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LAG Rhein­land-Pfalz, Ur­teil vom 19.06.2017, 7 Sa 210/16

   
Schlagworte: Abfindung, Kündigung: betriebsbedingt
   
Gericht: Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz
Aktenzeichen: 7 Sa 210/16
Typ: Urteil
Entscheidungsdatum: 19.06.2017
   
Leitsätze:
Vorinstanzen: Arbeitsgericht Kaiserslautern, Urteil vom 22.03.2016, 8 Ca 1503/15
   

Ak­ten­zei­chen:
7 Sa 210/16
8 Ca 1503/15
ArbG Kai­sers­lau­tern

Verkündet am:
18.01.2017

Oben­theu­er,
Jus­tiz­beschäftig­te
als Ur­kunds­be­am­tin
der Geschäfts­stel­le

LAN­DES­AR­BEITS­GERICHT

RHEIN­LAND-PFALZ

IM NA­MEN DES VOL­KES

UR­TEIL

In dem Rechts­streit

A., A-Straße, A-Stadt

- Kläger und Be­ru­fungskläger -

Pro­zess­be­vollmäch­tig­te/r: Rechts­anwälte B., B-Straße, B-Stadt

ge­gen

Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land

- Be­klag­ter und Be­ru­fungs­be­klag­ter -

Pro­zess­be­vollmäch­tig­te/r: Rechts­anwälte C., C-Straße, C-Stadt

hat die 7. Kam­mer des Lan­des­ar­beits­ge­richts Rhein­land-Pfalz auf die münd­li­che Ver­hand­lung vom 18. Ja­nu­ar 2017 durch die Vor­sit­zen­de Rich­te­rin am Lan­des­ar­beits­ge­richt Krol-Dick­ob als Vor­sit­zen­de und den eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Eich und den eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Bretz als Bei­sit­zer für Recht er­kannt:

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1. Die Be­ru­fung des Klägers ge­gen das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Kai­sers­lau­tern vom 22. März 2016, Az. 8 Ca 1503/15, wird auf Kos­ten des Klägers zurück­ge­wie­sen.

2. Die Re­vi­si­on wird nicht zu­ge­las­sen.

Tat­be­stand

Die Par­tei­en strei­ten darüber, ob dem Kläger ei­ne wei­te­re Ab­fin­dung nach § 1a KSchG zu­steht.

Der 1954 ge­bo­re­ne Kläger war seit dem 1. Mai 1989 bei den US Sta­tio­nie­rungs­streit­kräften als tech­ni­scher An­ge­stell­ter beschäftigt. Sein Brut­to­mo­nats­ge­halt be­trug zu­letzt 4.249,56 € ent­spre­chend der Ge­halts­grup­pe CTK8/E. Auf den Lohn-/Ge­halts­ab­rech­nun­gen des Klägers (Bl. 20 ff. d. A.) ist als Ab­sen­der an­ge­ge­ben:

„D. Lohn­stel­le ausländi­sche Streit­kräfte, (...)“.

In der Fußzei­le der Ab­rech­nun­gen heißt es:

„Ar­beit­ge­ber: USA, ver­tre­ten durch Z. Gebäude 0000, (...)

Bei An­fra­gen wen­den Sie sich bit­te an die für Ih­re Beschäfti­gungs­dienst­stel­le zuständi­ge Per­so­nal­ver­wal­tung.

(...)“.

Aus der Ver­dienst­be­schei­ni­gung für das Jahr 2014 (Bl. 34 d. A.) er­gibt sich ein Brut­to­ar­beits­lohn des Klägers in Höhe von ins­ge­samt 52.583,13 €. Auf die­ser ist an­ge­ge­ben:

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„An­schrift und Steu­er­num­mer des Ar­beit­ge­bers:

Steu­er­num­mer: (...)
Fir­ma
D.
Lohnst. ausl. Streit­kräfte
(...)“.

Auf das Ar­beits­verhält­nis fand der TVAL II An­wen­dung.

Un­ter dem 18. Sep­tem­ber 2013 kündig­te die Be­klag­te dem Kläger aus drin­gen­den be­trieb­li­chen Gründen zum 30. Sep­tem­ber 2014 we­gen der Sch­ließung der per­so­nal­ver­tre­tungs­recht­li­chen Dienst­stel­le Y. X. W.-Stadt. Im Kündi­gungs­schrei­ben (Bl 35 f. d. A.) heißt es wei­ter un­ter an­de­rem:

"Ab­fin­dungs­an­spruch we­gen be­triebs­be­ding­ter Kündi­gung gemäß § 1a KSchG

Die Vor­aus­set­zun­gen ei­nes Ab­fin­dungs­an­spruchs nach § 1a KSchG lie­gen vor, da die Kündi­gung auf­grund von drin­gen­den be­trieb­li­chen Er­for­der­nis­sen er­folgt. So­mit können Sie bei Ver­strei­chen­las­sen der dreiwöchi­gen Kla­ge­frist ei­ne Ab­fin­dung be­an­spru­chen. Die Höhe der ge­setz­li­chen Ab­fin­dung beträgt 0,5 Mo­nats­ver­diens­te für je­des Beschäfti­gungs­jahr (Zeiträume von mehr als sechs Mo­na­ten wer­den auf ein vol­les Jahr auf­ge­run­det).

Für Sie ergäbe sich bei Ver­zicht auf ei­ne Kündi­gungs­schutz­kla­ge ei­ne Ab­fin­dung in Höhe von 12,5 Mo­nats­ver­diens­ten. Nach un­se­rer der­zei­ti­gen Be­rech­nung wäre das ei­ne Ab­fin­dungs­sum­me in Höhe von € 53.120.

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Die Ab­fin­dungs­sum­me wird am En­de des Ar­beits­verhält­nis­ses auf Grund­la­ge des letz­ten re­gelmäßigen Mo­nats­ver­diens­tes ak­tua­li­siert."

Der Kläger er­hob kei­ne Kündi­gungs­schutz­kla­ge.

Am 14. Ju­li 2014 fand ei­ne In­for­ma­ti­ons­ver­an­stal­tung statt, die von V. U. für die US Streit­sta­tio­nie­rungs­streit­kräfte ge­lei­tet wur­de. Ihr Vor­trag ent­hielt Erklärun­gen zur Trans­fer­ge­sell­schaft als neu­em Ar­beit­ge­ber, zur Über­g­angs­bei­hil­fe und zur min­des­tens zu ar­bei­ten­den Zeit im Fall ei­ner Ar­beits­auf­nah­me während der Trans­fer­ge­sell­schaft.

An die­sem Tag un­ter­zeich­ne­ten der Kläger so­wie für die US Streit­kräfte W.-Stadt "i. A. (Un­ter­schrift)" den "Teil 1 Auf­he­bungs­ver­trag", der Kläger so­wie die Geschäftsführe­rin der Trans­fer­ge­sell­schaft den "Teil 2 Be­fris­te­ter An­stel­lungs­ver­trag" ei­ner "Ver­ein­ba­rung über den Wech­sel des Ar­beits­verhält­nis­ses (TQG-Ver­trag)" zwi­schen dem Kläger und der T. Trans­fer­ge­sell­schaft mbH, ver­tre­ten durch die Geschäftsführe­rin so­wie den "US Streit­kräften W.-Stadt, ver­tre­ten durch das Haupt­quar­tier der Y. S.. R.". In der "Vor­be­mer­kung" die­ser Ver­ein­ba­rung heißt es aus­zugs­wei­se:

"Der Ar­beit­ge­ber bie­tet auf Grund des dau­er­haf­ten Weg­falls des Ar­beits­plat­zes und ei­ner da­durch un­umgäng­li­chen be­triebs­be­ding­ten Be­en­di­gungskündi­gung die Auf­he­bung des Ar­beits­verhält­nis­ses bei gleich­zei­ti­gem Über­tritt in die TG an."

"Teil 1 AUF­HE­BUN­GS­VER­TRAG" lau­tet:

"1. Zwi­schen dem Ar­beit­ge­ber und dem Ar­beit­neh­mer/der Ar­beit­neh­me­rin wird fol­gen­de Ver­ein­ba­rung über die Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses ge­schlos­sen:

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a. Es be­steht Ei­nig­keit zwi­schen den Ar­beits­ver­trags­par­tei­en, dass das Ar­beits­verhält­nis be­triebs­be­dingt mit Ab­lauf des 30. Sep­tem­ber 2014 en­det. Oh­ne den vor­lie­gen­den Auf­he­bungs­ver­trag wäre das Ar­beits­verhält­nis durch ar­beit­ge­ber­sei­ti­ge be­triebs­be­ding­te Kündi­gung un­ter Ein­hal­tung der or­dent­li­chen Kündi­gungs­frist zum glei­chen Zeit­punkt be­en­det wor­den.

b. Für den Ver­lust sei­nes/ih­res Ar­beits­plat­zes erhält der Ar­beit­neh­mer/die Ar­beit­neh­me­rin ei­ne Ab­fin­dung in Höhe von € 53,120, die im Sep­tem­ber 2014 aus­ge­zahlt wird.

Darüber­hin­aus erhält der Ar­beit­neh­mer/die Ar­beit­neh­me­rin ei­ne Ab­fin­dung in Höhe von €14.743.92. Der Ar­beit­neh­mer/die Ar­beit­neh­me­rin tritt hier­mit den erhöhten Ab­fin­dungs­be­trag an den Treuhänder, (...) zur Teil­fi­nan­zie­rung der TG ab und be­an­tragt, den erhöhten Ab­fin­dungs­be­trag an den Treuhänder zu über­wei­sen.

c. Die­ser Auf­he­bungs­ver­trag ist in sei­ner Wir­kung abhängig vom Ein­tritt in die TG.

d. Der Ar­beit­ge­ber ver­pflich­tet sich, das Ar­beits­verhält­nis ord­nungs­gemäß ab­zu­rech­nen, die Ar­beits­pa­pie­re her­aus­zu­ge­ben und ein wohl­wol­len­des qua­li­fi­zier­tes Ar­beits­zeug­nis zu er­tei­len.

e. Für die Zei­ten der Teil­nah­me an Maßnah­men zur schnellstmögli­chen Ein­glie­de­rung in den Ar­beits­markt (Pro­filing) wird der Ar­beit­ge­ber den Ar­beit­neh­mer/die Ar­beit­neh­me­rin in dem Zeit­raum bis zur Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses un­ter Fort­zah­lung der Bezüge von der Ar­beit frei­stel­len.

f. (...)

g. (...)

2. Mit der Erfüllung der vor­ste­hen­den Ver­pflich­tun­gen sind sämt­li­che wech­sel­sei­ti­gen fi­nan­zi­el­len Ansprüche aus dem Ar­beits­verhält­nis und aus An­lass sei­ner Be­en­di­gung, gleich aus wel­chem Rechts­grund, er­le­digt.

(...)."

Mit ei­ner an "Q.P." ge­rich­te­ten E-Mail vom 17. Ju­li 2014 (Bl. 38 d. A.) zeig­te Rechts­an­walt B. die Ver­tre­tung des Klägers mit dem Ge­gen­stand, dass der Kläger

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"vom D. in Zu­sam­men­hang mit sei­ner be­triebs­be­ding­ten Kündi­gung ei­ne Ab­fin­dung nach § 1a KSchG ver­spro­chen be­kom­men hat" an. In die­ser E-Mail wur­de wei­ter aus­geführt:

"Die­se wur­de ihm sei­ner­zeit un­kon­kret mit 53.000 EUR 'be­rech­net'.

So­weit Sie dem Man­dan­ten nun mit­ge­teilt ha­ben, er ha­be zum Aus­schei­den am 30.07.2014 mit ei­ner Ab­fin­dungs­sum­me in ei­ner Größen­ord­nung von et­wa 53.000 EUR zu rech­nen, weil nur sein Grund­ge­halt als Grund­la­ge her­an­ge­zo­gen wird, so hält dies recht­li­cher Prüfung nicht stand.

(...)

Ent­spre­chend er­rech­nen wir bei 12,5 Mo­nats­ver­diens­ten, die dem Man­dan­ten zu­ste­hen, ei­ne Ab­fin­dungs­sum­me, die 68.902,25 € nicht un­ter­schrei­ten darf.

Im Übri­gen hat­te un­ser Man­dant schon bei der da­ma­li­gen Ver­ein­ba­rung dar­um ge­be­ten und dies wohl auch ver­bind­lich ver­ein­bart, dass ihm der Ab­fin­dungs­be­trag erst am 15.01.2015 zu­kommt. Wir bit­ten um Prüfung und Berück­sich­ti­gung. Auch in­so­fern würde dem Man­dan­ten in­so­fern auf­grund der steu­er­li­chen Aus­wir­kun­gen ein Scha­den in nicht un­er­heb­li­chem Um­fang ent­ste­hen.

Für Ih­re Rück­mel­dung ver­bind­li­chen Dank."

We­gen des In­halts die­ser E-Mail im Übri­gen wird auf Bl. 13 f. d. A. Be­zug ge­nom­men.

Un­ter dem 21. Ju­li 2014 ver­fass­te die Mit­ar­bei­te­rin der D. Q. P. ein Schrei­ben an die Pro­zess­be­vollmäch­tig­ten des Klägers fol­gen­den In­halts:

„Sehr ge­ehr­te Da­men und Her­ren,

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Ihr Schrei­ben vom 17.07.2014 wur­de zuständig­keits­hal­ber an

HQ USAR­E­UR, G1 CPD
z. Hd. Frau V. U.-O.
Geb. 0000 Flug­platz N.
00000 M-Stadt

zur un­mit­tel­ba­ren Er­le­di­gung wei­ter­ge­lei­tet.

Künf­ti­ge Rück­fra­gen in die­ser Sa­che bit­te ich, di­rekt an die vor­ge­nann­te An­schrift zu rich­ten.“

Mit an "HQ Y., z. Hd. Frau V. U.-O." ge­rich­te­tem, per Post über­sand­tem Schrei­ben vom 26. Au­gust 2014 (Bl. 39 d. A.) führ­te Rechts­an­walt B. aus:

"A. ./. D.

Sehr ge­ehr­te Frau U.-O.,

in vor­ge­nann­ter An­ge­le­gen­heit über­sen­den wir Ih­nen an­bei noch­mals un­se­re Ver­tre­tungs­an­zei­ge und bit­ten um Stel­lung­nah­me bis zum 09.09.2014."

Mit Schrei­ben vom 1. De­zem­ber 2014 wand­te sich die D. un­ter dem Be­treff „Aus­schei­den aus dem Ar­beits­verhält­nis mit den US-Streit­kräften im Lau­fe des Jah­res 2014; Ihr An­trag auf Aus­zah­lung der Ab­fin­dungs­entschädi­gung (ganz oder teil­wei­se) im Jahr 2015“ an den Kläger. Ge­gen­stand des Schrei­bens war die Be­steue­rung der im Ja­nu­ar 2015 zu zah­len­den Ab­fin­dungs­entschädi­gung und die er­be­te-

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ne Ein­wil­li­gung des Klägers „für die Lohn­stel­le ausländi­sche Streit­kräfte D-Stadt sich für die Ab­rech­nung Ja­nu­ar 2015 als Haupt­ar­beit­ge­ber beim Bun­des­zen­tral­amt für Steu­ern für den Ab­ruf der ELStAM-Da­ten zu le­gi­ti­mie­ren“.

Im Ja­nu­ar 2015 wur­de an den Kläger so­dann ei­ne Ab­fin­dung in Höhe von 53.120,00 € aus­ge­zahlt.

Am 26. März 2015 san­det Rechts­an­walt B. ei­ne E-Mail (Bl. 40 d. A.) fol­gen­den In­halts an "L.K.":

"be­reits mit Email vom 17.07.2014, so­wie da­nach noch­mals in Schrift­form per 26.08.2014 hat­ten wird zur strei­ti­gen Ab­fin­dungs­sum­me Ausführun­gen ge­macht. Des­sen un­ge­ach­tet ist of­fen­kun­dig die Ab­fin­dungs­sum­me le­dig­lich auf Ba­sis des Grund­ge­halts be­rech­net wor­den.

So­weit zwi­schen­zeit­lich auch Kol­le­gen un­se­res Man­dan­ten die­se fal­sche Be­rech­nung mit ge­richt­li­cher Hil­fe (Ar­beits­ge­richt Kai­sers­lau­tern, Ur­teil ist an­gefügt) kor­ri­giert ha­ben, so können wir wohl da­von aus­ge­hen, dass es hier nicht ei­nes er­neu­ten Rechts­strei­tes be­darf. Wir ha­ben Sie da­her auf­zu­for­dern, er­neu­te Ab­rech­nung und Aus­zah­lung des sich er­ge­ben­den rest­li­chen Ab­fin­dungs­an­spruchs vor­zu­neh­men und ha­ben hierfür den 07.04.2015 no­tiert.

(...)."

Mit sei­ner am 25. No­vem­ber 2015 beim Ar­beits­ge­richt ein­ge­gan­ge­nen, der Be­klag­ten am 2. De­zem­ber 2015 zu­ge­stell­ten Kla­ge ver­folgt der Kläger ei­nen An­spruch auf Zah­lung ei­ner wei­te­ren Ab­fin­dung nach § 1a KSchG in Höhe von 21.841,75 € brut­to nebst Zin­sen.

Der Kläger war der An­sicht,

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das Ar­beits­verhält­nis sei nicht durch den Auf­he­bungs­ver­trag vom 14. Ju­li 2014, son­dern durch Aus­spruch der be­triebs­be­ding­ten Kündi­gung vom 18. Sep­tem­ber 2013 be­en­det wor­den. Die im Rah­men des zwi­schen den US Sta­tio­nie­rungs­streit­kräften, dem Kläger und der Trans­fer­ge­sell­schaft ab­ge­schlos­se­nen drei­sei­ti­gen Ver­tra­ges zwi­schen ihm und den US Sta­tio­nie­rungs­streit­kräften ge­trof­fe­ne Auf­he­bungs­ver­ein­ba­rung (Teil 1) sei un­wirk­sam. Der Auf­he­bungs­ver­trag genüge nicht dem Schrift­for­mer­for­der­nis des § 623 BGB. Aus dem TQG-Ver­trag selbst wer­de be­reits nicht deut­lich, wel­che Per­son die US Streit­kräfte W.-Stadt über­haupt ver­tre­te. Als Ver­tre­tung wer­de das Haupt­quar­tier der Y. S., R. an­ge­ge­ben, im Übri­gen kei­ne hand­lungsfähi­ge Per­son. Darüber hin­aus ha­be die­je­ni­ge Per­son, die den Auf­he­bungs­ver­trag un­ter­zeich­net ha­be, die ab­ge­ge­be­ne Erklärung je­den­falls nicht ge­gen sich selbst gel­ten las­sen. Aus Sicht ei­nes Drit­ten in sei­ner Per­son ha­be die Erklärung, wel­che "i. A.", al­so im Auf­trag ab­ge­ge­ben wor­den sei, nur so ver­stan­den wer­den können, dass nicht der Un­ter­zeich­ner selbst, son­dern der le­dig­lich ma­schi­nen­schrift­lich an­geführ­te Geschäftsführer/Per­so­nal­lei­ter die Erklärung ha­be ab­ge­ben wol­len. Das Kenn­zei­chen "i. A." in­di­zie­re le­dig­lich ein so ge­nann­tes Bo­ten­han­deln. Ei­ne sol­che Un­ter­zeich­nung genüge nicht für die Erfüllung der Schrift­form.

Sein sich aus § 1a KSchG er­ge­ben­der An­spruch auf Zah­lung der ge­setz­lich vor­ge­se­he­nen Ab­fin­dung sei zu­dem nicht er­lo­schen. Die im Auf­he­bungs­ver­trag ge­trof­fe­ne Re­ge­lung zur Ab­gel­tung sämt­li­cher Ansprüche sei un­wirk­sam, da der zwi­schen den Par­tei­en ab­ge­schlos­se­ne Auf­he­bungs­ver­trag man­gels Ein­hal­tung der Schrift­form nach § 125 S. 1 BGB nich­tig sei.

Die Be­klag­te ha­be bei der Er­mitt­lung der Ab­fin­dungs­sum­me fälsch­lich le­dig­lich das Grund­ge­halt als Grund­la­ge her­an­ge­zo­gen. Die Höhe der Ab­fin­dung rich­te sich nach § 10 Abs. 3 KSchG. Es sei von ei­ner Durch­schnitts­vergütung von 5.996,94 € aus­zu­ge­hen. Der Zins­an­spruch er­ge­be sich aus §§ 288, 286 BGB.

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Die in § 49 TV AL II ge­re­gel­te Aus­schluss­frist sei ge­wahrt wor­den. Vor­lie­gend sei der An­spruch be­reits mit E-Mail vom 17. Ju­li 2014, die­se noch­mals in Schrift­form über­sandt am 26. Au­gust 2014, und an­sch­ließend noch­mals nach Aus­zah­lung am 26. März 2015 ge­genüber der Be­klag­ten gel­tend ge­macht wor­den. Aus­weis­lich sei­ner Lohn­ab­rech­nun­gen und der Lohn­steu­er­be­schei­ni­gung sei die D. Ar­beit­ge­ber ge­we­sen. In­so­fern sei die Aus­schluss­frist mit der Gel­tend­ma­chung ge­genüber der D. ge­wahrt wor­den. Je­den­falls aber ha­be er dar­auf ver­trau­en dürfen, dass ei­ne wirk­sa­me Gel­tend­ma­chung des An­spruchs ge­genüber der D. möglich und wirk­sam sei. Zu­dem sei er mit Schrei­ben vom 1. De­zem­ber 2014 von der D. be­tref­fend sei­nes Aus­schei­dens aus dem Ar­beits­verhält­nis und der da­mit ver­bun­de­nen Ab­fin­dungs­entschädi­gung an­ge­schrie­ben wor­den. Um­so mehr ha­be er dar­auf ver­trau­en dürfen, dass er sich hin­sicht­lich der Ab­fin­dung wirk­sam an die D. ha­be wen­den dürfen.

Der Kläger hat be­an­tragt,

die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn wei­te­re 21.841,75 € brut­to zuzüglich Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz gemäß § 247 BGB seit 1. Fe­bru­ar 2015 zu zah­len.

Die Be­klag­te hat be­an­tragt,

die Kla­ge ab­zu­wei­sen.

Sie war der An­sicht,

das Ar­beits­verhält­nis sei nicht durch die ar­beit­ge­ber­sei­ti­ge be­triebs­be­ding­te Kündi­gung, son­dern durch den TQG-Ver­trag, der nicht auf die Be­rech­nung nach § 1a KSchG ver­wei­se, be­en­det wor­den. Auch wäre ein et­wai­ger An­spruch nach

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§ 1a KSchG durch die Ver­ein­ba­rung der Aus­gleichs­quit­tung im TQG-Ver­trag er­lo­schen.

Die ta­rif­li­che Aus­schluss­frist sei nicht ein­ge­hal­ten. Die E-Mail vom 17. Ju­li 2014 ent­hal­te nur die Bit­te um "Prüfung und Berück­sich­ti­gung". Ei­ne aus­drück­li­che Gel­tend­ma­chung oder Auf­for­de­rung der Zah­lung se­he die­se E-Mail ge­ra­de nicht vor. Bei dem Schrei­ben vom 26. Au­gust 2014 han­de­le es sich um ein bloßes Er­in­ne­rungs­schrei­ben. Auch die­ses stel­le kei­ne Gel­tend­ma­chung ei­nes Zah­lungs­an­spruchs dar. Das Schrei­ben vom 26. März 2015 be­inhal­te zwar ei­ne ech­te Zah­lungs­auf­for­de­rung, sei aber an sie, die Be­klag­te, nicht an die US Sta­tio­nie­rungs­streit­kräfte als Ar­beit­ge­be­rin ge­rich­tet. Außer­dem könn­ten Ansprüche grundsätz­lich nicht vor ih­rer Ent­ste­hung gel­tend ge­macht wer­den.

Das Ar­beits­ge­richt hat die Kla­ge durch Ur­teil vom 22. März 2016 ab­ge­wie­sen. Zur Be­gründung hat das Ar­beits­ge­richt - zu­sam­men­ge­fasst - aus­geführt, der Kläger ha­be kei­nen An­spruch auf Zah­lung ei­ner wei­te­ren Ab­fin­dung. Selbst wenn der Ab­fin­dungs­be­trag falsch be­rech­net sein soll­te, hätten die Par­tei­en sich in ih­rem Ver­trag im Zu­sam­men­hang mit dem Über­gang in die Trans­fer­ge­sell­schaft aus­drück­lich auf ei­ne Ab­fin­dung in die­ser Höhe ge­ei­nigt. Das sei zu die­sem Zeit­punkt auch möglich ge­we­sen. Ein even­tu­el­ler An­spruch auf ei­ne höhe­re Ab­fin­dung nach § 1a KSchG sei auf­grund des Zeit­ab­laufs, nach­dem die drei Wo­chen Kla­ge­frist be­reits längst ab­ge­lau­fen ge­we­sen sei, schon ent­stan­den ge­we­sen. Es sei da­her durch­aus für den Kläger möglich ge­we­sen, auf ei­nen ent­stan­de­nen An­spruch später im Zu­sam­men­hang mit Ver­hand­lun­gen et­wa im Zu­sam­men­hang mit dem Über­gang in ei­ne Trans­fer­ge­sell­schaft zu ver­zich­ten. Aus der Un­ter­zeich­nung des Ver­tra­ges auf der Ar­beit­ge­ber­sei­te mit „i. A.“ las­se sich nicht oh­ne wei­te­res schließen, dass der Un­ter­zeich­ner nur als Bo­te und nicht als Ver­tre­ter tätig ge­we­sen sei. Der Ver­trag ha­be als bloßer Ab­wick­lungs­ver­trag auch form­frei ge­schlos­sen wer­den können. Spätes­tens sei­en die Ansprüche 6 Mo­na­te nach Fällig­keit gemäß § 49 TV AL II we­gen nicht recht­zei­ti­ger Gel­tend­ma­chung ge­genüber dem

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Ar­beit­ge­ber ver­fris­tet. Die Mit­tei­lun­gen des Klägers an die D. könn­ten den Ver­fall ei­nes even­tu­el­len An­spruchs nicht ver­hin­dern. We­gen der Ein­zel­hei­ten der erst­in­stanz­li­chen Be­gründung wird ergänzend auf die Ent­schei­dungs­gründe des Ur­teils des Ar­beits­ge­richts Kai­sers­lau­tern (Bl. 96 f. d. A.) Be­zug ge­nom­men.

Das ge­nann­te Ur­teil ist dem Kläger am 11. Mai 2016 zu­ge­stellt wor­den. Der Kläger hat hier­ge­gen mit ei­nem am 20. Mai 2016 beim Lan­des­ar­beits­ge­richt ein­ge­gan­ge­nen Schrift­satz vom glei­chen Tag Be­ru­fung ein­ge­legt und die­se mit am 23. Ju­ni 2016 beim Lan­des­ar­beits­ge­richt ein­ge­gan­ge­nen Schrift­satz vom glei­chen Tag be­gründet.

Zur Be­gründung der Be­ru­fung macht der Kläger nach Maßga­be des ge­nann­ten Schrift­sat­zes, auf den ergänzend Be­zug ge­nom­men wird, so­wie der Schriftsätze vom 16. No­vem­ber 2016 und 9. Ja­nu­ar 2017 (Bl. 115 f., 173 ff., 192 f. d. A.) un­ter ergänzen­der Be­zug­nah­me auf sein ge­sam­tes erst­in­stanz­li­ches Vor­brin­gen zu­sam­men­ge­fasst gel­tend, das Ar­beits­ge­richt sei feh­ler­haft von der Wirk­sam­keit des zwi­schen den Par­tei­en am 14. Ju­li 2014 ge­schlos­se­nen Ver­tra­ges aus­ge­gan­gen und ha­be die Vor­aus­set­zun­gen des § 623 BGB ver­kannt. In der Ver­wen­dung des Kürzels „i. A.“ sei ein In­diz für Bo­ten­han­deln zu se­hen. Aus der Sicht ei­nes Drit­ten in der Per­son des Klägers ha­be die Erklärung im Auf­he­bungs­ver­trag nur so ver­stan­den wer­den können, dass nicht der Un­ter­zeich­ner, son­dern der le­dig­lich ma­schi­nen­schrift­lich an­geführ­te De­pu­ty Ci­vi­li­an Per­son­nel Di­rec­tor Y. G-1 die Erklärung ha­be ab­ge­ben wol­len. Auch die übri­gen Umstände hätten aus Sicht des Klägers kei­nen an­de­ren Schluss als ein Bo­ten­han­deln zu­ge­las­sen. Er ha­be im Zeit­punkt sei­ner Un­ter­schrift nicht ge­wusst, wer über­haupt auf Sei­ten des Ar­beit­ge­bers han­de­le. Da­her ha­be ei­ne an­geb­li­che Ver­tre­tungs­macht auch nicht aus Hand­lun­gen in der Ver­gan­gen­heit ab­ge­lei­tet wer­den können. Ei­ne ent­spre­chen­de Voll­macht, die sich auf die Vor­nah­me von Kündi­gun­gen be­zie­he oder auf das Be­en­den von Ar­beits­verhält­nis­sen er­stre­cke, sei eben­falls nicht vor­ge­legt wor­den. Im Übri­gen wer­de aus

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dem Auf­he­bungs­ver­trag nicht klar, wer die Be­klag­te wirk­sam ver­tre­ten könne. Das Haupt­quar­tier der Y. S., Ci­vi­li­an Per­so­nel­le Di­rec­to­ra­te, das die US Streit­kräfte W.-Stadt aus­weis­lich des Auf­he­bungs­ver­tra­ges ver­tre­te, sei sei­ner­seits selbst gar nicht hand­lungsfähig. Bei der zwi­schen den Ar­beits­ver­trags­par­tei­en ge­schlos­se­nen Ver­ein­ba­rung han­de­le es sich auch nicht um ei­nen bloßen Ab­wick­lungs­ver­trag, der form­frei hätte ge­schlos­sen wer­den können.

Die Un­ter­zeich­nung des TQG-Ver­tra­ges sei erst ein paar St­un­den später in ei­nem an­de­ren Gebäude er­folgt. Die Mit­ar­bei­ter sei­en im Zehn-Mi­nu­ten-Takt ein­zeln te­le­fo­nisch zur Un­ter­schrift be­stellt wor­den. Ein Kol­le­ge sei so­gar erst am Tag nach der Ver­an­stal­tung ein­be­stellt wor­den. So­wohl der Auf­he­bungs- als auch der An­stel­lungs­ver­trag sei von ihm in Ab­we­sen­heit von Frau U. und Frau J. un­ter­schrie­ben wor­den. Es sei le­dig­lich ei­ne Schreib­kraft an­we­send ge­we­sen. Da ihm nicht klar ge­we­sen sei, dass der TQG-Ver­trag trotz des aus­drück­li­chen Zu­sat­zes „i. A.“ von Frau U. in Ver­tre­tung der US Sta­tio­nie­rungs­streit­kräfte un­ter­zeich­net wor­den sei, sei sein Ver­hal­ten auch nicht als rechts­miss­bräuch­lich ein­zu­stu­fen. Ihm sei nicht be­wusst ge­we­sen, dass er mit dem Über­tritt in die Trans­fer­ge­sell­schaft und dem Ab­schluss des TQG-Ver­tra­ges auf sämt­li­che Ansprüche aus dem Ar­beits­verhält­nis, mit­hin auch auf die gemäß § 1a KSchG zu zah­len­de Ab­fin­dung ver­zich­ten würde. Hier­auf ha­be die Be­klag­te sich erst im Rah­men des erst­in­stanz­li­chen Ver­fah­rens be­zo­gen.

Der An­spruch sei auch recht­zei­tig ge­genüber dem Ar­beit­ge­ber gel­tend ge­macht wor­den. Die Ausführun­gen „Wir bit­ten um Prüfung und Berück­sich­ti­gung“ in der E-Mail vom 17. Ju­li 2014 bezögen sich auf die zwi­schen den Be­tei­lig­ten ge­trof­fe­ne Ver­ein­ba­rung, ihm den Ab­fin­dungs­be­trag erst am 15. Ja­nu­ar 2015 zu­kom­men zu las­sen. Ei­ne Spe­zi­fi­zie­rung des An­spruchs, die der Ge­gen­sei­te die Prüfung der ge­gen sie er­ho­be­nen For­de­rung er­lau­be, sei er­folgt. Das Schrei­ben vom 26. Au­gust 2014 sei an das Haupt­quar­tier ge­rich­tet ge­we­sen. In­so­weit sei ei­ne Mit­tei­lung an den Ar­beit­ge­ber selbst er­folgt. Die­sem Schrei­ben sei die „Ver­tre­tungs­an­zei­ge“ vom 17. Ju­li 2014, das heißt die E-Mail vom 17. Ju­li 2014 in aus­ge­druck­ter Form

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(Bl. 13R d. A.), bei­gefügt ge­we­sen. Die Zeu­gin I. könne bestäti­gen, dass sie das An­schrei­ben vom 26. Au­gust 2014 zu­sam­men mit der Mail vom 17. Ju­li 2014 in aus­ge­druck­ter Form in ein Bri­ef­ku­vert ge­steckt, die­ses ver­schlos­sen und auf den Post­weg an die im Schrei­ben vom 26. Au­gust 2014 ge­nann­te Adres­se ge­sandt ha­be, nach­dem Herr Rechts­an­walt B. das Schrei­ben un­ter­zeich­net ge­habt ha­be. Frau H. von der D. ha­be mit Schrei­ben vom 21. Ju­li 2014 bestätigt, dass sie die E-Mail der Pro­zess­be­vollmäch­tig­ten des Klägers zuständig­keits­hal­ber an das HQ Y, , z. Hd. Frau V. U.-O., zur un­mit­tel­ba­ren Er­le­di­gung wei­ter­ge­lei­tet ha­be. Der An­spruch sei zu die­sem Zeit­punkt be­reits ent­stan­den ge­we­sen. Ein An­spruch könne zwar nicht vor sei­ner Ent­ste­hung, aber vor sei­ner Fällig­keit gel­tend ge­macht wer­den. Darüber hin­aus ha­be er sich am 26. März 2015 noch ein­mal an die D. ge­wandt. Im Fal­le ei­ner aus­ge­la­ger­ten, das heiße ex­ter­nen Lohn­buch­hal­tung über­neh­me die Lohn­stel­le sämt­li­che, mit dem Ge­halt zu­sam­menhängen­de Pflich­ten, wie un­ter an­de­rem die recht­zei­ti­ge Aus­zah­lung, Er­rech­nung der Lohn­an­tei­le, das Bil­den von Rück­la­gen etc. Der ei­gent­li­che Ar­beit­ge­ber müsse sich nicht mehr mit Fra­gen auf die­sem Ge­biet be­fas­sen. Dar­aus re­sul­tie­re im Er­geb­nis, dass die Lohn­stel­le der rich­ti­ge An­sprech­part­ner für et­wai­ge Ge­halts­fra­gen mit­hin auch für die Nach­for­de­rung be­tref­fend die Ab­fin­dung sei. Es sei da­von aus­zu­ge­hen, dass die Lohn­stel­le, in Ausübung ih­rer ver­trag­li­chen Pflich­ten ge­genüber dem Ar­beit­ge­ber, auch die­sem von der Nach­for­de­rung be­rich­te. Durch das Schrei­ben des Herrn K. vom 1. De­zem­ber 2014 sei sein Ver­trau­en in die Zuständig­keit der D. noch­mals bestätigt wor­den.

Der An­spruch sei auch nicht be­reits durch die Er­le­di­gungs­klau­sel im TQG-Ver­trag ent­fal­len, da der Auf­he­bungs­ver­trag man­gels Schrift­form gemäß § 623 BGB in Ver­bin­dung mit § 126 BGB nicht wirk­sam zu­stan­de ge­kom­men sei.

Der Kläger be­an­tragt,

das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Kai­sers­lau­tern vom 22. März 2016, Az. 8 Ca 1503/15, ab­zuändern und die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn wei-

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te­re 21.841,75 € brut­to zuzüglich Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz gemäß § 247 BGB seit 1. Fe­bru­ar 2015 zu zah­len.

Die Be­klag­te be­an­tragt,

die Be­ru­fung zurück­zu­wei­sen.

Die Be­klag­te ver­tei­digt das an­ge­foch­te­ne Ur­teil nach Maßga­be ih­res Be­ru­fungs­er­wi­de­rungs­schrift­sat­zes vom 29. Au­gust 2016 so­wie des Schrift­sat­zes vom 13. Ja­nu­ar 2017, auf die ergänzend Be­zug ge­nom­men wird (Bl. 140 ff., 200 f. d. A.), so­wie un­ter ergänzen­der Be­zug­nah­me auf ih­ren erst­in­stanz­li­chen Vor­trag als recht­lich zu­tref­fend.

Der TQG-Ver­trag sei wirk­sam zu­stan­de ge­kom­men. Al­le Y.-Auf­he­bungs­verträge in der Bun­des­re­pu­blik ein­sch­ließlich drei­sei­ti­ger Verträge würden auf Ebe­ne des Y. HQs - Zi­vi­le Per­so­nal Di­rek­ti­on (Obers­te Dienst­behörde) er­stellt und vom je­weils res­sort­zuständi­gen Per­so­nal­re­fe­ren­ten der Obers­ten Dienst­behörde un­ter­zeich­net. Al­le TQG-Verträge, die ei­ne um cir­ca drei Mo­nats­vergütun­gen erhöhte Ab­fin­dung be­inhal­te­ten, hätten als Zei­chen dafür, dass sie aus dem Y. HQ – Zi­vi­le Per­so­nal Di­rek­ti­on (= CPD) stamm­ten, den „Si­gna­tu­re Block“ des Stellv­tr. CPD Di­rek­tors, G. E. F.. Auch aus der Stel­len­be­schrei­bung für die Po­si­ti­on ei­nes Per­so­nal­re­fe­ren­ten der Obers­ten Dienst­behörde er­ge­be sich ex­pli­zit die dar­ge­stell­te Ver­tre­tungs­be­fug­nis zur Un­ter­zeich­nung von Auf­he­bungs­verträgen.

Auf der In­for­ma­ti­ons­ver­an­stal­tung am 14. Ju­li 2014 ha­be sich Frau V. U., die für das Res­sort un­ter an­de­rem der Beschäfti­gungs­dienst­stel­le in W.-Stadt zuständi­ge Per­so­nal­re­fe­ren­tin der Obers­ten Dienst­behörde, un­ter Nen­nung ih­rer dienst­li­chen Funk­ti­on ge­genüber den Mit­ar­bei­tern, ein­sch­ließlich des Klägers, als Ver­tre­te­rin der US Sta­tio­nie­rungs­streit­kräfte vor­ge­stellt. Ein wei­te­rer Ver­tre­ter für die US Sta­tio­nie­rungs­streit­kräfte sei bei der In­for­ma­ti­ons­ver­an­stal­tung nicht an­we­send ge-

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we­sen. Im An­schluss an die­se Ver­an­stal­tung sei­en die ein­zel­nen Ar­beit­neh­mer zur Un­ter­zeich­nung auf­ge­ru­fen wor­den, so auch der Kläger. Die Be­klag­te hat zunächst vor­ge­tra­gen, im Bei­sein des Klägers hätten so­wohl Frau U. als auch Frau J. den TQG-Ver­trag un­ter­zeich­net, im An­schluss dar­an der Kläger selbst. So­dann hat die Be­klag­te vor­ge­tra­gen, zunächst ha­be der Kläger un­ter­schrie­ben. Frau U. ha­be sich stets in ei­nem von vier Ein­zelbüros be­fun­den. Je­den ein­zel­nen TQG-Ver­trag ha­be Frau U. im Bei­sein des je­wei­li­gen Ar­beit­neh­mers un­ter­zeich­net. Nach Ver­trags­un­ter­zeich­nung sei der TQG-Ver­trag nebst Auf­he­bungs­ver­ein­ba­rung so­dann im Ori­gi­nal dem je­wei­li­gen Ar­beit­neh­mer aus­gehändigt wor­den.

Die Par­tei­en des Ar­beits­verhält­nis­ses hätten sich gemäß dem TQG-Ver­trag dar­auf verständigt, dass nicht mehr die aus­ge­spro­che­ne Kündi­gung, son­dern aus­sch­ließlich der TQG-Ver­trag Gel­tung fin­den und das Ar­beits­verhält­nis be­en­den soll­te. Dem­ent­spre­chend ha­be der Kläger aus­sch­ließlich auf der Grund­la­ge des TQG-Ver­tra­ges, nicht hin­ge­gen zusätz­lich zu ei­nem wei­te­ren An­spruch nach § 1a KSchG ei­ne ex­akt be­zif­fer­te Ab­fin­dungs­zah­lung er­hal­ten. Sämt­li­che wei­te­ren Ansprüche der Par­tei­en des Ar­beits­verhält­nis­ses sei­en mit Ab­schluss des TQG-Ver­tra­ges ab­ge­gol­ten ge­we­sen.

Außer­dem wäre das Be­ru­fen auf ei­ne For­mun­wirk­sam­keit des TQG-Ver­tra­ges nicht nur nach § 242 BGB we­gen wi­dersprüchli­chen Ver­hal­tens rechts­miss­bräuch­lich, son­dern würde zur Rück­ab­wick­lung der be­reits er­brach­ten Leis­tun­gen führen, mit­hin - weil der Kläger kei­ne Ge­gen­leis­tung er­bracht ha­be - zur Rück­zah­lung der er­hal­te­nen Vergütung an die Trans­fer­ge­sell­schaft.

Der An­spruch des Klägers sei auch we­gen der feh­len­den Wah­rung der ta­rif­li­chen Aus­schluss­frist aus­ge­schlos­sen. Der Kläger ha­be sei­nen An­spruch nicht vor des­sen Ent­ste­hung gel­tend ma­chen können. Auch sei we­der mit dem bloßen Er­in­ne­rungs­schrei­ben vom 26. Au­gust 2014 noch be­reits mit der E-Mail vom 17. Ju­li 2014 ei­ne Gel­tend­ma­chung er­folgt. In der kläger­sei­ti­gen Bit­te „um Prüfung und Berück­sich­ti­gung“ könne nichts an­de­res ge­se­hen wer­den als die Bit­te, den Stand-

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punkt zu über­den­ken. Außer­dem sei­en die E-Mails nicht an den Ar­beit­ge­ber, son­dern an sie – die Be­klag­te – ge­rich­tet ge­we­sen und auch nur an sie ver­sandt wor­den. Das Schrei­ben der Frau H. vom 21. Ju­li 2014 an die Kläger­ver­tre­ter sei nie­mals bei den Streit­kräften an­ge­kom­men, eben­so we­nig wie die E-Mail vom 17. Ju­li 2014. Erst die E-Mail des Pro­zess­be­vollmäch­tig­ten des Klägers vom 26. März 2015 be­inhal­te ei­ne ech­te Zah­lungs­auf­for­de­rung. Die­se E-Mail sei aber nicht an die Ar­beit­ge­be­rin ver­sandt wor­den.

Auch im Übri­gen wird ergänzend auf die zwi­schen den Par­tei­en ge­wech­sel­ten Schriftsätze nebst An­la­gen so­wie das Pro­to­koll der Sit­zun­gen vom 30. No­vem­ber 2016 und 18. Ja­nu­ar 2017 (Bl. 182 ff., 206 ff. d. A.) Be­zug ge­nom­men.

Ent­schei­dungs­gründe

A.

Die nach § 64 Abs. 1 und 2 ArbGG statt­haf­te Be­ru­fung des Klägers ist gemäß §§ 66 Abs. 1, 64 Abs. 6 ArbGG in Ver­bin­dung mit §§ 519, 520 ZPO form- und frist­ge­recht ein­ge­legt und be­gründet wor­den. Sie er­weist sich auch sonst als zulässig.

B. 

In der Sa­che hat­te die Be­ru­fung des Klägers je­doch kei­nen Er­folg. Der Kläger hat kei­nen An­spruch auf Zah­lung wei­te­rer Ab­fin­dung nach § 1a KSchG. Die Vor­aus­set­zun­gen ei­nes An­spruchs nach § 1a KSchG sind nicht ge­ge­ben, da das Ar­beits­verhält­nis zwi­schen den Par­tei­en nicht auf­grund der be­triebs­be­ding­ten Ar­beit­ge­berkündi­gung vom 18. Sep­tem­ber 2013, son­dern auf­grund des wirk­sa­men TQG-Ver­tra­ges vom 14. Ju­li 2014 ge­en­det hat. Sch­ließlich hätte der Kläger ei­nen et­wai­gen An­spruch nicht in der - an­wend­ba­ren - Aus­schluss­frist des § 49 TV AL II ge-

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genüber sei­nem Ar­beit­ge­ber, den US Sta­tio­nie­rungs­streit­kräften gel­tend ge­macht. Im Ein­zel­nen:

I.

Der Kläger hat kei­nen An­spruch auf Zah­lung wei­te­rer Ab­fin­dung nach § 1a KSchG, da die Vor­aus­set­zun­gen des § 1a KSchG nicht ge­ge­ben sind. Das Ar­beits­verhält­nis zwi­schen dem Kläger und den US Sta­tio­nie­rungs­streit­kräften en­de­te nicht auf­grund der ar­beit­ge­ber­sei­ti­gen be­triebs­be­ding­ten Kündi­gung vom 18. Sep­tem­ber 2013, son­dern auf­grund des TQG-Ver­tra­ges vom 14. Ju­li 2014. Im Zeit­punkt des Ab­schlus­ses des drei­sei­ti­gen Ver­tra­ges war der Ab­fin­dungs­an­spruch nach § 1a KSchG noch nicht ent­stan­den.

1.

Nach § 1a Abs. 1 KSchG hat ein Ar­beit­neh­mer mit Ab­lauf der Kündi­gungs­frist An­spruch auf ei­ne nach § 1a Abs. 2 KSchG be­rech­ne­te Ab­fin­dung, wenn der Ar­beit­ge­ber we­gen drin­gen­der be­trieb­li­cher Gründe nach § 1a Abs. 2 S. 1 KSchG kündigt, der Ar­beit­neh­mer bis zum Ab­lauf der Frist des § 4 S. 1 KSchG kei­ne Kündi­gungs­schutz­kla­ge er­ho­ben hat (§ 1a Abs. 1 S. 1 KSchG) und der Ar­beit­ge­ber in der Kündi­gungs­erklärung dar­auf hin­ge­wie­sen hat, dass die Kündi­gung auf drin­gen­de be­trieb­li­che Gründe gestützt ist und der Ar­beit­neh­mer beim Ver­strei­chen­las­sen der Kla­ge­frist die Ab­fin­dung be­an­spru­chen kann (§ 1a Abs. 1 S. 2 KSchG).

a.

Die US Sta­tio­nie­rungs­streit­kräfte ha­ben dem Kläger am 18. Sep­tem­ber 2013 be­triebs­be­dingt gekündigt und dem Kläger gleich­zei­tig ei­nen Hin­weis nach § 1a Abs. 1 S. 2 KSchG er­teilt. Der Kläger hat auch die dreiwöchi­ge Kla­ge­frist des § 4 S. 1 KSchG ver­strei­chen las­sen.

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b.

Die Ar­beits­ver­trags­par­tei­en ha­ben je­doch, be­vor der An­spruch nach § 1a KSchG ent­stan­den ist, den drei­sei­ti­gen Ver­trag vom 14. Ju­li 2014 ge­schlos­sen, so dass der Ab­fin­dungs­an­spruch nach § 1a KSchG nicht ent­stan­den ist.

(1)

Der An­spruch nach § 1a KSchG ent­steht nicht be­reits mit dem Ver­strei­chen­las­sen der Kla­ge­frist nach § 4 S. 1 KSchG, son­dern erst mit dem Ab­lauf der Kündi­gungs­frist.

Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts (Ur­teil vom 20. Au­gust 2009 – 2 AZR 267/08 – NZA 2009, 1197, 1198 Rz. 17; vom 10. Mai 2007 – 2 AZR 45/06 – NZA 2007, 1043, 1044 Rz. 17) ent­steht der Ab­fin­dungs­an­spruch nach § 1a Abs. 1 S. 1 KSchG erst mit dem Ab­lauf der Kündi­gungs­frist. En­det das Ar­beits­verhält­nis zu ei­nem da­vor lie­gen­den Zeit­punkt aus ei­nem an­de­ren Grund, so ge­langt der An­spruch nicht mehr zur Ent­ste­hung. Das er­gibt sich aus ei­ner Aus­le­gung von § 1a Abs. 1 S. 1 KSchG. Zwar ent­ste­hen schuld­recht­li­che Ansprüche grundsätz­lich mit Ab­schluss des sie er­zeu­gen­den Rechts­geschäfts. In § 1a Abs. 1 KSchG hat der Ge­setz­ge­ber aber ei­ne von die­ser Re­ge­lung ab­wei­chen­de Be­stim­mung ge­trof­fen. Dies er­gibt sich nach der Auf­fas­sung des Bun­des­ar­beits­ge­richts (Ur­teil vom 10. Mai 2007 - 2 AZR 45/06 - NZA 2007, 1043, 1044 Rz. 19 ff.), der die er­ken­nen­de Kam­mer folgt, aus Wort­laut, Ent­ste­hungs­ge­schich­te und Zweck die­ser Vor­schrift. Be­reits nach dem Wort­laut "hat" der Ar­beit­neh­mer den An­spruch erst "mit dem Ab­lauf der Kündi­gungs­frist". Nach der Ge­set­zes­be­gründung soll der An­spruch auf Ab­fin­dung nicht ent­ste­hen, wenn das Ar­beits­verhält­nis zu ei­nem frühe­ren Zeit­punkt, ins­be­son­de­re durch ei­ne frist­lo­se Kündi­gung aus wich­ti­gem Grund, als dem Ab­lauf der Kündi­gungs­frist en­det (BT-Drs. 15/1204, S. 12). Dem steht der Zweck der Vor­schrift nicht ent­ge­gen. § 1a KSchG behält viel­mehr bei dem zu-

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grun­de ge­leg­ten Verständ­nis ei­nen sinn­voll be­grenz­ten An­wen­dungs­be­reich, in­dem der Ar­beit­ge­ber die Ab­fin­dung nur un­ter eben der Vor­aus­set­zung zah­len muss, die ihn zum An­ge­bot der Ab­fin­dung ver­an­lasst hat, dass nämlich die Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses auf der be­triebs­be­ding­ten Kündi­gung be­ruht, an­dern­falls aber nicht. Mit Ab­lauf der Kla­ge­frist steht zwar fest, dass das Ar­beits­verhält­nis spätes­tens durch die be­triebs­be­ding­te Kündi­gung en­det, ei­ne frühe­re Be­en­di­gung aus an­de­ren Gründen ist je­doch nicht aus­ge­schlos­sen (Ur­teil vom 10. Mai 2007 - 2 AZR 45/06 - NZA 2007, 1043, 1044 Rz. 21; Quecke, RdA 2004, 86, 98). Bei die­ser Aus­le­gung sind eben­falls „Fle­xi­bi­lität und Pra­xisnähe“ (vgl. BT-Drs. 15/1204, S. 2) gewähr­leis­tet. Auch dann, wenn die Ab­fin­dung erst dann ent­steht, wenn das Ar­beits­verhält­nis tatsächlich auf­grund der be­triebs­be­ding­ten Kündi­gung en­det, ist dies ei­ne „ein­fach zu hand­ha­ben­de Al­ter­na­ti­ve zum Kündi­gungs­schutz­pro­zess, die ei­ne „ein­fa­che, ef­fi­zi­en­te und kostengüns­ti­ge vor­ge­richt­li­che Klärung der Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses“ (BT-Drs. 15/1204 S. 9) ermöglicht. Ge­ra­de bei ei­nem Ab­stel­len auf den Ab­lauf der Kündi­gungs­frist sind die An­spruchs­vor­aus­set­zun­gen leicht zu er­ken­nen. Das Ge­setz ist in die­sem Fall ein­fach zu hand­ha­ben (BAG, Ur­teil vom 10. Mai 2007 - 2 AZR 45/06 - NZA 2007, 1043, 1044 Rz. 22).

(2)

Nichts an­de­res gilt nach An­sicht der Kam­mer, wenn die Ar­beits­ver­trags­par­tei­en vor Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses auf­grund der be­triebs­be­ding­ten Kündi­gung ver­ein­ba­ren, dass das Ar­beits­verhält­nis nicht auf­grund die­ser Kündi­gung en­det soll, son­dern im Rah­men ei­nes drei­sei­ti­gen Ver­tra­ges zum Ab­lauf der Kündi­gungs­frist en­den wird und im An­schluss ein neu­es be­fris­te­tes Ar­beits­verhält­nis mit ei­ner Trans­fer­ge­sell­schaft be­gründet wer­den wird. Die in Lauf ge­setz­te Kündi­gungs­frist führt dann nicht mehr kau­sal zur Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses. Set­zen die Par­tei­en ein­ver­nehm­lich ei­nen neu­en Be­en­di­gungs­tat­be­stand und re-

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geln sie die Ab­fin­dung neu, soll hier­durch das in Gang ge­setz­te Ent­ste­hen ei­nes Ab­fin­dungs­an­spruchs aus § 1a KSchG ab­ge­bro­chen wer­den. Es kann nicht ent­schei­dend dar­auf an­kom­men, wel­chen ge­nau­en Be­en­di­gungs­zeit­punkt die Ar­beits­ver­trags­par­tei­en im drei­sei­ti­gen Ver­trag ver­ein­ba­ren.

Auch in die­sem Fall ge­langt der An­spruch nicht mehr zur Ent­ste­hung. Das Ar­beits­verhält­nis en­det zwar, je­doch auf an­de­rer Grund­la­ge.

(3)

Die Aus­le­gung des TQG-Ver­tra­ges er­gibt, dass das Ar­beits­verhält­nis nach dem Wil­len der Ar­beits­ver­trags­par­tei­en nicht mehr auf­grund der be­triebs­be­ding­ten Kündi­gung, son­dern auf­grund des TQG-Ver­tra­ges en­den soll­te.

Die Aus­le­gung von Verträgen ist an­hand der Aus­le­gungs­re­geln der §§ 133, 157 BGB vor­zu­neh­men. Da­nach sind die­se so aus­zu­le­gen, wie die Par­tei­en sie nach Treu und Glau­ben un­ter Berück­sich­ti­gung der Ver­kehrs­sit­te ver­ste­hen muss­ten. Da­bei ist vom Wort­laut aus­zu­ge­hen. Zur Er­mitt­lung des wirk­li­chen Wil­lens der Par­tei­en sind je­doch auch die außer­halb der Ver­ein­ba­rung lie­gen­den Umstände ein­zu­be­zie­hen, so­weit sie ei­nen Schluss auf den Sinn­ge­halt der Erklärung zu­las­sen. Eben­so sind die be­ste­hen­de In­ter­es­sen­la­ge und der mit dem Rechts­geschäft ver­folg­te Zweck zu berück­sich­ti­gen (ständi­ge Recht­spre­chung, vgl. et­wa BAG, Ur­teil vom 23. Ju­ni 2016 - 8 AZR 757/14 - NJW 2017, 104, 105 Rz. 19).

Be­reits aus dem Wort­laut des Teils 1 des TQG-Ver­tra­ges er­gibt sich, dass das Ar­beits­verhält­nis nun­mehr auf­grund der Auf­he­bungs­ver­ein­ba­rung ein­ver­nehm­lich en­den soll. Hierfür spricht be­reits die Be­zeich­nung des Teils 1 „Auf­he­bungs­ver­trag“. Auch bie­tet nach Abs. 1 der „Vor­be­mer­kung“ der Ar­beit­ge­ber „die Auf­he­bung des Ar­beits­verhält­nis­ses bei gleich­zei­ti­gem Über­tritt in die TG an“ Dies wird wei­ter ins­be­son­de­re in Zif­fer 1 Buchst. a des Teils 1 deut­lich, in dem es heißt: „Es

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be­steht Ei­nig­keit zwi­schen den Ar­beits­ver­trags­par­tei­en, dass das Ar­beits­verhält­nis be­triebs­be­dingt mit Ab­lauf des 30. Sep­tem­ber 2014 en­det. Oh­ne den vor­lie­gen­den Auf­he­bungs­ver­trag wäre das Ar­beits­verhält­nis durch ar­beit­ge­ber­sei­ti­ge be­triebs­be­ding­te Kündi­gung un­ter Ein­hal­tung der or­dent­li­chen Kündi­gungs­frist zum glei­chen Zeit­punkt be­en­det wor­den.“ Nicht mehr die ar­beit­ge­ber­sei­ti­ge be­triebs­be­ding­te Kündi­gung soll Ur­sa­che der Be­en­di­gung sein, son­dern der Auflösungs­ver­trag. Der gewähl­te Wort­laut bringt zum Aus­druck, dass dem Auf­he­bungs­ver­trag auflösen­de Wir­kung zu­kommt. So ver­ste­hen es auch die Par­tei­en ver­stan­den.

Aus dem Ge­samt­zu­sam­men­hang des drei­sei­ti­gen Ver­tra­ges folgt, eben­falls dass das Ar­beits­verhält­nis auf­grund des TQG-Ver­trags en­den soll­te. Zwar ist An­lass des Ab­schlus­ses des TQG-Ver­tra­ges – eben­so wie der­je­ni­ge der vor­an­ge­gan­ge­nen be­triebs­be­ding­ten Kündi­gung der „dau­er­haf­te Weg­fall des Ar­beits­plat­zes“ (Vor­be­mer­kung des TQG-Ver­tra­ges). An­ders als die Be­en­di­gungskündi­gung ist der TQG-Ver­trag je­doch nicht le­dig­lich auf die Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses ge­rich­tet, son­dern – wie be­reits in der Über­schrift des Ver­tra­ges deut­lich wird – auf den „Wech­sel des Ar­beits­verhält­nis­ses“. Der Ar­beit­ge­ber bie­tet nun­mehr den „gleich­zei­ti­gen Über­tritt in die TG“ an, de­ren Zweck „die Ein­glie­de­rung des Ar­beit­neh­mers in das Er­werbs­le­ben“ ist (vgl. Vor­be­mer­kung zum TQG-Ver­trag). Auch ist im Teil 1 des TQG-Ver­tra­ges ei­ne wei­te­re, ge­genüber den An­ga­ben im Kündi­gungs­schrei­ben erhöhte Ab­fin­dung vor­ge­se­hen, die an den Treuhänder zur Teil­fi­nan­zie­rung der TG ab­ge­tre­ten wur­de (Teil 1 Zif­fer 1 Buchst. b). Dass das Ar­beits­verhält­nis nun­mehr al­lein auf­grund des Teils 1 des TQG-Ver­tra­ges en­den soll­te und die Ar­beits­ver­trags­par­tei­en in die­sem Ver­trag ei­ne ab­sch­ließen­de Re­ge­lung tref­fen woll­ten, wird auch in der Ab­gel­tungs­klau­sel in Zif­fer 2 des Teils 1 des TQG-Ver­tra­ges deut­lich. Da­nach sol­len mit der Erfüllung der Ver­pflich­tun­gen aus Teil 1 des TQG-Ver­trags "sämt­li­che wech­sel­sei­ti­gen fi­nan­zi­el­len Ansprüche aus dem Ar­beits­verhält­nis und aus An­lass sei­ner Be­en­di­gung, gleich aus wel­chem Rechts­grund," er­le­digt sein.

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Sch­ließlich steht die­ser Aus­le­gung auch nicht der mit dem TQG-Ver­trag ver­folg­te Zweck ent­ge­gen.

c.

Der TQG-Ver­trag ist auch wirk­sam zu­stan­de ge­kom­men. Die Schrift­form der §§ 623, 126 BGB ist ge­wahrt. Für die US-Sta­tio­nie­rungs­streit­kräfte hat Frau U. als Ver­tre­te­rin, nicht als Bo­tin ge­han­delt und Teil 1 des TQG-Ver­tra­ges un­ter­zeich­net. Sie hat­te auch Ver­tre­tungs­macht für die US Sta­tio­nie­rungs­streit­kräfte.

Die durch § 623 BGB für den Auf­he­bungs­ver­trag vor­ge­schrie­be­ne Schrift­form wird bei ei­nem Ver­trag nach 126 Abs. 2 S. 1 BGB da­durch erfüllt, dass die Un­ter­zeich­nung der Ar­beits­ver­trags­par­tei­en auf der­sel­ben Ur­kun­de er­folgt. Die Ur­kun­de ist von die­sen ei­genhändig durch Na­mens­un­ter­schrift oder mit­tels no­ta­ri­ell be­glau­big­ten Hand­zei­chens zu un­ter­zeich­nen. Un­ter­zeich­net für ei­ne Ver­trags­par­tei ein Ver­tre­ter die Erklärung, muss das Ver­tre­tungs­verhält­nis in der Ur­kun­de deut­lich zum Aus­druck kom­men. Dies kann ins­be­son­de­re durch ei­nen ent­spre­chen­den Zu­satz bei der Un­ter­schrift er­fol­gen. Für die Fra­ge, ob je­mand ei­ne Erklärung auch in frem­dem Na­men ab­gibt, kommt es auf de­ren ob­jek­ti­ven Erklärungs­wert an. Maßgeb­lich ist gemäß §§ 133, 157 BGB, wie sich die Erklärung nach Treu und Glau­ben un­ter Berück­sich­ti­gung der Ver­kehrs­sit­te für den Empfänger dar­ge­stellt. Hier­bei sind außer dem Wort­laut der Erklärung al­le Umstände zu berück­sich­ti­gen, die un­ter Be­ach­tung der Ver­kehrs­sit­te Schlüsse auf den Sinn der Erklärung zu­las­sen. Von Be­deu­tung sind ins­be­son­de­re die dem Rechts­verhält­nis zu Grun­de lie­gen­den Le­bens­verhält­nis­se, die In­ter­es­sen­la­ge, der Geschäfts­be­reich, dem der Erklärungs­ge­gen­stand an­gehört, und ver­kehrs­ty­pi­sche Ver­hal­tens­wei­sen (BAG, Ur­teil vom 25. März 2009 – 7 AZR 59/08 – Beck­RS 2009, 69343 Rz. 30; vom 13. De­zem­ber 2007 – 6 AZR 145/07 – NZA 2008, 403 f. Rz. 14, je­weils m. w. N. zur Un­ter­schrift un­ter ei­nem Kündi­gungs­schrei­ben). Nicht aus­rei­chend ist die Un­ter­schrift ei­nes bloßen Erklärungs­bo­ten.

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Ist ein Do­ku­ment mit dem Zu­satz „i. A.“ un­ter­schrie­ben, mag das im Ein­zel­fall eher dafür spre­chen, dass der Un­ter­zeich­ner nicht selbst han­delnd wie ein Ver­tre­ter die Ver­ant­wor­tung für den In­halt des von ihm un­ter­zeich­ne­ten Kündi­gungs­schrei­bens über­neh­men will, während der Zu­satz „i. V.“ dar­auf hin­deu­tet, dass der Erklären­de selbst für den Ver­tre­te­nen han­delt. Bei der nach §§ 133, 157 BGB ge­bo­te­nen Aus­le­gung der Erklärung ist je­doch zu berück­sich­ti­gen, dass im all­ge­mei­nen, nicht­ju­ris­ti­schen Sprach­ge­brauch nicht im­mer hin­rei­chend zwi­schen „Auf­trag“ und „Ver­tre­tung“ un­ter­schie­den wird. Oft­mals wer­den die Zusätze „i. V.“ und „i. A.“ le­dig­lich ver­wen­det, um un­ter­schied­li­che Hier­ar­chie­ebe­nen aus­zu­drücken. Des­halb folgt nicht be­reits aus dem Zu­satz „i. A.“, dass der Erklären­de le­dig­lich als Bo­te und nicht als Ver­tre­ter ge­han­delt hat. Maßgeb­lich sind viel­mehr die Ge­samt­umstände. Er­gibt sich hier­aus, dass der Un­ter­zeich­ner die Erklärung er­sicht­lich im Na­men ei­nes an­de­ren ab­ge­ge­ben hat, ist von ei­nem Han­deln als Ver­tre­ter aus­zu­ge­hen. Für die Wah­rung der Schrift­form ist un­er­heb­lich, ob der Un­ter­zeich­ner tatsächlich be­vollmäch­tigt war (BAG, Ur­teil vom 25. März 2009 – 7 AZR 59/08 – Beck­RS 2009, 69343 Rz. 30; vom 13. De­zem­ber 2007 – 6 AZR 145/07 – NZA 2008, 403, 404 Rz. 15 m. w. N.).

Zwar hat Frau U. "i. A." un­ter­zeich­net. Den­noch kann hier­aus nach Auf­fas­sung der Kam­mer al­lein nicht ge­schlos­sen wer­den, dass sie nicht in Ver­tre­tung der US Sta­tio­nie­rungs­streit­kräfte ge­zeich­net hat, son­dern nur als Bo­tin ei­ne Erklärung ei­nes Drit­ten über­brin­gen woll­te. Der Wil­le, im Na­men der US Sta­tio­nie­rungs­streit­kräfte zu han­deln, er­gibt sich be­reits aus dem äußeren Er­schei­nungs­bild des Ver­trags, da Frau U. an der aus­drück­lich für den Ar­beit­ge­ber vor­ge­se­he­nen Stel­le un­ter­zeich­net hat. Die Un­ter­schrift be­fin­det sich un­ter­halb des Blocks „G. R. F. – De­pu­ty Ci­vi­li­an Per­son­nel Di­rec­tor – Y.“. Die Un­ter­schrift ist außer­dem über der Be­zeich­nung "Ar­beit­ge­ber" und da­her er­kenn­bar für die­sen und da­mit in Ver­tre­tung ge­leis­tet wor­den (vgl. BAG, Ur­teil vom 25. März 2009 - 7 ABR 59/08 - Beck­RS 2009, 69343). Hierfür spricht auch, dass sich die Un­ter­schrift der Frau U. auf der glei­chen Höhe wie die Un­ter­schrift des Klägers be­fin­det. Da­ge­gen wird bei dem Han­deln ei­nes Bo­ten in der Re­gel ei­ne in Text­form (§ 126b BGB) ge­hal­te­ne Ur-

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kun­de mit ei­nem se­pa­ra­ten Schriftstück über­sandt (vgl. BAG, Ur­teil vom 25. März 2009 – 7 AZR 59/08 – Beck­RS 2009, 69343 Rz. 34; vom 13. De­zem­ber 2007 – 6 AZR 145/07 – NZA 2008, 403, 404 Rz. 19).

Sch­ließlich er­folg­te die Un­ter­zeich­nung des drei­sei­ti­gen Ver­tra­ges nach ei­ner In­for­ma­ti­ons­ver­samm­lung vor cir­ca 150 Ar­beit­neh­mern, auf der sich Frau U. aus­drück­lich als Ver­tre­te­rin der Sta­tio­nie­rungs­streit­kräfte be­zeich­net hat­te. Noch am sel­ben Tag bzw. im Fall ei­nes Kol­le­gen am Fol­ge­tag wur­den die von Ar­beit­ge­ber­sei­te vor­be­rei­te­ten drei­sei­ti­gen Verträge den Ar­beit­neh­mern, so auch dem Kläger ein­zeln zur Prüfung und Un­ter­zeich­nung vor­ge­legt. Auch die durch die An­we­sen­heit von Frau U. als Ver­tre­te­rin der US Sta­tio­nie­rungs­streit­kräfte in der vor­an­ge­gan­ge­nen In­for­ma­ti­ons­ver­an­stal­tung und den Ab­schluss von Auf­he­bungs­verträgen mit ei­ner Viel­zahl von Ar­beit­neh­mern deut­lich wer­den­de Be­deu­tung der An­ge­le­gen­heit spre­chen ge­gen die Un­ter­zeich­nung durch ei­nen bloßen Bo­ten der US Sta­tio­nie­rungs­streit­kräfte.

Frau U. war auch zur Ver­tre­tung der Sta­tio­nie­rungs­streit­kräfte be­fugt. Dies er­gibt sich aus ih­rer Stel­len­be­schrei­bung (Bl.167 ff., 169 d. A.), nach der der Ab­schluss von Auf­he­bungs­verträgen zu ih­ren Zuständig­kei­ten gehört.

II.

Sch­ließlich wäre ein et­wai­ger An­spruch des Klägers auf Zah­lung ei­ner wei­te­ren Ab­fin­dung nach § 1a KSchG auf­grund der Aus­schluss­frist des § 49 TV AL II ver­fal­len.

1.

Die Aus­schluss­frist des § 49 TV AL II fin­det auf das Ar­beits­verhält­nis An­wen­dung. Sie lau­tet:

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"Ansprüche aus dem Ar­beits­verhält­nis ver­fal­len, wenn sie nicht in­ner­halb ei­ner Aus­schluss­frist von sechs Mo­na­ten nach Fällig­keit von der/dem Beschäftig­ten oder sei­tens des Ar­beit­ge­bers schrift­lich gel­tend ge­macht wur­den."

Bei dem An­spruch auf Ab­fin­dung nach § 1a KSchG han­delt es sich um ei­nen An­spruch aus dem Ar­beits­verhält­nis im Sinn der ta­rif­li­chen Aus­schluss­klau­sel (vgl. ErfK-Oet­ker, 17. Aufl. 2017, § 1a KSchG Rn. 19 und Fie­big u. a./Näge­le, Kündi­gungs­schutz­recht, 5. Aufl. 2015, § 1a KSchG Rn. 16; MüKoBGB/Her­genröder, 7. Aufl. 2016, KSchG § 1a Rn. 18 ff., Be­ckOK ArbR/Rolfs, Stand: 1. De­zem­ber 2016, KSchG § 1a Rn. 45 f.).

Zwar wird ver­tre­ten (KR-Spil­ger, 11. Aufl. 2016, § 1a KSchG, Rn. 112), dass ta­rif­li­che Aus­schluss­fris­ten, wo­nach Ansprüche auf Vergütung so­wie al­le sons­ti­gen Ansprüche aus dem Ar­beits­verhält­nis ver­fal­len, wenn die­se nicht in­ner­halb ei­nes be­stimm­ten Zeit­raums nach Fällig­keit dem an­de­ren Ver­trags­part­ner ge­genüber schrift­lich gel­tend ge­macht wor­den sind, kei­ne Ab­fin­dun­gen nach § 1a KSchG er­fas­sen sol­len. Dies wird da­mit be­gründet, dass mit dem Ab­lauf der Kündi­gungs­frist hin­sicht­lich der Zah­lungs­ver­pflich­tung des Ar­beit­ge­bers Rechts­klar­heit be­ste­he. Nach die­ser An­sicht wäre es zu­min­dest treu­wid­rig, wenn sich der Ar­beit­ge­ber der aus sei­nem ei­ge­nen An­sin­nen re­sul­tie­ren­den Ab­fin­dungs­pflicht ent­zie­hen woll­te. In­so­weit ver­hal­te es sich nicht an­ders als bei ei­nem un­strei­tig ge­stell­ten oder an­er­kann­ten An­spruch ge­ra­de zum En­de des Ar­beits­verhält­nis­ses. Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts (Ur­teil vom 9. Ju­li 1987 - 2 AZR 498/86 - ju­ris - Rz. 36; vom 22. Ja­nu­ar 1987 - 2 AZR 98/86 - Beck­RS 1987, 30719943) können For­de­run­gen ei­nes Ar­beit­neh­mers, die in ei­nem außer­ge­richt­li­chen Ver­gleich vom Ar­beit­ge­ber an­er­kannt wor­den sind, nicht mehr auf­grund ei­ner ta­rif­li­chen Aus­schluss­frist ver­fal­len. Das Bun­des­ar­beits­ge­richt hat dies da­mit be­gründet, dass der Zweck von Ver­fall­fris­ten dar­in lie­ge, als­bald Klar­heit darüber zu schaf­fen, wel­che Ansprüche der Gläubi­ger ge­gen den Schuld­ner noch gel­tend ma­chen kann. Der Schuld­ner sol­le wis­sen, mit wel­chen Ansprüchen er noch zu rech­nen ha­be. Die­sen Zweck könne die Aus­schluss­frist bei ge­richt­li­chen Ver­glei-

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chen nicht mehr erfüllen. Grund und Höhe der For­de­rung stünden fest. Der Schuld­ner ha­be sei­ne Ver­pflich­tung an­er­kannt.

Die­se Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts ist je­doch nach An­sicht der Kam­mer auf den Ab­fin­dungs­an­spruch nach § 1a KSchG nicht über­trag­bar. Die Höhe der Ab­fin­dung nach § 1a KSchG steht kei­nes­wegs zwei­fels­frei fest, weil die Par­tei­en über die Dau­er des Ar­beits­verhält­nis­ses oder die Höhe des Mo­nats­ver­diens­tes (zum Bei­spiel wie im vor­lie­gen­den Fall hin­sicht­lich der Berück­sich­ti­gung von über die Grund­vergütung hin­aus­ge­hen­den Vergütungs­be­stand­tei­len) durch­aus ge­teil­ter Auf­fas­sung sein können. Die Gel­tend­ma­chung ist nicht le­dig­lich ei­ne "unnütze Förme­lei". Je nach der Reich­wei­te der Aus­schluss­frist kann die­se da­her auch den Ab­fin­dungs­an­spruch er­fas­sen (vgl. Be­ckOK ArbR/Rolfs KSchG § 1a Rn. 45 f.).

Es be­steht außer­dem kein sach­li­cher Un­ter­schied des An­spruchs nach § 1a KSchG zum Nach­teils­aus­gleich, zu So­zi­al­plan­ansprüchen oder zu ta­rif­li­chen Ab­fin­dungs­ansprüchen (Fie­big u. a./Näge­le, Kündi­gungs­schutz­recht, 5. Aufl. 2015, § 1a KSchG Rn. 16).

2.

Der Kläger hat die Aus­schluss­frist we­der durch die E-Mail vom 17. Ju­li 2014, noch durch das Schrei­ben vom 26. Au­gust 2014 (Bl. 14 d. A.) und auch nicht durch die E-Mail vom 26. März 2015 ge­wahrt.

a.

Zur Gel­tend­ma­chung im Sin­ne ta­rif­li­cher Aus­schluss­fris­ten gehört, die an­de­re Sei­te zur Erfüllung des An­spruchs auf­zu­for­dern. Der An­spruchs­in­ha­ber muss un­miss­verständ­lich zum Aus­druck brin­gen, dass er In­ha­ber ei­ner nach Grund und

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Höhe spe­zi­fi­zier­ten For­de­rung ist und auf de­ren Erfüllung be­steht (BAG, Ur­teil vom 18. Fe­bru­ar 2016 – 6 AZR 628/14 – NZA-RR 2016, 330, 331 Rz. 20; vom 18. Sep­tem­ber 2012 – 9 AZR 1/11 – NZA 2013, 216, 219 Rz. 32). Die Gel­tend­ma­chung setzt da­her vor­aus, dass der An­spruch sei­nem Grun­de nach hin­rei­chend deut­lich be­zeich­net und die Höhe des An­spruchs so­wie der Zeit­raum, für den er ver­folgt wird, mit der für den Schuld­ner not­wen­di­gen Deut­lich­keit er­sicht­lich ge­macht wird. Die Art des An­spruchs so­wie die Tat­sa­chen, auf die der An­spruch gestützt wird, müssen er­kenn­bar sein. Ei­ne Be­zif­fe­rung der For­de­rung ist nicht er­for­der­lich, wenn dem Schuld­ner die Höhe be­kannt oder für ihn oh­ne wei­te­res er­re­chen­bar ist und die schrift­li­che Gel­tend­ma­chung er­kenn­bar hier­von aus­geht. Als un­zu­rei­chend ist die Auf­for­de­rung an den Ar­beit­ge­ber be­ur­teilt wor­den, die An­rech­nung ei­ner Ta­rif­loh­nerhöhung auf ei­ne frei­wil­li­ge Zu­la­ge schrift­lich zu be­gründen und „noch ein­mal zu über­den­ken” (BAG, Ur­teil vom 5. April 1995 – 5 AZR 961/93 – NZA 1995, 1068). Eben­so we­nig genügt ei­ne Erklärung des Ar­beit­neh­mers, er be­hal­te sich die Gel­tend­ma­chung sei­ner Ansprüche vor (LAG Köln, Ur­teil vom 24. Ju­li 1984 – 6 Sa 509/84 – ju­ris) oder er bit­te „um Prüfung” sei­ner Ein­grup­pie­rung (BAG, Ur­teil vom 10. De­zem­ber 1997 – 4 AZR 228/96 – AP BAT 1975 §§ 22, 23 Nr. 234; BAG, Ur­teil vom 20. Fe­bru­ar 2001 – 9 AZR 46/00 – NZA 2002, 567, 568).

Grundsätz­lich muss die Gel­tend­ma­chung nach Fällig­keit er­fol­gen, es sei denn, die Aus­schluss­frist stellt auf das Ent­ste­hen des An­spruchs ab. Vor Fällig­keit kann ei­ne ord­nungs­gemäße Gel­tend­ma­chung je­den­falls nicht er­fol­gen, wenn die Ta­rif­norm vor­gibt, dass Ansprüche nach Fällig­keit gel­tend ge­macht wer­den müssen, um ein Ver­fal­len zu un­ter­bin­den. § 49 TV AL II ord­net den Ver­fall von Ansprüchen aus dem Ar­beits­verhält­nis an, wenn sie nicht in­ner­halb ei­ner Aus­schluss­frist von sechs Mo­na­ten nach Fällig­keit schrift­lich gel­tend ge­macht wur­den. Die­se ta­rif­li­che Vor­schrift schließt ei­ne Gel­tend­ma­chung vor Fällig­keit bzw. so­gar vor Ent­ste­hung nicht aus­drück­lich aus. Aus dem Zweck der Aus­schluss­frist er­gibt sich je­doch in der Re­gel, dass die an­spruchs­be­gründen­den Tat­sa­chen nach dem Vor­brin­gen des An­spruch­stel­lers bei der Gel­tend­ma­chung grundsätz­lich be­reits vor­lie­gen oder

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ihr Ein­tre­ten als si­cher gel­ten muss, um die ta­rif­li­che Aus­schluss­frist zu wah­ren. Aus­schluss­fris­ten be­zwe­cken, dass sich der An­spruchs­geg­ner auf die aus Sicht des An­spruch­stel­lers noch of­fe­nen For­de­run­gen recht­zei­tig ein­stellt, Be­wei­se si­chert oder vor­sorg­lich Rück­la­gen bil­den kann (vgl. nur BAG, Ur­teil vom 18. Fe­bru­ar 2016 – 6 AZR 628/14 – NZA-RR 2016, 330, 331 Rz. 16). Sie sol­len zur ra­schen Klärung von Ansprüchen bei­tra­gen. Die­ser Zweck kann in der Re­gel je­den­falls dann nicht erfüllt wer­den, wenn Ansprüche vor ih­rer Ent­ste­hung gel­tend ge­macht wer­den und da­mit letzt­lich nur als möglich an­gekündigt wer­den. Vor dem Ent­ste­hen des An­spruchs ist re­gelmäßig un­ge­wiss, ob, wann und in wel­chem Um­fang der Schuld­ner über­haupt zur Zah­lung ver­pflich­tet sein wird. Dem­ent­spre­chend setzt die ta­rif­lich wirk­sa­me Gel­tend­ma­chung ei­nes An­spruchs nach ständi­ger Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts grundsätz­lich den Be­stand des An­spruchs vor­aus (BAG, Ur­teil vom 18. Sep­tem­ber 2012 – 9 AZR 1/11 – NZA 2013, 216, 219 Rz. 35 m. w. N.; vgl. auch BAG, Ur­teil vom 11. De­zem­ber 2003 – 6 AZR 539/02 – Beck­RS 2004, 40396, Os. 2 zu § 63 BMT-G II). In Aus­nah­mefällen können Sinn und Zweck der Aus­schluss­frist aber die Möglich­keit der Gel­tend­ma­chung ei­nes An­spruchs auch schon vor des­sen Ent­ste­hen ge­bie­ten. Wenn ein be­stimm­ter An­spruch je­weils aus ei­nem ständig glei­chen Grund­tat­be­stand ent­steht, kann der Zweck der ta­rif­li­chen Aus­schluss­frist, dem Schuld­ner zeit­nah Ge­wiss­heit zu ver­schaf­fen, mit wel­chen Ansprüchen er zu rech­nen hat, auch durch ei­ne ein­ma­li­ge Gel­tend­ma­chung er­reicht wer­den. Ei­ne sol­che ein­schränken­de Aus­le­gung ist ins­be­son­de­re dann ge­bo­ten, wenn le­dig­lich über die stets glei­che Be­rech­nungs­grund­la­ge von im Übri­gen un­strei­ti­gen Ansprüchen ge­strit­ten wird; hier reicht im Zwei­fel die ein­ma­li­ge Gel­tend­ma­chung der rich­ti­gen Be­rech­nungs­me­tho­de auch für später ent­ste­hen­de Zah­lungs­ansprüche aus (grund­le­gend BAG, Ur­teil vom 16. Ja­nu­ar 2013 – 10 AZR 863/11 – NZA 2013, 975, 978 Rz. 31). Dies gilt ins­be­son­de­re dann, wenn al­lein ein be­stimm­tes Ele­ment ei­ner be­stimm­ten Art von Ansprüchen im Streit steht; in ei­nem sol­chen Fall be­steht für den Schuld­ner kein Zwei­fel darüber, was von ihm ver­langt wird und der Gläubi­ger darf oh­ne Wei­te­res da­von aus­ge­hen, dass er sei­ner Ob­lie­gen­heit zur Gel­tend­ma­chung Genüge

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ge­tan hat (BAG, Ur­teil vom 3. Ju­li 2013 – 4 AZR 476/12 – AP TVG § 4 Aus­schluss­fris­ten Nr. 205).

Un­ter An­wen­dung die­ser Grundsätze hat der Kläger ei­nen et­wai­gen An­spruch auf wei­te­re Ab­fin­dung nach § 1a KSchG nicht in­ner­halb der Frist des § 49 TV AL II gel­tend ge­macht.

b.

Durch die E- Mail vom 17. Ju­li 2014 hat der Kläger sei­nen et­wai­gen An­spruch nicht im Sinn des § 49 TV AL II gel­tend ge­macht, weil die­ses Schrei­ben be­reits vor Ent­ste­hung ei­nes et­wai­gen An­spruchs gemäß § 1a KSchG er­folg­te (vgl. hier­zu oben un­ter B. I. 1. b. (1)), nicht an die Ar­beit­ge­be­rin ge­rich­tet war und le­dig­lich ei­ne Bit­te um Prüfung und Rück­mel­dung ent­hielt.

Für die Aus­le­gung der Gel­tend­ma­chung als ein­sei­ti­ger rechts­geschäftsähn­li­cher Hand­lung gel­ten §§ 133, 157 BGB ent­spre­chend. An­ders als in der E-Mail vom 26. März 2015 ist in der E-Mail vom 17. Ju­li 2014 nach Auf­fas­sung der Kam­mer noch kei­ne Zah­lungs­auf­for­de­rung ent­hal­ten. Es soll­te viel­mehr be­reits vor Ent­ste­hung und Fällig­keit der For­de­rung Ein­ver­neh­men zwi­schen dem Kläger und der D. hin­sicht­lich der Be­rech­nung der Ab­fin­dung und der sich er­ge­ben­den Höhe er­zielt wer­den. Es wur­de le­dig­lich ei­ne neue Be­rech­nung der Ab­fin­dungshöhe ver­langt. Das er­gibt sich be­reits aus dem Wort­laut „er­rech­nen wir“ so­wie „Für Ih­re Rück­mel­dung ver­bind­li­chen Dank“. Aus dem Ge­samt­zu­sam­men­hang des Schrei­bens er­gibt sich auch, dass der Ab­fin­dungs­be­trag dem Kläger erst zu ei­nem späte­ren Zeit­punkt, nämlich „erst am 15.01.2015“, zu­kom­men soll­te. Auch in­so­fern wur­de um „Prüfung und Berück­sich­ti­gung“ ge­be­ten. Deut­lich wird dies auch durch den Text des Schrei­bens vom 26. Au­gust 2014, in dem „um Stel­lung­nah­me bis zum 09.09.2014“ ge­be­ten wird so­wie in der E-Mail vom 26. März 2015, in der der Kläger­ver­tre­ter ausführt, man ha­be in der E-Mail vom 17. Ju­li 2014 so­wie da­nach

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noch­mal in Schrift­form per 26. Au­gust 2014 „zur strei­ti­gen Ab­fin­dungs­sum­me Ausführun­gen ge­macht“.

Im vor­lie­gen­den Fall han­del­te es sich auch nicht um Ansprüche aus ständig glei­chem Grund­tat­be­stand, bei de­nen nur die Be­rech­nung strei­tig ist, wie et­wa bei Ansprüchen auf ei­ne dau­er­haf­te Zu­la­ge oder aus ei­ner be­stimm­ten Ein­grup­pie­rung. Im Zeit­punkt der nach Un­ter­zeich­nung des TQG-Ver­tra­ges ge­schrie­be­nen E-Mail vom 17. Ju­li 2014 war außer­dem ne­ben der Be­rech­nungs­grund­la­ge ei­nes et­wai­gen An­spruchs nach § 1a KSchG auch schon aus­ge­schlos­sen bzw. zu­min­dest pro­ble­ma­tisch, ob ein Ab­fin­dungs­an­spruch nach § 1a KSchG über­haupt ent­ste­hen würde.

c. 

Auch durch das Schrei­ben vom 26. Au­gust 2014 er­folg­te kei­ne aus­rei­chen­de Gel­tend­ma­chung im Sinn des § 49 TV AL II. Auch die­ses Schrei­ben er­folg­te vor Fällig­keit und Ent­ste­hung ei­nes et­wai­gen An­spruchs des Klägers. In­halt­lich enthält das An­schrei­ben nur den Hin­weis auf die Über­sen­dung ei­ner Ver­tre­tungs­an­zei­ge und die Bit­te um Stel­lung­nah­me. Ob die­sem Schrei­ben ein Aus­druck der E-Mail vom 17. Ju­li 2014 bei­gefügt war, ist zwi­schen den Par­tei­en strei­tig. Je­den­falls läge auch in die­sem Fall kei­ne aus­rei­chen­de Gel­tend­ma­chung vor (vgl. oben B. II. 2. b).

d. 

Ei­ne recht­zei­ti­ge Gel­tend­ma­chung ge­genüber der Ar­beit­ge­be­rin, den US Sta­tio­nie­rungs­streit­kräften er­folg­te auch nicht durch E-Mail vom 26. März 2015 an die D. in Per­son von L. K.. Die­se war an die Be­klag­te, nicht an die US Sta­tio­nie­rungs­streit­kräfte ge­rich­tet.

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Die Gel­tend­ma­chung von Ansprüchen aus dem Ar­beits­verhält­nis hat ge­genüber dem Ar­beit­ge­ber zu er­fol­gen. Dies sind die US Sta­tio­nie­rungs­streit­kräfte, nicht je­doch die Be­klag­te.

Die D. ver­tritt das Mi­nis­te­ri­um des E. Rhein­land-Pfalz, wel­ches wie­der­um das DE. und die­ses die Be­klag­te ver­tritt. Die Be­klag­te ist die Pro­zess­stand­schaf­te­rin gemäß § 56 Abs. 8 des Zu­satz­ab­kom­mens zum NA­TO-Trup­pen­sta­tut (ZA-NTS). Da­nach sind Kla­gen ge­gen den Ar­beit­ge­ber ge­gen die Be­klag­te zu rich­ten. Die Pro­zess­stand­schaft und die ent­spre­chen­de Ver­tre­tung er­folgt aber aus­sch­ließlich in ge­richt­li­chen Ver­fah­ren, nicht hin­ge­gen in außer­ge­richt­li­chen An­ge­le­gen­hei­ten.

Dem Kläger muss­te - nicht zu­letzt auf­grund sei­nes be­reits seit 1989 be­ste­hen­den Beschäfti­gungs­verhält­nis­ses - auch be­kannt sein, dass die Gel­tend­ma­chung nicht ge­genüber der D., son­dern ge­genüber den US Sta­tio­nie­rungs­streit­kräften zu er­fol­gen hat­te. Zum ei­nen war auf den Lohn­ab­rech­nun­gen des Ar­beit­ge­bers zwar als Ab­sen­der „D. Lohn­stel­le ausländi­sche Streit­kräfte, (..)“ an­ge­ge­ben, in der Fußzei­le der Ab­rech­nun­gen heißt es je­doch aus­drück­lich: „Ar­beit­ge­ber: USA, ver­tre­ten durch Z. Gebäude 0000, (..). Bei An­fra­gen wen­den Sie sich bit­te an die für Ih­re Beschäfti­gungs­dienst­stel­le zuständi­ge Per­so­nal­ver­wal­tung. (..)“. Auch aus dem Schrei­ben der Mit­ar­bei­te­rin H. von der D. vom 21. Ju­li 2014 muss­te der Kläger er­ken­nen, dass nicht die D. son­dern „ HQ Y., z. Hd. Frau V. U.-O.“ die zuständi­ge Stel­le ist. Das Schrei­ben ent­hielt ne­ben der Mit­tei­lung der Wei­ter­lei­tung „zur un­mit­tel­ba­ren Er­le­di­gung“ „zuständig­keits­hal­ber“ außer­dem die aus­drück­li­che Bit­te: „Künf­ti­ge Rück­fra­gen in die­ser Sa­che bit­te ich, di­rekt an die vor­ge­nann­te An­schrift zu rich­ten.“ Dem­ge­genüber be­fass­te sich so­wohl die Lohn­steu­er­be­schei­ni­gung für das Jahr 2014 als auch das Schrei­ben von Herrn K. (D.) an den Kläger vom 1. De­zem­ber 2014 nicht mit der Fra­ge der recht­li­chen Höhe der zu zah­len­den Ab­fin­dung, son­dern mit steu­er­recht­li­chen Be­lan­gen. Das dem Schrei­ben vom 1. De­zem­ber 2014 bei­gefügte For­mu­lar be­traf die von Kläger er­be­te­ne Ein­wil­li­gung in die Le­gi­ti­ma­ti­on der Lohn­stel­le ausländi­sche Streit­kräfte beim Bun­des­amt für Steu­ern als Haupt­ar­beit­ge­ber für den Ab­ruf der ELStAM-Da­ten. Die Ein­wil­li-

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gung des Klägers be­schränk­te sich auf die­se Fra­ge und gab ihm kei­ne Ver­an­las­sung, die D. auch für sons­ti­ge ar­beits­ver­trag­li­che Fra­gen als Ar­beit­ge­ber an­zu­se­hen.

Im Zeit­punkt der Kla­ge­zu­stel­lung am 2. De­zem­ber 2015, die an die Be­klag­te und nicht an die US Sta­tio­nie­rungs­streit­kräfte er­folg­te, war ein et­wai­ger An­spruch des Klägers da­her je­den­falls be­reits er­lo­schen.

C.

Als un­ter­le­ge­ne Par­tei hat der Kläger die Kos­ten der Be­ru­fung gemäß § 97 Abs. 1 ZPO zu tra­gen. Die Vor­aus­set­zun­gen ei­ner Re­vi­si­ons­zu­las­sung nach § 72 Abs. 2 ArbGG sind nicht erfüllt.

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Rechts­be­helfs­be­leh­rung

Auf die Möglich­keit, die Nicht­zu­las­sung der Re­vi­si­on selbständig durch Be­schwer­de an­zu­fech­ten (§ 72 a ArbGG), wird hin­ge­wie­sen.

Krol-Dick­ob
Eich
Bretz

Hin­weis:
Das Bun­des­ar­beits­ge­richt bit­tet, sämt­li­che Schriftsätze in 7-fa­cher Aus­fer­ti­gung bei dem Bun­des­ar­beits­ge­richt ein­zu­rei­chen.

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