 Kündigung:
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Hamburg, 25.08.2011 Probezeitkündigung:
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Frankfurt, 23.08.2011 Kündigung und Vollmacht:
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Berlin, 17.08.2011 Beleidigung
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Frankfurt, 20.07.2011 Abmahnung:
Hessisches Landesarbeitsgericht, Urteil vom 15.02.2011, 13 Sa 1460/10
Hannover, 12.07.2011 Betriebsratsanhörung:
Landesarbeitsgericht Hamm, Urteil vom 05.08.2010, 15 Sa 302/10
Berlin, 01.07.2011 Fristlose Kündigung:
Sächsisches Landesarbeitsgericht, Urteil vom 21.01.2011, 3 Sa 181/10
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