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Arbeitsrecht aktuell: 11/079 Keine Versetzung einer Teilzeitkraft ins Ausland
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Eine für 30 Stunden in Elternzeit beschäftigte Mutter muss nicht für zwei Tage die Woche nach London
Hessisches Landesarbeitsgericht, Urteil vom 15.02.2011, 13 SaGa 1934/10
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21.04.2011. Arbeitgeber dürfen die konkreten Umstände der Arbeitsleistung einseitig festlegen (§ 106 Gewerbeordnung - GewO), also v.a. den Inhalt der Arbeit und ihren Ort bestimmen. Dieses Weisungsrecht wird aber begrenzt durch gesetzliche, tarifliche und arbeitsvertragliche Regelungen. Auch § 106 Satz 1 GewO setzt eine Grenze. Denn danach müssen Weisungen "nach billigem Ermessen" getroffen werden, d.h. Rücksicht auf die Interessen des Arbeitnehmers nehmen.
Eine rücksichtslose Weisung ist unwirksam und muss nicht befolgt werden. Ist die Weisung aber rechtens und wird nicht befolgt, drohen Abmahnung und verhaltensbedingte Kündigung. Oft ist streitig, ob eine Anweisung noch "billigem Ermessen" entspricht. Die Lage muss dann gerichtlich geklärt werden. In einem Eilverfahren entschied kürzlich das Hessische Landesarbeitsgericht (LAG), ob von einer teilzeitbeschäftigten Mutter eine wöchentliche Auslandsreise verlangt werden darf (Urteil vom 15.02.2011, 13 SaGa 1934/10).
Im Streitfall war für die Elternzeit vertraglich vereinbart, dass eine junge Mutter 30 Stunden pro Woche und davon zwei Tage "im Büro" arbeiten sollte. Aufgrund betrieblicher Änderungen sollte sie die zwei Bürotage dann in London arbeiten. Anders als das Arbeitsgericht Darmstadt (Urteil vom 09.12.2010, 10 Ga 4/10) hielt LAG die Weisung für offensichtlich rechtswidrig. Denn die Versetzung widersprach dem Zweck der Elternzeit, das Kleinkind besser betreuen zu können.
Fazit: Die Weisung an eine teilzeitbeschäftigte Mutter während der Elternzeit, statt wie vereinbart zwei Tage pro Woche in der Nähe ihrer Wohnung zwei Tage pro Woche in London zu arbeiten, ist offensichtlich vertragswidrig. Die Arbeitnehmerin hat einen Anspruch auf Unterlassung einer solchen Weisung und kann diesen Anspruch im Wege der Einstweiligen Verfügung durchsetzen. Abgesehen von solchen Extremfällen sollten Arbeitnehmer aber vorsichtshalber Weisungen zunächst unter Vorbehalt erfüllen.
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Letzte Überarbeitung: 2. März 2012
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Arbeitsrecht aktuell: |
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Berlin, 22.05.2012 Konkurrentenklage:
Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg, Urteil vom 14.03.2012, 15 SaGa 2383/11
Berlin, 19.05.2012 Teilzeitanspruch:
Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg, Urteil vom 14.03.2012, 15 SaGa 2286/11
Berlin, 17.05.2012 Outsourcing:
Bundesarbeitsgericht, Urteile vom 16.05.2012, 4 AZR 320/10 und 321/10
Berlin, 17.05.2012 Öffentlicher Dienst:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 16.05.2012, 10 AZR 202/11
München, 16.05.2012 Altersversorgung:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 15.05.2012, 3 AZR 128/11
Hannover, 15.05.2012 Urlaub und Krankheit:
Landesarbeitsgericht Düsseldorf, Urteil vom 23.02.2012, 5 Sa 1370/11
Frankfurt, 14.05.2012 Leiharbeit:
Hessisches Landessozialgericht, Beschluss vom 23.04.2012, L 1 KR 95/12 B ER
Berlin, 12.05.2012 Betriebsübergang:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 10.05.2012, 8 AZR 639/10
Köln, 09.05.2012 Whistleblowing:
Landesarbeitsgericht Köln, Urteil vom 02.02.2012, 6 Sa 304/11
Köln, 08.05.2012 Lohnrückzahlung:
Landesarbeitsgericht Köln, Urteil vom 12.10.2011, 9 Sa 156/11
München, 07.05.2012 Kündigungsschutzklage:
Landesarbeitsgericht München, Urteil vom 13.10.2011, 3 Sa 1187/10
Frankfurt, 04.05.2012 Urlaub und Krankheit:
Europäischer Gerichtshof, Urteil vom 03.05.2012, Rs. C-337/10 - Neidel
Köln, 03.05.2012 Korruption:
Landesarbeitsgericht Köln, Urteil vom 23.01.2012, 5 Sa 371/11
Köln, 02.05.2012 Kündigung und Krankheit:
Arbeitsgericht Trier, Urteil vom 08.12.2011, 3 Ca 936/11
Köln, 30.04.2012 Fristlose Kündigung:
Landesarbeitsgericht Köln, Beschluss vom 27.07.2011, 9 TaBVGa 2/11
Frankfurt, 25.04.2012 Urlaubsabgeltung:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 13.12.2011, 9 AZR 399/10
Köln, 24.04.2012 Diskriminierungsschutz:
Bundesgerichtshof, Urteil vom 23.04.2012, II ZR 163/10
Frankfurt, 23.04.2012 Fristlose Kündigung:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 19.04.2012, 2 AZR 258/11
Hamburg, 20.04.2012 Lohnuntergrenzen:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 18.04.2012, 4 AZR 139/10, Beschluss vom 18.04.2012, 4 AZR 168/10
Hamburg, 20.04.2012 Diskriminierung:
Europäischer Gerichtshof, Urteil vom 19.04.2012, C-415/10 (Meister)
Hannover, 18.04.2012 Gleichbehandlung:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 17.04.2012, 3 AZR 280/10
Hamburg, 13.04.2012 Kündigungsschutzklage:
Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein, Urteil vom 27.09.2011, 1 Sa 538 e/10
Stuttgart, 12.04.2012 Änderungskündigung:
Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz, Urteil vom 10.11.2011, 10 Sa 329/11
Köln, 28.03.2012 Ermahnung:
Arbeitsgericht Trier, Urteil vom 20.12.2011, 3 Ca 1013/11
Frankfurt, 26.03.2012 Mitarbeitergespräche:
Hessisches Landesarbeitsgericht, Urteil vom 06.02.2012, 16 Sa 1134/11
Berlin, 22.03.2012 Massenentlassungsanzeige
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 21.03.2012, 6 AZR 596/10
Berlin, 21.03.2012 Gleicher Urlaub:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 20.03.2012, 9 AZR 529/10
Berlin, 18.03.2012 Änderungskündigung:
Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg, Urteil vom 19.12.2011, 15 Sa 1264/11, 15 Sa 1461/11
Berlin, 16.03.2012 Bewerberdiskriminierung
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 15.03.2012, 8 AZR 160/11
Berlin, 15.03.2012 Urlaubsrecht:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 18.10.2011, 9 AZR 303/10
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