HENSCHE RECHTSANWÄLTE, FACHANWALTSKANZLEI FÜR ARBEITSRECHT

ARBEITSRECHT AKTUELL // Europarecht

Ak­tu­el­les Ar­beits­recht 2014: Eu­ro­pa­recht, EuGH-Ur­tei­le, EU-Richt­li­ni­en

Europafahne

Auf die­ser Sei­te fin­den Sie ak­tu­el­le Kom­men­ta­re zum eu­ro­päi­schen Ar­beits­recht 2014, ins­be­son­de­re zur Recht­spre­chung des Eu­ro­päi­schen Ge­richts­hofs (EuGH).

Ju­ris­ti­sche Be­wer­tun­gen ar­beits­recht­li­cher Ent­schei­dun­gen deut­scher Ge­rich­te fin­den Sie in der Ru­brik "Recht­spre­chung", Kom­men­ta­re zu ar­beits- und so­zi­al­recht­li­chen Ge­set­zes­vor­ha­ben und Ge­set­zes­än­de­run­gen un­ter "Ge­setz­ge­bung" und Nach­rich­ten aus der Ar­beits­welt un­ter "Ar­beit und So­zia­les".

Bei­trä­ge zum The­ma "Eu­ro­pa­recht" aus an­de­ren Jah­ren fin­den Sie un­ter Ar­beits­recht 2018, Ar­beits­recht 2017, Ar­beits­recht 2016, Ar­beits­recht 2015, Ar­beits­recht 2013, Ar­beits­recht 2012, Ar­beits­recht 2011, Ar­beits­recht 2010, Ar­beits­recht 2009, Ar­beits­recht 2008, Ar­beits­recht 2007, Ar­beits­recht 2006, Ar­beits­recht 2005, Ar­beits­recht 2004, Ar­beits­recht 2003, Ar­beits­recht 2002 und un­ter Ar­beits­recht 2001.


 
14/422 Institut: Zahl der Bulgaren und Rumänen stieg 2014 um rund 130 000
  31.12.2014. (dpa) - Die Zahl der in Deutsch­land le­ben­den Rumänen und Bul­ga­ren ist ein Jahr nach dem Fall der letz­ten Hürde für Ar­beits­su­chen­de aus Südo­st­eu­ro­pa um et­wa 130 000 ge­stie­gen. Da­mit le­ben jetzt über 500 000 Men­schen aus den bei­den Ländern in Deutsch­land, wie aus der am Diens­tag veröffent­lich­ten Zu­wan­de­rungs­bi­lanz des In­sti­tuts für Ar­beits­markt- und Be­rufs­for­schung (IAB) für 2014 her­vor­geht.
 
14/412 Diskriminierung wegen Übergewichts
  20.12.2014. In ei­nem ak­tu­el­len Ur­teil stellt der Eu­ropäische Ge­richts­hof (EuGH) klar, dass ein ex­tre­mes Über­ge­wicht (Adi­po­si­tas) ei­ne Be­hin­de­rung im Sin­ne des An­ti­dis­kri­mi­nie­rungs­rechts sein kann: EuGH, Ur­teil vom 18.12.2014, C-354/13 (Kaltoft).
 
14/392 Höchstalter bei der Polizei in Spanien
  29.11.2014. Die Al­ters­gren­ze von 30 Jah­ren für die Ein­stel­lung bei der re­gio­na­len Po­li­zei As­tu­ri­ens ist sach­lich nicht ge­recht­fer­tigt und stellt da­her ei­ne Al­ters­dis­kri­mi­nie­rung älte­rer Be­wer­ber dar: Eu­ropäischer Ge­richts­hof, Ur­teil vom 13.11.2014, C-416/13 (Vi­tal Pérez).
 
14/364 EuGH zum Betriebsübergang im Konzern
  29.10.2014. Die be­herr­schen­de Stel­lung ei­ner Kon­zern­mut­ter­ge­sell­schaft als Be­triebs­veräußerer ge­genüber der er­wer­ben­den Kon­zern­toch­ter steht ei­nem Be­triebs- oder Be­triebs­teilüber­gang nicht ent­ge­gen: Eu­ropäischer Ge­richts­hof, Ur­teil vom 06.03.2014, C-458/12 (Ama­to­ri gg. Tele­com Ita­lia).
 
14/315 Tarifflucht durch Betriebsübergang?
  15.09.2014. Gekündig­te Ta­rif­verträge, an die der Be­triebs­veräußerer bis zum Zeit­punkt des Be­triebsüber­gangs ge­bun­den war, wir­ken auch beim Be­triebs­er­wer­ber nach: Eu­ropäischer Ge­richts­hof, Ur­teil vom 11.09.2014, C-328/13 (ÖGB gg. WK Öster­reich).
 
14/285 Altersdiskriminierung von Beamten bei der Besoldung
  18.08.2014. Die Über­lei­tung der Be­sol­dung vom Be­sol­dungs­dienst­al­ter (BDA) zur Er­fah­rungs­zeit ze­men­tiert die al­ters­dis­kri­mi­nie­ren­de Be­zah­lung bei Be­stands­be­am­ten, ist aber rech­tens. Ei­ne An­glei­chung nach oben können jünge­re Be­am­te nicht ver­lan­gen: Eu­ropäischer Ge­richts­hof, Ur­teil vom 19.06.2014, C-501/12 (Specht u.a.).
 
14/256 Diskriminierungsschutz bei Fettleibigkeit
  19.07.2014. In sei­nen vor­ges­tern veröffent­lich­ten Schluss­anträgen in der Rechts­sa­che Kaltoft (C-354/13) kommt der Ge­ne­ral­an­walt beim Eu­ropäischen Ge­richts­hof (EuGH) Jääski­nen zu dem Er­geb­nis, dass ei­ne schwer­wie­gen­de Fett­lei­big­keit ei­ne Be­hin­de­rung im Sin­ne des eu­ropäischen An­ti­dis­kri­mi­nie­rungs­rechts ist: Schluss­anträge des Ge­ne­ral­an­walts beim EuGH Niilo Jääski­nen vom 17.07.2014 (Rs. C-354/13 - Kaltoft).
 
14/212 Der Anspruch auf Urlaubsabgeltung ist vererblich
  12.06.2014. Vor knapp drei Jah­ren hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) ent­schie­den, dass der An­spruch auf Ur­laubs­ab­gel­tung nicht ver­erb­lich ist (BAG, Ur­teil vom 20.09.2011, 9 AZR 416/10 - wir be­rich­te­ten in Ar­beits­recht ak­tu­ell: 11/184 Ur­laubs­ab­gel­tung bei Tod des Ar­beit­neh­mers?). Heu­te hat der Eu­ropäische Ge­richts­hof (EuGH) klar­ge­stellt, dass der er­satz­lo­se Un­ter­gang des An­spruchs auf Ur­laubs­ab­gel­tung im To­des­fall ge­gen das Eu­ro­pa­recht ver­s­toßen würde: EuGH, Ur­teil vom 12.06.2014, C-118/13 (Bol­la­cke).
 
14/187 Urlaubsvergütung und Provisionsausgleich
  23.05.2014. Wer ne­ben sei­nem Fest­ge­halt ei­ne vom Er­folg abhängi­ge lau­fen­de Ver­kaufs­pro­vi­si­on erhält, wird für ei­nen Ur­laub mögli­cher­wei­se fi­nan­zi­ell be­straft. Denn ei­ni­ge Zeit nach sei­nem Ur­laub wird er we­ni­ger ver­die­nen, weil er während des Ur­laubs kei­ne pro­vi­si­ons­pflich­ti­gen Geschäfte ab­ge­schlos­sen hat. Das darf nicht sein, so der Eu­ropäische Ge­richts­hof (EuGH) in ei­nem Ur­teil vom gest­ri­gen Ta­ge: EuGH, Ur­teil vom 22.05.2014, C-539/12 (Lock).
 
14/122 Abfindung und Elternzeit
  05.04.2014. Während ei­ner El­tern­zeit ha­ben Ar­beit­neh­mer das Recht, bei ih­rem Ar­beit­ge­ber in ei­nem Teil­zeit­um­fang von bis zu 30 St­un­den wöchent­lich zu ar­bei­ten. Wer­den sie während der El­tern­zeit ent­las­sen und er­hal­ten ei­ne Ab­fin­dung, muss die­se auf der Grund­la­ge des (Voll­zeit-)Ge­halts be­rech­net wer­den, das der Ar­beit­neh­mer vor sei­ner El­tern­zeit er­hal­ten hat: Eu­ropäischer Ge­richts­hof, Ur­teil vom 27.02.2014, C-588/12 (Ly­re­co Bel­gi­um).
 
14/101 Mutterschutz nur bei Schwangerschaft
  25.03.2014. Das Eu­ro­pa­recht schreibt den Mit­glieds­staa­ten der Eu­ropäischen Uni­on vor, dafür zu sor­gen, dass schwan­ge­re Ar­beit­neh­me­rin­nen und Wöch­ne­rin­nen ei­nen Mut­ter­schafts­ur­laub von min­des­tens 14 Wo­chen er­hal­ten. Für Auf­tragsmütter bzw. Be­stellmütter, die mit Hil­fe ei­ner Leih­mut­ter ein Kind zur Welt brin­gen (las­sen), gel­ten die­se Re­ge­lun­gen aber nicht, so der Eu­ropäische Ge­richts­hof (EuGH) in zwei Ent­schei­dun­gen vom Diens­tag letz­ter Wo­che: EuGH, Ur­teil vom 18.03.2014, C-167/12 und EuGH, Ur­teil vom 18.03.2014, C-363/12.
 
14/086 Mutterschutz und Fortbildung
  13.03.2014. Während der nach­ge­burt­li­chen Schutz­fris­ten, d.h. in den acht Wo­chen nach der Ge­burt, dürfen Ar­beit­neh­me­rin­nen nicht beschäftigt wer­den. Das darf aber nicht zu ei­nem ge­ne­rel­len Aus­schluss von Fort­bil­dun­gen führen: Eu­ropäischer Ge­richts­hof, Ur­teil vom 06.03.2014, C-595/12 (Na­po­li).
 
14/022 Mitbestimmung und Europarecht
  16.01.2014. Mit ei­nem Ur­teil vom gest­ri­gen Ta­ge hat der Eu­ropäische Ge­richts­hof (EuGH) die Aus­wir­kun­gen des eu­ropäischen Ar­beits­rechts, d.h. der Richt­li­ni­en und der Grund­rech­te­char­ta, auf das Ar­beits­recht der EU-Mit­glieds­staa­ten be­grenzt. An­lass für das Ur­teil des Ge­richts­hofs war ein französi­scher Streit­fall, in dem es um die Er­rich­tung ei­ner be­trieb­li­chen Ar­beit­neh­mer­ver­tre­tung in ei­nem ge­meinnützi­gen Ver­ein ging. Die­se ist nach französi­schem Ar­beits­recht aus­ge­schlos­sen, wäre aber nach der Richt­li­nie 2002/14/EG zu er­rich­ten. An die Richt­li­nie ist der Ver­ein aber im Verhält­nis zu sei­nen Ar­beit­neh­mern nicht ge­bun­den, auch wenn das französi­sche Ge­set­zes­recht die Richt­li­nie nicht aus­rei­chend um­setzt: EuGH, Ur­teil vom 15.01.2014, C-176/12 (AMS).
 
14/016 EU-Kommission rüffelt Hartz-IV-Regelungen für Zuwanderer
  11.01.2014. (dpa) - Aus Sicht der EU-Kom­mis­si­on darf Deutsch­land ar­beits­lo­sen Zu­wan­de­rern nicht pau­schal Hartz-IV-Leis­tun­gen ver­weh­ren. Zwar for­dert die Kom­mis­si­on kei­ne ge­setz­li­che Neu­re­ge­lung, sie pocht aber in Fällen von Leis­tungs­ver­wei­ge­rung auf kon­kre­te Ein­zel­fall­prüfun­gen.
 
14/013 Provisionsanspruch während des Urlaubs
  09.01.2014. Vie­le Ar­beit­neh­mer er­hal­ten ne­ben ih­rem Fest­ge­halt er­folgs­abhängi­ge Ver­kaufs-, Ab­schluss- oder Um­satz­pro­vi­sio­nen als Teil ih­res lau­fen­den Ge­halts. Ma­chen sol­che Ar­beit­neh­mer Ur­laub, hat ih­re Ur­laubs­ab­we­sen­heit meis­tens erst ein­mal kei­ne Aus­wir­kun­gen aufs Porte­mon­naie, aber dafür ei­ni­ge Mo­na­te später, nämlich als Pro­vi­si­onslücke. Denn wer während sei­nes Ur­laubs kei­ne pro­vi­si­ons­pflich­ti­gen Geschäfte ab­sch­ließt, be­kommt ei­ni­ge Mo­na­te später we­ni­ger Geld. Das ist mit den Vor­ga­ben des Eu­ro­pa­rechts aber nicht ver­ein­bar, so der Ge­ne­ral­an­walt beim Eu­ropäischen Ge­richts­hof (EuGH) Yves Bot : Schluss­anträge des Ge­ne­ral­an­walts beim EuGH Yves Bot vom 05.12.2013, Rs. C-539/12 (Lock gg. Bri­tish Gas).