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Handbuch Arbeitsrecht: Aufhebungsvertrag und Rechtsschutzversicherung




Informationen zum Thema Aufhebungsvertrag und Rechtsschutzversicherung

von Hensche Rechtsanwälte, Kanzlei für Arbeitsrecht

Auf dieser Seite finden Sie Informationen darüber, unter welchen Umständen Sie als rechtsschutzversicherter Arbeitnehmer, leitender Angestellter oder Geschäftsführer von Ihrer Rechtsschutzversicherung verlangen können, dass diese die Rechtsanwaltsgebühren, die bei einem Aufhebungsvertrag anfallen, übernimmt.

Muss die Rechtsschutzversicherung Anwaltsgebühren tragen, die aufgrund von Verhandlungen über einen Aufhebungsvertrag entstehen?

Das hängt davon ab, aus welchem Grund Arbeitgeber und Arbeitnehmer mit anwaltlicher Unterstützung Verhandlungen über einen Aufhebungsvertrag führen.

Sollen mit dem Aufhebungsvertrag Streitigkeiten beigelegt werden, die die Rechtsschutzversicherung des Arbeitnehmers als Rechtsschutzversicherungsfall akzeptieren bzw. decken muss, sind auch die durch die Herbeiführung und Gestaltung des Aufhebungsvertrags entstehenden Anwaltsgebühren von der Rechtsschutzversicherung zu tragen.

Entschließt sich der Arbeitnehmer dagegen aus freien Stücken, mit dem Arbeitgeber einen Aufhebungsvertrag abzuschließen und liegt den Aufhebungsverhandlungen daher kein Rechtsschutzfall zugrunde, muss die Rechtsschutzversicherung die Anwaltsgebühren nicht übernehmen.

Wann kann sich der Arbeitnehmer auf einen Rechtsschutzversicherungsfall berufen?

Ein Rechtsschutzversicherungsfall im Sinne der Allgemeinen Bedingungen für die Rechtsschutzversicherung (ARB) liegt insbesondere dann vor, wenn der Arbeitgeber als Vertragspartner des Arbeitnehmers einen zulasten des Arbeitnehmers gehenden Verstoß gegen Rechtspflichten begangen hat (§ 14 Abs. 3 Satz 1 ARB 1975 bzw. § 4 (1) c) ARB 94/2000/2008).

Erforderlich für den Nachweis eines solchen Rechtsschutzfalls ist nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGH) ein Vorbringen des Versicherungsnehmers „mit objektivem Tatsachenkern“, mit dem der Versicherungsnehmer den Vorwurf eines Rechtsverstoßes aufstellt und auf den er seine Interessenverfolgung stützt.

Unter welchen Umständen liegt den Aufhebungsverhandlungen ein Rechtsschutzversicherungsfall zugrunde?

Diese o.g. Voraussetzungen für einen arbeitsrechtlichen Rechtsschutzfall liegen z.B. dann vor, wenn der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer mehrfach eine Abmahnung erteilt hat und der Arbeitnehmer aufgrund der - aus seiner Sicht gegebenen - Tatsachen mit Recht der Meinung sein kann, dass er keinen abmahnungswürdigen Pflichtverstoß begangen hat. Dann stellt der Ausspruch der (unberechtigten) Abmahnungen einen Pflichtverstoß durch den Arbeitgeber dar, der - aufgrund der Wiederholung - das erforderliche Vertrauen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer zerstören kann. Verhandelt der Arbeitnehmer unter solchen Voraussetzungen mit anwaltlicher Unterstützung über einen Aufhebungsvertrag, muss die Rechtsschutzversicherung des Arbeitnehmers die Anwaltskosten tragen.

Ebenso liegt es, wenn der Arbeitgeber andere Vertragspflichten fortgesetzt und/oder gravierend verletzt, wie z.B. die Pflicht zur pünktlichen Lohnzahlung oder die Pflicht zur vertragsgemäßen Beschäftigung (Zuweisung vertragsgemäßer Arbeit). Auch solche Pflichtverstöße sind als arbeitsrechtlicher Rechtsschutzfall anzusehen und können Grund genug für einen Aufhebungsvertrag sein. Dann muss die Rechtsschutzversicherung die Kosten für die anwaltliche Gestaltung des Aufhebungsvertrags tragen.

Ist die Androhung einer Kündigung durch den Arbeitgeber ein Rechtsschutzversicherungsfall?

Oft werden Aufhebungsverträge abgeschlossen, weil der Arbeitgeber mit dem Ausspruch einer Kündigung für den Fall gedroht hat, dass der Arbeitnehmer einem Aufhebungsvertrag nicht zustimmt.

Hier haben Rechtsschutzversicherungen in der Vergangenheit einen Rechtsschutzfall nicht anerkannt und die Deckung demgemäß verweigert, da kein Rechtsverstoß des Arbeitgebers vorliege. Der Arbeitgeber habe nämlich - angeblich - durch die Ankündigung einer Kündigung die Rechtsposition des Arbeitnehmers noch nicht beeinträchtigt. Und auch ein zugleich unterbreitetes Aufhebungsvertragsangebot beeinträchtige nicht die rechtlichen Interessen des Arbeitnehmers.

Dem ist der BGH mit Urteil vom 19.11.2008 (IV ZR 305/07) entgegengetreten (wir berichteten darüber in: Arbeitsrecht aktuell 08/118: Bei angedrohter Kündigung müssen Rechtsschutzversicherungen den Rechtsanwalt des Arbeitnehmers bezahlen.). Stellt der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer eine Kündigung in Aussicht, ohne dem rechtsschutzversicherten Arbeitnehmer Auskunft über die Gründe zu erteilen, so ist die angedrohte Kündigung - jedenfalls im Anwendungsbereich des Kündigungsschutzgesetzes (KSchG) - als sozial ungerechtfertigt und daher als rechtswidrig anzusehen. Schon mit diesem Verhalten des Arbeitgebers verwirklicht sich nach Ansicht des BGH die vom Rechtsschutzversicherer übernommenen Gefahr.

Die Androhung einer Kündigung stellt somit in aller Regel nach der insoweit maßgeblichen Rechtsprechung des BGH einen Rechtsschutzversicherungsfall dar.

Wo finden Sie mehr zum Thema Aufhebungsvertrag und Rechtsschutzversicherung?

Weitere Informationen, die Sie im Zusammenhang mit dem Thema Aufhebungsvertrag und Rechtsschutzversicherung interessieren könnten, finden Sie hier:

Handbuch Arbeitsrecht: Abfindung

Beiträge unseres Anwaltsteams zu aktuellen Gerichtsentscheidungen im Zusammenhang mit dem Thema Aufhebungsvertrag und Rechtsschutzversicherung finden Sie hier:

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Was können wir für Sie tun?

Wenn Sie sich mit dem Gedanken tragen, einen Aufhebungsvertrag abzuschließen oder wenn Sie ein konkretes Aufhebungsvertragsangebot anwaltlich bewerten lassen wollen, beraten wir Sie jederzeit gerne. Dabei prüfen wir auch, ob Ihre Rechtschutzversicherung die Kosten übernehmen müsste.

Je nach Lage des Falles bzw. entsprechend Ihren Wünschen treten wir entweder nach außen nicht in Erscheinung oder aber wir verhandeln in Ihrem Namen mit Ihrem Arbeitgeber bzw. mit den Vertretern der Gesellschafter.


Unsere Büros können Sie von Montag bis Freitag, jeweils von 09:00 Uhr bis 20:00 Uhr, unter folgenden Anschriften in Berlin, Frankfurt am Main, Hamburg, Hannover, Köln, München, Nürnberg und Stuttgart erreichen:

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Letzte Überarbeitung: 30. Juli 2011

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Arbeitsrecht aktuell:


Hannover, 08.02.2012
Chefarzt

Privatliquidationsrecht durch Schadensersatzanspruch gesichert

Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 15.09.2011, 8 AZR 846/09

Frankfurt, 07.02.2012
Fristlose Kündigung

Fristlose Kündigung trotz Freistellung

Hessisches Landesarbeitsgericht, Urteil vom 29.08.2011, 7 Sa 248/11

Berlin, 03.02.2012
Kündigungsschutz:

Auslandsvertrag zählt bei Wartezeit mit

Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 07.07.2011, 2 AZR 12/10

München, 02.02.2012
Altersdiskriminierung:

Altersgrenze für Sachverständige gekippt

Bundesverwaltungsgericht, Urteil vom 01.02.2012, 8 C 24.11

Berlin, 31.01.2012
Betriebsrat:

Benachteiligung durch Verweigerung der Festanstellung

Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg, Urteil vom 04.11.2011, 13 Sa 1549/11

Berlin, 27.01.2012
Befristung:

Europarecht erlaubt Befristung zur Vertretung - auch jahrelang

Europäischer Gerichtshof, Urteil vom 26.01.2012, Rs. C-586/10 (Kücük)

Berlin, 25.01.2012
Europarecht:

Anspruch auf vier Wochen Urlaub auch ohne jährliche Mindestarbeitszeit

Europäischer Gerichtshof, Urteil vom 24.01.2012, C-282/10 (Dominguez)

Frankfurt, 23.01.2012
Mobbingklage:

Oberarzt verklagt mobbenden Chefarzt auf 500.000 EUR Schadensersatz

Landesarbeitsgericht Hamm, Urteil vom 19.01.2012, 11 Sa 722/10

Berlin, 20.01.2012
Geschäftsführer:

Geschäftsführer erhebt Kündigungsschutzklage vor dem Arbeitsgericht

Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz, Beschluss vom 08.12.2011, 11 Ta 230/11

Hannover, 19.01.2012
Weihnachtsgeld

Kein Weihnachtsgeld nach Kündigung

Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 18.01.2012, 10 AZR 667/10

Berlin, 17.01.2012
Bewerberdiskriminierung

Auskunftsanspruch des Stellenbewerbers über Auswahlentscheidung oder nicht?

Schlussanträge des Generalanwalts Paolo Mengozzi vom 12.01.2012, Rs. C-415/10 - Meister

Berlin, 13.01.2012
Betriebsratswahl:

Abbruch nur bei Nichtigkeit

Bundesarbeitsgericht, Beschluss vom 27.07.2011, 7 ABR 61/10

Berlin, 11.01.2012
BAT Altersstufen:

Berlin und Hessen müssen für BAT-Altersstufen bluten

Bundesarbeitsgericht, Urteile vom 10.11.2011, 6 AZR 148/09 und 6 AZR 481/09

Berlin, 10.01.2012
CGZP-Tarifverträge:

Tarifverträge der CGZP waren auch 2004, 2006 und 2008 unwirksam

Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 09.01.2012, 24 TaBV 1285/11

München, 05.01.2012
Aufhebungsvertrag:

Aufhebungsvertrag ohne Abfindung, aber mit Ausgleichsklausel?

Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 21.06.2011, 9 AZR 203/10

Berlin, 03.01.2012
Urlaub und Krankheit:

Urlaub und Urlaubsabgeltung bei Krankheit - nur 15 Monate lang?

Landesarbeitsgericht Baden-Württemberg, Urteil vom 21.12.2011, 10 Sa 19/11

Berlin, 20.12.2011
Sozialauswahl:

Sozialauswahl und Altersdiskriminierung

Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 15.12.2011, 2 AZR 42/10

Stuttgart, 05.12.2011
Kündigung:

Entschädigung für diskriminierende Kündigung

Arbeitsgericht Stuttgart, Urteil vom 16.03.2011, 30 Ca 1772/10

Berlin, 23.11.2011
Urlaub und Krankheit:

Krankheitsbedingt nicht genommener Urlaub kann nach 15 Monaten verfallen

Europäischer Gerichtshof, Urteil vom 22.11.2011, C-214/10 - KHS gg. Schulte

Berlin, 05.11.2011
Kündigungsschutzklage:

Arbeitsgericht Berlin großzügig bei Fristversäumung durch Anwalt

Arbeitsgericht Berlin, Urteil vom 12.08.2011, 28 Ca 9265/11

München, 02.11.2011
Fristlose Kündigung:

LAG München: Kündigung nach Betrug mit 20 EUR Schaden

Landesarbeitsgericht München, Urteil vom 03.03.2011, 3 Sa 641/10

Frankfurt, 26.10.2011
Kündigung:

Kündigung wegen Alkohols am Steuer

Hessisches Landesarbeitsgericht, Urteil vom 01.07.2011, 10 Sa 245/11

Frankfurt, 21.10.2011
Fristlose Kündigung:

Fristlose Kündigung wegen Diensthandy-Missbrauchs?

Hessisches Landesarbeitsgericht, Urteil vom 25.07.2011, 17 Sa 1739/10

Hamburg, 23.09.2011
Kündigung:

LAG Hamburg -
Kündigung bei Beschäftigungsmöglichkeit im Ausland

Landesarbeitsgericht Hamburg, Urteil vom 11.05.2011, 5 Sa 1/11

Berlin, 14.09.2011
BAT-TVöD:

Diskriminierung wegen des Alters durch BAT-Lebensaltersstufen

Europäischer Gerichtshof, Urteil vom 08.09.2011, C-297/10 und C-298/10 (Hennings und Mai)

Frankfurt, 13.09.2011
Altersgrenzen:

EuGH kippt Altersgrenze 60 für Lufthansa-Piloten

Europäischer Gerichtshof, Urteil vom 13.09.2011, C-447/09 (Prigge u.a.)

Berlin, 12.09.2011
Chefarzt:

Kündigung eines Chefarztes wegen Wiederverheiratung?

Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 08.09.2011, 2 AZR 543/10

Hannover, 09.09.2011
Arbeitszeitbetrug:

Fristlose Kündigung wegen Arbeitszeitbetrugs

Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 09.06.2011, 2 AZR 381/10

Berlin, 08.09.2011
Whistleblowing:

Verpfeifen / Whistleblowing ohne Risiko einer Kündigung?

Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte, Urteil vom 21.07.2011, 28274/08 (Heinisch)

Berlin, 06.09.2011
Bonus - Kündigung:

Anspruch auf Bonus trotz Kündigung und Ausscheiden im Folgejahr

Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 12.04.2011, 1 AZR 412/09

Frankfurt, 05.09.2011
Betriebsübergang:

Betriebsübergang bei Zwangsverwaltung eines Hotelgrundstücks

Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 18.08.2011, 8 AZR 230/10

Berlin, 02.09.2011
GlobeGround Berlin:

Betriebsratswahl bei GlobeGround in Berlin unwirksam

Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 25.08.2011, 25 TaBV 529/11

Frankfurt, 31.08.2011
Kündigung:

Kündigung und Krankmeldung

Hessisches Landesarbeitsgericht, Urteil vom 18.01.2011, 12 Sa 522/10

Hamburg, 25.08.2011
Probezeitkündigung:

Kündigung in der Probezeit wegen Heirat einer Chinesin

Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein, Urteil vom 22.06.2011, 3 Sa 95/11

Frankfurt, 23.08.2011
Kündigung und Vollmacht:

Kündigung mit Vollmacht, aber ohne Vollmachtsurkunde

Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 14.04.2011, 6 AZR 727/09